Völker, hört die Signale!

Buchenwald

Das »Eimer-Radio« aus dem KZ Buchenwald (Rekonstruktion)

Es geht doch nichts über eine knackige Überschrift! Happy Radio Day (13.2.2016), initiiert von der UNESCO 2012 als Welttag des Radios. Wer das für eine verkaufsfördernde Maßnahme wie Valentinstag oder Halloween hält, liegt falsch. Genau so wie diejenigen, denen das ewig
gleiche Gedudel der besten Hits der 60er, 70er, 80er und denen der 90er als Tiefpunkt der Hitparade nur noch Magenkrämpfe bereitet.
Radio ist etwas ganz anderes. Radio: Das ist Internet, bevor es Internet gab.

Der Deutschlandfunk feiert mit und beginnt seinen aktuellen Artikel dazu gleich mit einer Bankrotterklärung: »Um es gleich vorwegzunehmen: Der Deutschlandfunk beteiligt sich nicht an der Initiative der UNESCO.« Bravo, die Damen und Herren – nichts anderes war zu erwarten. Wie auch? Seit geraumer Zeit kastriert man sich (nicht nur dort) allein technisch um die Möglichkeit, sich ernsthaft zu beteiligen.
Von der Ausstrahlung der Programme auf Mittel- , Lang- und Kurzwelle hat man sich inzwischen verabschiedet. Was bleibt, sind digitale Sendestrecken (in Deutschland VHF-Band II oder Satellit) und UKW – beides Verbreitungswege mit beschränkter Reichweite. Die analoge Ultrakurzwelle ist limitiert mit Reichweiten zwischen 10 – 200km, dem sogenannten Radiohorizont.
Digitale Strecken (VHF-Band III) benötigen entsprechende, technisch verhältnismäßig aufwendige Empfangsgeräte. Das gilt sowohl für stationäre wie auch mobile Endgeräte. Für die terrestrische Reichweite von DAB gelten in etwa die selben Regeln wie für UKW.
Natürlich sollen auch in Zukunft Mittel-, Lang- und Kurzwelle technisch weiter benutzt werden: Auf diesen Bändern soll die Signal-Übertragung in Zukunft digital erfolgen.
So sind mittlerweile so gut wie alle analogen MW und KW-Sender-Angebote vom Fortschritt gefällt worden. Als einziger großer KW-Sender verbleibt die Großfunkstelle Nauen, die mittlerweile älteste noch bestehende Sendeanlage der Welt (Indienststellung 1.4.1906). Sie wird seit 2008 von der Kölner Firma Media Broadcast unterhalten.

Wo ist also das Problem – warum die Aufregung? In dem Moment, wo das Wort »digital« ins Spiel kommt, fehlt ein eine wichtige Voraussetzung, ein technisch-historisches wichtiges Moment der Technik des Radios: Seine Einfachheit.

KW-Det

Für diesen Empfänger braucht man im Notfall nicht einmal einen Lötkolben – die Bauteile lassen sich aus einem Minimum an Elektroschrott und Haushaltsartikeln zusammenschrauben.

kw2Mit Lötkolben, aber immer noch ohne Batterie. Wem die Spulen für die Stromgewinnung zu aufwendig erscheint (oder wo kein genügend starker Ortssender vorhanden ist), kann auch auf eine Handvoll Äpfel und etwas Kupferdraht zurückgreifen. So einfach kann Radio sein! Ananas oder Zitronen gehen natürlich auch.

Warum also Digitalradio? Es hat für die Betreiber fast nur Vorteile. Gerne wird auf den geringeren Energieverbrauch der Sendeanlagen verwiesen, genau so gerne unterschlagen, daß der Stromverbrauch der Endgeräte erheblich höher als bei analogen Empfängern ist.
Theoretisch ist auch eine Erhöhung der Empfangs-Qualität denkbar. Abhängig von der verwendeten Bandbreite ließen sich sehr hohe Bitraten realisieren, aber warum sollte ein Anbieter ein Programm in exzellenter Qualität ausstrahlen, wenn er auf dem selben Band auch drei Programme unterbringen kann? Der Kunde ist MP3 gewohnt und weiß ohnehin nicht mehr, wie »gut« klingt – von der lausigen Qualität der meisten Endgeräte einmal ganz abgesehen.
Der eigentliche Grund für die Einführung dürfte allerdings darin liegen, das man im verwendeten Datenstrom problemlos DRM-Mechanismen unterbringen kann, Rechte-Management gegen den freien Zugang.

»Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolierend, sondern ihn in Beziehung zu setzen.«

Bert Brecht, 1932, der Rundfunk als Kommunikationsapparat

Dafür gab es dann später die Erfindung des Internets, wenn auch mit einigen unangenehmen Begleiterscheinungen. (»Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegt, nichts zu sagen« B. Brecht, ebenda – er muß es geahnt haben!) Unter dem Aspekt des digitalen Rechtemanagements drohen sich die Aussichten eher noch zu verschlechtern.

