Vergangenheit, die nicht vergehen will

Die wenigsten werden sich an diesen Titel erinnern oder ihn mit einem bestimmten Ereignis verbinden. Das ist schade. Aber er steht für die Redaktion der Schrottpresse weit, weit oben an der Tafel der Erinnerungen. Auch dafür, was in diesem Land möglich ist (oder wenigstens möglich war) und was es zu bewahren gälte, wäre nur jemand daran interessiert.

Auf der Suche nach den Ereignissen der vergangenen Woche stolperte ich über eine Todesanzeige, die mich sehr berührte.
Der Historiker Ernst Nolte ist am letzten Donnerstag, den 18.8.2016, im Alter von 93 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Diejenigen, die hier lesen, wissen das natürlich bereits – Pantoufle war internetlos und uninformiert und kommentiert es wie üblich zu spät.

Nun habe ich einen guten Teil der Nacht damit verbracht, zu ordnen, nachzulesen und dem schwachen Echo des durchaus überschaubaren Versuchs der eigenen akademischen Karriere zu lauschen. Ernst Nolte, Historikerstreit, Der Faschismus in seiner Epoche.
Natürlich war Nolte wie auch Stürmer und Hillgruber die andere Seite, der Gegner, wobei meine dozierenden Professoren dringend davon abrieten, in diesen kindlichen Schemata zu denken und zu argumentieren, in einer Zeit vor Facebook. Es gab noch die Differenzierung zwischen qualitativ hochwertigen Argumenten und sinnlosem Gestammel.
Der Historikerstreit: »Die letzte große intellektuelle Auseinandersetzung in der alten Bundesrepublik« (U. Herbert). Zwei Jahre lang! Man stelle sich das vor! Alles, was in diesem Zusammenhang Rang und Namen hatte, meldete sich zu Wort und das nicht allein in den Hörsälen und Fachpublikationen, sondern öffentlich; für jeden zugänglich. Eine gesellschaftliche Diskussion. Man kann es nicht oft genug betonen: Zwei Jahre lang!
Nein, soziale Netzwerke, in denen die Behauptung automatisch zum Argument mutiert, sind kein Fortschritt!

Man hatte sich mit dem Gesagten auseinanderzusetzen, um mitreden zu können. Auch und gerade mit Ernst Nolte, zumal der Frontverlauf in dieser Auseinandersetzung keineswegs immer offensichtlich war. Letztlich geriet nicht nur Nolte, sondern auch sein Kontrahent Habermas ins Kreuzfeuer der eigentlichen Kritiker Noltes – es gab durchaus sehr unübersichtliche Momente.
Der Streit endete unentschieden und ist es bis heute. So gut wie alle Argumente aus jüngerer Zeit sind schon damals formuliert worden und es wird auch kaum etwas neues kommen. Nolte verließ das Schlachtfeld als Verlierer, weniger aus argumentativen Gründen denn aus moralischen.
Warum war das so?

Der Historiker Eberhard Jäckel würdigte 1989 in einer Gedenkschrift das Lebenswerk Andreas Hillgruber mit den Worten; »Daß die deutsche Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Anschluß an die internationale fand, ist wahrscheinlich weniger das Verdienst der bußfertigen Selbstankläger als jener konservativen Historiker, die ihr Urteil gegen ihr Vorurteil durchsetzten und damit der anfänglich widerstrebenden öffentlichen Meinung zu einem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit verhalfen.«
Das konnte man wenigstens bis zu diesem Zeit auch über Ernst Nolte sagen. Auch Nolte fällt ohne Zweifel in diese Kategorie. Aber da war noch etwas anderes, etwas, was im Laufe des Streites immer stärker in den Vordergrund rückte. Nolte war kalt, herzenskalt. Ein brillanter Historiker, dieser Privatgelehrte, aber kalt.
Exemplarisch zeigt sich das in einer Podiumsdiskussion in Marburg zum 100. Geburtstag Martin Heideggers 1989, in dem es um die Verstrickung des Gelehrten mit dem Nationalsozialismus ging.
Nach einer Einleitung des renomierten Historikers Francis George Steiners meldete sich Nolte mit dem Versuch, das tote Pferd von Stalins Verbrechen wiederzubeleben, was allgemein mit Unverständnis und Buhrufen quittiert wird. Steiner platzt daraufhin der Kragen und es kommt zu einem Redebeitrag, der so mit Sicherheit nicht geplant war und nicht im Manuskript stand. Worte, wie sie Nolte nie über die Lippen gekommen wären, nicht dieser Ton, nicht diese abgrundtiefe Abscheu.

