Presseschredder 17. X. XXXX.

snowburner

Heute ist es das Datum gleichgültig. Es ist zufällig der siebzehnte, aber jede andere Zahl ginge auch.
Keine Neuigkeiten. Rein gar nichts! Ob es die Lesart ist oder die Herbststimmung? Jedenfalls Grund genug, diese Ereignislosigkeit zu dokumentieren.

Arbeitsunfall: Einäugiger Torero wird vom Stier auch noch ins andere Auge gepiekst, steht aber nach kurzer Behandlung wieder in der Arena in Saragossa. Nein, der Mann hieß nicht Sigmar Gabriel. Lernkurven wie der Horizont bei Cuxhaven.

»Sanktionen gegen Russland – der richtige Weg? « fragt Tagesschau.de. Es war schon einmal falsch und wird nicht dadurch richtiger, indem man es wiederholt. Aber man wird ja noch fragen dürfen! Dieses Mal wegen… na, wer weiß es?
»Alles, was Sie über Mossul wissen sollten!« Der Mederkönig Kyaxares II eroberte um 612 vor Christus die Stadt Ninive und auch Mossul, das damals eher dörflichen Charakter besaß. Nach seinem Tod wurde das Nest Teil des Seleukidenreiches und fiel anschließend an die Parther. Dann geschah lange Zeit nichts. Im Oktober 2016 nach Christus erobert wieder jemand, dieses Mal ohne Nummer hinter dem Namen, Mossul. Das war’s dann wohl mit der Ruhe.

Bedingt durch die trockene Witterung ist der Wasserstand der Ederseetalsperre soweit gesunken, daß die Überrest des Dorfes Berich wieder auf dem Trockenen liegen. Eines von drei Dörfern, die in der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg geräumt worden waren weil die Keller feucht wurden. Der dortige Heimatverein mauert nun einige der erhalten gebliebene Fundamente wieder auf in der Hoffnung, daß es nie wieder regnen wird und nennt das Ganze »Edersee-Atlantis«.
Nur zur Erinnerung: Nach allem was man weiß, handelte es sich bei Atlantis um einen Kontinent oder wenigstens eine sehr große Insel mit einem bedeutenden Handelszentrum. Atlantis verschwand auch nicht 1913 von der Landkarte und – setzten Sie sich bitte auf einen stabilen Stuhl und klammern Sie sich an Ihren Nebenmann – es lag mit Sicherheit nicht in Nordhessen!
Kleiner Tip an den örtlichen Touristik-Verband: Verseht die Artefakte mit dem Zusatz »Hochburg« – das wird in jüngster Vergangenheit mit großem Erfolg genommen.

Jetzt warnt auch die deutsche Autoindustrie die Briten vor dem Brexit. Wieder keine Historiker.

Wie die Osnabrücker Nachrichten melden, gibt es erneut schwere Vorwürfe gegen Donald Trump: Der US-Präsidentschaftskandidat soll Frauen belästigt und Gehörlose verhöhnt haben. Gehörlose! Ausgerechnet diese momentan privilegierte Minderheit!

Grüner Hamburger Justizsenator will Shitstorms zur »bandenmäßige Straftat« erheben. Das könnte »dann der Fall sein, wenn Politiker in einem Vergleich eine Beleidigung sehen oder wenn mit einer grafischen Parodie oder einem Text-Mem gegen deutsches Urheberrecht verstoßen wird«
Nein, die naheliegende Beleidigung Till Steffens findet an dieser Stelle nicht statt. So tief kann man gar nicht schießen.

P.S. Ja, ich weiß wie schwer es ist, heutzutage als einäugiger Torero in fortgeschrittenem Alter noch eine annehmbare Stelle in einer anderen Branche zu finden!

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13 Antworten zu Presseschredder 17. X. XXXX.

  1. DasKleineTeilchen schreibt:

    »dann der Fall sein, wenn Politiker in einem Vergleich eine Beleidigung sehen oder wenn mit einer grafischen Parodie oder einem Text-Mem gegen deutsches Urheberrecht verstoßen wird«

    kann man sich echt nich ausdenken, sowas. ich seh den postillon langsam in ernsthaft kreativen schwierigkeiten…

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    • OldFart schreibt:

      Willkommen im parlamentarisch verfaßten Feudalismus. Wenn sich Ihro hochwohlgeborene Gnaden molestiert fühlen, gibts juristisch – und in der Folge ganz konkret – auf die Nüsse. Das kann, je nach empfundener Schwere dann Bußgeld, Stockhiebe oder Kerker sein. Näheres regelt ein Bundesgesetz.

      Zu vergleichbaren reziproken Regelungen – d.h. ich bin ebenso sanktionsberechtigt, wenn ich mich durch deren inkompetent-ignorantes-hochherrschaftliches Getue in meinem demokratischen Wertekanon und Gleichheitsverlangen verletzt sehe – ist hingegen nichts zu hören.

