Dies und das

ttip

»Daktari! Ich hab Nacken und jetzt ist auch noch das halbe Gesicht gelähmt! Mach was! Gib Kortison, Spritze, Heilehand und Du bist mich in Nullkommanix wieder los. Rechnung an die übliche Adresse.«
Daktari wird dieses oder nächstes Jahr in den wohlverdienten Ruhestand gehen und regt sich schon lange nicht mehr auf. Dafür hat er aber völlig unzutreffende Vorstellungen über Freizeitgestaltung und Hobbys von Pantoufles im allgemeinen und mir im Besonderen.
»Ins Krankenhaus? Vergiss es! Denk einfach nicht weiter darüber nach.«
Ich habe doch nicht erfolgreich die ganzen Kunststückchen mit »geschlossenen Augen an die Nase fassen«, »auf einem Bein hüpfen« und den ganzen Kokolores abgezogen, damit Daktari mich jetzt einweist. Ich möchte einen Freund anrufen – Falsch: Ich möchte, daß Daktari einen Freund anruft. Einen Internisten, der mir Kortison verschreibt. Meine Doktorsche ist leider im Urlaub. Die hätte mich schon längst mit ein paar Spritzen und einem Rezept für Kortison… und die fragt mich auch nicht bei jedem Nießen, ob ich gerne mal wieder in eine Kernspintomographieröhrendingens will!

Dabei bin ich schon so rekonvaleszent und behutsam mit mir, übernehme mich nicht und habe mir sogar eine neue Behinderten-Kamera gekauft! Ja, ja: Die Nikon F3 (uralt) hat ein kleines Schwesterchen bekommen! Eine Nikon 801s (alt). Die kann von alleine scharfstellen, wenn man die passenden Objektive dazu hat. Genau die richtige Kamera, um sich zu erholen. Die zieht sogar die Filme von ganz alleine ein und spult sie zurück. Man soll es nicht für möglich halten… dieser Fortschritt aber auch!
Das mit dem von alleine scharfstellen überzeugt mich noch nicht so richtig. Ich stelle lieber selber und deswegen ist da auch dieses großartige Nikkor 100mm E-Series draufgeschraubt. E-Series? 100mm/1:2.8 und nicht 105mm? Genau: Das gab es nämlich auch mal. Nikon wollte auch seinen weniger gut betuchten Kunden was Gutes tun und bot von 1979 – 1987 die »Billigserie« E-Series an. Plastik, wo bei Nikon (damals) normalerweise Metall verwendet wurde und bei der Vergütung der immerhin originalen Nikkor-Linsen war man auch etwas sparsam.
Wie Peter Braczko in seinem Buch „Nikon-Faszination“ schreibt:
„Fazit: Trotz guter Qualität wurde die E-Serie nicht den Ruf los, sie gehöre zur Objektivgruppe „zweiter Wahl“. Es war nicht das erste Mal in der Kamerageschichte, daß ein gutes Konzept keine Gnade bei der Verbrauchermehrheit fand.«

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F3 mit dem 50er mit Gelbfilter (sieht man nur bei genauem Hinsehen), die F801s mit 100er. Die paar Millimeter bauen wirklich nicht so spektakulär auf.

Von 2.Wahl kann wenigstens beim 100mm E absolut nicht die Rede sein! Schon bei Offenblende richtig gut; allein bei Gegenlicht sollte man sehr vorsichtig sein – das kann die Scherbe überhaupt nicht leiden. Und das Ding ist richtig klein, nicht so ein Trümmer wie die 105mm, die ja nebenbei noch »Macro« sind und von daher ein gute Stück größer und schwerer. Klein, unauffällig, scharf und bei meinem Exemplar unbenutzt. Wie aus dem Laden sozusagen – die Nachteile des Plastik werden sich erst in einigen Jahren bemerkbar machen.
Aber wenn der Daktari recht behält, können sich dann meine Kinder darüber ärgern.

