Kurz und dreckig 23

UnfallverhütungArbeitgebernahes Institut.
Studie.
Die demographische Entwicklung läßt kaum Spielraum.
Die Bundesregierung will den Renteneintritt künftig flexibler gestalten.
Die Rente muß sich der gestiegenen Lebenserwartung anpassen.

 

Das Renteneintrittsalter (stark vereinfacht)
1889: 70 Jahre (Bismarcksche Invaliditäts- und Altersversicherung)
1916: 65 Jahre
2006: 67 Jahre
2016: 73 Jahre (Institut der deutschen Wirtschaft)

Die Autoren der Studie räumen ein, daß die Berechnungen (ebenfalls) stark vereinfacht seien.

Bullshit-Bingo: Flexibel, anpassen, kaum Spielraum, Berechnungen, demographische Entwicklung, Institut der deutschen Wirtschaft.

Er ist 23 Jahre älter.
Er hat eine Lehre bei der Bausparkasse gemacht, sie hat studiert.
»Er ist der erste Mann für den ich mir Schuhe mit höheren Absätzen gekauft habe.«

Szenen einer Ehe. Katja Kipping und Bernd Riexinger stellen sich auf dem Parteitag der Linkspartei in Magdeburg zur Wiederwahl. Der Wortlaut in allen Meldungen ist exakt gleich: »Er ist 23 Jahre älter. Er ist der erste Mann für den ich mir Schuhe…« Aber vielleicht gibt es ja auch nicht mehr zu erzählen.

Die Schrottpresse hat es bislang vermieden, die Tatsache zu kommentieren, daß sich die Linke hinter Barrikaden versteckt statt auf sie zu steigen. Daß die Partei in Ritualen erstarrt, an deren Sinn nicht sich nicht einmal die Älteren unter ihnen erinnern können, daß sie Klassenbewusstsein für ein Naturgesetz hält. Daß sie mehr Angst vor der AFD als vor dem Klassenfeind… ach ja: Es gibt ja keine Klassen mehr.
Eine kleinbürgerliche Linke hat einfach etwas Grundlegendes falsch gemacht, wenn man Wähler an AFD oder – beinahe noch schlimmer – die SPD verliert. Nicht daß die Abwanderung der Nazis ein Verlust wäre – um die braucht man sich inhaltlich nicht zu kümmern (außer ihnen vielleicht einmal das Parteiprogramm zu buchstabieren). Aber der Rest der Wählerschaft wird nicht deswegen an dieser Partei hängen, weil die Ruhe zwischen den Flügeln mittlerweile zur Totenstarre wurde.

Der TTIP-Leak wurde von Greenpeace lanciert. Greenpeace! Warum nicht gleich Stiftung Warentest? Wodurch fielen die Linken das letzte Mal in den Schlagzeilen auf? Der Erinnerung nach beim Abgang Gregor Gysis, dem einzigen Grund einer nennenswerten Zuschauermenge auf dem Marktplatz, wenn die Partei eine Veranstaltung ankündigt. Und natürlich aktuell, wenn Katja Kipping anmerkt, daß »er der erste Mann [ist] für den ich mir Schuhe mit höheren Absätzen gekauft habe.« Nein, wie humorig!

Liebe Linke: Gebt mal wieder eine Parteizeitung heraus. So eine mit Witz und Intelligenz. Wenn die dann beschlagnahmt wird, seid Ihr auf dem richtigen Weg.

Zu meinem Bedauern kann ich nicht widerstehen:

»Charlie, sende mir deine noch offene Telecom- oder Stromrechnung, ich begleiche das.«

Oder. Nicht und. Troll-Collect? Wenn man einen Kronkorken mit einem Rettungsring verwechselt, ergreift man die dargebotene faschistische Hand. Oder lacht lauthals. Eines von beiden.
Zu welch skurrilen Situationen fehlender Sinn für Ironie und vollkommene Humorlosigkeit führt, kann man bei Flatters linke Perspektiven in den Kommentarspalten nachlesen. Man muß etwas suchen, aber es lohnt sich.
Da gibt es viel zu lachen.

