Dorftratsch

pic via fefe

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Heute kein Piccolöchen. Die Damenriege »die Mädels« schwatzt. Das tun sie immer, dafür sind sie berühmt. Heute dürfen sie aber nicht, weil Gemeinderatssitzung ist und Hanno, was unser Bürgermeister ist, guckt auch schon ganz grimmig in ihre Richtung. Das hilft aber nichts. Jeder ahnt das. Die Damen reagieren nur auf größere Kaliber, deren Aufschläge vor ihren Füßen sie eventuell aufschreckt. Und dann auch nur kurz. Landfrauen.

»Ich stelle fest, daß der Rat vollzählig versammelt ist und eröffne hiermit die soundsovielte Sitzung unseres kleinen Dorfes. Zugegen ist heute Frau Schmal-Landewsky, die stellvertretende Bürgermeisterin des nächstgrößeren Ortes.« Hanno, was unser Bürgermeister ist, hat die Sitzung eröffnet und es ist auch schon beinahe ganz ruhig. Ach, da schau her: Die Cora! Stellvertretende Bürgermeisterin ist sie also mittlerweile. Brav, brav! Cora ist hochgewachsen, zierlich, hat etwas fohlenhaftes und lacht gerne. Jetzt aber nicht – jetzt ist sie stellvertretende Bürgermeisterin. Wer sie nicht kennt, könnte sie für kalt und ehrgeizig halten. Kommt man ihr näher, besticht sie durch die Gabe der Ironie, Humor und ungeheuren Fleiß. Eine angenehme Stimme hat sie, die für den heutigen Abend leider nicht laut genug ist. Kein Mikrophon und Stühle aus den fünfziger Jahren.
Pantoufle mag sie ganz besonders gerne.

Neben ihr der Feuerwehrhauptmann, der heute natürlich nicht Feuerwehrhauptmann, sondern Ratsmitglied mit markantem Schnurrbart ist. Papiergeraschel, Stühlerücken, Willkommensrede.
»Das ist ja mal schön, daß die Sitzung so gut besucht ist und natürlich würden wir uns das auch auch bei anderen Gelegenheiten wünschen.« Hanno, was unser Bürgermeister ist, redet flüssig, laut und man versteht jede Silbe. SPD, wobei das führende »S« hier noch für Sozialdemokratie steht. Pantoufle hat ihn auch gewählt. Ihn und die ganze Riege, die damit verbunden ist. Klaus zum Beispiel. Hochintelligent, mit Hang zum Zynismus, einem schönen Garten und einer wunderbaren Frau. Er sitzt neben dem Bürgermeister und betrachtet lächelnd die Gemeinde. Einige von denen fürchten dieses Lächeln – es geht gelegentlich seinen kurzen, prägnanten Kommentaren voraus. Die sind nicht jedermanns Sache. Sie können die Wirkung von Artilleriegranaten haben, aber heute bleibt er ungewöhnlich ruhig.

»Natürlich wissen wir, daß Ihr wegen der Flüchtlingsgeschichte gekommen seid, aber die kommt erst zum Schluß. Damit Ihr nicht alle vorher wieder abhaut.« Dumpfes Stöhnen der Anwesenden.
Die Tür zum Saal öffnet sich noch einmal und die Nachzügler holen sich Stühle. Platz an den Tischen ist nicht mehr, Haufenbildung der politischen Fraktionen. Der libertäre Flügel rückt aus Platzgründen zu den Konservativen. »Moin!« »Moin!« Freundliches Nicken.

