Gestern – Heute

der-untergang

Wie Fefe so richtig anmerkt, scheint die Verzweiflung unter den SPD-Genossen biblische Dimensionen erreicht zu haben. Von der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zur Würstchenbude ohne Wurst.

Es ist ja nicht so, daß die Genossen nie etwas zu sagen gehabt hätten – ob sie es denn auch immer genau so gemeint haben, ist natürlich etwas anderes! Aber wenigstens auf ihren Plakaten haben sie im Nachhinein einen soliden Eindruck hinterlassen.
Ob sie sich diese Artefakte gelegentlich noch ansehen?

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Das Wort Sozialdemokratie. Welche Partei dort wohl gemeint war?

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Dieses hier zum Beispiel könnte man sehr geringen Mitteln zeitgemäß anpassen… sehr kleinen Mitteln… eigentlich nur ein Wort.

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Immerhin eine Trefferquote von ca. 75%

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Ja, ich weiß: Es war kein Granit, den dieser Arbeiter dort trug. Wie wir heute wissen, handelte es sich um Weichkäse.

P.S. Nein,liebe Genossen! Das Twitterbildchen ist nicht einmal ein klein wenig lustig. Nicht die Andeutung eines Grinsens. Aber als Zustandsbeschreibung gar nicht so schlecht. Nehmt den Text raus, diese Ekelfarben und schreibt einfach »SPD« darunter.

Aber vermutlich gibts dann wieder Zoff mit dem Vorstand wegen der roten Farbe auf den Pommes.

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12 Antworten zu Gestern – Heute

  1. Jules van der Ley schreibt:

    Deine Bildstrecke historischer SPD-Plakate ist beeindruckend. Als Kommentar zum derzeitigen Zustand der Partei passen deine Tags „blutleer, ohne Eier“ Nur dem Tofu tust du Unrecht.

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  2. michl schreibt:

    zum curry plakat kein kommentar (ich habs wirklich fürn fake gehalten..), wenn man bei fefe auf den link drückt kann man sich pommes gerd in seiner besten rolle als balu der bär ankucken.

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  3. R@iner schreibt:

    Diese Woche in Spanien. Es war einmal: Der Fall Scala 1978

    Die Hintergründe über eine politische Infiltration, die zur Katastrophe für die CNT wurde – Staatsterrorismus gegen die libertäre Bewegung

    Was hat das mit der spd zu tun? Das hier: Operation „Polyp“

    Über 50 Millionen Mark flossen an portugiesische und spanische Parteien – und einige wohl auch zurück an SPD und CDU.

    Die spd hat also mit Hilfe ihrer Katerschmiede, der Friedrich Ebert-Stiftung, daran gearbeitet, dass in Spanien ein Zweiparteiensystem etabliert werden konnte. Statt einer gerichtlichen Aufarbeitung der Diktaturverbrechen und natürlich auch der Verbrechen der Republikaner gab es bekanntlich die „Transición“, den Übergang, die Verordnung eines „Jetzt seid doch mal lieb zueinander, vergesst die Vergangenheit und gebt Euch die Hände!“.
    Der so mit deutschen Geldern unterstützte „Sozialist“ Felipe Gonzalez, der Erfinder des postfranquistischen spanischen Staatsterrorismus, wurde die vergangene Woche tätig, um dem gestern abend zurückgetretenen Pedro Sánchez den letzten Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
    Reiner Wandler dazu: Mord im Parteivorstand

    Die Parteizeitung El País half nach Kräften bei dem innerparteilichen Putsch und beim Staatsfernsehen rtve wurde (mal wieder) ein Video gefälscht, indem die Tonspur leicht geändert wurde (Quelle).

    Jetzt wird Rajoy an die Regierung kommen und alle Versuche ein Linksbündnis zu etablieren, sind mit der aufsteigenden Susana Díaz dahin. Die weibliche Boris Johnson mit andalusischem Dialekt ist korruptionserfahren, machtgeil und aus meiner Sicht strunzblöd, also das perfekte Parteimitglied.

    Ich meine, es wird langsam Zeit, die Parteien abzuschaffen. Wer erträgt diese Hackfressen eigentlich noch, ohne sich zu übergeben?

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    • R@iner schreibt:

      p.s.: Hier noch ein Kommentar von Hans-Jochen Vogel zu Äußerungen Richard v. Weizäckers aus dem Jahre 1992: Wo bleibt das Prinzip Verantwortung?

      Richard von Weizsäcker nimmt mit Blick auf die Parteien kein Blatt vor den Mund. Sie seien machtversessen und machtvergessen zugleich, sagte der Bundespräsident im Gespräch mit Gunter Hofmann und Werner A. Perger. Sie hätten ihren Einfluß weit über das Maß hinaus ausgedehnt, das der Artikel 21 des Grundgesetzes ihnen einräume. Sie versuchten überall – nicht nur in den öffentlich-rechtlichen Medien – bestimmenden Einfluß zu nehmen.