Eine verstörend ähnliche Baustelle: »Wenn Uli Hoeneß wieder Präsident werden will, wird ihn der FC Bayern willkommen heißen.« Das sagt nicht Charlie, sondern Rummenigge. »Es würde beim FC Bayern keinen groß überraschen, wenn er sich noch einmal reinschmeißen will in das Wasser. Mit all seiner physischen Gewalt und all der Kraft, die er hat.«
Aber auch da wird vermutlich niemand lachen. Außer Uli Hoeneß.

In Österreich ist nun doch Kretschmann Bundespräsident geworden. Nicht Jörg Haider. Ich finde das wenig beruhigend.

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43 Antworten zu Kurz und dreckig 23

  1. Ossiblock schreibt:

    Hoho!
    Sehr schön geschrieben. Ich ziehe den imaginären Hut…

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  2. Der Emil schreibt:

    Mein Herz schlägt noch immer links.

    Aber die Partei dort, die scheint nicht mehr zu sein, wo sie sein sollte, um Menschen zu erreichen, gar zu begeistern und zu aktivieren.

    Dabei hat sie endlich einen ersten Mann, für den sie sich mir Schuhe mit höheren Absätzen gekauft hat. Gut, wieviele solche Frauen waren da vorher?

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  3. waswegmuss schreibt:

    Ich finde es ja immer wieder herrlich wie die Leute diesen Scheinargumenten auf den Leim gehen. Normalerweise kam diese Rentengeschichte immer so gegen Ende Oktober auf weil sie dann noch zum Jahresende ein paar Lebensversicherungen verhökern konnten. Tempi passati .

    Und was die Sozialdemokratisierung der Linken betrifft – war doch nicht anders zu erwarten.

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  4. waswegmuss schreibt:

    Sarah Wagenknecht wurde getortet. https://www.youtube.com/watch?v=69lWIDhDc78
    Sputniknews dazu: http://de.sputniknews.com/panorama/20160528/310188885/wagenknecht-torte-ins-gesicht.html
    (Schokotortung ist wirklich Tortenverachtend)

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  5. altautonomer schreibt:

    Im Leitantrag des Vorstandes der LINKEN wird u. a. „gute Arbeit“ gefordert. Ein Begriff, den sie von der SPD übernommen haben. Ich will endlich auch nur noch „gute Butter“, nicht nur Butter.

    Flüchtlinge werden im Kapitel „Solidarität mit Geflüchteten“gewarnt: „Der Zugang zur Ausbeutung (sie nennen sie Arbeit) ist ein wichtiger Grundstein für Integration.“

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  6. Publicviewer schreibt:

    Hohe Schuhe sind nicht linkes Gedankengut, bei mir wäre sowas verboten…. 😉

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  7. pantoufle schreibt:

    @Emil
    »wieviele solche Frauen waren da vorher?«
    Rosa Luxemburg mitgerechnet?
    »Aber die Partei dort, die scheint nicht mehr zu sein, wo sie sein sollte, um Menschen zu erreichen, gar zu begeistern und zu aktivieren.«
    Ja, das ist nun ein Problem, das die Linke nicht alleine hat. Daß man im Kaninchenzuchtverein keine Umstürze organisiert, betrifft linke wie rechte Parteien. Der SPD laufen die Vereinsmitglieder ebenso weg; bei den C-Parteien weniger, weil man dort fauler ist und nicht so gerne rennt. Überhaupt sind Vereine etwas aus der Mode gekommen. Man trifft sich lieber zufällig auf Spaziergängen, um irgendwelche Häuser anzuzünden oder jemanden totzuschlagen.

    Das links schlagende Herz… auch so eine Sache! Das sagen ja viele, aber bei den einen ist es halbrechts oder in der Hose, bei anderen etwas weiter oben oder östlicher. Da weiß man gar nicht, wo links nun eigentlich genau ist. Und wehe, man beteiligt sich an Diskussionen über die genaue geographische Position – uiuiuiui! Besser nicht!
    Da müßte die Linke schon ein unübersehbares Leuchtfeuer setzen.