Was sich seit Brechts Vortrag nicht geändert hat, ist die Tatsache, daß Internet in der gewünschten Form nicht überall verfügbar ist – sei es aus technischen oder politischen Gründen. Es sind nicht nur diktatorisch regierte Staaten, in denen diese Art der Kommunikation stark eingeschränkt oder unmöglich ist. Auch gibt es nicht überall die dafür erforderliche Infrastruktur: Sei es wegen zu dünner Besiedelung, Kriegen, Naturkatastrophen oder weil sich der potentielle Hörer auf der Flucht befindet. Oder, was geflissentlich übersehen wird, der Empfänger schlicht zu arm ist.

Eine kuriose Konstellation ergibt sich mit dem Zusammentreffen des UNESCO »Tages des Radios« und der fälschlicherweise »Sicherheitskonferenz« genannten Tagung in München. Es braucht nicht den Hinweis des russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedews, daß man sich wieder im kalten Krieg befinden würde. Übersetzt man kalter Krieg mit Aussetzung der Kommunikation zugunsten von Propaganda und der Wahl von Verbündeten, die einem simplen Nützlichkeitsdenken entsprechen anstelle kultureller Verbundenheit, befindet sich die Welt seit geraumer Zeit wieder in diesem Zustand.

Grund genug, sich alle Wege der Kommunikation aufrecht zu erhalten, auch der Wege, seinen Standpunkt zu erläutern oder denjenigen Mut zu machen, die sich von der Welt vergessen fühlen.
Wenn München etwas aufzeigt, dann die Feststellung, daß der Fortschritt außerhalb der Industriestaaten bis auf weiteres aufgeschoben wird. Das wäre Grund genug sich zu überlegen, ob der technische Fortschritt dem Miteinander dienen soll oder ob man sich nur noch selber zuhören möchte.

Das Bild des Buchenwalder »Eimer-Radios« kommt von hier. Dort sind auch noch andere Radios und ihre Geschichten aus der Zeit des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus zu finden.

1322162124Die Schaltpläne kommen aus Jogis Röhrenbude. Wer Interesse an einem Nachbau hat, kann hier und hier nachsehen. Oder auch nur wegen der phantasischen Seite von Jogi – immer wieder einen Besuch wert!

 

Und der Vollständingkeit halber noch den Schaltplan des Buchenwald-Empfängers. Wie man sieht, ebenfalls eine sehr simple Konstruktion!

buchenwald_Sch

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Auftragsjournalismus abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

61 Antworten zu Völker, hört die Signale!

  1. derda schreibt:

    Hej, freu dich. Endlich weniger Elektrosmog :-))
    Wie viele haben eigentlich damals bei der Abschaltung der DW auf Kurzwelle protestiert. Waren es 600? Bei den ganzen LW/MW Sendern gab es zuletzt ähnlich viele Hörer. Ich war einer davon, aber ekstra wegen mir einen 500kW-Großsender bereitzuhalten ist da nicht nötig. Der Inhalt ist nicht spannend genug.
    Schöner finde ich daß Bertelsmann das deutschsprachige Facebook zensiert. Da geht die Reise hin.

    Gefällt mir

    • pantoufle schreibt:

      Weniger Elektrosmog? Wie kommst Du denn auf das schmale Brett? Und was ist überhaupt Elektrosmog?

      Die schönst Darreichungsform hatte ich in meiner Jugend bei Tante Gudrun. Die wohnte in Bremen und des Nächtens, wenn der Heizlüfter rauschte (ja, man wärmte sich damals noch damit!) machte der Miefquirrl Musike bis in den frühen Morgen. Das waren noch Zeiten! Demodulation über die Netzfrequenz – irgendwann wird alles zum Tiefpass.

      Geschichten, sach ich Dir… Da hatte sich ein findiger Kopf auch mal eine Spule um das Wohnzimmer gelegt, um die empfangenen Sphärenklänge aufzufangen und gleichzurichten (oder benutzte er einen Zerhacker?). Jedenfalls war das gut für seine Stromrechnung. Weniger gut allerdings für diejenigen, die dahinter auch noch Radio hören wollten. So sind sie dem Erfindergenie auch auf die Schlich gekommen: Die stark verminderte Empfangsqualität hinter seiner Hütte.
      Schade eigentlich! (ach ja: Ich war’s nicht!)

      Elektrosmog? Blödsinn! Es ist immer eine Frage, was man daraus macht.

      P.S. Zerhacker: Nur der Vollständikeit halber! Es muß nicht unbedingt Radio Bremen sein!