»Jetzt wird es wirklich sehr ernst, Herr Nolte. Aber sehr, sehr ernst! Wir werden nicht von Auschwitz sprechen. Keiner an diesem Tisch hat dazu das Recht. Wir sprechen jetzt von 32/33. Endlos waren die Menschen schon in den Straßen verprügelt und gefoltert. Nichts von Auschwitz, ganz am Anfang – seien wir ganz ruhig obgleich es schwer ist. Bücher wurden verbrannt. Ein Genie mußte man nicht sein, um zu sehen, daß die Nacht hereingebrochen war voller menschlicher Roheit und Brutalität. Kein Genie, kein Prophet. Sie haben ganz in Ihrer brillanten Vorlesung, eine wichtige Vorlesung, von der kleinen Lösung gesprochen. Kleine Lösungen führen auch zu Endlösungen; sehr rasch. Wenn ich je an einer Universität oder Hochschule bleiben würde, wo man einem Schwarzen oder Gelben oder Roten oder Katholiken oder irischen Protestanten oder Gott weiß was oder Basken [?] sagt, Sie dürfen hier ab Morgen nicht mehr lehren. Wenn ich einen Tag weiter bleibe, dann bin ich ein Schwein! Und das ist ganz klar!
Aber es würde mir zum Kotzen sein, ein Ekel, in ein Büro zu kommen, wo der Jude nicht mehr darf, nicht mehr lange und das in einer Bibliothek Bücher in die Flammen zu werfen.
Da geht man weg! Es gab jede Möglichkeit wegzugehen. So darf ich bitte sagen: Es geht nicht um Auschwitz. Bitte sprechen wir nicht von Auschwitz, Herr Nolte! Mußte man nicht bereits im April 1933 als denkender Mensch wissen, um was es ging?

Das war es wohl, was Ernst Nolte nie begriffen hatte. Ein Historiker muß verstehen. Das ist sein Beruf und wenn es noch so weh tut. Aber jeder Mensch kommt zu einem Punkt da er weint, wo die Tränen kommen, weil es nicht anders geht. Oder die Wut. Sonst ist man kein Mensch. Ernst Noltes Bestreben nach Sachlichkeit: Er selber nennt es Objektivität, aber diese Wortwahl ist falsch. Er war kalt. Es gibt von diesem Ereignis ein Video auf Youtube. Wen es interessiert, der sehe sich die Szene ab 1:09:13 an. Sie erklärt einiges, wenn natürlich nicht alles.

Was danach mit Nolte geschah? Ich weiß es nicht, kann es mir nicht erklären. Ein Fall für Soziologen – wer weiß denn schon, wie das ist, wenn man so vollkommen ins Abseits gestellt wird und so isoliert ist? Noltes mehr als oberflächliche Kontakte zu Faschisten (oder je nach Lesart den Neuen Rechten) kommentierte er mit »Ich rede mit allen«.
Das war dieser eine Satz, den Ernst Nolte niemals verstanden hat, der nie Zugang in seine Seele fand: »Wenn ich einen Tag weiter bleibe, dann bin ich ein Schwein! …es würde mir zum Kotzen sein, ein Ekel!«

War Ernst Nolte ein Nazi? Die Beantwortung dieser Frage überlasse man den sozialen Netzwerken, die darauf längst eine Antwort gefunden haben. 140 Zeichen werden wohl ausreichen  und Zweifel sind unpopulär geworden. Genau wie der Austausch von Argumenten und sei es nur die Bereitschaft zuzuhören.
Irgendwo las ich, daß Nolte ebenfalls Deutschlands bekanntester Revisionist, Antisemit und Antizionist war…
Quelle: Internet.

Friede seiner Seele. Das hat sie dringend nötig.

