Amok

Pantoufle und seine Familie sprechen den Angehörigen der Opfer des Anschlags auf die Zeitung Charlie Hebdo ihr tief empfundenes Mitgefühl und Beileid aus.

charlie

»Ich bin Charlie«. Mehr als 100.000 Menschen in ganz Frankreich waren auf den Straßen zusammengekommen und betrauerten die Toten. Nur eine Stimme von vielen: »Ich habe auf meiner Facebook-Seite geschrieben, daß wir jetzt alle zusammenstehen müssen, Seite an Seite. Wir sehen, was in Deutschland geschieht mit den Demos gegen Muslime, wir hoffen, daß das nicht auf Frankreich übergreift.«

Nach dem Massenmord des rechtsradikalen Terroristen Anders Breivik sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg: »Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.«
Nein, die Morde haben nichts miteinander zu tun, wohl aber die Statements. Sie sind der einzige Damm, der sich einer Flut von Verblödung und Entmenschlichung noch entgegenstellen kann. Denn das ist die einzige Gemeinsamkeit solcher Morde: So wenig der Anschlag von Paris mit dem Koran zu tun hat, so wenig konnte sich Breivik auf Immanuel Kant, John Stuard Mill oder das Christentum berufen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Breiviks wirres Manifest auf diese Werte hin zu untersuchen und genau so wenig kann man es im Falle der Attentäter von Paris mit dem Islam betreiben.

»Der Anschlag trifft eine kleine Zeitung, er gilt aber der ganzen freien Presse. Mehr noch, er stellt eine Kriegserklärung an die ganze freie Welt dar«, so Berthold Kohler in der FAZ. Ohne die Aufrichtigkeit dieser Worte in Zweifel ziehen zu wollen, sind die Folteropfer der CIA oder die Ermordung Oury Jallohs – an dessen 10. Todestag sich dieses Verbrechen ereignete – eine ebensolche Kriegserklärung. Das ist keine Relativierung, sondern die Feststellung, daß die »freie Welt« im Kreuzfeuer liegt. Diese Gefahr droht durch den verbrecherischen Überwachungsirrsinn einer NSA wie durch die Verstrickungen diverser Dienste in die NSU-Morde. Sie droht von vielen Seiten, zu denen auch Pegida und diejenigen zählen, die jetzt aus solchen Ereignissen versuchen Profit zu schlagen.

Die Antwort darauf kann nur die Stoltenbergs sein: »Mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit«. Sie darf in keinem Fall dahingehend lauten, daß die Mörder von Paris in die Nähe irgend einer Religion gebracht werden; diese Art der politischen Leichenschändung wäre nicht weit entfernt von denen der AFD und Pegida.

Der Mob rennt bereits los. Was zu erwarten war.

NPD, AFD bin hinunter zum Fascho-Troll: Leichenschändung in realtime

Es lebe der Witz: Tim Wolff, Chefredakteur TITANIC

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Karikatur: wulkan via law blog »niedere Instinkte«

Nachtrag

Jede Menge falscher Freunde

Deniz Yücel zieht wie gewohnt vom Leder und ist deswegen lesenswert. Und darum auch gerne wieder verlinkt.
Womit ich persönlich nicht einverstanden bin, ist seine Behauptung:

»Genauso unerträglich ist die Formel, die Morde von Paris hätten nichts mit dem Islam zu tun, die nun allenthalben bemüht wird, ob nun aus Furcht vor einem Aufflackern des Rassismus oder aus weniger ehrenhaften Gründen. Es ist Blödsinn. Denn den Islam gibt es nicht, der Islam ist die Summe dessen, was diejenigen, die sich auf ihn berufen, daraus machen. Und was ein nennenswerter Teil daraus macht, ist Barbarei.«

Ich schrieb im Zusammenhang mit dem IS vor kurzem: »Eine andere Unterstellung: Der Jihad der IS hätte mit der Religion des Islam wenig zu tun. Eine steile These, die davon ausgeht, daß sich das Gesicht einer Religion nicht ändern kann. Nennen wir es eine „regionale Anpassung“.« Davon nehme ich nichts zurück, ziehe aber einen anderen Schluß. Wenn Yücel sagt »der Islam ist die Summe dessen, was diejenigen, die sich auf ihn berufen« ist das meiner Meinung nach falsch. Nur weil Pol Pot sich auf den Kommunismus beruft, diskreditiert das nicht Karl Marx. Man tut weder sich noch anderen einen Gefallen, für jeden dumpf-reaktionären Mörder, der vorgibt, im Namen irgend einer Religion zu handeln, diese Religion in Sippenhaft zu nehmen.