      Gefällt mir

      • R@iner schreibt:

        Da fällt mir noch eine Geschichte ein: Irgendwo in Deutschland war ein Mittelwellensender in der Nähe einer Kleingartenkolonie errichtet worden. Die Kleingärtner nahmen das Angebot an und begannen damit, ihre Häuschen mit der kostenlos gelieferten Energie zu beleuchten. Je heller die Kolonie nachts leuchtete, desto schlechter war die Reichweite des Senders, wie die Betreiber irgendwann feststellten. Und wenn sie nicht gestorben sind …

        Gefällt mir

      • derda schreibt:

        Ja klar Elektromog. Kennst du nicht die Geschichten aus der unmittelbarer Nähe der Sender? Billiges Bauland, perfekt für das junge Eheglück. Und die Kopfschmerzen kommen ganz sicher von den Vorhangantennen. Sicherlich hilft ne Klage, in Mühlacker (576kHz) ham sie zuerst die Sendeleistung halbiert, was zur Verdoppelung der elektrobesmogten Siedlung führte. Abschaltung war glaub vor 2 Jahren.

        Dein Zerhacker mitm wagnerschen Hammer ist nett. Hab ich vor knapp 30 Jahren in der Lehre gebaut. Noch vor der Mosfetendstufe, aber nach dem Einkreiser.

        Gefällt mir

      • pantoufle schreibt:

        Zu Elektrosmog hab ich auch noch einen.
        Gemeinderatssitzung! Der neue Turm der Telecom mit Richtfunk-Sendestrecke auf der Schweinewiese. Der Rat hat sogar Verantwortliche eingeladen, zwei Ingenieure.
        Auf der Tagesordnung stehen der Tod aller Goldfische, die nicht legenden Hühner, verdorrender Weizen, zerbröselte Chakren, schreiende Kinder, Kopfschmerzen und massenweise kaputte Trecker.

        Das Dorf ist geschlossen angetreten – immerhin geht es um immens viel Geld. Die Ingenieure sind sichtlich betroffen und wären am liebsten woanders. Nachdem alle Fakten auf dem Tisch liegen, sagt der eine zum anderen: »Oh mein Gott! Was wird erst los sein, wenn wir den Sender in Betrieb nehmen?«

        Gefällt 1 Person

  2. R@iner schreibt:

    Schöner Artikel. Jetzt werde ich für den Rest des Tages den alten Zeiten nachtrauern: EE 2004: Elektronik Experimentierkasten

    Gefällt mir

  3. ODK schreibt:

    Bert. Oder Bertolt. Auf keinen Fall aber „Berthold“ Brecht. Gruß nach nebenan! Dein Wilhelm Schäksbier

    Gefällt mir

    • pantoufle schreibt:

      Auer! Danke
      Pantoufle Kloppstock

      Gefällt mir

    • pantoufle schreibt:

      Eine schöne Seite hast Du da, Wilhelm Schäksbier. Das is ja mal fast ne richtige Zeitung. Sehr hübsch, das. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wer in meine kleine Hütte reinschneit.
      Einen schönen Sonntag noch! Und wenn Dein Hobby Aussetzer und Rechtschreibfehler sind, lies nur noch etwas bei mir herum – da solltest Du Deinen Spaß haben!

      Gruß
      Pantoufle

      Gefällt mir

  4. Matthias Eberling schreibt:

    Na klar, das Team Sheldon befasst sich am Sonntagnachmittag mit alten Schaltplänen. Wer geht denn noch in die lineare Kantine, wenn ich mir auf Youtube ein individuelles Menü zusammenstellen kann?

    In der Villa Bonetti läuft gerade die Dark Side von Pink Floyd. Auf DW geht es wahrscheinlich gerade um usbekische Menstruationsgesänge im Wandel der Zeit.

    Gefällt mir

  5. pantoufle schreibt:

    @R@iner & all
    Stichwort Elektrobaukasten. Der muß jetzt einfach sein!

    Gefällt mir

    • DasKleineTeilchen schreibt:

      ääähm, können die vids eigentlich nicht irgendwie anders eingebunden werden? „embed“-vids mit noScript funzt nicht wirklich (ich muss mir dann immer das frame öffnen, die zahlenkollonne im link kopieren und direkt inna duGlotze öffnen, da’s hier selbst mit erlaubten scripten ums verrecken nicht läuft).

      Gefällt mir

  6. Matthias Eberling schreibt:

    Atomkraft ist der Horror. Da stimme ich dir zu. Aber so sieht ein McDunkel-Menü nach 6 Jahren aus. Das finde ich echt gruselig, weil viele Leute diese Chemo-Therapie regelmäßig machen:

    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/n24-netzreporter/d/8042016/so-sieht-ein-mcdonald-s-menue-nach-sechs-jahren-aus.html

    Gefällt mir

    • DasKleineTeilchen schreibt:

      na und? industriell „veredelte“ nahrungsmittel halt; ne gut durchgebackene pizza trocknet auch aus und schimmelt nicht. was soll daran gruselig sein? ernsthaft jetzt.

      Gefällt mir

      • Matthias Eberling schreibt:

        Es gibt auch Experimente, bei denen Hunde an solchen McD-Produkten schnupperten. Sie haben es nicht als Nahrungsmittel erkannt, trotz feiner Nase. Vielleicht wird dein Körper nach zweihundert Jahren ja auch unverwest im Sarg liegen, wenn du jeden Tag bei unserenamerikanischen Waffenbrüdern Fastfood orderst?