    Was mich überdies erbittert – und damit zu waswegmuss und R@iner – ist die extrem humorlose Reaktion der Linken auf die Tortung Wagenknechts. Lache, Bajazzo! Genau so dämlich ist aber auch die Begründung der Tortentäter, Wagenknecht in eine Reihe mit der Storchschen zu stellen. Da muß man schon ein irreparables Maß an Verblödung erreicht haben, um das zu posaunen.
    Schwarzwälder Kirschtorte. Ich hab unglaublichen… Bis wann hat der Bäcker eigentlich auf? Aus Solidarität mit der Genossin Sahra ein zwei drei Stücke Schwarzwälder mit ganz viel Kirschwasser. Triefen muß das! Und dabei seh ich weiter meinem asozialen Lieblingstroll bei seinen multiplen Orgasmen zu – der kriegt sich gar nicht wieder ein… Wagenknecht wurde getortet! Wie Storch. Wagenknecht und Storch sind das Gleiche. Selbe. Querfront. Wagenknecht hat den Schießbefehl gegeben.
    Das war’s dann eben auch: Trollfutter.
    Schade, da hätte man mehr draus machen können.

    Ach, und der Altautonome schaut auch vorbei. Moin! Ihr hattet ja gerade das Vergnügen. »Der Zugang zu Arbeit ist ein wichtiger Grundstein für Integration.« Was zum Teufel ist an diesem Satz bitteschön falsch? Sollen die erst einen Job bekommen, wenn die Revolution ihr segensreiches Werk vollendet hat?
    Dagegen sitzt sich Langzeitarbeitslosigkeit aber an einem Nachmittag ab.

    P.S. Ausgerechnet Guttenberg! Das war der einzig getortete, der das mit Humor nahm (oder wenigstens erfolgreich so tat). Man kann gegen den Typen ja sagen was man will, aber das hat er souverän genommen.

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    • waswegmuss schreibt:

      Die Tortung von Frau Wagenknecht ist zurecht erfolgt. Sie ist der Scheinargumentation einer Flüchtlingsmengenbegrenzung auf dem Leim gegangen.
      Was allerdings nicht geht ist sie mit unserer Dönerfreundin v. Strolch zu vergleichen. Vielleicht wurde sie deshalb mit einer Torte in den Farben des doitschen Reichs bedacht und bekam keinen Industriemüll wie unser Nazihochadel.

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  8. altautonomer schreibt:

    „Sollen die erst einen Job bekommen, wenn die Revolution ihr segensreiches Werk vollendet hat?
    Auf keinen Fall, sondern nehmen, was im Angebot ist: 1-Euro-Jobs, Erntehelfer, für 3,00 Euro Hotels putzen, Paketsklaven, Zeitarbeit, Prospektverteiler und Toilettenfrauen auf Autobahnraststätten – „gute“ Arbeit überall. Frischfleisch für die deutsche Wirtschaft, die sich über ihre Verbandsvorsitzenden als erste über die Flüchtlinge gefreut hat. Du meinst aber bestimmt das Heer der zugewanderten Atomphysiker und Gehirnchirurgen mit hoher Verwertungsoption.

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  9. pantoufle schreibt:

    Nee, meine ich nicht. Ich habe nur den einen Satz zitiert. Und weil wir hier ja unendlich viel Platz (und gähnende Langeweile) haben, kopieren wir doch einfach mal das, was da im Antrag steht:

    1. Kampf gegen Armut und für gute Arbeit
    In Zeiten, in denen 62 Familien mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung besitzen, braucht es eine effektive Millionärssteuer. Wenn wir endlich das Einnahmeproblem angehen, können wir für alle eine Sicherung der „sozialen Garantien des Lebens (Rosa Luxemburg)“ sicherstellen. Das heißt nicht zuletzt, es braucht eine sanktionsfreie Mindestsicherung und eine gute Rente von mindestens 1.050 Euro für alle.