Der individuelle Terror eines IS, eines NSU oder eines Breivik hat eine politische Komponente, die dadurch unzugänglich wird, wenn man den Hirngespinsten dieser Verbrecher eine »Gläubigkeit«, irgend eine diffuse Religiosität unterstellt. Natürlich ist das Handeln des IS eine Barbarei, aber eine für die es politische Gründe gibt. Da gibt es die Geschichte des Kolonialismus und der Ausbeutung der sogenannten dritten Welt. Die Reduktion einer Begründung auf den Islam greift nicht zu kurz, sondern gar nicht. Wäre es nicht der Islam, so wäre es eben etwas anderes geworden. Mit den Fehlern und Verbrechen der Vergangenheit des Westens hat das aber erst einmal wenig zu tun.

Das wäre schön einfach: NSU, Breivik, Pegida oder CSU berufen sich auf einen pervertierten Begriff von Patriotismus. Folgt man Yücels Argumentation, wären da wunderlich-schlichte Zusammenhänge geschmiedet. Ganz so einfach darf man es sich leider nicht machen.

Über diesen Teil von Yücels Artikel kann man sicherlich noch lange und mit Gewinn streiten – über den Rest wohl kaum. Ein Haufen Arschlöcher sind bereits »Charlie«, bevor das Blut getrocknet ist. Aber die lesen weder den Artikel der Taz oder Charlie Hebdo.

»Titanic«-Chef Tim Wolff über Charlie Hebdo

… und wo wir gerade bei Satire sind: Die CSU schreit nicht nach ihr, aber der Vorratsdatenspeicherung.

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23 Antworten zu Amok

  1. der Doctor schreibt:

    Tja,den rechten Hetzern spielt dieser Anschlag natürlich in die Hände. Pegida und AFD fühlen sich bestätigt, und die französische Rechts-Auslegerin Le Pen möchte die Guillotinen wieder in Betrieb nehmen.Ein weiterer Beleg,das diese verabscheuungswürdige Tat. nichts mit Religion nzu tun hat,sondern nur mit Hass und Fanatismus.

    „Die Antwort darauf kann nur die Stoltenbergs sein: »Mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit«.

    Genauso sehe ich es auch.Wenn sich die Gesellschaft ,als Reaktion auf solche Taten der selben Mittel bedient ,wie die Terroristen,Mord mit Mord vergilt, und Freiheitsrechte einschränkt, dann hat der Terrorismus gesiegt.
    L.G.,
    der Doctor
    (P.S..Hat das einen besonderen Grund,das meine Kommentare verschwinden,wenn ich meine Blog-Adresse mit eingebe .Passiert mir in letzter Zeit immer bei Word.press)

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Doctor

      Ach, is ja interessant! Das selbe ist mir neulich bei Dir auch passiert. Und der Stefan Rose hat bei sich auch über diesen Effekt berichtet. Nicht konkret mit der Blog-URL, aber mit verschwundenen Kommentaren. Offenbar mögen sich Blogspot und WordPress nicht. Von dieser Animosität habe ich gelegentlich schon gehört. Trackbacks gingen wohl auch noch nie.

      Liebe Grüße
      Pantoufle

      P.S: Aber ich kann die Adresse nachtragen 🙂 Was hiermit geschehen ist.

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  2. waswegmuss schreibt:

    Das treibt nicht nur den Rechten die Leute zu auch die „islamistischen“ Rekrutierungsbüros für Menschenmaterial werden sich über regen Zulauf freuen.
    Ich hab da noch ein Bild:
    https://grafikpolizei.files.wordpress.com/2015/01/pest_und_cholera.jpg?w=648&h=324

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  3. Meinung schreibt:

    Die Taten der Attentäter mögen nichts mit der liberalen Auslegung des Islam zu tuen haben. Im Unterschied zum Christentum und anderen Religionen gibt es im Islam aber ganze Staaten, die den Islam so auslegen, dass sich die Attentate mit ihrer Religionsauslegung decken.
    Die Ausschreitungen wegen der Mohammed Karrikaturen haben wir wohl alle noch vor Augen.
    Da können die Pariser Attentäter noch so oft von Staatsoberhäuptern und Religionsführern verurteilt werden.
    Solange die Freiheitswerte anderer Länder diskreditiert werden, ebenso wie die Freiheitswerte von Menschen anderer Religion in diesen Ländern, muss man leider sagen, dass es innerhalb der Islamischen Religion einen riesigen Bodensatz von radikalen gibt, der die Aussage die Attentäte hätten nichts oder wenig mit dem Islam zu tuen, verbietet.

