Elf Betrugs-Methoden, vor denen man sich im Netz in acht nehmen sollte

You+know+youDie anderen zehn werden wohl auch bereits bekannt sein. Die Esoterische aber kennt nicht einmal die erste und auch vor den anderen hat sie Angst. Osterspaziergang in esoterischer Begleitung.
Früher war ja mehr Lichterkette. Jetzt sitzt alles und jeder vor dem Computer obwohl das so gefährlich ist. Sie äugt vorsichtig zum Bächlein, das durch den Osterspaziergangs-Wald fließt nach Computeropfern, die dort mit aufgetriebenen Bäuchen treiben bevor sie von den Wildschweinen gefressen werden.
Seit kurzem hat sie ihr eigenes Passwort. Zum Einloggen, für Ebay, Onlinebanking und Amazon. Das gehört ihr ganz alleine und keiner kennt es. Ein Premium-Passwort, dessen Sicherheit sie sich hat bestätigen lassen. http://www.safer-password.ru. »Passwort123?« Kommt alles drin vor: Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Pantoufle ist beeindruckt und widersteht nur mühsam der Versuchung, sein Taschengeld aufzubessern.

Mein schüchterner Versuch, der Esoterischen die Grundzüge von Datensicherheit zu vermitteln, schlägt vollkommen überraschend fehl. Schon bei der ersten, vorsichtigen Erklärung beginnt ihr barocker Körper zu tänzeln, wobei der matschige Waldboden den beabsichtigten Eindruck von Schwerelosigkeit stark dämpft. Erklärungen, die einen Draht zur real existierenden Welt haben, lösen bei ihr verkrampfte körperliche Reaktionen aus. Sohn1 und Tochter1 sehen der Performance interessiert zu: »Gleich legt sie sich aufs Maul!« bleibt Gedanke, der als Transparent über ihre Köpfen schwebt. Wer Augen hat, der sehe.
Ihr unerzogener Hund kommt mit wehenden Ohren aus dem Wald gehetzt. Jetzt noch der Hinweis, daß gerade Brut- und Setzzeit ist und sie fängt an zu heulen. Ah, da ist ja schon das Schild und erspart einen hämischen Kommentar. Das freiheitsliebende Tier kommt für 15 Meter an die Leine. Wie gut, daß die lieben Tierchen des Waldes immer in Sichtweite der Warnschilder niederkommen und ihre Nester bauen!

Die Dame verseucht den menschlichen Genpool. Eine Tochter hat sie schon als Verkäsungsbakterie in die Welt gesetzt. Natürlich auch vollkommen missraten. Aber vielleicht stirbt sie bald. An Bus, wenn sie von Tatsachen gepeitscht über die Straße tanzt. Aus dem steigt dann die doofe Tochter und fragt, was es heute zu essen gibt. Das fragt sie immer. Bei der Beerdigung der Esoterischen kann man dann gleich den ganzen Ballast, mit dem sie sich umgibt, mit versenken. Die Tarot-Karten, Glückssteine, die Tinkturen für ein langes Leben und für die Schönheit (Harharhar!), und natürlich die Horoskopsammlung. Weg damit. Wenn die letzte Ruhestätte dadurch etwas zu hügelig wird, muß man eben kollektiv darauf tanzen. So wie sie jetzt auf dem sumpfigen Waldweg.

Oder ein Jäger schießt sie. Beim Schutz der Brut und der Setz. Aus Versehen natürlich und Schrot. Dann steht der gut erzogene Hund des Jägers und der Schütze betroffen da, während der unerzogene der Esoterischen ihre Taschen nach Leckerchen durchschnüffelt. »Ich dachte doch nur…« sagt dann der Mann mit der rauchenden Flinte und wenn ich zufällig vorbeikomme, werde ich ihm die Empfehlung geben, sie einfach in den Bach zu schmeißen. Damit die Kinder auch was davon haben und weil alle Jubeljahre bei Hochwasser sowieso Leichen aus dem alten Friedhof aufgeschwemmt werden. So sagt man jedenfalls – gesehen hat das seit 90 Jahren zwar niemand mehr, aber das Element der Überraschung wäre dadurch ein geringes.

Die Sonne steht hoch am Himmel, wenn der Jäger und ich uns auf einen umgefallenen Baum setzen und uns das Malheur ansehen. Und ein Malheur war sie; darüber sind sich alle einig und das wird man ja wohl  noch sagen dürfen.
Bei allem was recht ist, aber ein Kammerschuß war es dann doch! Darauf erst mal einen Cognac und auf die ach so früh verstorbene natürlich auch. Weidmannsdank! Ein Schmetterling kommt vorbei und setzt sich auf ihre Nase. Und auch ein Würmchen steckt vorwitzig den Kopf aus der Erde, um gleich darauf in rasender Geschwindigkeit wieder zu verschwinden, den Kollegen Bescheid sagen. Alles ist von einem Moment auf den anderen sehr, sehr friedlich.

