Kurz und dreckig 17

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Um kurz bei den rechten Straftaten zu bleiben: Frauke Perty, ihres Zeichen Chefin der militanten rechtsnationalen Vereinigung AFD, votiert für den Schußwaffengebrauch an deutschen Grenzen. An welchen Grenzen genau legt sie leider nicht dar. Selbst der Innenpolitikexperte der Union Stephan Mayer (CSU) findet das inakzeptabel. Es erinnere ihn »auf fatale Weise an das Unrechtsregime der DDR«. Dem Manne sei verziehen. Der Begriff Unrechtsregime DDR gehört mittlerweile zum biologischen Erbgut bestimmter Kreise und sie können nicht anders. Pawlowsche Reflexe.

Historisches Erinnerungsvermögen auf das Notwendigste reduziert: Laut Petrys verbaler Handgranate müsse die Polizei »notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.«
An Honecker und Mielke erinnert das wenig.
»Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – „Das jüdische Volk wird ausgerottet“, sagt ein jeder Parteigenosse‚ „ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir.“ […] Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden.«
Heinrich Himmler, Posener Reden

Godwin’s Law? Da scheiße ich drauf! Welche (auch verbale) Grenze darf es denn sein? Abgesehen von der Nordseeküste dürfte für den geforderten Schusswaffeneinsatz praktisch jede Grenze in Frage kommen. Frau Petry »will das auch nicht«? So wenig wie höchst persönlich Handgranaten auf Asylantenheime werfen vermutlich. Oder im Kampf gegen linke Gewalttäter die Schusswaffe einsetzen. »Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.« Es juckt die Feder, auf den Hamburger Polizisten zu verweisen, in dessen Haus nicht nur fast 1000 Waffen aller Art, sondern das dazugehörige Konvolut Nazi-Devotionalien gefunden wurde. Es juckt, ist aber wenig zielführend. So weit ist man noch nicht – es ist eine irrsinnige Ausnahme. Auch daß dieser Beamte nach wie vor seinen Dienst versieht. Die äußerste Grenze dessen, was als noch als Unschuldsvermutung durchgehen könnte, auch wenn einem dabei schlecht wird.

Da sich Frauke Petry noch auf freiem Fuß befindet und auch nicht unter Kuratel gestellt wurde, darf man also davon ausgehen, daß es sich um eine weiter Stufe gesellschaftlich akzeptabler nationalen Aufrüstung handelt. Heute »…eine gespenstische Äußerung […] (die) zeigt, zu welcher entmenschlichten Politik die AfD bereit wäre, wenn sie an die Macht käme.« (Wolfgang Thierse), morgen Stammvokabular sogenannter etablierten Parteien – 2017 ist Wahljahr.

Der Kollege Kiezneurotiker verbrachte vergangene Nacht mit der Überlegung, was eigentlich passiert, wenn ein Blogger stirbt. Lustig: Genau darüber hatte ich auch in der vergangenen Zeit nachgedacht, wenn vielleicht auch aus anderen Beweggründen. Ergebnis der eigenen Überlegungen war ein schlichtes »dann ist er tot«. So trivial ist das! Zu einem anderen (vielleicht optimistischeren) Urteil kann man nur dann kommen, wenn geklärt wäre, was eigentlich passiert solange er lebt?
Solange er lebt, kann er seinem Unmut über Äußerungen von AFD-Vorsitzenden Ausdruck verleihen, was auch nach seinem Ableben nichts am Tatbestand ändern wird. Aus dieser Perspektive gesehen ändert sich also herzlich wenig. Eine Kanonisierung findet nicht statt. Das hängt damit zusammen, daß alte Texte nicht gelesen werden, sie also auch keine Basis für weitergehende Überlegungen darstellen. Der Grund dafür ist schlicht die Tatsache, daß sie alt sind. Nicht neu. Darin bestehen dann auch die einzigen Gemeinsamkeiten zwischen Bloggern, Journalisten oder ähnlichen Menschen, die sich schriftlich in der Öffentlichkeit äußern.

Zu diesem Ergebnis gelangt auch der Kiezneurotiker »Was also passiert, wenn ein Blogger stirbt? Nichts. Es passiert nichts. Es spielt keine Rolle. Es ist völlig unerheblich. Vergänglichkeit ist Vergänglichkeit ist Vergänglichkeit. Alles endet.«
Aber etwas anderes kann passieren. Texte können Meinungen beeinflussen – in einem ganz, ganz kleinem Rahmen und aller Bescheidenheit den Lauf der Welt ein wenig ändern.
Dazu aber muß man leben.