»Als ersten Punkt der Tagesordnung haben wir die Wasserschäden am Bürgersteig der Landwehrstraße 4 am Haus vom Peter.« Stühlerücken. Jeder versucht so gut es geht, die Beine auszustrecken oder es sich auf andere Art gemütlich zu machen. Die Mädels-Riege ist tapfer bemüht, die Klappe zu halten.
So ein Wasserschaden kann sich ja schnell ausbreiten. Wo erst mal nur ein Steinchen verrutscht ist, kann ja morgen…
Die Gardinen könnten auch mal wieder gewaschen werden. Jetzt, da sie zugezogen sind, da sieht man es besonders. Sonst ja nicht so sehr. Und wenn hier Schwoof ist, die Junggesellen die Bar eröffnen und alles am tanzen und feiern ist, erst recht nicht. Aber waschen könnte man sie trotzdem mal!
»… die meisten von Euch sicherlich mitbekommen haben, gibt es auf dem Pfarrweg nun Poller. Die Fahrräder kommen da noch durch, nur die Autos nicht mehr außer den Anliegern…«

Der Führer der Konservativen lauscht dem Redefluß gespannt und voller Aufmerksamkeit. Dazu hat er aus Konzentrationsgründen die Arme vor der Brust verschränkt, die Augen geschlossen und seine Stiefel tauchen beinahe erst am anderen Endes des Tisches wieder auf. Noch haben seine Atemgeräusche kein auffälliges Niveau erreicht, aber jemand stößt ihn sicherheitshalber mal an.
»Carl!«
»Ja, ist mir auch schon aufgefallen!«

Die Fahne der Junggesellenschaft hängt hinter Glas, damit sich die Motten nicht darüber hermachen. Seit 1964. Damals gab es auch noch den Bergmannsverein und die Kyffhäuser. Die Bergmänner hat Pantoufle schon nicht mehr erlebt, aber bis vor ein paar Jahren wackelten noch drei Krieger des Bundes tapfer bei den Umzügen mit. Sie geleiteten sich gegenseitig zu Grabe. Bis auf den letzten natürlich. Der ging notgedrungen vollkommen zivil von dieser Erde. Bis auf ein eisernes Kreuz auf dem Grabstein; ihre Fahne nun endgültig verschwunden. Beim Pragmatismus dieses Dorfes ist sie vermutlich als Motten – Opferanode in irgend einer Ecke verrottet. Kein Glaskasten.

»Abstimmung. Alle dafür? Gegenstimmen?« Keine Gegenstimmen, die Amtsträger der CDU sind heute der Sitzung ferngeblieben, was allgemein mit Unverständnis zu Kenntnis genommen wird. Die Erneuerung des östlichen Dorfschildes ist beschlossene Sache.
»Kommen wir also zum letzten Punkt der Tagesordnung. Die Flüchtlinge! Einen ersten Überblick gibt uns Frau Schmal-Landewsky.« Hanno, was unser Bürgermeister ist, hat die erlösenden Worte gesprochen. Cora erhebt sich und spricht mit ihrer weichen Stimme viel zu leise, wedelt mit ihrem Manuskript und ist sichtlich verzweifelt. Man will ja helfen, aber wie? Da kommen die Anrufe von irgend einer Behörde, heute sind es soviele und morgen die anderen auch noch. »Sie haben keine Unterbringungsmöglichkeiten? Dann schaffen Sie welche! Guten Tag, aufwiederhören.«

Aus welchem Land, mit welchem Schicksal, welcher Religion, Geschlecht und Alter – das findet sich beim Öffnen der Bustüren. Aus den Händen der Schleuser über das Meer in die Hände der Schleuser der Bürokratie. Keine Papiere, oberflächliche Gesundheitsfürsorge und Hunger haben sie auch. Nein, keine Zelte. Die Gemeinde kauft seit geraumer Zeit Häuser oder mietet sie an, renoviert und bemüht sich um Infrastruktur. 30 Flüchtlinge für das kleine Dorf, 30 von den vielen Millionen, die auf der Flucht sind.