    Allen Versuchen, arbeitsrechtliche Standards zu reduzieren bzw. auszuhöhlen, z.B. durch Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn, stellen wir uns entschieden entgegen.

    Wer Angst und Verunsicherung bekämpfen will, muss den Menschen soziale Sicherheit bieten: Deswegen wollen wir die verschiedenen Formen von Prekarisierung wie Leiharbeit und sachgrundlose Befristungen beseitigen – und engagieren uns in der Kampagne „Das muss drin sein“.

    3. Solidarität mit Geflüchteten
    Das Asylrecht ist ein Menschenrecht. Es ist weder ein Gnadenrecht, noch darf es als Sanktionsrecht missbraucht werden. Das Asylrecht ist im Grundgesetz und Völkerrecht (Genfer Flüchtlingskonvention u.a.) verankert, und ist somit auch die geltende Rechtslage. Als Menschenrecht gilt es universell. Deshalb lehnen wir Obergrenzen ab.

    Wir lehnen Abschiebungen ab. Aufenthaltsbestimmungen im Aufenthaltsrecht so zu verschärfen, dass die Abschiebung eine weitere Folge neben einer Bestrafung nach dem Strafrecht ist, ist doppelte Bestrafung und rechtsstaatswidrig. Das lehnen wir ab.

    Schluss mit der Kasernierung: Geflüchtete müssen dezentral und bedarfsgerecht untergebracht werden. Das ist im Schnitt sogar günstiger als Massenquartiere.

    Gleiche Rechte für alle, die hier leben und die Aufhebung von Diskriminierungen wie der Residenzpflicht und die Abschaffung von Praktiken wie dem Racial Profiling. Wir setzen uns gegen rassistische Stigmatisierung von Flüchtlingen und Muslimen ein.

    Damit nicht noch mehr Menschen auf gefährlichen Routen ihr Leben riskieren, muss es legale Einreisewege in die EU geben, um hier einen Asylantrag stellen zu können. Fähren statt Frontex!

    Interessenvertretung ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie. Strukturen der Selbstorganisation von Geflüchteten sollten daher unterstützt werden. Zudem muss allen an ihrem Wohnort, unabhängig von ihrer Staatszugehörigkeit, demokratische Teilhabe ermöglicht werden.

    Wir fordern gleichberechtigten Zugang zur Arbeit und arbeitsrechtlichen Standards. Der Zugang zur Arbeit ist ein wichtiger Grundstein für Integration.

    Soweit das. »1-Euro-Jobs, Erntehelfer, für 3,00 Euro Hotels putzen, Paketsklaven, Zeitarbeit, Prospektverteiler und Toilettenfrauen auf Autobahnraststätten« finde ich da nicht.
    »Allen Versuchen, arbeitsrechtliche Standards zu reduzieren bzw. auszuhöhlen, z.B. durch Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn, stellen wir uns entschieden entgegen.«
    Der Mindestlohn beträgt, soweit ich mich erinnere, 8,50€.

    Ich will es einmal ganz freundlich und diplomatisch formulieren:

    WAS FÜR EINE SCHEIßE VERSUCHST DU MIR HIER ZU UNTERSTELLEN?

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  10. altautonomer schreibt:

    Nix. Ich habe den Satz der LINKEN kritisiert, was Du nicht teilst. Arbeit Arbeit Arbeit!!!! Wer sagt denn, dass ca. 600.000 Flüchtlinge in arbeitsfähigem Alter der protestantischen Arbeitsehtik nacheifern. Haben die nicht erst einmal ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Nahrung und med. Versoprgung verdient? Lasst die doch in Ruhe und kommt ihnen nicht gleich mit der Verwertungslogik und sozialer Kontrolle durch Lohnabhängigkeit.