»Papi! Wir gehen jetzt links rum nach Hause! Träumst Du?«

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8 Antworten zu Elf Betrugs-Methoden, vor denen man sich im Netz in acht nehmen sollte

  1. da]v[ax schreibt:

    Aaaahaha wieder schön böse. Me gusta >:-)

    Aber.

    Den Menschen-Bazillen-Vergleich haben sich die Nazis patentieren lassen, lass den mal lieber bleiben. 😛

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    • Pantoufle schreibt:

      Nö. Das wäre ja politisch korrekt und für biologisch abbaubare Sprachregelungen sind andere zuständig. Zuletzt hab ich die Formulierung übrigens bei Haffner gehört gelesen.
      Und wenn Du das Töchterchen kennen würdest, gäbst Du mir recht 😀

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  2. lattjamilln schreibt:

    Bös gefaucht, Löwe!

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  3. Thelonious schreibt:

    Schon mal was von der Globuli-Verschlüsselung gehört? Da beißen sich sogar NASA, Roskosmos und CNSA die Zähne aus. Würde ich unbedingt empfehlen.

    Das funktioniert bei Windows ganz einfach. Man verbindet nur die einzelnen Programme des Computers mit der Systemsicherung, so dass diese mit dem Start des Programms ebenfalls startet. Nach einem tag ist die Platte voll und sollte gelöscht werden. Damit bleiben die Daten geheim.

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Thelonious

      Ja, die Esoterische: Ein ewiger Brunnen an Inspiration! Wenn es sie nicht gäbe, müßte man sie erfinden. Was mich allerdings nervös macht ist die Tatsache, daß sie im Besitz eines Führerscheins ist.
      Ich warte mit angehaltenem Atem auf ihren nächsten Auftritt. Bis dahin habe ich Christopher Clarks »Schlafwandler« noch einmal gelesen. Seltsam, wie sich die Wahrnehmungen durch äußere Umstände ändern können. Damals während der Zeit des Hypes um sein Buch und nun in Zeiten von AFD und Flüchtlingen… Der revisionistische Zug, der sich durch den Schinken zieht, bekommt so eine verblüffend neue Qualität. Es war wohl das richtige Buch zur richtigen Zeit. Vor allem den Titel verstehe ich nicht mehr: Schlafwandler – das kann man eigentlich nur dann schreiben, wenn man das Deutschland von 1913 für eine parlamentarische Monarchie hält. Aber vielleicht denkt Clark das ja insgeheim. Komisches Buch.
      Jetzt liegt gerade »das obszöne Werk« von Bataille auf dem Nachttisch, schon lange auf der Liste und jetzt geamazoned. Die Kammermusik der pornographischen Literatur (Susan Sontag). Nach Strunks »der goldene Handschuh« schon das zweite unterirdische Werk. Ich sollte mal wieder was fröhliches lesen. Gogols »der Mantel« oder sowas.

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  4. Mitzi Irsaj schreibt:

    Herrlich bissig.
    Ich hab ein Bild vom Töchterlein vor Augen und von der Esoterischen.
    Sie muss eine nahe Verwandte bei mir ums Eck haben.

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Mitzi

      Meine Vermutung ist ja, daß »Sie« nicht nur die Pyramiden gebaut haben, Chemtrails finanzieren, die Illuminaten gegründet und Reichsflugscheiben konstruiert haben, sondern auch die Esoterische und ihr Töchterlein in die Welt setzten.
      Und nicht nur ein Exemplar – nein: Hunderte, Tausende, Hunderttausende! Wir sind umzingelt! Sie verspritzen Einhornsperma, lesen uns aus Kaffeesatz ganz neue Krankheitsbilder und werfen mit tödlichen Globuli.
      Wir werden alle sterben!

      Gefällt 2 Personen

      • Mitzi Irsaj schreibt:

        Yep. Wir werden alle sterben! Ich glaube, wenigstens an dieser Gewissheit können wir uns festhalten (und vom Gedanken an Einhornsperma ablenken).

        Durchhalten – „Sie“ sind überall aber noch gibt es begründete Hoffnung dass sie sich selbst…..hm….keine Ahnung was…aber es sind schon intelligentere Rassen ausgestorben.

        Gefällt 1 Person

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