Die Mädels dürfen endlich wieder den Mund aufmachen. Gleichzeitig, aber der Tenor ist der selbe wie der des Kirchenvorstands. Geht, schaffen wir, müssen wir uns irgendwie drum kümmern. Kaffeekränzchen im Garten mit den Flüchtlingen, um sich erst einmal kennenzulernen. Die Damen der Kirche sind in ihrem Element, unterstützt von Bündnis 90/die Grünen. Die einzige Vertreterin dieser Gattung im Saal ist auch schon etwas tüddelich und ganz Feuer und Flamme. Kaffee und Kuchen: Das kann sie aus Sicht ihrer Partei voll unterstützen!
Der konservative Flügel schweigt skeptisch, rechnet aber fest mit einer Einladung. Es muß ja nicht beim Kaffee bleiben. Aber wenn man jetzt etwas dagegen oder dafür sagt, könnte es einem später leid tun. So oder so; also besser erst einmal schweigen.

Rote, eng an den Kopf gekämmte Haare zu einem Zopf, schmale Lippen und meldet sich mit Handhochheben zu Wort. Wer ist das? Tuscheln der Mädels in Richtung der schönen Küsterin, die hilflos mit den Achseln zuckt. Wen sie nicht kennt, den gibt es gar nicht, jedenfalls nicht in unserem Dorf. Zwar saß die Rothaarige und ihre beiden Begleiter schon die ganze Zeit dort, aber man hatte sie nicht zur Kenntnis genommen. Fremde eben. Gegen die hat man ja grundsätzlich nichts, solange sie von hier kommen. Aber die da sind nicht von hier.

»Man kennt das ja: Die kommen aus Ländern, wo Frauen völlig wertlos sind und sich Nachts nicht auf die Straße trauen können! Und sexuell ausgehungert sind die 30 Männer obendrein. Ich habe eine siebenjährige Tochter, die nun in akute Gefahr der Vergewaltigung gerät. Ich bin nicht hierher gezogen, um so etwas in der Nachbarschaft zu haben!«

Also doch von hier. Wo wohnt die bloß? Und woher weiß sie, daß es 30 Männer sind? Nur eine Tochter? Das ist für hiesige Verhältnisse sehr wenig Kind.
Pantoufle kaut an der Erkenntnis, daß er auch nicht hierher gezogen ist, um so etwas als Nachbarin zu haben. Seit einiger Zeit werden hier von irgend einem Unmenschen Giftköder ausgelegt und Pantoufles Kater Gladstone ist jüngst an einem verstorben. Ob die das waren? Von unseren Leuten würde ja niemand… Nicht, daß Pantoufle irgend etwas gegen Fremde hätte, aber doch nicht solche! Erst Katzen und dann das Grundwasser!

Der Mann neben ihr, der sich als ihr Ehegatte entpuppt, beginnt eine wirre Rede von Afghanistan, Verrat, Untreue und Misstrauen. Ungestört ausreden läßt man ihn eigentlich nur, um endlich herauszubekommen, wovon er eigentlich spricht. War er als Soldat in Afghanistan? Der örtliche Kyffhäuser-Bund ist aufgelöst! Erst klingt es so, reduziert sich dann aber darauf, daß er als Angestellter einer sogenannten Sicherheits-Firma zwei afghanische Kollegen hat, die ihn auf den Tod nicht leiden können. Ein Schicksal, das ihm auch hier drohen könnte. Der Afghane an sich sowie all diejenigen, die wo nicht richtig Doitsch sprechen können, sind eine Gefahr. Soweit haben alle seine Botschaft verstanden.