        Gefällt mir

        • DasKleineTeilchen schreibt:

          matthias. bitte. das ist doch nicht dein ernst? okok, *ich* hab hier wieder mit der esoscheisse angefangen, aber wenn du ernsthaft erwartest, daß totfrittierte pommes und ebenfalls totfrittiertes, trocknenes hühnerfleisch nach 6 jahren anders aussieht als im verlinkten foto, dann hast du offensichtlich noch niemals solche reste beim ausmisten hinterm/im küchenschrank/herd/fritteuse entdeckt…und *das* kann ich mir bei dir eigentlich nicht…obwohl…wann mistest *du* schon mal deine bude aus?

          sachlich. immer schön sachlich. du schelm.

          Gefällt mir

          • Matthias Eberling schreibt:

            Bei mir schimmelt das Brot oft nach fünf oder sechs Tagen, ich gerate in Panik, wenn die frische Mortadella nach zwei Tagen nicht gegessen ist. Ich weiß nicht, was bei dir hinter dem Kühlschrank los ist, aber ich weiß, was in meiner Küche los ist. Mir sind solche fehlenden Zerfallsprozesse unheimlich, so einem McNugget würde ich einen Holzpfeil durchs Hühnerherz treiben. Von was lebst du, Kleinteil?

            Gefällt mir

            • Matthias Eberling schreibt:

              P.S.: Jetzt verstehe ich erst die perfide Anspielung auf meinen Künstlerhaushalt, liebes Kleinteil. Ich bin seit 3 Jahren drogenfrei und in meiner Küche herrscht Reinraumtechnologie. Vorher hättest du natürlich Nahrungsreste aus dem Pleistozän IN MEINEN ZÄHNEN gefunden ;o)))

              Gefällt mir

            • R@iner schreibt:

              Das Absetzen der Drogen war ein Fehler. Hättest den Arzt einbeziehen sollen.

              Gefällt mir

            • DasKleineTeilchen schreibt:

              brot iss auch nicht totfrittiertes irgendwas, sondern brot. lass ma austrocknen, packs in papier und stells in nen trockenen(!) schrank für 6 jahre. schönes „alter forscht“-experiment, abstinenzler.

              von was ich lebe? von der abgelaufenen polenta, die bei der reise zum perito-moreno anno 93 übriggeblieben ist. von was sonst?

              Gefällt mir

            • Matthias Eberling schreibt:

              @ Kleinteil – ich hoffe, der Text hängt sich an die richtige Stelle der Debatte

              Wenn ich im Garten einen Burger brate – so wie Gott es gewollt hat! – dann hält sich das Teil nicht bis zur Präsidentschaft von Trumps Nachfolger Arnold Schwarzenegger. Alles was nicht verwest, ist des Teufels. Außer Tee (in meiner Küchenschublade, vor fünf Jahren abgelaufen, habe ich Gästen noch anbieten können) und Brandt-Zwieback.

              Gefällt mir

            • Matthias Eberling schreibt:

              P.S.: Von wegen Abstinenzler. Ich trinke immerhin noch Wein. Zwei Liter habe ich schon intus. „Taffe Girls“ stehen noch auf dem Programm … *hicks*

              Gefällt mir

          • DasKleineTeilchen schreibt:

            ach daher weht die alkfahne; gottes werk und teufels beitrag also, ja? daß die empfangs-neuronen unter dem fortgesetzen einfluss von C2H6O *besonders* auf HAARP sensibilisiert werden, ist dir hoffentlich klar?

            R@iner hatte ma wieder recht; du hättest den „arzt“ deine vertrauens vor absetzung der von GAIA geweihten „drogen“ vorher konsultieren sollen, und nicht dem „veredelten“ teufelssaft ethanol zusprechen, ganz grosses fehla. keine ahnung von spritiualität, aber von gott fabulieren, dit hamwa gerne. möglicherweise ist es noch nicht zu spät für dich, aber allzuviel zeit bleibt dir nicht mehr; wenn das globale beben der stärke 24 mcDonalds own country 2017 plattmacht und die posaunen ertönen, wird sich zeigen, auf welcher seite du stehst.

            Gefällt mir

    • R@iner schreibt:

      Soso, also noch eine „Chiropraktikerin“. Der andere verlinkt hier lustig Videos von Nullpunktenergiegeneratoren und jetzt noch das.

      Wollt ihr den totalen KOTZANFALL?

      Was ist denn da nur los? Kauft euch endlich aufblasbare Kermitpuppen mit Platikvagina oder so etwas. Das hält ja niemand aus.

      Gefällt mir

    • waswegmuss schreibt:

      Ich habe da noch eine hessische Volksweise anzubieten.

      Wer es länger als 30 Sekunden aushält bekommt einen Löffel voll.