Dann lautet die Frage auch nicht mehr, was passiert wenn ein Blogger stirbt. Sondern was passiert, wenn ein Mensch stirbt. Ein Wesen in seiner Gesamtheit, mit all den guten und schlechten Einflüssen, die er haben kann. Die Bereicherung, die seine Existenz in diese Welt bringt.
Über das, was mit seinen Ideen und Werken passiert, wird in aller Regel erst dann gesprochen, wenn sie jemand mal wieder verbrennt – was im Gedächtnis der Zivilisation einen wichtigeren Stellenwert einnimmt als ihr Seniorensitz im Pantheon der Bibliotheken.

Womit man übergangslos bei den Werken wäre. Oder den Verbrennungen, mit denen sich Kollege Flatter beschäftigt. Sprachliche Bücherverbrennung, die an Universitäten unter dem Fach »Gender Studies« abgelegt werden. Sein Kommentator Epikur merkt dazu an, »Das Problem ist ja, wenn Du Dich in gewissen Kreisen bewegst, kommst Du um dieses Thema nicht mehr herum. Und diese Kreise werden leider immer größer: Schule, Universität, Kindergarten, linkspolitische Bewegungen.« Nun wird Schwachsinn nicht deswegen plausibel, indem man darauf hinweist, daß ihn alle machen.

Während also der rechte Pöbel marschiert, nach Waffeneinsatz schreit und Granaten wirft, verhunzt man derweil die Sprache. Wie schön, daß man sonst nichts zu tun hat! FeministiX…-en gegen rechts. Wenigstens ein wenig. Im Roman »Per Anhalter durch die Galaxis « von Douglas Adams nannte der Autor so etwas Telephondesinfizierer.
Sybille Berg findet dafür auf SpOn herrliche Worte, wenn sie Novalis zitiert:

Und dem sie selbst voll Sorgsamkeit
Im weißen Händchen Futter bringet,
Das Sprünge macht wie Pantalon

Und die fiktive gegenderte Antwort einer derjenigen Existenzen, mit denen man es in der Tat in Schulen, Universitäten, Kindergärten und linkspolitische Bewegungen zu tun bekommen kann:

»Typisch für den sozusagen typischen Maskulisten, sein Sperma als Futter für die Welt zu bezeichnen. Der Penis ein Leuchtturm, der die Erde befruchtet; der Kirchturm, das Minarett. Ungebrochen zeigt Novalis uns in dieser Zeile sein Weltbild, das von der eigenen Dominanz und der Entmenschlichung der Frau ausgeht.«

Dem wäre nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht das vollständige Gedicht Novalis.

An Laurens Eichhörnchen

O Tierchen, das mit Munterkeit
Vor meines Mädchens Fenster springet
Und dem sie selbst voll Sorgsamkeit
Im weißen Händchen Futter bringet.

Das Sprünge macht wie Pantalon,
Durch seine Späße sie vergnüget
Und seiner Drolligkeit zum Lohn
Von ihr geliebt im Schoße lieget.

Das an ihr hängt, dem Busen nah,
Und ihre Rosenwangen lecket
Und das oft viele Reize sah,
Die meinem Späherblick verstecket.

Sonst bin ich wohl vom Neide frei,
Doch hier da muß ich dich beneiden,
Sie koset dich und liebt dich treu,
Bei mir verhöhnt sie meine Leiden.

O lächelte doch mir das Glück,
Ließ einen Tag mich in dich fahren,
Denn mich beglückte nicht sein Blick –
Sie würde Ledas Los erfahren.

Novalis (1772 – 1801)

Da ist es wieder, dieses Leben!

Heribert Prantl zum Thema Schießbude AFD

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30 Antworten zu Kurz und dreckig 17

  1. Matthias Eberling schreibt:

    „In den Hitlerjahren glaubten wir noch so sehr an Bücher, dass wir sie verbrannten.“ (William T. Vollmann: Central Europe)

    Heute genügt Ignoranz.

    Rührend ist die Genderilla, die sich am Kleingedruckten, an den AGB dieser Welt abarbeitet, während um sie herum alles in Flammen steht.

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  2. R@iner schreibt:

    Vorsicht bei der Beleidigung von Religionsgemeinschaften im Inland: Gotteslästerung im Münsterland?

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  3. Alles nur Satire schreibt:

    Moin Pantoufle,
    kann Deine Gedanken, Deinen (offensichtlichen) Zorn nur bestätigen, das Geschriebene bis ins letzte Komma bestätigen.