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    • pantoufle schreibt:

      »Im Unterschied zum Christentum und anderen Religionen gibt es im Islam aber ganze Staaten, die den Islam so auslegen, dass sich die Attentate mit ihrer Religionsauslegung decken.«

      Als da wären?

      Da können die Pariser Attentäter noch so oft von Staatsoberhäuptern und Religionsführern verurteilt werden.

      ?

      »Solange die Freiheitswerte anderer Länder diskreditiert werden, ebenso wie die Freiheitswerte von Menschen anderer Religion in diesen Ländern, muss man leider sagen…«

      … daß das christliche Abendland die Füße mal ganz ruhig halten sollte, wenn es um andere Werte als sogenannte christliche bzw. die des Kapitals geht.

      Und so verbietet es sich in Anbetracht einer Nahost- und Afrikapolitik, die auf Destabilisierung und Repression beruht, davon zu sprechen, daß die Zunahme an Gewalt ausschließlich religiöse Gründe hat.

      Man sollte wieder mehr beleidigen. Jede Rücksichtsnahme führt nur dazu, dass die Leute sehen, wie sie mit ihrem Gewinsel durchkommen. Und jedes Gewinsel, daß darauf fußt, daß »der Islam« schuld ist, braucht wegen Mangel an Differenzierung nicht diskutiert werden.

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      • Meinung schreibt:

        Ein sehr schönes Beispiel von „Aber“, dass Sie hier abliefern.
        Vielleicht sollten Sie sich mal ein wenig mit den Realitäten dieser Welt beschäftigen. Dann könnnten Sie ev. etwas zum Thema beitragen und könnten sich diese Allgemeinfloskeln und ad hominem Spam sparen.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Blasphemie wäre ein Anfang:
        In vielen Staaten mit Staatsreligion ist Gotteslästerung eine Straftat. In manchen dieser Staaten kann sie mit der Todesstrafe bestraft werden, z.B. in Saudi-Arabien, der Islamischen Republik Pakistan, der Islamischen Republik Afghanistan und der Islamischen Republik Iran.

        http://en.wikipedia.org/wiki/Blasphemy_law_in_Egypt#Blasphemy_law

        http://www.taz.de/!152529/

        [weniger Links erhöhen die Chancen, nicht im Spamfilter hängenzubleiben. Der Säzzer]

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        • pantoufle schreibt:

          »Vielleicht sollten Sie sich mal ein wenig mit den Realitäten dieser Welt beschäftigen.«

          Das habe ich mit meinem Text bereits versucht. Du bist damit nicht einverstanden – was Dein gutes Recht ist. Mein gutes Recht als Betreiber dieses Blogs dagegen ist es, »aber« zu sagen – »aber« ist im Übrigen existentieller Bestandteil einer Diskussion.

          Zum Thema: »In vielen Staaten mit Staatsreligion ist Gotteslästerung eine Straftat.«
          In Deutschland z.B.

          Die Verhängung der Todesstrafe durch ein Gericht ist etwas vollkommen anderes als ein Massaker hirnloser Verbrecher (bei aller Ablehnung der Todesstrafe an sich!). Das sind Realitäten.

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  4. Meinung schreibt:

    Dann hast Du den Zusammenhang nicht verstanden. Ich wollte mit dem „Aber“ darauf hinweisen, dass Du genau zu jener Gruppe gehörst, auf die „Deniz Yücel“ in seinem Text bezieht.
    „Und stets konnten sich die Anstifter und Mörder darauf verlassen, dass eine Reihe von Menschen im Namen des Islam oder des Antirassismus ihrer Tat mit einem verdrucksten „Aber“ mindestens eine gewisse Berechtigung zubilligen würde.“
    So zumindest interpretiere ich Deinen fixiertheit darauf die Diskussion über den Anteil des Islams zu umgehen indem Du schreibst: Aber die Verbrechen des christlichen Abendlandes etc..

    Zur Verhängung der Todesstrafe durch ein Gericht:
    Dann hälst Du es nicht für erwähnenswert, wenn Die Taten der Attentäter genau betrachtet Selbstjustiz im Sinne der Gesetzgebung der für Sie masgeblichen Institution sind?
    Dann hälst Du die Gerichtsurteile für akzeptabel, wenn die für die sunitischen muslime maßgebliche Al-Azhar Universität diese unterstützt?
    Dann hat auch die Al-Azhar Universität nichts mit dem Islam zu tuen?