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11 Antworten zu Vergangenheit, die nicht vergehen will

  1. flatter schreibt:

    Mon Pantoufle! Ein paar Anmerkungen:
    Stilistisch gefällt mir dein Artikel diesmal nicht besonders. Was ist ein „brillanter Historiker“? Auch Formulierungen wie „fällt ohne Zweifel in diese Kategorie“ und „renomierter Historiker“ sind mir zu tendenziös. Ich habe Zweifel, und Renommee ist mit vor allem bei deutschen Historikern suspekt.
    Der Film ist an der angegebenen Stelle btw quasi vorbei. Das muss woanders sein.
    Ich hatte mir auch überlegt, etwas über Nolte zu schreiben, aber das ist mir derzeit zu aufwendig.
    Grüße

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  2. pantoufle schreibt:

    Moin Flatter
    Ups! Die Zeit ist korrigiert!

    Ja, was soll ich sagen? Tendenziös? Ja, das ist es wahrscheinlich. Es hat mit meiner Hochachtung gegenüber diesem Berufsstand zu tun. Und ich halte z.B. einen Theodor Mommsen oder Leopold von Ranke für renommiert und brillant, ganz unabhängig von ihrer Nationalität.
    Nolte und die Kategorie: Es war Nolte, der das Wort Faschismus in einem Zusammenhang verwendete, den die Linke (die im eigenen Land und woanders) eigentlich für sich okkupiert hatte. Es trifft recht genau den Sachverhalt, den Jäckle ausspricht.

    Aber ich will mich gar nicht lang und breit rechtfertigen. Für mich verbindet sich sein Name mit dem Historikerstreit, der für mich aus unterschiedlichen Gründen einen hohen Stellenwert einnimmt. Was ist die Welt ohne konservative Historiker? Seine Nachfolger passen quer liegend in seine Fußabdrücke; heißen sie nun Knopp oder Arnulf Baring.
    Nein, es gibt natürlich noch welche, mit denen man sich beschäftigen kann und da sollte man der Gerechtigkeit halber die Adjektive seriös oder renommiert gebrauchen.

    Schreib doch! Ich bin sicher, es kommt etwas völlig anderes dabei heraus als bei mir 😀

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  3. Matthias Eberling schreibt:

    Nolte, wie alle Revisionisten, macht den Kardinalfehler, die Systeme nur auf der Basis ihrer Resultate und ihrer Methoden zu vergleichen. So kommen die Relativierer zu dem Ergebnis, auch Stalin und Mao seien für den Tod von Millionen verantwortlich und seien daher auch mit Hitler auf eine Stufe zu stellen. Die Methode KZ hätten die Briten im Burenkrieg entwickelt.

    Der entscheidende Punkt ist jedoch, die Systeme nach ihrer Weltanschauung zu vergleichen. Das NS-Regime basierte auf Rassismus. „Der Jude“ muss als Rasse ausgerottet werden, er kann als Mensch nicht verändert werden – daher die industriell betriebene Ermordung in KZs. Die sozialistischen Staaten basierten auf Marxismus, der Mensch ist prinzipiell veränderbar, sein Charakter ist nicht genetisch geprägt, sondern durch seine Klassenlage definiert („Das Sein bestimmt das Bewusstsein“). Daher auch die Umerziehungslager, die Propaganda. Im Sozialismus hat es keine industriell geplanten und durchgeführten Massenmorde gegeben. Daher ist das 3. Reich singulär, sind die Verbrechen bis heute einzigartig.

    Noltes Geist lebt leider immer noch, aus seiner Asche wächst ein ganzer Schwarm Phönixe wie die NPD, AfD, NSU usw.

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  4. Stony schreibt:

    Moin Pantoufle,

    1989 war Heidegger noch keine hundert Jahre tot.

    Zum Thema vllt. die Tage; gerade ist es (leider) viel zu warm.

    Grüße aus dem Dachgeschoss.

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  5. waswegmuss schreibt:

    Wenn wir jetzt noch die Gülen-Revolu (Durchgestrichen) mit dem Röhm Putsch vergleichen würden hätten die Historiker etwas zu tun.