Der Motor der Yamaha war jedenfalls noch warm genug um ohne Choke zu starten und so ging es zu einem anderen Daktari. Einem Internisten, der die selben Tänze und Rituale aufführte und mich lobte, weil ich die schon so gut auswendig wußte.
»Ach, und einen Schlaganfall hatten Sie auch schon? Wollen Sie nicht vielleicht doch lieber gleich ins Krankenha… wie? nein? Aber das nadelscharfe Stilett, das stecken Sie doch wieder ein, oder?«
»Ja, Daktari: Und jetzt sieh Dir mal meinen Nacken an! Da tut’s nämlich weh!«
Und weil der neue ein guter Medizinmann war, tat er das dann auch.
»So, und jetzt gib mir ein Rezept für Kortison!«
Gemach, gemach, gemach. Erst die Diagnose! Im Märchen heißt das immer »vor langer, langer Zeit« – beim Medizinmann »Ich vermute, es könnte, unter Umständen,…dauert ein paar Wochen!« Sie wollen immer ein Handycap herauskitzeln. Aber, Bürschchen: Du kannst rennen – nur entkommen kannst Du mir nicht. Auch nicht mit ein paar Wochen Vorsprung!

»Und jetzt krieg ich mein Kortison? Ich würde auch eine Spritze… meine Doktorsche kriegt das immer in ein paar Tagen wieder hin (wenn sie nicht gerade im Urlaub ist)«
Ich glaube ja, der Neue ist ein guter Daktari. Ich habe ihm erzählt, daß sein Vorgänger mir etwas von mediterraner Diät und Ausgleichssport aus seinem Frau-im-Spiegel-Abo erzählt hätte und ich deswegen nicht mehr besuchen würde. Daktari ist klug, hat sich das gemerkt und verschluckt sich beinahe, als er mir meine Verhaltensregeln mit auf den Weg gibt. Kein Wort über Olivenöl und Fahrradfahren.
Es gibt ihn schon noch, diesen eisernen Willen dazuzulernen. Selten, aber es kommt vor.

Ich bekomme mein Kortison! Keine Spritzen, aber immerhin. Die Restheilung macht die Doktorsche nächste Woche wenn sie wieder auf hat. Der erzähle ich dann wie schlimm es bei der Konkurrenz war und daß sie die beste Heilerin der Welt ist. Das freut sie so sehr, daß ich dann gespritzt werde und sie mich massiert.
Und wenn das der einzige Grund wäre, sie mal wieder zu besuchen.

Vielleicht sollte ich sie mal photographieren. Sie ist eine schöne Frau und dann habe ich ein Bild von ihr. Mein Zauber, wenn das belichtete Papier in die geheime Flüssigkeit getunkt wird und sich dann langsam grau in grau ein Bild zeigt. Hundert Millimeter, die perfekte Portraitdistanz. Meine Normalbrennweite. 100mm für Kleinbild und ein unfassbares 180mm/1:4 für’s Mittelformat.
Darin liegt wohl auch das eigentliche Geheimnis: Wenn die Qualität von irgend so einem Kleinbildformat – Gedöns nicht gut genug ist, nimm was Vernünftiges. Vor allem was großes. Mittelformat zum Beispiel. Hubraum ist nur durch noch mehr Hubraum zu ersetzen.

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Ach, und wenn wir schon dabei sind, gleich noch die Werbeeinblendung. Pantoufle benutzt jetzt doch wieder ADOX 100 – Filme. ADOX II, um genau zu sein. Den gibt es wieder in 120 und Kleinbild. Tilla sind die ja zu langweilig, aber ich mag es eben langweilig!
Was aber entwicklerseitig endgültig gestorben ist, sind sämtliche Rodinal – Derivate, vollkommen gleichgültig, wer die zusammenmischt. Ich schrieb bereits einmal darüber, hatte es idiotischerweise doch noch einmal ausprobiert. Das war nicht überzeugend!

In den Foren kursieren ja die tollsten Gerüchte darüber, wie die finale Entwicklung mit diesem Ur-Urahn aller Entwickler vonstatten gehen soll: Eigenartigerweise liest man immer wieder von Extremverdünnungen und gemütlichen Nachmittagen beim Schütteln einer einzigen Entwicklerdose. Etwas bösartig formuliert drängt sich mir der Verdacht auf, diese Methode dient vorzugsweise zum Verschleiern der ungenaue arbeitenden Substanzen… Aber das ist natürlich nur eine miese Unterstellung!

Was sich im heimischen Chemie-Regal und dem Adox wirklich bewährt hat, ist SAM classic von Spürsinn. Zwar ist die Möglichkeit des »Replenishments« eine leicht nervtötende Prozedur, funktioniert aber ohne Verlängerungsfaktoren und Trickserei. Dadurch auch sparsam und relativ preisgünstig.
Vorwässern, sonst sammelt sich eine üble Brühe! Es ist eben kein Einmalentwickler! Ilford-Kipp 7min bei 20° / 100ASA. Wenn man zwei (Kleinbild)Filme in der Dose hat, empfehle ich, lieber 2 mal zu kippen. Pushen ist nicht! Na gut, wer unbedingt will oder muß, bekommt eine Blende mehr, aber der Film will das nicht wirklich!