    Schreiben verlangt nach lesendem Publikum, möglichst viel Publikum, das das Gelesene versteht, verstehen will, daraus eigene Gedanken entwickelt, zum Schluss kommen könnte: „So darf es nicht weiter gehen!“. Und dann sogar noch dementsprechend handelt.

    Was Du und andere Blogger und die meisten ihrer Kommentatoren an vernünftigen Texten verfassen, versinkt sofort und ansatzlos im Morast der Bräsigkeit, der Arroganz, der Ignoranz, der Bequemlichkeit der allermeisten Deutschen. Die Wenigen, die gewillt sind, eine differenzierte politische Betrachtung vorzuziehen, lesen linke Blogs, wissen die „Nachrichten“ des Mainstreams einzuordnen.

    Wenn vermutlich, vornehmlich CDU-Wähler, vielleicht auch spd-, FDP- und Grüne-Wähler nun die AfD und deren Spacken in den 2-stelligen „Wählergunstbereich“ katapultieren, ist das nur ein Zeichen dafür, das „Hopfen und Malz“ bereits verloren sind.

    Es ist nun mal einfacher, mit markigen Sprüchen und für vernunftbegabte Menschen unzumutbaren Parolen den latenten Hang zum Faschismus in dieser deutschen (in Frankreich und den USA klappt das auch) Bevölkerung zu erwecken, sie „anzubrüllen“ mit simpel gestrickter Hetze (siehe: Bernd Höcke), was mittlerweile strafbar ist, aber nicht verfolgt und ausreichend geahndet wird, obwohl dieser Paragraph des StGB eine selbständige Ermittlung seitens der Staatsanwaltschaften zwingend vorsieht.

    Das alleine reicht mir vollauf, um begriffen zu haben, wo Deutschland, der Großteil seiner Bevölkerung angelangt ist und noch hin will.

    Die AfD erscheint mir nicht als wirklich „ausgegrenzte Partei“, die von den anderen im BT etablierten Parteien (Ausnahme: Die „Linken“) „geschnitten“ wird. Nein, solange das Volk bei „der Stange bleibt“ und nicht „LINKS“ wählt. Ist alles in Butter und man wird sich arrangieren.
    Der Kuchen Deutschland kann auch unter 5 Karnevalsvereinen (C, s, F, G, A) aufgeteilt werden.
    Trotz allem, einen schönen Sonntag noch….

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  4. R@iner schreibt:

    Viele afd-Anhänger da draußen glauben gar nicht, dass das mit dem Schießbefehl ernst gemeint war. Petry wäre eher einem „Verhör“ unterzogen als in einem Interview befragt worden, wie sie schreiben.
    Nun, Beatrix von Storch klärt uns auf: Ja.
    Ihr Großvater wäre sicher stolz auf sie: Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk

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  5. waswegmuss schreibt:

    Ach Frau Petry versucht zu provozieren. Dünn.
    Annahme: Grenzer erschießt Menschen auf fremden Boden würde schwerste diplomatische Konflikte auslösen. Grenzer erschießt Menschen auf eigenem Boden wäre Mord. Frau Petry lallt Müll. Nicht der Empörung wert. Aber gute Propaganda und eine Steilvorlage für’s bräsige Regierungsvolk.
    Einer anderen Sache sollte mal nachgegangen werden. Die Republikaner haben in Bayern und wo sie auch immer in den Parlamenten saßen bei Abstimmungen treu mit den C-Parteien die Hand gehoben. Wäre mal gut zu gucken wie diese Gruppierung so hält. Wenn es mit dem wilden Sex nicht so klappt kann man doch noch auf die Duldungsstarre zählen.

    Der Cicero tritt eine andere Diskussion breit. Mikroaggression.
    http://www.cicero.de/salon/diskussionskultur-es-kommt-eine-neue-politische-korrektheit-auf-uns-zu/60435

    Steht doch schon trefflich im Faust:

    Denn eben wo Begriffe fehlen,
    da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.
    Mit Worten läßt sich trefflich streiten,
    mit Worten ein System bereiten,
    an Worte läßt sich trefflich glauben,
    von einem Wort läßt sich kein Iota rauben.

    Quelle: Faust 1, Vers 1995 f., Studierzimmer. (Mephistopheles)

    Daher: Political Correctnes & Genderkram leckt mich doch am Arsch!