      Eine stärkere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger lehnten die Parteien ab. Probleme instrumentalisierten sie, um sich gegenseitig zu bekämpfen, statt sie zu lösen. Vernünftige Anträge würden allein schon deswegen abgelehnt, meint Richard von Weizsäcker, weil sie von der jeweils anderen Partei kämen. Ihre Personalauswahl tendiere zum parteiabhängigen Berufspolitiker, der weder Fachmann noch Dilettant sei, sondern ein Generalist mit dem Spezialwissen, wie man den politischen Gegner bekämpfe und die eigene Wiederaufstellung sichere. Insgesamt hätten sie sich zu einem ungeschriebenen sechsten Verfassungsorgan entwickelt, das auf die anderen fünf Verfassungsorgane einen immer weitergehenden, zum Teil völlig beherrschenden Einfluß nehme. [..]

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    • R@iner schreibt:

      Den hatte ich noch vergessen: Die Korruption IST das Parteiensystem

      Die Hintergrundinfo dazu.

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  4. pantoufle schreibt:

    So, R@iner, und jetzt zu Dir

    Mann! Ist das wieder viel Stoff! Ich bin doch nicht zum arbeiten hier…

    Das Weizsäcker-Lied, das er damals sang, kannte ich bereits – einer der Gründe meiner stillen Sympathie für den Mann. Daß Hans-Jochen Vogel ihm in weiten Teilen beipflichtete, wußte ich allerdings nicht. So oder so: Das ist heutzutage kein Thema mehr und würde ein amtierender Bundespräsident auf die verwegene Idee kommen, es zu wiederholen… Aber dafür hat man ja dem Bundesgauck eine Zusatzrente versprochen, daß das gewiß nicht wieder passiert.

    Gelegentlich habe ich selber allerdings beim Thema Politikerschelte ein leichtes Unbehagen.
    Wir hier auf unserem Dorf – nein, keine Angst, es wird ganz kurz! – haben ja auch die hohe Politik. Vor allem die Sozies, weil die hier regieren tun.
    Das machen sie recht gut, weswegen sie auch alle Jahre lang wiedergewählt werden. Mit denen trinkt man eine Bier, plaudert über den Gartenzaun oder besucht mal eine Gemeinderatssitzung, wenn einen ein Thema gerade interessiert. Eine erstaunliche Erkenntnis dabei ist: Das ist ganz, ganz viel bürgerliches Engagement, das sich eben in Parteien organisiert. Nicht immer und längst nicht bei allen. Und natürlich strebt es dort gelegentlich auch nach höherem Amt und Würden. Man tut denjenigen, die sich da aus lauteren Gründen engagieren, Unrecht, wenn man den Betrieb in Berlin mit ihnen vergleicht. Das stimmt so vorn und hinten nicht. Meist findet auf kommunaler Ebene genau das statt, was der eigentliche Grund für eine politische Partei sein sollte: Verwaltung und Berücksichtigung der Interessen der dort lebenden Menschen.

    Ich weiß nicht, wo das anfängt und dann in Korruption und Machtkampf aufhört: Wir würde aber vermutlich ziemlich blöd aus der Wäsche gucken, wenn »die da unten« auf einmal wegfallen würden.

    Was den Rest aus Spanien betrifft, werde ich mich erst mal schlaulesen müssen. Davon habe ich viel zu wenig auf dem Schirm. Mein persönliches Manko ist, daß ich noch nicht wirklich realisiert habe, daß Franko nicht mehr lebt.

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    • R@iner schreibt:

      Moin pantoufle. Zunächst einmal vielen Dank, dass Du das überhaupt anschaust, was dir von deinen Lesern ungefragt ins Haus getragen wird.

      „Die da unten“ sollen auch gar nicht wegfallen. Nur stelle ich mir die Frage, warum man gerade dort nicht Projektgruppen bildet, in denen sich Leute organisieren, die auch Ahnung von der Materie haben. Wozu brauche ich ständig agierende politische Parteien mit nicht wechselnden Charaktermasken, die ja ohnehin nur das verwalten, was vom Kuchen übrigbleibt und auf Wünsche der lautesten Schreier aka Lobbyisten oder einfach größter Geldsack der Gemeinde reagieren?
      Sieh es mal so: Die Sozialdemokratie ist im 20. Jahrhundert ursächlich mit dem Keynesianismus verknüpft. Dieser kann aus verschiedenen Gründen keine Anwendung mehr finden. Der ist seit den Siebzigern definitiv vorbei, was seit etwa 2005 auch den Bürgern in Europa auffällt, denn die „Sozis“ haben auf europäischer Ebene etwas mehr als 20 Prozent der Stimmen eingebüßt (Die Zahlen sind von „The Economist“ – Ich bin gerade zu faul zum Suchen). Was wollen die also noch, außer an ihren Stühlen zu kleben?
      Strukturelle Richtungsänderungen, wie im Lambsdorff-Papier oder dem Schröder-Blair-Papier angesagt, zeitigen nun verzögert ihre Folgen und das Wahlvolk ist unzufrieden.
      Hätte das denen doch bloß mal jemand damals erklärt …

      Wenn sich jemand über die neuere Geschichte Spaniens informieren möchte, dann empfehle ich inzwischen dieses kleine Büchlein von Raul Zelik: Mit PODEMOS zur demokratischen Revolution?, was sich kurzweilig und schnell liest.