Tilla P auf ADOX II 100mit dem typischen Gesichtsausdruck wenn ich »ADOX« sage.

Tilla P. auf ADOX II 100 mit dem typischen Gesichtsausdruck wenn ich »ADOX« sage. Scan von Papierabzug.

Der Kodac Tri-X 400 bleibt Pantoufles Zweitfilm. Vor allem in dieser Jahreszeit der Langzeitbelichtungen. Vom Ausdruck so ziemlich das genaue Gegenteil des Adox: Hart, kontrastreich, steil. Der hat auch die Grauwerte, aber auf einem ziemlich engen Bereich. Der Film läßt sich mit HCD 80 (auch von Spürsinn) gut um zwei Blenden pushen; wenn’s etwas mehr sein darf, nimmt man JOE.
»JOE ist kein ausgesprochener Feinkorn-Entwickler« steht im Waschzettel und ich würde jedes Wort unterschreiben. Nicht, daß man in eine öde Kornwüste blickt, aber oberhalb von 1600 ASA sind das schon ganz spezielle Negative, geeignet, beim Vergrößern Weinkrämpfe und Splitgrade – Orgien zu produzieren. Wie auch schon geschrieben: Die ersten Experimente waren begeisternd mit erschreckend vielen Aussetzern, aber es ist eben ein Entwickler für einen ganz speziellen Anwendungsfall.

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Kodak Tri-X 400 auf 3200 ASA gepusht und mit JOE gebadet. Das kann funktionieren, muß es aber nicht zwangsläufig. Auch Scan von Papier. Ein paar Sekunden mit einem 00-Filter auf Kentmere VC-Select Papier.

Angeblich soll eine Zwei-Phasen-Entwicklung mit HCD 80 + HCD 50 kuscheliger sein, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. 800 ASA reicht sowieso meistens und dann gibt es noch den Pro-Tip mit dem Stativ… eigentlich sollte sich nach 150 Jahren langsam herumgesprochen haben.

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26 Antworten zu Dies und das

  1. DasKleineTeilchen schreibt:

    dat auf 3200 gepushte sieht doch schweinegut aus, gerade wenn ich da an meine alten experimente denke…

    sage ma; hast du noch n altes 35ger (anschluss is egal), was nur blöde rumliegt und nirgends druffpasst? ich wollte mal was mit meiner ollen exilim, die ich auf echt-schwarzweiss (jaja, in fisseliger kleinarbeit den bayer-filter direkt vom sensor runtergekratzt und finaly echte 10MP als belohnung) und RAW getweakt habe, ausprobieren.

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    • pantoufle schreibt:

      Moin kleines Teilchen

      Ja, das Bild mit den Schusterkugeln ist recht gelungen. Daneben stehen aber 10 Negative, die nicht ganz so gut… Interessant ist der Vergleich mit nem Delta 3200, der dagegen völlig verhagelt aussieht. Von meinem letzten Berlinbesuch hatte ich noch einen rumliegen, aber noch nichts vorzeigbares abgezogen habe.

      Ein 35mm hab ich nicht direkt, aber ein Pentax 50mm mit einer ME dran. Die Kamera hat eine mechanische Macke, die ich beim besten Willen nicht herausfinde (feuchter Keller-Fund). Das könnte sich für solche Experimente anbieten. Wenn’s unbedingt 35mm sein soll, noch was mit Revue im Namen. Wenn Du daran interessiert bist, lass es mich wissen.

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    • pantoufle schreibt:

      Ich falsch denken – Du auch, aber Du darfst das. Wie groß ist eigentlich Dein Sensor (eff.)? 35mm bezogen auf Kleinbild ist bezogen auf Fitzelhalbleiter irgend was im unteren Zoom-Bereich.

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  2. Alles nur Satire schreibt:

    Na endlich!
    Wieder Nivoh in des Herrn Pantoufles Medienbetrieb.
    1x gelesen und (fast alles) sofort verstanden.