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    • pantoufle schreibt:

      »Ach Frau Petry versucht zu provozieren. Dünn.«

      Aus Spiegel Online zum Thema rechte Gewalttaten:

      »Die Linke gab die Zahl der entsprechenden Delikte im ersten Halbjahr 2015 unter Berufung auf das Innenministerium mit insgesamt gut 8100 an – darunter 518 Gewalttaten. Knapp 400 Menschen seien dabei verletzt worden. Die meisten Gewaltdelikte, insgesamt 319 mit 244 Verletzten, waren fremdenfeindlich motiviert, erklärte das Innenministerium.«

      Natürlich lallt die Petry Müll. Aber dieser Müll ist ein Dünger.

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      • waswegmuss schreibt:

        Der Müll ist nicht der Dünger sondern die Saat, die auf dem Feld der Heuchelei bestens gedeiht.
        Wenn Merkel und Co. diesem Massenmörder Erdogan Milliarden in die gierigen Griffel drückt um die Flüchtlinge dort zu lassen wo nicht mal der Pfeffer wächst; die Mittel für Frontex aufgestockt werden und gleichzeitig Griechenland noch eine Erpressungsstufe nach unten gedrückt wird; (Wenn ihr keine nehmt dann kriegt auch keine Bugs mehr)
        Gleichzeitig aber diese Frauke von eben diesen Merkel & Co. angemahnt wird ist das an Erbärmlichkeit kaum zu unterbieten.
        Man könnte sogar sagen, dass es sich bei der Aussage von dieser Frauke um unfreiwillige Satire handelt.
        Starker Tobak.

        Die Rechten werden in diesem Land von jeher verhätschelt und gepampert. Solange es keine funktionswilligen Sozialdemokraten und Linken gibt wird sich daran nichts ändern.

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        • pantoufle schreibt:

          Ok! Sagen wir es so: Das war dann erst mal genug für einen Sonntag! 🙂

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          • waswegmuss schreibt:

            Eine wunderbare Frankfurter Eigenart. Von Null auf Hundert in zwei Sekunden losmotzen ohne das der Blutdruck auch ein bisschen nach oben geht.
            Nun ja, trotzdem diese einfältige Arroganz mit der diese Politiker der AfD Tür und Tor öffnen ist schon sagenhaft. Steilvorlagen in Serie und diese Gimpel merken es noch nicht mal.
            Oder hat dich das Nachtreten/Nachschießen der Frau Storch etwa gewundert?

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    • Matthias Eberling schreibt:

      So so, der feine Herr argumentiert mit Faust. Kann ich auch:
      „O glücklich, wer noch hoffen kann, // Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen! // Was man nicht weiß, das eben brauchte man, // Und was man weiß, kann man nicht brauchen.“ – Vers 1064 ff.

      Und zur morgigen Deppenparade in Dresden, wo immer dieselben 3000 Leute hingehen, aber in allen Medien lang und breit berichtet werden wird:
      „O sprich mir nicht von jener bunten Menge, // Bei deren Anblick uns der Geist entflieht.“ – Vers 59 f.

      PC? Da Fuck …

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  6. derda schreibt:

    Mojn pantoufle,
    etwas Gutes hat die Sache. Mit intelligenten und eloquenten Führungspersonal könnte die afd bis in die Mitte abräumen. Mit solchen Chargen wie Petry und Höcke bleiben sie knapp zweistellig Protestpartei.

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  7. pantoufle schreibt:

    fefe scheint das ähnlich wie ich zu sehen
    »Stellt sich die Frage, ob die von der AfD damit weg vom Fenster sind, oder ob das jetzt so einen Donald-Trump-Effekt auslöst, dass die endlich mal aussprechen und damit hoffähig machen, was die Leute eh denken.«

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    • DasKleineTeilchen schreibt:

      aus dem von R@iner verlinkten tweet:

      „und eure hetze ..Waffengewalt kann auch mit gummigeschossen durchgesetzt werden ..“

      „leb im heute ….nicht in der Vergangenheit. .. Gesetze sind zum einhalten da“

      sprachs und präsentiert diesen screenshot-tweet:

      „gesetze sind zum einhalten da“. es ist verboten, weils verboten ist; ich bin diesen fremdschämschmerz echt leid *nimmt rasierklinge wieder in die hand*.

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  8. Matthias Eberling schreibt:

    Ich habe irgendwo im Internet gelesen, dass den AfD-Parteigenossen mit den Mitgliedsnummern 1 bis 1000 ein Dolch mit der Gravur „Meine Ehre heißt Treue“ überreicht wurde. Ist da was dran?