»Klaus, das könnte Dein Auftritt sein. Vernichte ihn. Finde einfach die passenden 20 Worte, um ihn zu zermalmen!« Klaus lächelt auch schon und holt Luft, aber Hanno, was unser Bürgermeister ist, kippt einen Eimer Wasser auf die glimmende Lunte und vermittelt. Deswegen ist er Bürgermeister, auch wenn er das jetzt mit Spaßbremse verwechselt. Das Oberhaupt der freiwilligen Feuerwehr ist ebenfalls sichtlich enttäuscht. Nur die Mädels sind nicht so einfach zu bremsen.
»Wo wohnen Sie eigentlich?«
Man kann diese im Grunde freundliche Frage auch so artikulieren, daß sie wie ein Hinauswurf klingt. Man würde sogar beim Umzug helfen.
»Eine Gefahr? Ein alleinstehende deutsche Mittfünfziger auf Thailandurlaub: Das ist eine Gefahr!«
Die stellvertretende Bürgermeisterin Cora lächelt sanft. Kein Widerstand.
Die Lage eskaliert langsam. Als die andere Frau des fremden Trios in einem ruhigeren Augenblick noch ein »Man hört ja von überall, was diese Neger so machen« von sich gibt, ist der Abend endgültig aus den Schienen gesprungen. Pantoufle kann sich nicht genau daran erinnern, wie die Fremden den Saal verließen, wohl aber an einen Satz aus dem Kirchenvorstand an diesem Abend.

»Wir haben jahrelang unter einer Glocke in unserem schönen Dorf gelebt und nun holt uns die Welt doch noch ein. Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen, denn wir können nicht mehr davor weglaufen. Und weil wir durch dieses Privileg so viel Kraft haben, werden wir die Herausforderung auch meistern!«

Es ist wohl das Einzige, was man Pegida und ihren Geistesverwandten entgegenhalten kann. Der optimistische Gegenentwurf zu »Die Einschläge rücken näher!«

Hier könnte diese kleine Geschichte eigentlich zu Ende sein. Aber das ist sie natürlich nicht. Noch sind sie nicht da, die Flüchtlinge, und die örtliche Pegida-Fraktion vergiftet weiter ungehindert Katzen und Hunde.
Vergleichsweise harmlos, denn woanders stecken sie Häuser an und morden auch. Faschisten darf man sie ja nicht nennen. Problembürger, Asylkritiker und was der Euphemismen mehr sind. Der neue Nationalismus, die neuen Aufmärsche, die sie Spaziergänge nennen. Und der neuerwachte Militarismus.

Deswegen noch ein Wort. Eines von Kurt Tucholsky

Und nun will ich euch mal etwas sagen:
Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.
Sie reißen den Mund auf und rufen: »Im Namen Deutschlands … !« Sie rufen: »Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.« Es ist nicht wahr.
Im Patriotismus lassen wir uns von jedem übertreffen – wir fühlen international. In der Heimatliebe von niemand – nicht einmal von jenen, auf deren Namen das Land grundbuchlich eingetragen ist. Unser ist es.
Und so widerwärtig mir jene sind, die – umgekehrte Nationalisten – nun überhaupt nichts mehr Gutes an diesem Lande lassen, kein gutes Haar, keinen Wald, keinen Himmel, keine Welle – so scharf verwahren wir uns dagegen, nun etwa ins Vaterländische umzufallen. Wir pfeifen auf die Fahnen – aber wir lieben dieses Land. Und so wie die nationalen Verbände über die Wege trommeln – mit dem gleichen Recht, mit genau demselben Recht nehmen wir, wir, die wir hier geboren sind, wir, die wir besser deutsch schreiben und sprechen als die Mehrzahl der nationalen Esel – mit genau demselben Recht nehmen wir Fluß und Wald in Beschlag, Strand und Haus, Lichtung und Wiese: es ist unser Land. Wir haben das Recht, Deutschland zu hassen – weil wir es lieben. Man hat uns zu berücksichtigen, wenn man von Deutschland spricht, uns: Kommunisten, junge Sozialisten, Pazifisten, Freiheitliebende aller Grade; man hat uns mitzudenken, wenn ›Deutschland‹ gedacht wird … wie einfach, so zu tun, als bestehe Deutschland nur aus den nationalen Verbänden.
Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir.
Und in allen Gegensätzen steht – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.
Kurt Tucholsky

Das Bild im Header fand ich via fefe. Ein syrischer Flüchtling in Berlin verteilt Lebensmittel an Obdachlose.