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  6. oblomow schreibt:

    ‚Jetzt wird es wirklich sehr ernst, herr pantoufle. Aber sehr, sehr ernst!‘ – „Ich bin ja strenggenommen auch kein Historiker, lieber ist mir, obwohl es anmaßend klingen mag, die Bezeichnung der Geschichtsdenker Ernst Nolte.“ – „Geschichtsdenker“ denken schon mal schräg, was nicht ausschließt, dass dabei „brauchbares“ herauskommt. Man kann allerdings sehr schnell auf die schiefe ebene gelangen, die, bei deutschen historikern zumal, in der regel nach rechts führt.

    Warum ich ausgerechnet Ernst Nolte, den erklärten nicht-historiker, je als „brillanten“, ja, „renommierten“ historiker hätte betrachten und beachten sollen, erschließt sich mir nicht; für was ich den mann hielt und halte – der schnipsel ab 1:09:13 liefert hinweis genug – schreibe ich besser nicht und deute das für die weiterdenker mit veritabel, verbohrt und selbstgerecht nur an.

    Den ‚historikerstreit‘ habe ich nicht so verfolgt wie andere, da ich ihn genausowenig ernst nehmen konnte wie Nolte. Es war eine auseinandersetzung der sich am ziel wähnenden sozialdemokratischen „siegergeschichtsschreibung“ der bonner republik, also der neuen staatsgeschichtsschreibung, mit der deutschnationalen geschichtsschreibung. „Vergangenheit, die nicht vergehen will“ (1933-45), stört den ‚ruhigen‘ (erzähl)fluss der deutschnationalen nationalgeschichtsschreibung; diese geschichtsschreibung muss in Deutschland revidieren und relativieren um selbige (be-/er)halten zu können. Ernst Nolte, historiker von der zunft gnaden, als und weil es der zunft opportun erschien, als welcher er sich nicht sah und das dann doch wenigstens und immerhin zu recht.

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  7. pantoufle schreibt:

    Guten Morgen erst mal an alle angeschlossenen Sendeanstalten.

    @Oblomow
    Flatter hat ja bereits angemerkt, daß ihm unter anderem »renommiert« und »brillant« ebenfalls aufstößt. Ohne jetzt Korinthen kacken zu wollen: Das Wort »renommiert« kommt im Zusammenhang mit Francis George Steiner vor, nicht bezogen auf Nolte.
    Was Noltes eigene Einschätzung seiner Qualifikation betrifft, habe ich das in meinem Text mit »Privatgelehrter« umschrieben; gar nicht abwertend, sondern eher verwundert, erfreut, daß diese Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Spezies nach ’45 noch anzutreffen war.

    Um zu beschreiben, was Nolte nicht war, habe ich genau diesen Ausschnitt des Videos genommen. Das siehst Du meiner Meinung nach vollkommen richtig: Dort sieht man sehr klar Noltes Grenzen. Vielleicht ist Dir ebenfalls aufgefallen, daß ich an dieser Stelle den Ausbruch Steiners transkribiert habe und nicht die Nebelgranaten Noltes. Das hat den Grund, daß ich die Anmerkung Steiners für erheblich wichtiger (und vor allem wahrhaftiger) halte.

    Wie das bei Leichenreden so üblich ist, habe ich auf viele schmutzige Einzelheiten verzichtet. [@Matthias] Die Fakten des Themas, um die es beim Historikerstreit ging, sind hinreichend aufgearbeitet – daß das von Zeit zu Zeit anscheinend wiederholt werden muß, ist eine andere Sache (und mal ganz ehrlich: Die Singularität des Nationalsozialismus an dieser Stelle so nachdrücklich zu betonen, ist mit Nagelstiefeln eine offene Tür einzutreten).
    Es ging mir ausdrücklich nicht um den inhaltlichen Standpunkt, den Nolte innerhalb des Historikerstreites vertrat. Das wäre eine andere Geschichte, eine, über die ich nicht schreiben würde: Ich war damals nicht Noltes Meinung und bin es immer noch nicht.

