Kurz und dreckig 33

samsung

Wonder-Woman wird UN-Botschafterin. Pünktlich zu ihrem 75. Geburtstag soll die Comicfigur ihr Amt als Frauenbeauftragte antreten. Als Signal an Homosexuelle.
Na ja: Wenn Donald Trump US-Präsident werden kann, sollten auch Superhelden für höchste Ämter keine unüberwindlichen Hindernisse in den Weg gelegt werden. Alfred Jodukus Quak als Umweltbeauftragter, die Abenteuer des Uno-Generalsekretärs Perry Rhodan an jedem Kiosk.
In Mauretanien soll ein Schwuler gesteinigt werden? Kein Problem: Wir schicken Wonder-Woman!
Es ist zu befürchten, daß es sich bei dieser Meldung nicht um einen Hoax handelt, sondern um die griffige Selbstdarstellung dieser Organisation.

Der Kollege Stefan Rose schreibt auf seinen fliegenden Brettern über Bio-Landwirtschaft und ihren zweifelhaften Nutzen für Umwelt und Verbraucher.
Alles schön und gut! Studien dafür und dagegen gibt es wie Sand am Meer und jeder mag sich aus ihnen das herauslesen was er möchte.
Es gibt bei dieser Diskussion allerdings einen Aspekt, an dem ich mich regelmäßig reibe. Ganz unabhängig davon, ob Landwirtschaft oder irgend ein anderes Gewerbe: Regelmäßig werden diejenigen, die irgendwelche Produkte auf den Markt bringen, deren Herstellung nicht den kapitalistischen Optimierungsregularien unterliegt, als weltfremde Spinner abgetan. Ob das ein Tischler ist, der Fenster mittels Handarbeit herstellt oder jemand einen Hifi-Verstärker baut. »Gibt’s dafür auch eine App?« Nein, nur eine bestimmte Eigenschaft, die dem Erbauer wichtig war; wie eine gute Tür oder eine ästhetisch gut gefügte Mauer. Ja, man hätte auch Rigips oder ein Beton-Fertigmodul nehmen können und hätte die glatte Oberfläche frei Haus bekommen.
Oder eine Tomate, die nach einem holländischen Gemüse-KZ schmeckt – nur eben nicht nach Tomate.

Viele Menschen sind ja enttäuscht vom Geschmack einer Erdbeere, weil deren Geschmackseindruck so wenig »erdbeerig« ist wie der eines Joghurts aus dem Kühlregal. Oder verzweifeln über der Zumutung, eine Holztür pflegen zu müssen, wo bei Kunststoff der Regen reicht.

Man muß – und das ist natürlich eine unangenehme Begleiterscheinung! – das nicht zwangsläufig mit einer religiös verbrämten Ideologie verbinden, aber man sollte ehrliches Handwerk ehren.

2,5 Millionen Samsung Galaxy Note 7 werden ohne Recycling geschreddert:

»Für jedes Smartphone, so eine Schätzung der Ingenieursvereinigung IEEE aus dem Jahr 2013, werden rund 75 Kilogramm Rohstoffe benötigt. Samsung wirft also gerade 187.500 Tonnen Ressourcen auf den Müll.«

Der bombenbauverdächtige Syrer al-Bakr soll in sich in seiner Gefängniszelle erhängt haben. Dazu der Innen- und Rechtspolitiker Konstantin von Notz (Bündnis 90/die Grünen)

»Erst mal muß die sächsische Justiz natürlich auch die Möglichkeit haben, sich da heute ausführlich einzulassen, wie das nun im Einzelnen passiert ist. Aber die Fakten, die wir wissen, daß man um die Suizidgefahr wußte, daß man natürlich wusste, was für eine wichtige Informationsquelle al-Bakr ist, das ist ja nun bekannt, und daß er den Suizid erfolgreich begehen konnte, ist auf jeden Fall ein Fiasko.«

Das Fiasko der entgangenen Informationsquelle. Nicht der tote Mensch.