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22 Antworten zu Dorftratsch

  1. Joachim schreibt:

    „Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir.“
    schon lange nicht mehr einen so treffenden Satz gehört. Schon sehr lange nicht mehr.

    Was ich aber gehört habe, heute morgen im Radio, das Tagesgespräch, live mit Telefon und „normalen Bürgern“, war absurd. Ich kann mich noch nicht entscheiden, wie ich das deuten soll. Hat nun der Terror gewonnen? Oder haben wir uns selbst „besiegt“? Das vorgehen der Politik in Europa, diese Kriegsrhetorik, diese Angstmacherei funktioniert.

    Ist denn dieses Grundgesetz nur ein Witz? Diese Ideen von Freizügigkeit und Menschenrechten? Bitte, wer so auf Werte achtet und dann Kontingente fordert, so als stünde im Grundgesetz: „Die ersten 10000 haben ein Recht auf Asyl“, als sei das eine Lotterie, der sollte überlegen, wer unsere Werte verrät. Aus Angst, aus Egoismus oder Dummheit, das spielt dabei keine Rolle. Wer das tut, der schafft den realen Terror.

    Denn dieses Grundgesetz ist im Wissen um den Nazi-Terror geschaffen worden. Es ist unser „Wundermittel“ dagegen. So war der Plan.

    Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, seine nationale Einheit zu wahren und als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen.

    Pathos pur, das stimmt. Doch Schaffen wir es ab, wer oder was soll einen noch daran hindern, Bomben zu werfen? Hirn? Verstand? Glaube? Werte?

    Guter Witz.

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  2. Stony schreibt:

    „Gefällt mir“; nicht zuletzt des Klanges wegen, der auch mal wichtig sein darf.

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  3. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin Joachim, tjaa dieses wir sind ein Teil von(m) gespaltenen Deutschland nehmen andere Teile auch für sich in Beschlag. Und wenn unsere Regierungsverantwortlichen meinen das, dass GG ein dehnbarer Begriff sei, dann wird das so durchgeführt. Wiederstand zwecklos, sie werden assimiliert. Traurig aber wahr. Aber am derzeit schlimmsten empfinde ich die völlig unreflektierte Kriegsrhetorik, bzw. Scharfmacherei. Dazu passend mit ein paar Umfragewerte garniert und schwupps sind wir in der nächsten (nicht „kriegerischen“, weil pöhses Wort) Auseinandersetzung. Als wenn das sog. militärische Engagement jemals etwas verbessert hätte. Die derzeit ca. 6000-8000 helfenden Hände mal ausgenommen.

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    • Joachim schreibt:

      „die anderen Teile“… Natürlich nehmen die das für sich „in Beschlag“. Mit „Wir sind das Volk“ etwa. Dummerweise vergessen die die andere Hälfte. Diese Alternativlosigkeit hat ihnen die Politik vorgemacht.

      Wenn Freiheit das ist, was ich dem Anderem zugestehe, dann, so finde ich, wird das Recht „in Beschlag zu nehmen“ deutlich relativiert. Alternativlosigkeit ist die Seuche der Welt. Vielleicht sollte man dies Merkel, Seehofer und auch der pegida ins Poesiealbum schreiben.

      pantoufle ist mein Zeuge, dass ich das als „pegida-Versteher“ darf. Verstehen bedeutet aber nicht, sich verarschen zu lassen.

      Was wollte ich noch einmal. Ach ja:

      gefunden bei den wunderbaren Luftpiraten. Fast so gut, wie ein Segelboot zu klau’n und endlich…

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  4. Fluchtwagenfahrer schreibt:

    Moin Joachim, Bourbon ,Scotch oder Malt?? Wenn du willst geh ich an die Schot.
    Und ja, auch erkannte Verarschung ist alternativlos. Ich habe zu mindestens bis jetzt noch kein wirksames Mittel dagegen gefunden.