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  3. derda schreibt:

    Hallo Pantouffle,
    bei den altersbedingten Wehwehchen ist ein Füsio kompetent. Die Gesundspritzer und in-den-MRT-Schicker haben da erhebliche Defizite.

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  4. Thelonious schreibt:

    Lass das mal nicht zur Gewohnheit werden pantoufle. Und da ich nicht dein Daktari bin, kann ich auch sagen, dass ich es ziemlich Scheiße finde, wenn du dich nicht einigermaßen an die Vorgaben hältst. „Rauchen in der Schwangerschaft schadet ihrem Kind“, steht auf dem Tabak, der vor mir liegt. Gut, dass wir beide nicht schwanger werden können. Das meine ich also nicht.

    Nach langem Suchen habe ich neulich einen neuen gebrauchten Zylinderkopf für die alte Dame bekommen und ihn zu ihrem Zuhause im Weinberg getragen. Ich kam doch ein wenig ins Keuchen, denn die letzten Wochen war ich faul und mit dem Hund höchstens eine Stunde am Tag unterwegs. Es war ja auch kalt und an einem Tag lag sogar ein wenig Schnee. Kein Wetter für mich. Jetzt habe ich mir vorgenommen, wieder jeden Tag dahin zu pilgern. Als Belohnung winken dann ein oder manchmal auch zwei Gläßchen Wein. Das muss ich trinken, schließlich kommt demnächst der neue Stoff und dann wäre es doch sehr eng mit dem Moped und dem Wein in der Hütte.

    Gestern konnte man wieder gut draußen sitzen. Die Sonne schien, es war warm genug, der Hund jagte Ungeziefer und ich saß am Tischen blickte ins Tal und schrieb zwei drei Sätzchen ins Laptop. Ich hatte das gute Gefühl, dem Hund und mir etwas Gutes getan und auch nicht die Arbeit vernachlässigt zu haben.

    Verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen. Denk dran: Halbseitig gelähmt ist schlecht Motorrad fahren. Mir wäre das Weinchen und der Spaziergang auf jeden Fall lieber, als ein Spritze. Und jetzt lasse ich es auch gut sein.

    Ein Bekannter von mir fotografiert mit einer Plattenkamera. Das ganze Equipment wiegt gut und gerne 20 Kilo. Damit zieht er dann stundenlang los. Das wäre die richtige Kamera für dich. 😉

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Thelonious

      Nö, eine Gewohnheit sollte es eigentlich nicht werden. Es ist im Grunde auch gar nicht weiter wild: Ein entzündeter Nerv im Rücken – wegen Zug vermutlich – und das Leben wird mühsam. Es reicht aber nicht einmal, mich vom Motorradfahren abzuhalten. An die Vorgaben halte ich mich eigentlich sehr. Selbst das Rauchen versuche ich mir abzugewöhnen, was allerdings eine totale Scheißübung ist.

      Im übrigen verbringe ich meine Zeit schon recht gemütlich. Vielleicht etwas zu gemütlich. Das Nichtstun bekommt mir überhaupt nicht. Jetzt hab ich mir für jeden Tag Programm vorgenommen: Tilla versucht mir ja auch immer wieder, die Platte nahezubringen, aber die will ja nur, daß ich den Laborator kaufe. Mache ich aber nicht! Das sind dann nämlich auch die riesigen, teuren Negative, hektoliterweise Chemie und große Papierformate. In der Anschaffung mag eine gebrauchte Fachkamera ja halbwegs günstig sein, aber wehe, dem Bentley fällt mal der Auspuff ab. Ne, ne – das Spielchen kenne ich! Du ja auch mit Deinem italienischen Alteisen. Außerdem wiegt die Mamiya in der Kiste mit Zubehör und Stativ auch soviel wie ein leeres Aquarium bei selben Abmessungen. Ich laufe mangels Weinberg nachher lieber mit der kleinen Neuanschaffung durch die große Stadt. Das ist auch recht hübsch.

      Am liebsten würde ich mich ja in die Werkstatt setzen und FJ Nummer zwei anhübschen. Über den Winter hat sie sich als sehr zuverlässig herausgestellt, wobei der etwas ruppige Motor bei Glibber auf den Wegen nicht unbedingt allererste Wahl ist. Wenn die Fuhre ins rutschen kommt, schreckt man doch jedesmal etwas auf. Aber das sind im Moment die Vorgaben, daß ich das erst mal etwas ruhiger angehen lassen soll. So warm ist es in der Werkstatt doch noch nicht.