    *Gerücht streu*

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  9. pantoufle schreibt:

    @waswegmuss / 1. Februar 2016 um 12:29

    Gewundert? Nein, das nun gerade nicht. Ich denke nur seit geraumer Zeit darüber nach, welche Meinung ich zu der »Ausladung« von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gegenüber der AFD zu gemeinsamen Krabbelgruppen habe.
    Ganz abgesehen von meiner Abneigung gegenüber dieser Telekratie im Allgemeinen und »Elefantenrunden« im Besonderen: Ich würde mir doch nicht vollen Sinnes eine Horde besoffener Fascho-Schläger ins Studio holen, nur weil die eine mehrheitliche Meinung repräsentieren. Oder um beim Beispiel zu bleiben: Die Diskussion krankt ja bereits daran, daß über diesen Wahnsinn mit dem Schießbefehl überhaupt geredet wird, ob es dafür irgendwelche gesetzlichen Grundlagen geben könnte.
    Allein der Aberwitz dieses Gedankens müßte einem als zivilisiertem Mitteleuropäer doch bereits die Schamröte ins Gesicht treiben.

    Epikur hat heute Morgen richtigerweise angemerkt (ich darf mal ausschnittsweise zitieren):

    Konservative Geschichtsvergessenheit

    »Sie genießen aber alle Segnungen und Vorzüge, die eben genau Gewerkschafter und linke Aktivisten für die arbeitende Bevölkerung erkämpft haben. Und sie tun alle so, als seien diese Regelungen Naturgesetze oder von Gott gegeben. Dabei wurden sie mit viel Blut, Schweiß und Tränen erkämpft. Streikende Arbeiter, Sozialisten und politische Aktivisten wurden und werden auch weiterhin weltweit ermordet.[…] Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, der 8 Stunden Arbeitstag, die Elternzeit und die 5 Tage Woche sind keine großzügigen Geschenke des Kapitals gegenüber der arbeitenden Bevölkerung gewesen. Nein, sie mussten hart und brutal erkämpft werden! Nur infantile Facebookianer, verkappte Mittelschichts-Rassisten und Sofa-Shitstormer sind eben nicht diejenigen gewesen (und werden es auch niemals sein!), die auch aufgestanden sind und sich für das Wohl der Bevölkerung eingesetzt haben.«

    Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
    Deswegen auch meine faule Lösung von heute Vormittag, einen Kant-Text zur Erinnerung zu bringen. Man hätte natürlich auch einen flammenden Aufruf an die Lügenpresse starten können, daß sie endlich wieder ihrem Auftrag von oben nachkommen: Statt infantilem Politiker-Gewäsch Aufklärung. Aufklärung darüber, wie die Welt 25 Jahre nach dem Fall der Mauer aussieht wie sie aussieht. Und wie es dazu kam – wer dafür verantwortlich ist!

    Aus der ZDF-Satzung:

    »Das ZDF hat in seinen Sendungen die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Es soll dazu beitragen, die Achtung vor Leben, Freiheit und körperlicher Unversehrtheit, vor Glauben und Meinung anderer zu stärken. Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten. Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verständigung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.«

    Das ist quasi Lokalverbot für die AFD. Das darf dann vielleicht noch innerhalb einer Satire-Sendung auf die Bühne, sonst aber… Wo wir gerade bei den Toten waren: In dem Zusammenhang würde mich Dieter Hildebrands Meinung darüber sehr interessieren. Stichwort Leuchtturm und ihre durchaus segensreiche Wirkung auf die Republik. So ein Seezeichen kann auch ein Medium wie eine Rundfunkanstalt sein – man müßte sich nur trauen!
    Unter diesem Aspekt habe ich mehr als wohlwollendes Verständnis für den Südwestrundfunk, diese Krawallschachteln auszuladen. Nur daß es bedauerlicherweise andere Gründe waren. Es sei beschämend für den Journalismus, so die Kritik von allen Seiten. Wohl wahr, aber dann krankt das gesamte journalistische Konzept solcher Sendungen daran, daß man diesen Politikern die Erklärung der Welt überläßt. Und in ihrer Unfähigkeit unterscheiden sie sich in der CDU oder SPD in nichts von denen der AFD. Man sollte eben allgemein wählerischer mit denen sein, die man sich ins Studio und vor das Mikrophon holt.

    Ja, und dann habe ich der Einfachheit halber lieber Kant gegeben.