      Gefällt mir

  7. waswegmuss schreibt:

    Als AFN noch in der Nachbarschaft war konnten wir das mit dem Bügeleisen hören. Manchmal auch mit dem Heizkörper.

    Gefällt mir

  8. pantoufle schreibt:

    @R@iner

    Ich hab mir sentimentalerweise mal eine PDF mit der Bastelanleitung des neuen Philips Elektronik-Experimentierbaukastens EE2003 zu Gemüte geführt… nein isses schön! Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb dieses Produktes!

    Die Batterien waren immer alle. Ab Werk. Außerdem sind Batterien für Weicheier! Lieber was aus einem alten Transistorradio wo mit Stecker dran ist: Trafo, Selen-Gleich_riecht_er und ungefähre Elko-Polung mit anschließender Dunkelheit. Wenn man Glück hatte, war die Haussicherung schneller als die Primärwicklung.
    »Nein, sehr verehrte Dame, dieser Baukasten ist nur mit völlig harmlosen Batterien!«

    Der Multivibrator! Mal mono-, a- oder unstabil – je nach falschem Bauteil. Immer blinkte eine blöde Lampe (oder mehrere) aus irgend einem Grund. Manchmal blinkte auch gar nichts oder alles auf einmal ohne Blinken. Dann war wieder irgend was kaputt oder die Batterie alle (s.o.).
    Der Verstärker war da schon cooler, auch wenn die Gegentaktansteuerung mittels Übertrager einfach doof aussieht. Ohne Ruhestromregelung und RIAA-Entzerrung. aber bei dem beigelegten Lautsprecher ohne Gehäuse machte das nix. BC328 als Endtransistoren: Das war der eigentliche Schwachpunkt! Null Leistung, aber Klirrfaktor um die 75%!

    Richtig cool war natürlich die automatische Wählscheibe für Telephone. Der Nutzeffekt der Schaltung war ebenfalls Null und wurde nie aufgebaut. Aber ich hatte begriffen, wie das funktioniert mit dem Wählen: Wenn die Alten mal wieder ein Schloss an die Wählscheibe gemacht hatten, mußte man nur mit dem verbleibenden mechanischen Spiel die Wähl-Impulse einzeln erzeugen.

    Der Nervzahn-Generator war da schon etwas anderes!

    »Potentiometerknopf nach recht bis auf Stellung 5 der Skala drehen. Der Lautsprecher strahlt einen Ton ab. Hörst Du nichts, schalte sofort aus und suche den Fehler.
    Mit dem Potentiometer kannst Du die Tonhöhe verändern.«

    Nicht die Lautstärke. Diesen Knopf mit Skala hatte man sich zur Freude der Eltern geschenkt.
    Auch das Warngerät für Kühltruhen hatte beim testen so seine Tücken. Es ist den Erziehungsberechtigten einfach schwer vermittelbar, daß die Schaltung just im Moment der offenen Tür nicht mehr funktioniert. Und so eine Eich-Prozedur kann sich schon etwas hinziehen. Vor allem wenn gerade die Batterien wieder schlappmachen. Technik ohne Nutzen – da war sie erstmalig! Gar nicht auszudenken, welche Kollateralschäden das Kühlhaus-Warngerät mit sich bringen konnte…

    Die Ingenieure von Philips müssen das gewußt haben. So eine Funktionsbeschreibung macht man doch nicht aus Versehen! 3.33. Automatische Sicherung für unbeschrankte Bahnübergänge! Hallo???
    »Spezielle Arbeiten: Du legst zwei Drähte unter den Schwellen des Gleiskörpers hindurch und verbindest sie mittels der beigelegten Federn mit dem lichtempfindlichen Widerstand. Die Lampe muß aufleuchten, wenn ein Zug durchfährt.
    Brennt nichts, schalte sofort aus und suche den Fehler.
    «

    Irgendwie waren die siebziger Jahre geprägt von Optimismus. Da ist so etwas Lebensbejahendes!

    P.S. 4.20. Leitungs-Suchgerät für Kabel in der Wand:

    »Voraussetzung ist allerdings, daß ein Wechselstrom in den Leitungen fließt; d.h. elektrische Geräte müssen angeschlossen und eingeschaltet sein«

    Genau ist das Problem, genau das… Alles Terroristen!

    P.P.S. OK: Das mit dem Bahnübergang stand da nicht genau so. Hätte es aber!

    Gefällt mir

    • DasKleineTeilchen schreibt:

      kann es sein, daß wir alle den Philips Elektronik-Experimentierbaukastens EE2003 hatten? gerade nach fotos gegraben und die erinnerung überströmte mich nur so:

      kennt noch jemand dieses gute stück?

      blöd nur, daß das kaliumpermanganat immer so schnell alle war. hach, konnte man damals allet noch inna apotheke ohne blöde fragen kaufen.

