Dies und das

Unglück in Spanien: Stier tötet Stierkämpfer. Wo ist die Meldung? Im umgekehrten Falle wäre es keine gewesen. Ahh… man muß das Wort Torero verwenden, dann funktioniert es wieder. FR-Online klärt auf: »Der Stierkämpfer sei praktisch leblos in die Krankenstation der Arena gebracht worden«. Theoretisch also tot. Das letzte Mal, daß das praktisch passierte, war 1984 und 1985. Danach töteten wieder die Toreros Stiere.
Und im Jahre 1992 wurden theoretisch zwei Banderilleros getötet, die im Anschluß auch praktisch verstarben.
Eigenartig!
Mit »Kämpfer« funktioniert es nicht. Das hieße dann 2:1 für Stier und eine besorgte Hysterika würden eine Helmpflicht für Toreros und Filetboykott fordern. Beim Wort Torero dagegen steht der Verlierer fest – warum eigentlich? Man sollte erst mal den Kaffee in Ruhe zu Ende trinken, bevor man sich über so etwas schwieriges Gedanken macht.
Die Osterweiterung der NATO.
Auch falsch! Kaffee.

Bleiben wir noch kurz bei fr.online.de. Das größte Orchester der Welt. Exakt 7548 Musiker – nicht mehr und auch nicht weniger.

»Jens Illemann, der das Spektakel initiiert hat, läuft von den Tontechnikern zur Bühne und wieder zurück und klärt die letzten Fragen«

Ausgerechnet hier läßt einen die Frankfurter Rundschau im Regen stehen! Wie könnte die letzte Frage lauten? Was tun, wenn eine Kompanie Streicher mal muß? Oder eine Herde Harfenistinnen gleichzeitig aufsteht und streikt: »Wir können bei diesem Krach nicht arbeiten!!drölf!«

»Als die ersten Takte von Beethovens „Ode an die Freude“ erklingen, wird es auf einmal ganz ruhig, nur die zarte Melodie der Streicher erfüllt das Stadion.«

7548 zarte Takte Beethoven. Nein! Streicher natürlich! Zwei Bataillone Streicher zertakten Beethoven.

»Drinnen versucht Michael Reiss sein Tenorhorn zu stimmen. Neben ihm ertönen Tubas, Posaunen und Fagotte. […] Unmöglich, hier akkurat zu stimmen. Reiss zuckt mit den Schultern und entscheidet: „Ein Laie wird es nicht hören“.«

Und ein Fachmann will es nicht hören.

Einer der »erfolgreichsten« Artikel der Schrottpresse? Da kommt Ihr nie drauf! »Basteln mit Pantouflen«. Viel zu große Lautsprecher zusammenkleben fürs Wohnzimmer. Hart auf den Fersen verfolgt durch »mit Laubsäge und Lötkolben« vom Oktober letzten Jahres. Man sollte viel mehr Bastelanleitungen schreiben.
Gestern habe ich jedenfalls den Abend damit verbracht, mit diesen Basteleien Musik zu hören. Zimmerlautstärke, so um die 83 dBA/leq15 herum; mal mehr, mal weniger.
Gewinner des Abends (bei dem die Klassik viel zu kurz kam): Gregory Porter, »Take me to the Alley«, kurz gefolgt von Spearhead »home« (erschienen ’94 bei Capitol). Ebenfalls die sehr empfehlenswert Tripple-CD von Thelonious Monk »blue Monk«, chant monde/Jazz Characters. Nicht gerade eine audiophile Ausgabe, aber ein begnadeter Pianist.

Audiophile Klassik? Da empfehle ich doch… Nein, keine Empfehlung! An den Stuhl festbinden, alle Körperöffnungen außer den Ohren zutapen, sanfte Gewalt, hören! Die Violinistin Hilary Hahn (was für ein Ton!) auf der CD »Schönberg/Sibelius Violinenkonzerte mit dem schwedischen Radioorchester unter Esa-Pekka Salonen, erschienen 2008 bei der deutschen Grammophon. Von der bemerkenswerten Arbeit Salonens bis zur sehr interessanten und außergewöhnlichen Mikrophonierung des Orchesters: Das muß man gehört haben! Ganz unabhängig davon, daß Schönbergs Konzert für Violine und Orchester op. 36 eines meiner erklärten Lieblinge… na gut: Nicht gerade zum mitpfeifen, aber mitreißend!

Noch was? Nein, nicht wirklich. Der Abend klang aus mit Stefan Stoppok, wie so oft.


eingebetteter Youtube-Link

Heute keine Politik.

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22 Antworten zu Dies und das

  1. R@iner schreibt:

    Moin! Pffh, keine Politik sachste. Um die wirklich wichtigen Dinge kümmert sich wieder niemand: Rossmann-Diebe schwören auf Hornhauthobel

    Land soll Existenz von Chemtrails prüfen

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  2. R@iner schreibt:

    Musik für den Sonntag. Badi Assad kommt die nächsten Monate auch nach D-land. Ich sah sie mal vor vielleicht +/- 15 Jahren. Fantastische Musikerin. Geht hin!

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  3. pantoufle schreibt:

    So Ihr lieben Beitragenden! Jetzt ist mal Schluß hier mit diesem eierlosen Geseiere! Das ist ja zum meshuggha werden!
    Nehmt das:

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  4. Der Duderich schreibt:

    Nehmt dass ihr Weicheier!

    Alle Regler auf 10 und das Haupthaar geschüttelt!

    Geil an der Orianthi ist, dass sie wie ein süßes Schülerbandgirlie aussieht und abrockt, als gäb’s kein Morgen mehr.

    @Pantoufle: Wärst Du so freundlich und würdest das einbinden? Weiß nicht wie das geht. 😦

    Grüße, Duderich

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  5. Der Duderich schreibt:

    Huch, geht ja automatisch. Voll unkompliziert, das Internetz 🙂

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