    Kleiner Nachtrag, sofern noch jemand mitliest:
    Fundstück auf Carta, Dr. Richard Meng:

    »Das journalistische Versagen liegt nicht in der Ausladung der AfD von den TV-Duellen, sondern darin, dass der SWR eine Einladung überhaupt erwogen hat. Es verweist auf ein grundsätzliches Problem des Journalismus: Eine merkwürdige Mischung aus Hybris und Kleinmut.[…]

    Denn demokratischer Journalismus hat eigentlich doch zwei Funktionen, die aktuell zueinander in Widerspruch kommen. Zum einen das Abbilden von Gesellschaft. Zum anderen aber Einordnung und Bewertung, Orientierung. Deshalb ist es völlig richtig, wenn engagierter Journalismus nicht auch noch Rassismus und Ausgrenzung genauso selbstverständlich spiegelt wie Linksliberalität oder Ökokultur. Im Gegenteil. Es gibt Meinungen, die antiaufklärerisch und inhuman sind. Die Grundlinie der AfD gehört dazu, die von Pegida sowieso.
    Es gibt für Medien überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund, solchen Leuten Selbstdarstellungsmöglichkeiten zu geben. Über sie zu berichten ist das eine, journalistisch eingeordnete O-Töne bzw. Zitate gehören dazu. Aber Talkshowauftritte oder gar ausführliche Anhörungen vor Wahlen gehören nicht dazu, solange solche Parteien nicht in den betreffenden Parlamenten sitzen.«

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    • Fluchtwagenfahrer schreibt:

      Moin Pantoufle, ein Mitarbeiter von mir, christlich engagiert, sagte zum mir, „aber man muss doch mit den Leuten reden (AFDler usw. kurz „Gesocks“)
      Daraufhin ich: Nö muss ich nicht. Ganz einfach.
      Zum Thema „demokratischer Journalismus“ (R. Meng), fällt mir im Moment nur das Tim Taylor Heimwerkerking Geräusch ein: HUUUÄÄÄH. Mir ist bei den meisten ÖR in letzter Zeit aufgefallen, wie Meinung ganz gezielt gelenkt/-macht werden soll, Bewertungen von Situationen sind häufig einseitig, diffus und ohne logischer Plausibilität. Bsp.“ Die Stimmung kippt“, Die „Ängste“ der Menschen (dtsch.) Das ärgert mich bei den ÖR ungemein und über die Zwangsabgabe GEZ will ich auch nicht weiter sprechen.

      p.s. meinen aufrichtigen Dank an Dich und deinen Blog

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      • pantoufle schreibt:

        Moin Fluchtwagenfahrer

        Dieses »man muß doch mit denen reden« gibt es gerade auf dem Deutschlandfunk. Der entgegengesetzte Standpunkt zu dem, was ich von Carta verlinkt hatte. Pluralismus, Demokratie, Meinungsfreiheit und was der Argumente mehr sind, die man in diesen Fällen zur Anwendung bringt.
        Ich halte von diesen Begriffen nicht besonders viel, wenn sie zusammenhanglos in die Manege geworfen werden. Von daher will ich auch gar nicht diese Standpunkte gegeneinander abwiegen (was dieses Thema und diese Stelle betrifft). Das muß jeder für sich selber entscheiden.

        Was das Lenken von Nachrichten betrifft, so wird immer so getan, als wäre das eine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Ich finde das gelinde gesagt grotesk. Natürlich sind Nachrichten zweckgebunden und manipulativ. Dazu sind sie schließlich da! Die Nachricht vom Sieg in der fernen Schlacht – das Vaterland ist gerettet, der Tod der Königin, der Nordpol bezwungen und hinter dem Ozean lag nicht Indien. Es geht so gut wie nie um den reinen Nachrichtenwert.
        Soweit wir wissen, gibt es seit ca. 7000 Jahren so etwas wie Schrifttum – wenn die Menschheit in dieser Zeit nicht ein Mindestmaß an Medienkritik entwickeln konnte, dann soll es wohl so sein. Man soll es auch nicht erzwingen. Aber das Geschrei, was im Moment darum gemacht wird, ist einfach nur noch affig. Selten haben wir mehr Möglichkeiten gehabt, um an belastbare Informationen zu kommen und selten hatten die Zensoren schlechtere Möglichkeiten es zu verhindern.

        Nicht das wir uns falsch verstehen: Ich halte den status quo aus den verschiedensten Gründen für dringend reformbedürftig. Und das wird mit Sicherheit auch passieren; da bin ich mir sehr, sehr sicher. Aber nicht aus den oft genannten Gründen; sei es das Geschrei über Lügenpresse oder finstere Vorstellungen einer Meinungsmache.