      Glückwunsch. Ludwig XIV gefällt das.

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  2. Matthias Eberling schreibt:

    Nennt sich „Lean Media“. Es gibt jetzt einen Tag pro Woche keine Meldungen, um Kosten zu sparen. Morgen greift Trump einer Gehörlosen live auf CNN an den Hintern. Versprochen!

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    • Thelonious schreibt:

      Mein Güte, ist das wieder ein Produktionstempo in den vergangenen Tagen. Da komme ich in meinem Alter gar nicht mehr mit.

      Vielleicht sehe ich das ja falsch: Aber „verhöhnen“ ist für mich verbal. Demnächst zeigt er Blinden womöglich den Stinkefinger. Das war es dann aber für den Herrn Trump. Das hat er sich auch verdient. Völlig unwichtig, dass er ein faschistoides Arschloch ist. Aber Taube anlabern gehört sich nun wirklich nicht.

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      • pantoufle schreibt:

        Ausgleichsport, mein Lieber, Ausgleichsport! Du damals für Sohnemann mit der Sangeskabine – ich jetzt für Töchterchen ein Kuschelzimmer. Was macht man nicht alles, um in feuchte, strahlende Kinderaugen zu sehen! Und dann ist die Tapete falsch; aber soweit bin ich noch lange nicht.

        Stimmt! Taube anlabern ist sowas von daneben. Aber eben auch vollkommen nutzlos. Rein physisch, meine ich.
        Im übrigen kann man Trump vermutlich nur eingeschränkt dafür verantwortlich machen, auf wen er gerade eindrischt. Er nimmt halt diejenigen, die zufällig gerade dort sind, wo man ihm ein Mikrophon hingestellt hat (ein leicht demokratisch defektes).

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    • pantoufle schreibt:

      @Matthias
      Ich wünsche mir sieben Tage davon – ganz ehrlich! Und wie ich schon gegenüber Thelonious anmerkte: Das ist alles zufallsgesteuert. Ob der um Querschnittsgelähmte tanzt und ihre Rollstühle die Treppe herunterkippt oder seinen politischen Gegnern Extasy in die Mineralwasserflaschen praktizieren läßt. Es gibt eben rein gar nichts, wovor dieser Psychopath zurückschrecken würde.
      Die Welt fragt sich ja nun, warum der sich ernsthaft an einer Präsidentenwahl beteiligt – ich frage mich seit längerem, warum man den überhaupt frei herumlaufen läßt. Stell Dir nur mal vor, der hätte einen Führerschein!

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      • Matthias Eberling schreibt:

        Egal wie die Wahl ausgeht. Hinterher kann er sich doch richtig geil vermarkten. Er wird auch aus einer Niederlage jede Menge Geld schlagen, da bin ich mir sicher. Er scheißt doch jede Woche mehr Leute zusammen als Dieter Bohlen in seiner ganzen Karriere.

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  3. DasKleineTeilchen schreibt:

    „Die EU wird gegen Moskau im Syrien-Konflikt vorerst keine zusätzlichen Sanktionen verhängen“

    vorerst! seht euch vor, ihr putinisten!

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    • DasKleineTeilchen schreibt:

      „Der TV-Sender Russia Today steht dem Kreml sehr nahe. In Großbritannien kommt die Station nun offenbar nicht mehr an ihr Geld heran – wegen einer Kontensperrung ohne Möglichkeit zum Widerspruch.“

      fresst DAS! ihr elendigen putinisten!

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    • pantoufle schreibt:

      Ahhhh! Putinisten! Schtonk!
      Manchmal ertappe ich mich dabei, auf die türkische Propaganda über den vorgeblichen Putschprediger Gülen hereinzufallen.
      Gülen hat den Brunnen vergiftet, alle Ampeln auf rot geschaltet und läßt Butterbrote immer auf die Seite mit dem Belag fallen! Aber so ein Abrakadabra macht ja nur der Muselmann – hier im Westen würde man ja nie auf so plumpe Propaganda… Es sei denn, man tauscht die Namen Gülen durch Putin. Dann funktioniert der selbe Unsinn auch hier.

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  4. waswegmuss schreibt:

    Mossul ist wohl wieder mit embedded Claqueuren und die Fassbomben heißen jetzt wieder Daisy Cutter. Alles wie gehabt. Es gibt nichts zu sehen. Gehen sie weiter.

    Wer verbietet den USA denn endlich mal die Außenpolitik?s

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  5. R@iner schreibt:

    Jetzt hat einer herausgefunden, dass die Geschichte des Edelmanns, der eine Windmühle angriff, tatsächlich stattgefunden hat. Englische Übersetzung: Locate a gentleman who attacked a windmill in El Toboso 1594

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