    Den Text oben kenne ich. Die Forderung nach „arbeitsrechtlichen Standards“ für Flüchtlinge geht davon aus, dass ein großer Bedarf an qualifizierten Arbeitsmöglichkeiten (gut dotierte freie Stellen) vorhanden ist. Würde dies zutreffen, ergäben sich die LINKEN der Wachstumslogik.

    Integration durch Arbeit? Gefällt MIR prinzipiell nicht. Das Thema wird uns in Zukunft ja noch eine Weile begleiten.

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    • nurbsi von sirup schreibt:

      Ideal: Grundeinkommen und eine Vorstellung von Arbeit als jede Art sinnvoller Tätigkeit für das Gemeinwohl oder zur eigenen Erbauung.

      Realität: Erwerbsarbeit = Menschsein. Da wir diesen Zustand in absehbarer Zeit nicht ändern, wird es unumgänglich bleiben, den Geflüchteten und Eingewanderten zumindest die Chance zu geben, tätig zu werden. Und wenn es „nur“ ehrenamtlich ist und in Teilzeit.
      Denn ohne Tätigkeit drehst jeder durch.
      Und Arbeitsmoral findet sich bei einem Menschen, der jede sich bietende Möglichkeit nutzen wird, sein eigenes Los zu verbessern und sich in eine Gesellschaft zu integrieren vermutlich in einem Maß, dass uns Calivinisten der Mund offen stehen bleibt.

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  11. Matthias Eberling schreibt:

    @ pantoufle

    Die Linke hat auf die Tortur Wagenknechts genauso humorlos reagiert wie weiland Philip R. als Wirtschaftsminister. Ist doch nix passiert, oder?

    Mein Vater hat mit mir bei einer Familienfeier mal so eine Nummer abgezogen. Alles am Küchentisch versammelt bis zur letzten Omma und es gibt Spaghetti Bolognese. Mein Lieblingsessen, weil ich Geburtstag hatte. Mein Vater riecht an seinem Teller und sagt, es würde so komisch riechen, ich sollte doch auch mal dran riechen. Ich halte die Nase übers Essen und er drückt mir volle Kanne das Gesicht in die Soße. Ich muss ausgesehen haben wie ein Vollidiot, das Gelächter hat minutenlang gedauert. Was willste machen? Weil alle lachen, lache ich natürlich mit.

    Hat mir nicht geschadet. Sagt auch meine Psychotherapeutin.

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    • pantoufle schreibt:

      Ich hatte etwas weiter oben bereits das Beispiel Freiherr v. Guttenberg genannt: Der hat sich einen gegrinst.
      Die Verwechslung von Torte und Bombe ist einfach nur dämlich. Sie folgt in ihrer Logik dem Gedanken der Unberührbaren, für die sich diese Volksvertreter halten. Die Torte als Ausdruck einer gewissen Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen ist verhältnismäßig.

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  12. pantoufle schreibt:

    @Altautonomer
    Na, dann is ja gut! Ich habe nicht viel Erfahrung mit Flüchtlingen. Wir haben nur die in unserem Dorf – so um die 20 Linge. Linge nennen Kumpel O. und ich die, weil die Flucht ja nun zu Ende ist. Bleibt Linge.
    Jetzt gibt’s Kaffee und Kuchen mit den Grünen, Treffen in der Kirche (bei einer sehr engagierten Pastorschen). Ein Dach haben sie, nackicht läuft auch keiner herum und im übrigen viel Langeweile.

    O. , B. der Sohn von Hanno, was unsa Bürgermeister ist und ich haben erst mal Fernsehen und Internetz verlegt und eine Fahrradwerkstatt initiiert, damit sich die Linge bewegen können.
    Nach all den Gesprächen mit den Lingen habe ich den totsicheren Eindruck, daß ausnahmslos alle von denen unbedingt arbeiten wollen. Zwar haben wir relativ wenig Astronauten, Gehirnchirurgen oder Politiker unter ihnen – streng genommen keinen einzigen – dafür aber Maurer, Zimmerer, Biologen, Lehrer, Arbeitslose und welche, die ein iPhone haben wollen. Nicht klauen oder beim Bingo gewinnen, sondern sich erarbeiten.