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40 Antworten zu Kurz und dreckig 33

  1. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin Pantoufle,
    hatte den Eintrag von S. Rose gestern gelesen, hatte aber nicht den Eindruck das es ihm um den ehrlichen Handwerker bzw. Bio-Bauern ging. Ich dachte das es ihm eher um den verlogenen Hype BIO, BIO ging und den Reibach der damit gemacht wird. Wie viele Bio-Siegel gibt es, ich denke mal mehr als Laktoseintolerante in Gesamtschland, trotzdem kannst du jetzt die Pizza im Lidel auch mit ohne Laktose kaufen.
    Würde sehr gerne einen Hi-Fi Verstärker von einem ehrlichen Handwerker kaufen, aber wahrscheinlich kann ich mir das nicht leisten und zweitens gibt es von denen wahrscheinlich noch weniger als von den Laktoseintoleranten.

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    • pantoufle schreibt:

      Nö, Fluchtwagenfahrer. Das werfe ich Stefan gar nicht vor. Ich werfe ihm überhaupt nichts vor – das war nur die Vorlage.
      Nun ist es aber so, daß die Mär der vertrottelten Idioten – im besten Falle sympathetische Eigenbrödler – von hüben und drüben genährt wird. Die eine Seite ist die der Manufaktum-Kirche, deren Interesse darin besteht, sich vom Mainstream abzusetzen, die andere die der Industrie, die nun gerade erfolgreich den letzten Tante-Emmaladen vom Planeten gebombt hat.

      Beide sind an der Ausrottung von Nischen interessiert, wenn auch aus recht unterschiedlichen Gründen. »Sympathetische Eigenbrödler«: Nur echt von Samsung!

      Was soll ich laktoseintoleranter Hifi-Bastler dazu sagen? Ich veröffentliche doch schon Bauanleitungen wie ein Blöder… zeigt mir doch mal Eure Interpretation davon!

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  2. derda schreibt:

    Aldi macht hier grad so ne Feelgoodreklame auf Plakat. Da sind junge Frauen drauf abgebildet die sich billiges Öko leisten können. Vielleicht meinte er dies.

    Und das mit dem Geschmack… Heute sind Transport und Lagerfähigkeit viel wichtiger als Geschmack. Ich kann mich an die selbstgezogenen Tomaten erinnern die nach 5 Tagen anfiengen zu gammeln. So mit braunen Punkten. Sowas kannste heute nicht mehr verkaufen.

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    • pantoufle schreibt:

      Gelegentliche optische Aussetzer haben unsere Tomaten auch. Aber ganz nebenbei schmecken die nach Tomate. Haltbar sind die sowieso nicht. Sobald die irgendwo in der Küche liegen, sind sie faktisch weg.

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      • Stony schreibt:

        Nachdem Vadderns Tomatenernte die letzten (gefühlt 10) Jahre wegen zu viel/wenig Sonne, zu naß/trocken, ungünstige Sortenwahl (Fleischtomaten in Faustgröße eines sehr, sehr großen Yetis sind ächt suppi!) u.w.d.G.m.s. eher mäßig ausgefiel, ist er dieses Jahr auf Cocktailtomaten umgestiegen. Die Winzlinge kannste ohne zu kauen im Dutzend schlucken. Hilft nur nicht die Masse abzutragen. Habe schon vorgeschlagen die Pflanzen auszureissen und die Dinger dann abzuschütteln, weil: mit pflücken kommste eh nicht nach. Geschmacklich ein Traum! Selbst die braunen und schwarzen (ich dacht’ erst er will mich verarschen, aber die müssen wohl so).
        Einzig meine Lieblingsspeise – Tomatenbrot – ist kaum herzustellen. Naja, vllt. krieg’ ich ihn nächstes Jahr endlich mal wieder zu ‚Harzfeuer‘ überredet.

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  3. pantoufle schreibt:

    Das ist mal wieder typisch! Ich sammele im Schweiße meines Angesichts Ungeheurlichkeiten aus aller Welt und was ist? Tomaten!

    Na ja… könnte schlimmer sein. Verschwörungstomaten. Terrormaten. Nobelpreistomaten (Literatur), iTomaten, GenderXmaten… sind Tomaten eigentlich weiblich oder was anderes?