    @Polemik. Pol Pot mag durch sein handeln Karl Marx nicht diskreditieren. Wenn aber nahezu alle kommunistischen Regime im Terror münden, lässt sich daraus zumindest schließen, dass etwas an der Umsetzung der Ideale Karl Marxs zu ändern ist, bzw. das die Umsetzung unmöglich ist.
    Bei den Greultaten wird es zudem schwer sein diese Karl Marx in die Schuhe zu schieben, da er solche nicht vorsieht.
    Das ist im Koran zumindest weniger eindeutig.

    Eine Einigung der Muslime weltweit auf die Umsetzung des Islams mit liberaler Ausrichtung, ist bisher nicht erkennbar.

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    • pantoufle schreibt:

      Ich habe das »Aber« durchaus so verstanden. Nur sehe ich darin keinen Anlass, nicht meine eigene Meinung zu vertreten. Yücel hat die seine geäußert, der ich nicht in jedem Detail folge. So what?

      Meine Fixiertheit, wie Du es ausdrückst, ist der Widerwille Ursache und Wirkung zugunsten griffiger Parolen außer Acht zu lassen. Ermutigend ist jedenfalls, daß Du meine Formulierung »[…] Nahost- und Afrikapolitik, die auf Destabilisierung und Repression beruht« als Verbrechen des christlichen Abendlandes bezeichnest.

      »Dann hältst Du es nicht für erwähnenswert, wenn die Taten der Attentäter genau betrachtet Selbstjustiz im Sinne der Gesetzgebung der für sie maßgeblichen Institution sind?«

      Nein. Wurde ein Fatwa zum Thema Charlie Hebdo ausgesprochen?

      »Eine Einigung der Muslime weltweit auf die Umsetzung des Islams mit liberaler Ausrichtung, ist bisher nicht erkennbar.«

      Stimmt. Gilt allerdings für die meisten Religionsgemeinschaften.

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    • Thelonious schreibt:

      @Meinung: Ich denke, wir müssen trennen zwischen Religion und Ideologie. Der Islamismus als Ideologie ist in meinen Augen eine Spielart des Faschismus, genauso wie es der Nationalsozialismus ist. Die autoritäre Struktur, die niedrige Stellung menschlichen Lebens ein gefühlsmäßiger Antikapitalismus, Rassismus und das Selbstverständnis einer Befreiungsbewegung. Alles Merkmale, die du in den verschiedenen faschistischen Bewegungen ebenfalls finden kannst.

      Und wie jede dieser faschistischen Ideologien braucht auch der Islamismus einen Mythos zur Legitimation, ein Heilsversprechen, um die unterschiedlichen Fraktionen zu einen. In wie weit dieser Mythos dann mit den tatsächlichen Zielen vereinbar ist, ist tatsächlich nebensächlich aber er muss etwas Verbindendes haben. In Europa ist der Mythos des Faschismus die Nation oder der völkische Blutbegriff. „Wir führen das deutsche Volk zu alter Größe“. Für die italienischen Faschisten war das römische Weltreich das Heilsversprechen.

      Mythen, die für den Islamismus nicht taugen, denn es gibt keine arabische Nation. Für einen nordafrikanischen Berber ist die Bezeichnung Araber eine Beleidigung und auch einen Ägypter kann man nicht als Araber bezeichnen. Die Kulturen sind zu unterschiedlich. Das Gleiche gilt für das gemeinsame Blut. In Nordafrika und im Nahen Osten leben zu viele verschiedene Ethnien, als dass der Blutbegriff eine gemeinsame Klammer bilden könnte. Was bleibt? Als gemeinsames Ideal? Befreiung? Von wem? Dem örtlichen Herrscher, den Amerikanern, den Europäern? Zu viele verschiedene Interessenlagen.

      Was bleibt ist einzig die Religion.

      Und mit dem Islam als Klammer kommt auch das Heilsversprechen: Das Kalifat der Abassiden. Ein theokratisches Weltreich. Verklärt als goldenes Zeitalter. Das ist als Klammer stark genug.