      Wie gesagt alles nicht so wild. Ich bin nur die Ärzte leid, die mich nicht einmal ansehen, aber genau wissen, an welchen Spezialisten sie mich gleich weiterreichen können. Da kannst du blutend mit ’ner appen Hand auflaufen und die gucken dir erst mal ins Ohr und lassen dich auf einem Bein hüpfen. Ganzheitlich eben! Was braucht der Kerl eine Hand, wenn er nicht mal springen kann! Und wenn ihnen gar nichts mehr einfallt, die Röhre. »Vielleicht hat er die fehlende Hand ja gefressen!«
      Ich will zu meiner Doktorschen! Die spritzt, wenn es nötig ist, füsiotiert wenn gewünscht und sieht sich erst mal an was weh tut. Dann geht’s mir gleich besser.
      Außerdem riecht sie gut!

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      • DasKleineTeilchen schreibt:

        so is das; so ne kleine cortisonspritze bei entzündeten nerv is nix verkehrtes…nur ma so als info, Thelonious; gerade mein nächster bekannter mit bandscheibenvorfall (der dritte innerhalb von 2 jahren, einer hats 6 monate bei irgendwelchen heilpraktikern verschleppt, ich hab mit engelszungen auf ihn eingeredet, keine chance, bis er halt unters messer musste), der von arzt zu arzt gewandert ist, 6 wochen lang…“nenene, das ist nicht die bandscheibe, da machen wir erst ma akupunktur“. ich hatte ooch ma bandscheibe, in dem augenblick, als er mir sagte, dass es ins bein austrahlt, meinte ich nur „alter, bandscheibe, keine frage“. und was passiert? siehe oben.

        morgen, nach 10 ärzten, bekommt er *endlich* sein MRT.

        pantoufle kann um seine cortison-ärztin heilfroh sein, ganz ernsthaft.

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        • Thelonious schreibt:

          Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den eingeklemmten oder erkälteten Nerv überlesen habe. Bei Lähmungserscheinungen bekomme ich immer ein wenig Panik, vermutlich liegt es daran.

          Also nehme ich alles zurück und disse den guten pantoufle irgendwann anders. 🙂

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  5. waswegmuss schreibt:

    Daktarösisch, das. Das gute K. Lokal angewandt das Beste vom Besten. Kriegen alle Topsportler wenn sie in die Jahre kommen präventiv in die zuständigen Gelenke gejagt, sagt mein Eisenbart.
    MRT. Offenes hatte ich letztes Jahr. Bürokratisch schwierig für das Kassenprekariat. Zahlen nur bei Adip also Fettsucht und Platzangst. Aber nicht bei „Der passt nicht rein!“. 60 cm Schulterbreite kommt da nicht vor. Deutsche Kassen und normannische Kleiderschränke.
    Jedenfalls. Nein. Nix. Nur ein gut verheilter fast Muskelabriss. Nix Ernstes.
    Kam später in der Sauna:
    Guter Rat vom Metzger: Weniger Wutz. Vier Wochen Wutzfrei und gut war es.

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  6. Tilla Pe schreibt:

    Einspruch. das ist das Rodinal-Gesicht.
    Das Adox-Gesicht sieht ganz anders aus. Ey.

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  7. pantoufle schreibt:

    Wenn ich noch eben ein paar Beobachtungen hinzufügen darf:
    Ich bin ja nie krank und deswegen ist der Anblick eines Wartezimmers für mich eher ungewöhnlich. Willkommen in einer völlig ironiefreien Zone. Sieht man sich den Inhalt eines solchen für diverse Stunden an, drängt sich der Eindruck auf, die meisten sitzen dort, weil das Vormittagsprogramm im TV grottenschlecht ist. Wenn sich diese Laienschauspieler nicht über die aktuellen Wehwehchen unterhalten, planen sie bereits das nächste. »Man könnte ja mal wieder eine Kur…« oder läßt sich vom Sitznachbarn genauestens alle Symptome von dessen Krankheit beschreiben, um sie auf Zuruf wiedergeben zu können. Am Tresen stehen sie dann beim Abflug:
    »Als nächster Termin würde mir Mittwoch ganz gut passen!«
    »Ja, aber hat der Doktor denn gesagt, daß…?
    Nein, hat er natürlich nicht. Aber bis Mittwoch ist ihr sicher wieder etwas eingefallen. Eine Röhre oder Blut abnehmen oder irgend etwas mit Kügelchen.