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  4. pantoufle schreibt:

    @R@iner

    Ha! Solange es eine Klientel gibt, die sich im Juni mit dem Hubschrauber zum Skifahren auf die Spitze des Marterhorns fliegen läßt, um dem Sommer eins auszuwischen… Was bildet der sich eigentlich ein, dieser sogenannte Natur! Wenn ich fangfrische Tomaten unter dem Weihnachtsbaum wünsche, lasse ich notfalls die Concorde reanimieren! Inklusive eines Lieferservice durch Frau Wehling mit einer Kerze auf der Nase, die ich die Tomate erst deklinieren und dann schneiden lasse. Dieses Linguistenpräkariat!

    Das braune Tomatenpack wäre natürlich eine thematische Versuchung allererster Güte – danke für den Hinweis! Was allerdings der Genosse Mao damit zu tun hat, muß ich noch herausarbeiten. Vermutlich gar nichts, aber das ist nur der erste Eindruck, der wie üblich täuscht. Eine halbe Stunde Facebook-Lektüre und irgend ein Zusammenhang wird sich sicherlich finden *alufoliezuMützefalt* .

    Soso: In einer Matrix! Analysten! Bank of America! Dann muß anerkennend feststellt werden, daß sich der jüngste Bankenkrach seit 1929 erstaunlich viel Zeit gelassen hat. Auch erscheint die Bestallung von Wonder-Woman in die UNO gleich in einem ganz anderen Lichte (nämlich in dem einer brennenden Kerze auf der Nase) – Dank auch dafür, der Artikel »Kurz und dreckig 33« muß völlig neu geschrieben werden.
    Ich jedenfalls hätte das nicht vermutet.

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    • R@iner schreibt:

      Jetzt wo Du es sagst: Spielt nicht die Zahl 33 auch eine Rolle? *doppelzwinker*
      Zum Umschreiben von Artikeln zitiere ich nur:

      „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft: wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“ (1948, S. 308). Dieser Satz symbolisiert das System, mit dem die Partei die Menschen beherrscht. In 1984 gibt es keine Geschichtsschreibung, keine Dokumente die unverfälscht existieren. Denn in dem Ministerium für Wahrheit sind hunderte Arbeiter tagtäglich damit beschäftigt, die Vergangenheit an die Gegenwart anzupassen. Zeitungsartikel werden umgeschrieben und Bilder verfälscht um die Partei unfehlbar zu machen. Alles, was die Partei sagt, ist und war immer wahr. (George Orwell)

      Da haben wir es also: Die Schrottpresse ist in Wirklichkeit ein Organ des Ministerium für Wahrheit. Ich habe dich enttarnt!

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  5. Matthias Eberling schreibt:

    In diesem Blog bekomme ich am frühen Morgen schon wieder mehr Input als in sämtlichen Kuhmedien zusammen! Ohne das PPP (Pantoufle Plus Paket) buchen zu müssen.

    Das mit der Matrix glaube ich sofort. Ich hatte heute Nacht so einen komischen Traum. Und dann habe ich in meinem Bauchnabel rumgepuhlt, um dieses Dingsda zu finden, aber da waren nur Fussel und Chipskrümel …

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    • R@iner schreibt:

      Wenn sich etwas radialsymmetrisches mit spitzen Kanten ertasten lässt, dann muss das kein Hinweis auf eine Adapterbuchse zur Nahrungsversorgung sein, es könnte sich auch um einen Kronkorken handeln, der sich während des Gefechts mit der Chipstüte unbemerkt festgesetzt hat.
      Oder Du bist Borg. Aber das wäre eine andere Geschichte.

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  6. pantoufle schreibt:

    Durch die Q-Medien blättere ich mich auch gerade. Gar nicht so einfach, Comic von Literatur zu unterscheiden. Vor allem dann nicht, wenn man ohnehin nicht mit der Gabe der Begabung gesegnet ist.