        Ach, und dann freut es mich natürlich, daß es Dir auf der Schrottpresse gefällt 😀

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    • waswegmuss schreibt:

      Gegenentwurf.
      Grundsätzlich sollte jeder knüppelschwingende Neandertaler in die Runde – und zwar von jeder, ja jeder, Partei, die zur Wahl steht. Nicht nur die gewählten.
      Das wäre auch kein Problem wenn das Volk etwas Medienkompetenz eingetrichtert bekommen hätte. Schland wird halt gerade foxtubeisiert.
      Die Fernsehtalkrunden sind zum Shopping-TV verkommen. Jeder packt sein Hochglanzprospekt auf den Tisch und alle sind happy. Die Moderatoren spielen bei ungeliebten noch etwas Stiftung Warentest für Arme. Als Beispiel sei hier Sara Wagenknecht und dieser österreichische Schönling genannt. Sie ist für diese Lusche einfach zu abgebrüht. Braucht kein Mensch mehr.
      Eine Sternstunde sah ich mir mal Youtube an wo dieser Bernd Hücke sein Läppchen auspackt. Die einzige Person, die sich korrekt verhalten hat war unser Justizminister, der während des Elaborierens die Staubkörner auf seinen Schuhen zählte. Man sollte Idioten die grundsätzlich Gelegenheit geben sich als Idioten zu outen. Ein Fehler ist es sie anzugehen. Dann schalten sie sofort um auf Mr. Beaker, machen Mimimi und können so ihren Mitleidsbonus einfahren. Aktuell um die 10%, geschätzt.

      Um noch mal kurz auf Epikurs Linkendingsbums einzuschweifen:
      Das waren nicht nur die Linken und die Gewerkschaften. Es waren auch die Umstände.
      Die erste Welle um die Jahrhundertwende hatten wir als es plötzlich einen gewaltigen Facharbeitermangel gab weil die gut zahlende Industrie alle Handwerksbetriebe abgeschöpft hatte und keiner mehr ausbildete. Die Qualität brach ein. In diese Zeit gehören die ersten Arbeitersiedlungen und Lehrwerkstätten. Hier war übrigens die Kirche stark beteiligt. Kolping ein Name.
      Die zweite Welle Ende der Fünfziger war auch wieder ein Mangel an Arbeitskräften. Bei Vollbeschäftigung haben die Gewerkschaften einfach einen anderen Hebel. Seither wird mittels Import von Arbeitskräften und eine verstärke Verschulung der Universitäten ein ständiges Überangebot von Arbeitskraft auf allen Ebenen bereit gehalten.
      Das erklärt auch weshalb die Gewerkschaften bei HartzIV so krachend gescheitert sind. Es wird gerne mit der Nähe zur SPD begründet. Stimmt nicht – sie können nicht weiter gehen. Das Elterngeld geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zurück.

      Wobei; der altersweise Marx – der hatte was. Und der Mehrwert wird ja auch besteuert – auch wenn es Umsatzsteuer heißt.

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    • pantoufle schreibt:

      Bei Epikur kam dann in den Kommentaren natürlich auch sofort der olle Bismarck und seine Sozialkasse auf den Tisch… die üblichen leicht abgegriffenen und sanft falschen Sätze, aber man muß das ja nicht kommentieren.

      Beim Stöbern finden sich immer Beispiele für sozial denkende Fabrikbesitzer, Industrielle oder Politiker, die nicht gleich als Kolping kanonisiert wurden. Es ist doch einfach absurd anzunehmen, nur aus unserer heutigen Sicht, aufgeklärt und glutenfrei wie wir sind, könnten wir die Probleme von 1900 so viel besser wahrnehmen und analysieren als diejenigen, die dort lebten. Oder um bei Otto von Bismarck zu bleiben: Ich habe mich immer für diese Person interessiert, viel gelesen und versucht, ihn zu verstehen. Nicht, daß ich ihn für die Speerspitze des Humanismus halten würde, aber das stumpfe, imperialistische Monster, als das er so gerne verkauft wird, war er nie. Da gab es ganz andere in dieser Kategorie – viel, viel schlimmere. Eine sehr widersprüchliche Person, sehr komplex und intelligent.
      Was wollte ich sagen?
      Die Carl Zeiss Stiftung von 1889 oder ein gewisser Otto Lilienthal… man könnte für längere Zeit abschweifen, was an der Geschichte des Kapitalismus natürlich nichts gerade rücken kann. Nur der Hoffnung Nachdruck verleihen, daß es zu allen Zeiten so etwas wie Humanität und Vernunft gab.