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    • Joachim schreibt:

      Jetzt wird das aber off Topic 😉

      Wenn Du schon so fragst, wie wäre es mit Lagavulin Bay als erstes Ziel?

      Was die Frage nach der Sorte wohl recht eindeutig beantworten dürfte. Ich würde einen Abstecher über die Isle of man in Erwägung ziehen.

      beantwortet die Frage, wer an die Schot darf. Besser ist das …

      (weil ich bisher lieber mit wenigstens einem Rad am Boden bleibe. Man kann nicht alles können. Segelboot – mit sehr wenigen Ausnahmen – und Doppeldecker – total – fehlen mir noch. Aber es gibt ja Alternativen; sprach’s und wunderte sich, wie kopflastig ein Motorrad im freien Flug sein kann…)

      … immer noch über den Blog oben nachsinnend. Das ist wirklich so…

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      • Bringx schreibt:

        Wow – Isle of Man is aber falsch geschrieben
        Nothing for angut- Badegäste are wellkom

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        • Joachim schreibt:

          – Wie WOW? Will’ste mit? Oder bisse schon da?

          – Tippfehler, Du meinst das klein geschriebene große „m“ von Man? Okay. Aber findest Du das nicht ein wenig sexistisch?

          – Nothing for angut- Badegäste are wellkom. Like it. angut ist auch nett, auch wenn FF daraus „Angst“ machen möchte. Willkommen ist übrigens ein wunderbares Wort. In jeder Sprache. Ob nun mit k oder c.

          ja ja, die Rechtschreibfehler und die Kommafehler
          (Kommafehler hier möchte FF recht passend mit „Kommunaler“ korrigieren)

          und der vertipper
          (FF meint zu vertipper „pervertiere“, obwohl das ein Substantiv ist, der Fehler also anderswo liegt),

          lassen mich in Erwägung ziehen gänzlich auf Dada
          (FF: „Ada“, wie nett)

          umzuschwenken
          (FF: kringel, kringel. Wie war das nochmal mit dem Infinitiv mit zu?).

          Dada (FF: Data), keine schlechte Idee. Vom Inhalt losgelöste Form und nur Worte pur. Die perfekte Abstraktion.

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  5. waswegmuss schreibt:

    Scheint eine neue Masche zu sein. Diese Ortsfremden werden neuerdings in jede derartige Versammlung gesetzt. Allerdings tun mir die Asylanten in meinem Geburtsort richtig leid: Die gesamte Volkshochschul-Betroffenheits-Altlehrerriege nimmt sich ihrer an. Zwei Lehrer pro Asylant.

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    • pantoufle schreibt:

      Moin, waswegmuss

      Der Gerechtigkeit halber: Die waren tatsächlich der allerletzte Neuzugang im Dorf und haben sich auch gleich nachhaltig eingeführt. Wir kennen nun nicht nur ihre Gesichter, sondern wissen auch, wo ihr Haus wohnt. Ob sie sich bei uns auf Dauer wohlfühlen werden, ist allerdings eine bisher offene Frage.

      »Volkshochschul-Betroffenheits-Altlehrerriege«
      Die Esoterische™ war ja auch zugegen und zog Sabberfäden ob der Aussicht, dem ersten Asylanten mit einem »Bruder Mensch!“« um den Hals zu fallen. Zum Glück sind die bei uns in der Minderheit oder mittlerweile zum Pragmatismus konvertiert.
      Und Ja: Es hat mir in der Feder gejuckt, sie in die Geschichte einzubauen. Leider hatte sie außer dem Gesichtsausdruck einer wiederkäuenden Kuh wenig substantielles anzubieten.
      Schade!

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    • Joachim schreibt:

      Ich mag ja waswegmuss(.wordpress.com). Wirklich! Ist das Kunst oder kann das weg.

      Aber das mag ich nicht. Volkshochschul-Betroffenheits-Altlehrerriege? Als gäbe es da keine Damen. Ältere und Jüngere. Und betroffen bin ich auch. Sogar irgendwann einmal zugezogen. Und dann war da die Geschichte mit unserem Asylantenhochhaus.