      Gefällt mir

    • R@iner schreibt:

      2003, 2004 … Ich weiß es nicht mehr. Vorher hatte ich einen Kasten aus der 1000er Reihe. Mein Lieblingsgerät war der UKW-Empfänger mit der selbstschwingenden Mischstufe am Eingang. Wenn man sich Mühe beim Aufbau gab, dann konnte man den Funkverkehr der Verkehrspiloten mit dem Tower mithören, der oberhalb des gewöhnlichen Rundfunk-UKW-Bandes angesiedelt ist oder zumindest war.

      Jo, und später gab’s Chemie in allen Farben: Nur wenn es stinkt und kracht, dann hat es wirklich Spaß gemacht.

      Gefällt mir

      • R@iner schreibt:

        p.s.: Aber erst die Kombination von Elektronik und Chemie macht wirklich Freude.

        Oh, es klopft an der Tür. Nein, es hört sich vielmehr an als würde die Tür aufgestemmt … Jetzt sehe ich zwei Männer mit Gasmasken in schwarzen Uniformen … Sie haben Laserpointer dabei … Jetzt sind es vier, fünf … Nein … Ich habe doch gar nichts getan … Nicht das Kinderzimmer … Im Bad ist meine Frau …

        Gefällt mir

  9. Thelonious schreibt:

    Wollte nur mal kurz „Hallo“ sagen, bevor mich R@iner hier gleich wieder vor die Tür setzt.

    Elektronik war mir schon immer suspekt. Man knipst einen Schalter an und es wird hell im Raum. Einfach so, ohne sichtbaren Motor, der stampft und rüttelt, der sich bewegt und stinkt. Das ist unheimlich.

    Irgendwelche Elektronen, so heißt es, rasen mit unvorstellbarer Geschwindigkeit durch milimeterdicke Kabel und am Ende brennt dann das Licht oder John Coltrane bläst auf seinem Saxophon. Das widerspricht meinem Sinn von Ursache und Wirkung. John Coltrane ist tot. Er kann kein Saxophon mehr spielen. Er atmet nicht mehr. Und Atmung ist eine Grundvoraussetzung für das Saxophonspiel. Ohne das Hintenreinblasen macht es vorne nicht trööt. Ganz einfach. Das gilt für das große Tenor- wie auch für das kleine Sopransax.

    Also ist das Elektron dafür verantwortlich, dass es trööt macht. Und damit fängt die Täuschung doch schon an. Das Elektron lässt mich glauben, da spiele Coltrane. In Wirklichkeit ist es aber das Elektron selbst, das da spielt. Es macht einen auf John-Coltrane-Revival-Band. Das sagt es mir aber vorher nicht. Im Gegenteil, es schweigt und lässt mich im Dunkeln tappen. Aber wie kann ich zu jemandem Vertrauen haben, der mich wissentlich täuscht? Lügenelektron!!1!

    Ich habe auch schon mal versucht, es zu überlisten. Mitten im Solo hab ich auf Vivaldi umgeschaltet und das Elektron spielte Vivaldi. Ja hat das denn sämtliche Partituren der Welt im Kopf? Von Schachgroßmeistern weiß man, dass sie so cirka 10000 Partien auswendig spielen können. Das ist eine ganze Menge. Aber es gibt ja mehr als 10000 Musikstücke auf der Welt. Und die soll das Elektron alle auswendig können? Das kann ich nicht glauben.

    Andererseits glaube ich auch nicht, dass das Elektron sämtliche Kompositionen der Menschheit als Notenblätter bei sich trägt. Das ganze Papier wäre viele Tonnen schwer und würde sowieso nicht durch das dünne Kabel passen.

    Bleibt also nur, dass das Elektron blitzschnell los rast und sich die entsprechenden Noten beim Komponisten oder Musikalienhändler um die Ecke besorgt. Die Elektronikexperten erklären mir, dass so ein Elektron permanent in Bewegung sei, es könne gar nicht stillstehen. So eine Art ADHS stelle ich mir da vor. Immer hibbelt es und rennt hin und her. So etwas gibt es. Das ist okay. Da verstehe ich, dass es für das Elektron grundsätzlich kein Problem darstellt, mal eben die passenden Noten zu holen. Es rennt also los zum Musikalienhändler sucht die entsprechenden Noten heraus, geht an die Kasse, zahlt, kommt zurück und spielt bei mir Vivaldi. Theoretisch in Ordnung, denn dieses Elektron sei unheimlich schnell. Sagt man.

    Aber da tut sich schon wieder ein Abgrund an Niedertracht auf. So schnell das Elektron auch sein kann, der Musikalienhändler ist es nicht. Der guckt erst mal auf das Preisschild, tippt dann den Preis in die Kasse ein, nimmt das Geld in Empfang und gibt das Wechselgeld heraus. Das dauert seine Zeit. Selbst wenn der Händler eine Scannerkasse hat, kann dieser Einkaufsvorgang unmöglich im Bruchteil einer Sekunde erledigt werden. Was folgt daraus? Das Elektron spart sich den Bezahlvorgang. Es klaut! Sauber. Jetzt habe ich es also nicht nur mit einem Betrüger, sondern auch noch mit einem Dieb zu tun.