      Was nun Deine Ideen mit der Medienkompetenz der angestellten Massen und dem Dschungelcamp für Abgeordnete betrifft, so sehe ich da eher duster. Grundsätzlich stimme ich Dir ja zu, daß sich die Idioten mit Anlauf vor der Menge blamieren sollen. Aber in diesen Momenten steht dann wieder irgend ein Schwachmat auf, der mit dem Ruf »Toitsland den Deutschen, nie wieder Sieg und morgen die ganze Welt!« durch die Kamera läuft und genau das behalten die Leut im Kopf. Nicht denjenigen der klug schwieg. Du glaubst mir nicht? Geh mal auf Facebook und Twitter. Die Masse der Vernunft ist nicht gleich der handelnden Masse – traurig, aber wahr.

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      • waswegmuss schreibt:

        Es gab in der damaligen Zeit einen anderen Wertekanon. Die berühmte unsichtbare Hand eines Adam Smith, Moralphilosoph, ist eine Abwägung des moralischen Handelns mit dem wirtschaftlichen Schaffen. Das wurde auf zwei Waagschalen reduziert.
        Es gibt immer noch derartige Kaufleute und Industrielle. Ich denke, dass sie langfristig sehr erfolgreich sind weil sie langfristig denken können.
        Der olle Bismark war ein hervorragender Politiker, der immer auch etwas sein Ohr beim Volk hatte. Etwas. Er musste etwas machen ob er wollte oder nicht. Die damalige Zeit war höchst politsch. Überall gab es Debattiervereine und wo sie verboten waren wurde halt gesungen. Nicht umsonst heißen Gesangsvereine Concordia, Eintracht etc. (Du musst dir mal so eine alte Fahne ansehen. Die waren voller Anspielungen auf die Obrigen. Sehen konnte man sie nur wenn sie entfaltet wurde. Beim Üben oder bei Beerdigungen)
        Die Kirche hat auch nicht uneigennützig etwas für das Volk gemacht. Sie hatten zwar ihre Kirchen und Klöster wieder zurück bekommen aber die Einnahmen waren weg. Deshalb musste das Volk mehr verdienen damit es wieder etwas im Klingelbeutel klappert. Im Spessart haben sie beispielsweise unter Mithilfe der Benediktiner die Obst- und Gartenbauvereine hochgezogen. In Verbindung mit der Raiffeisenbewegung und der Anbindung an die Großstädte mittels Eisenbahnen wurde ein besseres Leben möglich und die Kasse etwas voller (Virchow: Die Noth im Spessart. http://www.spessartprojekt.de/spessart/bibliothek/virchow.php)

        Das Dschungelcamp ist in Berlin.

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  10. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin Pantoufle, zum Text vom Hr. Prantl eine Einlassung meinerseits,
    Zitat:
    „Es wird gesagt, solche Diskussionen seien entlarvend. Das sind wohlmeinende Hoffnungen. Das Powerplay an Aufmerksamkeit, das AfD und Pegida erfahren, verändert nicht nur Diskussionen, es verändert auch die Gesellschaft – und es reizt die Protagonisten von Pegida und AfD, immer noch eins draufzulegen, noch heftiger zu werden. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass sich die anderen Parteien und die mediale Öffentlichkeit darauf einlassen.“

    ja, diese Diskussionen sind entlarvend und sie „entlarven“ deutlich die Gesellschaft, in der wir leben, eine durchgreifende, bleibende Veränderung zum (ich nenn es mal) „Guten“ hin (Humanismus??) kann ich nicht erkennen. In einem kurzen Moment wird mal wieder Schleier von diesen fiesen Hackfressen gelüftet.

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  11. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin Pantoufle, der Punkt geht an Dich. Es wird immer soviel von Ängsten gesprochen, mir wird zu mindestens schwummerig wenn ich daran denke, das ich vielleicht demnächst an der Grenze stehen muss (Daueraufgabe der Bw?) und kein AFD`ler da ist, dem ich mal mittels mitgeführter Dienstwaffe veranschaulichen kann was eine Schusswaffe und deren Gebrauch so anrichtet. Da wird sich wieder keiner von denen finden der die Rolle des Flüchtlings übernimmt. Aber mit dem Kant im Kopf wird letztendlich alles Gut, da sei die mal sicher.
    p.s. Beim Zielen ist mein „rechtes“ Auge nicht geschlossen.

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