      Auch Esoterische™ habe ich gesehen, die meinem „level“ (klein geschrieben, weil relativ), nicht stand hielten, alles falsch machten und dann, ganz unerwartet, wirklich kaum zu glauben,

      Mensch waren.

      Ist so. Es gibt Arschlöcher und Doofköppe. Wenn Du so bist, dann hast Du die Fähigkeit, das zu beurteilen. Vorher nicht.

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      • waswegmuss schreibt:

        Schade, wenn das so rüber kam. Diese Riege steht bei allen Betroffenheitsveranstaltungen immer an erster Stelle und müssen das zwanghaft verarbeiten. Die Leute haben ein wahnsinniges Nervpotential und, wie das pantoulfe schon schrub, es geht ihnen jeglicher Sinn für das Pragmatische ab. Sie werden auch mal Mensch, sie können es, aber das dauert und kostet Nerven.

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      • pantoufle schreibt:

        Wer spricht denn hier irgend jemandem das Menschsein ab? Aber es ist doch so: Ein Bäcker mit einer Mehlstauballergie kann ein wunderbarer Mensch sein, bleibt aber ein Bäcker mit Handicap. So wie ein Rettungssanitäter, der kein Blut sehen kann.
        Und ein anderes Ding ist auch die Beobachtung: Eine bestimmte Klientel von Menschen tendiert dazu, sich sehr intensiv mit der Ursache der eignen Probleme auseinanderzusetzen. Der mit der Klatsche studiert Psychologie, die mit dem verzogenen Gör Sozialpädagogik und die Esstörung lebt alternative Landwirtschaft. Dagegen ist natürlich erst einmal nichts zu sagen. Nur daß man von dem gerufenen Klempner nicht einen Vortrag über die Mikro-Biologie der Abwasserrohre hören will wenn der Hahn tropft.

        Die Beispiele ließen sich fortführen. Ein Berufsberater mit Nietzsche-Komplex…
        Meiner unmaßgeblichen Erfahrung handelt es sich dabei um MENSCHEN, die problem- aber nicht lösungsorientiert denken. Muß es auch geben – zugegeben –, nur daß man nicht zwangsläufig einen Elementarteilchen-Physiker braucht, um eine Zündkerze zu wechseln.

        Etwas deutlicher werde ich allerdings dann, wenn diese Spezies (Esoterische™) damit beginnt, daraus eine moralische Superiorität abzuleiten. Dann können mir schon mal die Pferde durchgehen; da werde ich wütend, da schreibe ich Artikel!
        Hab ich aber hier gar nicht. Und waswegmuss auch nicht. Man kann und sollte diesen durchaus existierenden Sachverhalt aber anmerken dürfen.

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      • Joachim schreibt:

        Ich mag einfach nicht „jemand ist so und so“. Viel zu oft musste ich eingestehen, hier Fehler gemacht zu haben. Ich habe da einfach zu viel gesehen.

        Es ist wie mit den Bayern. Die wählen CSU, wollen den Flüchtlingsstrom an der Grenze stoppen und dann? Dann tun die was, die „ach so blöden“ Bayern. Sie helfen. Sag nun, das seien die „anderen“ Bayern. Aha, so ist das. Die anderen Bayern. Kann sein. Man rückt sich die Dinge zurecht. Da kannst Du auch gleich sagen, aber die Niederbayern, die sind alle doof.

        Im Notfall rede ich auch mit dem Teufel persönlich. Denn „die“ Teufel existieren nicht! Dein Teufel ist Aberglaube, ganz wie der Glaube der Esoterikerin. Trotzdem tust Du tolle Dinge.