    Und es kommt noch schlimmer. Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, woher das Elektron weiß, welche Musik ihr gerade hören wollt? Jetzt ist Schweigen im Walde. Dabei ist das die alles entscheidende Frage. Und die Antwort kann nur lauten: Gedankenkontrolle. Ich weiß, dass auch beim Denkvorgang Elektronen eine Rolle spielen. Die wohnen ungefragt in meinem Kopf und machen es sich dort gemütlich. Wie die da reingekommen sind, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, das ist wie bei der Grippe. Man hat sich halt irgendwann angesteckt. Aber im Gegensatz zu den Grippeviren, die auf etwas Abwechslung aus sind und nach ein paar Tagen geschlossen zu einem anderen Menschen übersiedeln, bleiben die Elektronen. Das hat was parasitenhaftes. Irgendwie eklig.

    In mir bilden sie dann neuronale Netze zum Informationsaustausch. So eine Art LAN. Das gefällt mir zwar nicht, aber ich kann dagegen nichts machen. Diese Elektronen in meinem Kopf gehen aber noch einen Schritt weiter. Sie vernetzen sich irgendwie mit dem Elektron in der Steckdose. Nicht über normalen Funk oder Bluetooth, dann hätte man das Ganze ja schon entdeckt, sondern über eine unbekannte Technik.

    Nun sind die Elektronen in meinem Kopf ziemlich klein und schwach, weil ich ja nur wenig Strom in meinem Körper produziere. Das Elektron in der Steckdose ist jedoch wohlgenährt und stark, weil es in seinem Kabel jede Menge Strom vorfindet. Und weil es so stark ist, zwingt es die Elektronen in meinem Kopf das zu machen, was es will. Und weil die Elektronen in meinem Kopf für das Denken verantwortlich sind, kann das Steckdosenelektron über mich und meine Gedanken bestimmen. Logisch. Oder?

    Ich bin mir sicher, dass ich nicht der Erste bin, der die Gefahr durch die Elektronen erkannt hat. Nur wird das alles vor uns von der Elektroinnung verheimlicht. Ich habe mich schon oft gefragt, warum man Spulen und Widerstände in elektrische Geräte einbaut. Das sind nur Hindernisse für das Elektron, die es bei seiner Arbeit stören. Also, warum tut man so etwas? Doch nur, um das Elektron zu schwächen. Wenn wir zwei Stunden Karussell fahren würden, wäre uns hernach kotzeübel und schwindelig. Und dem Elektron in seiner Spule geht es ähnlich. Aber in diesem Zustand fällt es ihm schwerer, die Elektronen in unseren Gehirnen zu beeinflussen. Bei den Wiederständen ist das genauso. Da muss sich das Elektron erst durchkämpfen und ist danach total geschwächt und für die Hirnelektronen keine Gefahr mehr.

    Das lässt sich das Elektron natürlich nicht gefallen und deshalb leben Elektriker auch so gefährlich. Denn wann immer einer mit einem Widerstand daherkommt, muss er damit rechnen, vom Elektron angegriffen zu werden. Im Volksmund nennt man das verharmlosend Stromschlag. Ich nenne es Mordversuch und oft klappt dieser auch.

    Kurzum, das Elektron versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aber nicht mit mir. Da kann es noch so nett tun und mir zum Beispiel ein leckeres Süppchen auf dem Herd erwärmen. Ich habe es durchschaut.

    Gefällt mir

    • R@iner schreibt:

      Irgendwelche Elektronen, so heißt es, rasen mit unvorstellbarer Geschwindigkeit durch milimeterdicke Kabel

      Tja, Thelonius, das ist leider grottenfalsch, es sei denn, für dich sind ~0,1 mm/s unvorstellbar. Guxu hier: Elektronen in metallischen Leitern
      Richtig ist, dass die Phasengeschwindigkeit c der TEM-Welle (Transversal-Elektromagnetisch) immer (µ*ε)^(-1/2) beträgt, wenn der Skineffekt vernachlässigt wird und die Leitungslänge hinreichend größer als die Wellenlänge ist.
      Bei nichtsinusförmigen Signalen spielt außerdem die Gruppengeschwindigkeit eine Rolle.

      Du musst ja eigentlich nur die Telegrafengleichung lösen, die, ein isotropes Material vorausgesetzt, sich auf eine Raumkomponente reduziert.
      Das ist nun wirklich kein Hexenwerk.