    Ob die Linge einer protestantischer Anschauung abendländischer Arbeitsethik huldigen – das habe ich noch gar nicht gefragt. Eine unverzeihliche Unterlassungssünde. Zugegeben! Ich werde das nachholen.
    Dem rousseauschen »edlen Wilden« bin ich dort noch nicht begegnet: Die sind alle erschreckend normal und gehen davon aus, daß ein großer Bedarf an qualifizierten Arbeitsmöglichkeiten (gut dotierte freie Stellen) vorhanden ist. Ganz die Wachstumslogik.

    Ob die Linie der Linkspartei dabei in allen Punkten mit der Satzung der Volksfront von Judäa übereinstimmt, ist natürlich eine andere Geschichte. Nun ist es aber so, daß sich die Linkspartei im weitesten Sinne auf Marx stützt, dem kommunistischen Ideal. Das ist in der Lesart der Schrottpresse allerdings nichts anderes als die Fortführung des Kapitalismus mit veränderten Besitzverhältnissen der Produktionsmittel. Es wäre also überraschend, würde die Linke anders als mit diesem technokratischen Ansatz argumentieren. Die ökonomischen Gegebenheiten als Schlüssel allen Seins.
    Daß die Redaktion der Schrottpresse den Standpunkt Gustav Landauers vertritt und nicht den marxistischen ist Dir bekannt.

    Von daher könnte ich sogar Deine Kritik teilen, wenn die Linkspartei nur nicht die völlig falsche Adresse wäre. Du kannst einem Hund nicht verbieten, sich nach Flöhen zu kratzen.
    Integration durch Arbeit? Das ist sicher nicht das letzte Wort, aber man muß zwischen Utopie und Wirklichkeit unterscheiden. Und das besteht auch darin, daß der überwältigende Teil der Flüchtlinge wegen dem herrschenden Wirtschaftssystem hierher geflohen ist und nicht, um es umzugestalten. Sie erwarten (zu recht) Integration und die hat auch mit Arbeit zu tun.

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  13. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin,
    zum Thema „arbeitsrechtliche Standards“ hier: Arbeitssicherheit.

    p.s. Pantoufle,you make my day

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  14. Der Duderich schreibt:

    Mannmannmann!
    Da lässt uns‘ Sarah sich sogar mit Torten bewerfen (lecker Schokocreme!) und dann ist das auch wieder nicht genug?
    Aber das ist dann ja auch wieder Querfront zu Beatrix von Storch.

    Da lob ich mir doch Siggi Gabriel. Der prangert nämlich als SPD-Parteivorsitzender und TTIP-Befürworter an, zu feige vor den wirklich Mächtigen zu sein (hört, hört).
    Zeigt er in Richtung AfD.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-chef-sigmar-gabriel-wirft-afd-feigheit-vor-a-1094702.html
    Dummerweise zeigen alle anderen Finger auf ihn selbst.
    Auch hier lohnt das Lesen der Kommentarspalte…

    Großes Kino – die Wahlen rücken näher…
    LG
    Dude

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Duderich
      Ja, Querfront! Wenn das Gehirn als dünnes Rinnsal aus den Ohren in den Ausguß fließt… Nur echt mit drei Punkten!
      Das mit Sigi Sorglos hat mich auch gefreut. Wie schön, daß der 2017 vom Fenster ist und im besten Falle noch als Kielschwein Verwendung finden wird. Oder Ballast. Oder überfinanzierter Frührentner.