        Nichts ist, wie es scheint. Wenn ihr Euch schon über Menschen erhebt, gerade über die, die Dinge falsch machen oder zu „dumm“, asozial, esoterisch, was auch immer, schwarz oder weiß sind, dann solltet ihr wenigstens einmal da bei ihnen gewesen sein. Noch einmal: Ihr müsst einmal so wie „die“ sein, um das beurteilen zu dürfen. Ihr müsst „dumm“, „asozial“, „esoterisch“ und „schwarz“ und „weiß“, Muslim, Christ, Buddhist und Atheist, Mann, Frau, Homo und Hetro werden, um zu wissen, wovon ihr redet. Ich weiß, wer das versucht … wagt einen Höllenritt. Wie hältst Du es aus, derart abwertend bezeichnet zu werden? Du Weißer (in die Ecke spuckend)!

        Lies lieber Lem und denke nach, wenn da von „Milchgeruch“ geredet wird.

        Vielleicht ist es besser zu schweigen. Ihr wischt sonst mit solchen Aussagen einfach unzählige, sogar die meisten Menschen von Tisch. Jeder hat seine Geheimnisse und ihr fallt immer noch auf den Schein und den Glanz der Selbstdarstellung rein. Man könnte fragen, wer hier „dumm“ ist und ein Handicap hat, wenn er derart reduziert.

        Was Handicaps angeht, pantoufle, ich hoffe sehr, das Du das nicht erfahren musst. Ich rede sonst nie von Handicaps. Denn wie willst Du die von Eigenschaften unterschieden? Der Unterschied liegt ausschließlich in der Wertung durch das Wort. Eine miese Wertung, die vernichten kann. Was ist, wenn Deine Esoterikerin den Spott nicht mehr verträgt und Dir dem zweiten Stock vor die Füße springt? Und wenn nur ein Wort, eine Geste alles für sie verändert hätte? Steckst Du da drin? Ist Dir klar, wie die Schutzmechanismen im Hirn funktionieren? Wieso glaubt jemand Unsinn? Und meinst Du, nur weil die hier nicht liest, würde sie Deine Gedanken nicht fühlen können?

        „Natürlich nicht“, wirst Du sagen. Das Hirn einer Ameise. Wie sehr Du Menschen unterschätzt. Ernsthaft, morgen kommt Nietzsches „Übermensch“ hoch oben über das Seil und Du gehst dann sterben? Oder wie denkst Du Dir das?

        Wovon hängt der Wert eines Menschen ab?

        Macht Euch das klar, auch das, wo ich natürlich nicht Recht habe, da wo ich ein Handicap habe und dann sage ich auch nix mehr. Denn dann muss ich nichts mehr sagen.

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  6. waswegmuss schreibt:

    „ihrer“ (Sakra!)

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  7. oblomow schreibt:

    Noch drei stunden dienstag, da bleibt noch zeit für ein gedicht und hier ist eins – nur so, pantoufle, nur so (zur ‚erinnerung‘ 😉 oder auch als danke für den dorftratsch):

    Gedichte schreiben

    O, die alltäglichen Dinge
    die alltäglichen Dinge

    der Postbote
    frühmorgens

    wirft Rechnungen
    und Drucksachen

    Briefe und
    Postkarten

    ins Haus –
    er glaubt nicht

    an Gedichte
    und Stilleben

    an Regen
    und Schnee

    als poetisches
    Bild

    und nutzt die Schuhsohlen ab
    und schleppt an der Tasche –

    er würde
    viel lieber

    den Garten umgraben
    ein paar Beete anlegen

    ein Bier trinken
    im Schatten dann liegen

    die Briefe vergessen
    die Türen vergessen

    und alle die Dinge
    und alle die Dinge.

    Rolf Dieter Brinkmann

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  8. pantoufle schreibt:

    Moin Oblomow
    Danke für das Gedicht und die Erinnerung. Demnächst gibts auch wieder Gedicht am Dientag. Ich hatte sowieso gerade festgestellt, daß ich mich viel zu sehr um die Meinung anderer Leute kümmere. Dann lesen es eben nur eine hanvoll Menschen.

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