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  5. der einsiedler schreibt:

    solange sich spd, bündnis90/die grünen und die linke nicht auf einen gemeinsamen überparteilichen kanzlerkandidaten einigen können (sigmar gabriel, winfried kretschmann oder franz beckenbauer gehen aber gar nicht) und solange es medizinisch nicht gelingt, dass altkanzler helmut kohl wieder für die cdu als kanzlerkandidat antritt, solange wird den deutschen bürgern angela merkel als bundeskanzlerin erhalten bleiben.

    da die wähler dümmer sind als sie glauben, werden sie 2017 wieder die groko (das grosse kotzen) in die regierung und somit angela merkel zur bundeskanzlerin wählen, damit ausgerechnet die merkel deutschland und die eu wieder einigt.

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  6. pantoufle schreibt:

    Moin Einsiedler

    Die aktuelle Tagespolitik würde sich auch unter dem jetzt einbalsamierten H. Kohl nicht anders darstellen als zu seinen Lebzeiten in der bleiernen Zeit. Ein beliebiges Marmordenkmal (meinetwegen Jöhte) erfüllte den selben Zweck.

    »…Wähler dümmer sind als sie glauben«? Hagen Rether? Ich habe meine Probleme mit dem Mann. Er hat das falsche Publikum – es klatscht immer an den richtigen Stellen. Und nur dann.
    Und da wäre es auch schon, das Problem. Der Wähler ist ja nicht per se dumm, sondern hat eine Meinung (gelegentlich klatscht er sogar an den richtigen Stellen!) Wenn man ihn also fragt, bekommt man eine Antwort – in diesem Falle eine personelle Präferenz. Ich halte das für keine besonders gute Idee. Vielleicht käme ein Konsens zustande, fiele ein Name, mit dem eine Koalition gegen die CDU möglich wäre. Nur zur Erinnerung: Die Zahlenverhältnisse nach der letzten Bundestagswahl hätten mathematisch durchaus diese Möglichkeit zugelassen! Aber das geht doch am tatsächlichen Mißstand weit vorbei. Wenn eine Horde Sitzenbleiber, Klassenclowns und andere strukturelle Versager sich auf einen Häuptling einigen, bedeutet das was…? Effiziente Politik (ich spreche ausdrücklich nicht von »guter« im moralischen Sinne) hat es doch immer nur dann gegeben, wenn eine extreme Notlage vorlag und irgend jemand der Verantwortlichen über sich hinauswuchs. Besonders gerne in Kriegszeiten genommen, aber durchaus auch an anderer Stelle.

    Das ist (Adenauer, Willy Brandt, Friedrich Ebert) völlig unabhängig von Parteizugehörigkeit, sondern definiert sich durch den Berg, den es zu überwinden gilt.
    Wer heutzutage bei einer beliebigen Wahl in Deutschland eine der arrivierten Parteien wählt, sagt doch nichts anderes damit, als das es ihm recht gut geht und er keinesfalls riskieren möchte, daß sich daran etwas ändert. Das ist so ziemlich die schlechteste Ausgangslage, aus der man grundsätzliche Veränderungen erwarten darf. Da wird übrigens auch der Vorwurf an die Parteien leicht grotesk, »endlich mal was zu ändern«. Das will ja streng genommen keiner – in soweit stimme ich Hagen Rether auch zu.

    [ Kleiner Einwurf am Rande: »Schlecht gehen« ist natürlich immer relativ! Gegenüber einem Flüchtling aus dem Sudan leben wir aber alle in einem Paradies.
    Einwurf II: R@iner merkt weiter oben (und auch mit dem Verweis auf Spaniens Sozialisten) richtigerweise an, wohin das führen wird – soweit bin ich noch gar nicht und werde es heute Abend auch nicht kommen ]

    Du merkst vermutlich schon, worauf ich hinaussteuere: Laß es mal so richtig krachen! Das ist nicht der Wunsch eines bösen, alten Mannes, sondern die Erkenntnis, daß sich Grundsätzliches nur dann ändern wird, wenn man sich auf ein gemeinsames Problem geeinigt hat. Das muß wehtun und zwar so, daß die Einigung über den kollektiven Schmerz erfolgt.
    Das Bösartige daran ist allerdings, daß diese Problemlösung vermutlich nicht in demokratisch geregelten Bahnen verlaufen wird. Demokratie ist etwas unnatürliches und unerprobtes. Gemessen am Maßstab der Menschheitsgeschichte spielt sie praktisch keine Rolle. Ein Küken, gerade mal ein paar Jahre alt und weitgehend unerprobt. Alles, was wir darüber wissen, ist ihre Anfälligkeit gegen alles undemokratische. Je undemokratischer, umso erfolgreicher. Dafür gibt es genügend überzeugende Beispiele.

    Die Frage nach einem gemeinsamen Kandidaten? Eine überflüssige Frage, die an unheilbaren Symptomen einer Krankheit herumdoktort.

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