      Wobei Sigi nun unerwartet eine Steilvorlage vor den Schuh bekommt: Gauland schlingert und verheddert sich in den eigenen Schnürsenkeln. »Der Name Boateng mag gefallen sein«. Selten war sich die FAZ so sicher wie in diesem Fall. »Ich habe nie, wie die FAS insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.«
      Na ja, Hitler kannte auch nicht jeden Juden persönlich.
      Vielleicht hätte Gauland sich besser eine andere Sportart aussuchen sollen. Kurzstreckenlauf. Jesse Owens… ach ne: Der ist ja tot. Aber ausgerechnet Fussball! Selbst Petry entschuldigt sich – nicht weil es ihr leid tut, sondern weil das nun einmal unendlich idiotisch war.
      »Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.«
      Das ist keine Entschuldigung – das ist eine Einweisung in die Geschlossene mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

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    • pantoufle schreibt:

      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 10:39
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      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 10:52
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      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 10:53
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      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 10:55
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      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 11:11
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      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 11:26
      Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 11:34
      Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

      Andre Huessy 30. Mai 2016 um 11:55
      Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

      Wo kommt das denn jetzt her? Einer dieser Querfront-Faschos vermutlich.

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      • Der Duderich schreibt:

        Ach an Mangel an Steilvorlagen wird es nicht liegen, wenn die SPD weiter an Bedeutung verliert.
        Man muss halt auch Tore schießen wollen. Sprich sozialdemokratische Politik in ihrem wörtlichen Sinne betreiben wollen.
        Ich bin mir bewusst, wie abwegig das heutzutage klingt…

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      • GrooveX schreibt:

        das kleine arschloch dreht wieder mal völlig hohl. da es sich am anfang auf mich kaprizierte, hatte ich mir erst überlegt, darauf zu antworten. gut, dass ich es nicht getan habe. es gibt nun mal keinen virtuellen nasenbeinbruch.

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      • pantoufle schreibt:

        @GrooveX
        Na ja. Der hat’s auch nicht leicht. Stell Dir nur vor, Du müßtest jedes Mal bevor Du das Haus verläßt vorsichtig durch Türspion und Fenster spähen, ob da schon wieder jemand wartet. Immer nur im Dunkeln das Haus verlassen. Keine Frau, keine Kinder, keine Freunde. Alle behaupten, Dich nicht zu kennen. Kein Wunder, wenn man sich dann aufspielt wie eine Kanalratte auf Crack.

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  15. R@iner schreibt:

    OT: Auf reddit erinnert jemand an ein Jubiläum:

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  16. Der Duderich schreibt:

    „Wenn das Gehirn als dünnes Rinnsal aus den Ohren in den Ausguß fließt… Nur echt mit drei Punkten!“

    Noch schöner formuliert es mein Haus-Philosoph Kalkofe:
    „Egal wie viel Scheiße jemand aus dem Gehirn schwappen lässt – wenn die Fontäne nur groß genug ist, wird irgendwer es immer für ein Schokoladen-Fondue halten.“

    In diesem Sinne:

    Ab, in die Rinne.

    … in den Ausguß

    … auf den Marshmallow

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  17. R@iner schreibt:

    Noch ein OT: Katholikentag erteilt Moses Platzverweis

    Seit 2014 demonstriert die politische Kunstaktion „Das 11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen“ bei jedem Kirchentag. Nun jedoch will der Veranstalter des Katholikentags in Leipzig die Störenfriede nicht mehr tolerieren und hat dem „11. Gebot“ für die Innenstadt von Leipzig einen Platzverweis erteilt.

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    • Der Duderich schreibt:

      Nur der Form halber:
      Der ‚Veranstalter des Katholikentags‘ kann Organisationen keinen Platzverweis erteilen. Dazu bedarf es des Gewaltmonopols des Staates, bzw. seiner Organe (hier das Ordnungsamt).

      Gehe ansonsten natürlich mit Dir/der Organisation ‚Das 11. Gebot‘ konform, dass in einem sekulären Staat, dieser nicht die Kirchensteuer eintreiben sollte/dürfte.

      LG
      Der Klugscheißerich

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    • Der Duderich schreibt:

      Mein Fehler!
      Tatsächlich, Du hast Recht – und die Kirche hat anscheinend Hausrecht in Leipzig.
      Krasse Scheiße!
      Wer hat da noch Angst vor der sog. Islamisierung?

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