    »was nicht ausschließt, dass dabei „brauchbares“ herauskommt.«

    Sehen wir es doch mal so wie es ist: Wäre Ernst Nolte ein unbedeutender Gymnasiallehrer in der Provinz gewesen und hätte den Aufsatz »Vergangenheit die nicht vergehen will« in irgend einem Kreispostille veröffentlicht, hätte kein Hahn danach gekräht. Schon gar nicht Gockel Habermas, Henne Fest oder Küken Augstein d.Ä. . Dem war aber ausdrücklich nicht so. Etwas Brauchbares wird wohl schon daran gewesen sein.

    Ich teile Oblomows Einschätzung über die Bedeutung des Historikerstreites ausdrücklich nicht. Ein »…sich am Ziel wähnenden sozialdemokratischen „Siegergeschichtsschreibung“« ist mir ganz ehrlich gesagt zu billig. Tut mir leid, ist auch nicht böse gemeint, aber es stößt mir genau so übel auf wie Matthias apodiktisches »Nolte, der Revisionist«. Das ist mir zu einfach gestrickt – beides – und führt mangels Nennung von Alternativen nicht weiter.
    Wir können uns vermutlich darauf einigen, daß dieses Thema diskutiert werden mußte (und muß). NPD, AFD und der nachdrückliche Rechtsruck weltweit sprechen dafür. Das hat erst einmal überhaupt nichts mit der gerade herrschenden Partei zu tun. Ob nun der Historikerstreit mehr durch Hillgruber und Stürmer als Vertreter von Kohls »Gnade der späten Geburt« bestimmt war oder einer angenommenen sozialdemokratischen Siegergeschichtsschreibung, halte ich dabei für zweitrangig. Die Diskussion war nötig und sie wurde von Stimmen geführt, denen man zuhören konnte. Zu denen rechnete ich Nolte damals dazu. Damals! Nicht auf seinem späteren Weg!

    Manchmal frage ich mich, wozu eigentlich noch debattiert werden soll. Noltes Geist lebt weiter in AFD, Pegida und NPD? Wäre es doch nur so! Aber genau das ist es in meiner Wahrnehmung nicht. Genau diese niedrigen Instinkte und Inhalte hatten 86/87 kein Forum. Und wer bitte hat beispielsweise bei der AFD soviel Format, daß er einem Habermas, Jäckel oder Fest als intellektuell gleichwertiger Gegenpart taugen würde? Von der NPD reden wir besser gar nicht oder Pegida. Da ist nämlich genau das nicht vorhanden: Geist! Das ist erst einmal ein positiv besetzter Begriff! Das Gegenteil davon lautet Ungeist.
    Es ist doch eher so, daß es diese rechten Auswüchse trotz des Historikerstreites gibt, als hätte er niemals stattgefunden. Ein Sieg der Dummheit, einer des Wegsehens und des nicht Verstehenwollens. Die AFD in der intellektuellen Erbfolge Stürmers, Hillgrubers und Noltes? Tut mir leid: Dazu fehlt ihnen jegliches Format!

    Ich denke, die Grundlage der Auseinandersetzung wäre deutlich übersichtlicher, gäbe es auf Seiten des »Gegners« irgendwo soviel Substanz wie damals (!) in Form von Ernst Nolte. Es wären nicht Hormone, sondern Argumente, gegen die man antreten müßte.

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  8. Matthias Eberling schreibt:

    @ Pantoufle

    Leider gibt es auch heute noch auf der Seite des „Gegners“ Substanz. Aber da denke ich nicht an AfD und Pegida, sondern an die rassistischen Bestseller eines Sarrazin oder an Buschkowski und Seehofer. Der rechte Mainstream, der zu Noltes Zeiten auf dem rechten Flügel der CDU seine Heimat hatte, ist längst in der SPD angekommen. Journalisten wie Kohler oder Tichy argumentieren aus der Mitte der Gesellschaft heraus, wenn auch in weichgespültem Duktus, gegen Multikulti, gegen die „durchrasste Gesellschaft“.

    Natürlich trete ich mit der Wiederholung der These, der NS-Staat sei durch Vergleiche nicht zu relativieren, gerade in deinem Blog offene Türen ein. Aber es lohnt sich dennoch immer, diese Dinge zu wiederholen.

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