    Ich würde mich ja zu gerne mal mit meiner Doktorschen bei einem Glas Wein darüber unterhalten, bei wievielen ihrer Patienten sie mit neunzigprozentiger Sicherheit davon ausgeht, daß der Betreffende simuliert. Oder die es zur unangenehmen Gewohnheit werden lassen, jede Art von Missfallen am Lauf der Welt als Krankheit zu interpretieren. Damit meine ich natürlich nicht einen glatten Bruch des Oberschenkels oder ein abgerissenes Ohr – die Fälle kommen aber ohnehin ins Krankenhaus. Genau so wenig wie die Patienten eines Zahnarztes – da simulieren wohl nur die wenigsten. Nein, ich spreche vom normalen Wahnsinn des Wartezimmers eines Allgemeinmediziners an einem Dienstagvormittag.

    Die Ärzte haben dabei natürlich die Arschkarte. Denen wird dadurch die Zeit für diejenigen gestohlen, die es nötig hätten um sie für diejenigen zu vergeuden, die unterhalten werden wollen. Aber was soll man machen? Bei einer gefühlten Quadrierung der Menge von neuen Krankheiten jährlich kann sich der Behandelnde ja niemals sicher sein, daß es sich bei den Symptomen nicht um pneumobile Elabotomie handelt. Die »Frau im Spiegel« widmete dieser neu entdeckten Volksseuche bereits sechs Artikel: Bei Handy-Entzug bekommt der Patient Nasenblutungen und Pickel überm Mund. Erste Todesfälle werden wöchentlich erwartet! Kein Wunder, daß man am besten gleich zum Spezialisten überweist – irgend ein Hochseilartist wird sich die Marktlücke bestimmt schon gesichert haben.

    An die anfallenden Kosten darf man dabei sowieso nicht denken. Der Grütz muß ja nebenbei auch noch bezahlt werden. »Wie? Ihre Krankenkasse zahlt keine Globuli?« Was Wunder – das würde ich an ihrer Stelle auch nicht. Jeder Scharlatan darf ja heute irgend etwas heilen und kann sich gesunden Zulaufes sicher sein. Daß dabei vielleicht auch sinnvolle Methoden der Heilung unter den Tische fallen könnten, steht auf einem anderen Blatt.
    Aber das ist schon gar nicht mehr so wichtig. Nicht das Verhältnis zum Arzt ist pervertiert, sondern das zur Krankheit. Wie kann man noch auffallen in der Masse, ein kindliches sich interessant machen. Oder einfach ein wenig Aufmerksamkeit bekommen, das einem – außer von der Krankenkasse bezahlt – niemand mehr entgegenbringt. Gesund werden ist dann natürlich kontraproduktiv. Ach, dann sollen sie doch zum Psychiater gehen? Und da war schon wieder das Problem, daß Mediziner nicht dazu da sind, gesellschaftliche Probleme zu lösen, verbunden mit der tristen Feststellung, daß Menschen sterblich sind.

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  8. baphotour schreibt:

    Ja das sind doch mal Fotos! Schön!

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  9. pantoufle schreibt:

    @baphtour
    Ach! Das ist mal schön, daß jemand meine Bilder mag! Das freut mich ehrlich. In (viel zu großen Abständen) quäle ich immer mal wieder meine Leser damit. Auch mit etwas Dunkelkammer und gaaanz wenig Kamerawerbung für altes Nikon- und Mamiyaeisen. Aber als Nischensportler mit Papier und Chemie weiß ich natürlich, daß das hier bestenfalls auf… nennen wir es mal höfliche Anerkennung trifft.

    Wie ich sehe, photographierst Du ja ganz wunderschöne Bilder, wenn auch mit sehr viel Farbe 😀 Da würde ich auch gerne mal mit der Kamera rumlaufen, auch wenn ich mich wohl auf die Suche nach dem großen Ansel Adams machen würde. So oder so müßte das aussehen.
    Dann könnte mich Tilla vielleicht doch noch zur Platte überreden, mit Ziehharmonika und großem Holzstativ.

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  10. tikerscherk schreibt:

    Muss man sich sorgen? ich sorge mich nämlich. Gesicht gelähmt, was´n ditte?
    Ich hoffe Du hast inzwischen schon wieder ein gerades Lächeln im Gesicht und passt schön auf Dich auf!

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