    DNA-Spuren von Nazi bei ermordetem Kind gefunden – die Kinderpornos auf seinem Computer erscheinen in ganz neuem Licht. In welchem erschienen sie eigentlich vorher?

    So kam der Geheimdienst Jaber al Bakr auf die Spur: Hans-Georg Maaßen erzählt die unendliche Erfolgsgeschichte hinter einer Bezahlschranke. Gott sei Dank! Vor allem die grundgesetzwidrigen Wünsche des Verfassungs-Schlagbohrers bleiben so weitgehend ungelesen – nicht am frühen Morgen bitte!

    Bob Dylan bekommt Preis und die anderen nicht. Das lassen sie ihn dann auch spüren! Interessanter als der Knödelbarde, der immer durch seine Mundharmonika atmet, sind die Reaktionen all derer, die auch immer schon mal nach Stockholm fliegen wollten. So blank lag der Neid selten blank.

    Die Bank of America hatten wir ja gerade – diesen Analysten würde ich nicht einmal das Taschengeld von Sohn 2 (<15€) zum Halten geben. Macht ja auch nichts: Die »verwalten« das Geld ganzer Staaten.

    Daniel Cohn-Bendit war bei Maybritt Illner auch mal Wutbürger. Komisch: Als gewissenlosen Mob, der mordend und brennend durch die Straßen zieht, habe ich die Achtundsechsziger eigentlich nie begriffen. Geschichtsklitterung im Abendprogramm.

    So, und nun muß ich Dachboden weiter ausbauen. Darüber schreibt wieder kein Aas! Der Dicke vom Baustoffhandel war eben da und hat eine Palette Weichfaser abgeschmissen, der Rest vom Holzhändler meines Vertrauens muß jeden Augenblick kommen. Wehe wenn nicht!

    P.S. Und dann auch noch gnadenlos enttarnt, der Maske vor der Fratze beraubt und bloßgestellt! All das an einem Vormittag – der Tag verspricht spannend zu werden.

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  7. R@iner schreibt:

    Den hier fand ich auch noch bemerkenswert: Klick

    Wer anderen hilft, führt also etwas im Schilde. Die von Horch und Guck haben einen am Zaun.

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  8. Der Duderich schreibt:

    Zum JVA-Leipzig Skandal hat mal wieder der Postilion den seriösesten Artikel geschrieben:
    http://www.der-postillon.com/2016/10/jva-leipzig.html
    LG und schönes WE!

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Duderich
      Es wäre noch witziger, wenn das nicht so ziemlich der exakte Wortlaut dessen wäre, was der Leiter der JVA tätsächlich gesagt hat.

      Dir auch ein gutes Wochenende!
      Gruß,
      das Pantoufle

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      • Der Duderich schreibt:

        Deshalb ja ’seriöser Artikel’…
        🙂

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      • pantoufle schreibt:

        Tscha: Ich als Amateurkomiker finde es ja jedesmal frustrierend, wenn man dem Original keine Pointe mehr hinzufügen kann, sondern einfach nur zitieren muß. Aber das wird den Profis der Branche auch nicht anders gehen. Beruhigend!
        Oder auch nicht

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        • pantoufle schreibt:

          WIe ich gerade festgestellt habe, ist genau das dem Postillion wohl auch aufgefallen und er hat noch eine Schippe Kohlen nachgelegt. Manchmal muß man halt etwas länger nachdenken.
          Nach einer halben Stunde ist man einfach schlagfertiger.

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          • Der Duderich schreibt:

            Immer mehr Schlagzeilen lese ich im Postillion-Modus.
            Die Realität überholt die Satire. Bei Böhmermann war’s noch andersrum.

            Was um uns herum passiert ist zum lachen und zum weinen.
            Eigentlich mehr zum weinen.

            Typen, wie Snowden geben mir noch Hoffnung, dass sich die Wahrheit letztendlich doch noch durchsetzt. (Filmtipp: ‚Citizenfour‘)
            Und damit auch die Gerechtigkeit.

            Verdammt, das hört sich ziemlich naiv an.

            Die Hoffnung stirbt zuletzt.

            LG
            Duderich

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