      Aufgabe: Bis nächste Woche liest Du dir bitte das durch: Leitungstheorie

      Gefällt mir

      • Thelonious schreibt:

        Boff, jetzt krieg ich wegen diesem blöden Elektron auch noch Hausaufgaben auf. 😦

        Gefällt mir

        • R@iner schreibt:

          diesem blöden Elektron

          Welches genau jetzt? Du darfst die Unschärferelation nicht vergessen, die ja besagt, dass Ort und Impuls nicht gleichzeitig bestimmbar sind.
          Die Behauptung, dass sich „dein“ Elektron gerade mit einer (zwar) geringen Wahrscheinlichkeit 30 km hinter der Sonne befindet, ist eben auch wahr.

          Gefällt mir

          • Thelonious schreibt:

            Werter R@iner, ich möchte nicht abstreiten, dass das Elektron von heute Mittag sich tatsächlich im Moment einen ordentlichen Sonnenbrand abholt, wobei ich dies bei einer Höchstgeschwindigkeit von 1mm/s wirklich für äußerst unwahrscheinlich halte. Aber da die Einsteinschen Gravitationswellen nachgewiesen wurden, ist es durchaus vorstellbar, dass das Elektron die Raum- Zeitkrümmung zu nutzen versteht. Geschenkt. Dann sitzt jetzt eben ein anderes Elektron in der Steckdose.

            Du willst dafür Beweise? Die sollst du haben. Während ich diese Zeilen schreibe höre ich gerade dieses hier:

            Mit Recht magst du einwenden, dass dieser Interpret noch lebt und es durchaus sein könne, dass er sich in meiner Wohnung befindet. Dem ist aber nicht so. Er befindet sich angeblich in meinem Monitor und aus den Lautsprechern kommt die Musik.

            Nun hatte ich vor einigen Jahren das Vergnügen, Mr. Scofield interviewen zu können. Ich versichere dir, er ist mindestens 1,80 m groß und passt damit unmöglich in einen 22 Zoll Monitor. Wir haben es also erneut mit einem Täuschungsmanöver eines Elektrons zu tun.

            Außerdem sind alle Elektronen gleich. Deswegen ist es auch egal, wo sich das Elektron von heute Mittag befindet. Also nicht nur, dass Elektronen alle gleich aussehen, wie zum Beispiel die Chinesen, sondern sie sind wirklich gleich. Sie besitzen die gleiche Ladung, die gleichen Neigungen und so weiter. Ich schätze sie organisieren sich daher ähnlich wie die Borg. Dabei frage ich mich gerade, ob Elektronen eine Seele besitzen? Ein interessanter theologischer Nebenaspekt. Denn wenn sie eine besitzen, werden sie aufgrund ihrer Verschlagenheit eine ziemlich lange Zeit im Fegefeuer verbringen müssen.

            Egal, das soll unser Problem nicht sein. Was mich bei deiner Antwort jedoch stört, ist der Begriff Unschärferelation. Gerade im politischen Kampf ist die Schärfe des Blicks auf gesellschaftliche Missstände grundlegend für die Veränderung. Vielleicht erinnerst du dich noch an die Filme von David Hamilton, die in den siebziger und achtziger Jahren von pubertierenden Jungen so gerne geschaut wurden. Mit viel Weichzeichner wurden da junge Mädchen auf Bauernhöfen – meinetwegen in Wisconsin – bei allerlei Verrichtungen gefilmt. Die Ästhetik dieser Filme sorgte dafür, dass die Leiden der Kühe, die nur drei Tage nach dem Dreh im Chicagoer Zentralschlachthof ein grausiges Ende fanden, dem Publikum egal waren.

            Oder ein anderes Beispiel:

            Ein schönes Foto magst du denken. Und pantoufle wird dir erklären können, dass der Unschärfeeffekt durch eine längere Brennweite verbunden mit offener Blende kommt. Das ist alles richtig, lässt jedoch den politischen Aspekt dieses Fotos völlig außer Acht. Wem gehört dieses bestrumpfte Bein?

            Etwa dieser jungen Dame?

            Oder dieser?

            Wir wissen es nicht. Vielleicht war es auch diese?

            Und an dieser Stelle bekommt das Bild politische Brisanz, die uns vorher durch die geringe Tiefenschärfe gar nicht aufgefallen ist. Wir haben uns durch die Ästhetik vom eigentlichen Problem ablenken lassen.

            Deshalb ist Schärfe im politischen Diskurs wichtig. Ansonsten wird die Kritik beliebig. Und wie sagte schon Willi Münzenberg sinngemäß: Es reicht nicht, die kapitalistische Welt anzuschreien, um sie sterben zu lassen.

            Gefällt mir

    • Stony schreibt:

      Deine Theorie, lieber Thelonious, bedarf doch einiger Überarbeitung um für mich realistisch zu sein. Das Elektron hat selbstverständlich Zugriff auf den B-Raum (oder „L-Space“). Anders kann es nimmernich sein. Hat es mir selbst gesagt!!!

      Gefällt mir

      • Thelonious schreibt:

        Das ergibt Sinn. Das würde auch erklären, warum das Elektron so schnell tun kan, obwohl es eigentlich ziemlich langsam ist, wie mir R@iner gerade erklärt hat.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s