      Von dieser These ausgehend ist Religion nur das Mittel zum Zweck. Und hier ist meines Erachtens der – vielleicht auch gewollte – Denkfehler. Es wird allenthalben wird über Religion diskutiert, statt über Ideologie. Ein politischer Diskurs findet nicht statt. Der IS ist ein Haufen durchgeknallter Fanatiker; Punkt! Aber der IS hat ebenfalls eine politische Agenda. Nur mit dieser kann man sich nicht auseinandersetzen wenn man den Islamismus auf sein religiöses Heilsversprechen reduziert. Der IS ist nämlich ebenfalls Zeitgeist. Gerade in Europa und den USA stehen wir einer erstarkenden Rechten gegenüber und diese erstarkende Rechte gibt eben auch in Afrika und dem Nahen Osten, nur dass sie sich dort das Mäntelchen der Religion übergestülpt hat, weil es eben sinnvoll war.

      Das ist das Lustige an der Pegida-Bewegung da demonstrieren Rassisten und Faschisten gegen Rassismus und Faschismus.

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  5. Meinung schreibt:

    Die Ablehnung des Islamismus durch die islamischen Institutionen, sowie in der öffentlichkeit auftretener Vertreter des Islam, ist mir eben nicht deutlich genug.
    Ich zitiere dazu nochmal Deniz Yüzels Artikel:
    „Aber, auch diese Differenzierung muss sein, rassistische Dumpfbacken sind nicht dasselbe wie kaltblütige Killer. Die Entsprechung der Mörder von Paris ist nicht Pegida, sondern Anders Behring Breivik. Doch faschistische Killer entstehen in einem geistig-politischen Umfeld, das Mord und Terror zwar ehrlich verurteilt, aber grundlegende Ansichten und Gefühlslagen mit den Mördern teilt.“
    Im übrigen Stimme ich Deinem Einwand zu. Meine Forderung, dass sich der Islam (sprich seine maßgeblichen Institutionen) liberal aufstellen muss, ging in diese Richtung. Es gibt leider selten eine klare Ablehnung von islamistischen Regimen. Stattdessen werden Dinge wie Todesstrafe für Aposthasie, Blasphemie von Institutionen wie der Al-Azhar Unversität beführwortet.

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  6. pantoufle schreibt:

    Moin Thelonious

    Eine kleine Ergänzung meinerseits, wobei ich das Thema »Islam« eigentlich für abgefrühstückt halte.

    Entweder ist »der Kampf gegen den Terror« und das vollkommene oder größtenteils missglückte militärische Eingreifen im nahen Osten ein Kampf gegen »den Islam« oder wir haben es mit einem ganz regulären Krieg zu tun. Das mag in der Wahrnehmung vielleicht nicht der Fall sein, weil in unserer Erfahrung Kriege gegen nennbare Nationen oder Bündnisse geführt werden, was in diesem Fall nicht zutrifft; jedenfalls nicht im klassischen Sinne der Geschichtsbücher.
    Die erklärten Kriegsziele hießen ja auch nicht Liberalisierung des Islam, sondern Demokratie und Menschenrechte nach westlicher Prägung. Ohne daß allerdings diese Kriegsziele Rücksicht auf Ethnien, Geschichte oder die vom Westen nach den beiden Weltkriegen willkürlich gezogenen Grenzen nahmen. Willkürlich trifft es natürlich nicht ganz: Die Grenzen wurden nach handfesten wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmt, so sie nicht Produkt militärischer Bündnisse waren.

    Und so wird das Prädikat Menschenrechtskonformität ebenfalls nach Nützlichkeitserwägungen vergeben. Wenn man Pech hat, heißt man al-Qaida – glücklich, wer sich Saudi-Arabien nennen kann. Daß sich die Reputation so dramatisch ändern konnte, nur weil sich die damalige Sowjetunion aus Afghanistan zurückzog… wer konnte damit rechnen?

    Was im Falle des Anschlags von Paris zu der nicht uninteressanten Frage führt, warum al-Qaida die Verantwortung sich zuständig erklärt. Ist es der Kampf gegen den Bedeutungsverlust angesichts des IS, dem die Gründungsorganisation des Afghanischen Widerstands nicht mehr radikal genug war? Das wäre dann also eher Teil eines nahöstlichen Propagandakrieges, eine ins Ausland verlagerte Wahlkampfveranstaltung. Die Frage, was »der Islam« damit zu tun hat, ist wenig zielführend – die Forderung, welcher türkische Blumenhändler sich nachdrücklich davon distanzieren soll, führt vollkommen ins Abseits.

    Meiner Einschätzung nach braucht es den Klebstoff Religion nicht, um die Existenz hunderter Befreiungsbewegungen zu erklären, die im Namen irgend einer Gottheit ihren Zielen nachjagen. Daß sie hilft, nützlich ist – unbestritten! Aber sie ist nicht ursächlich. So wenig wie christlich – abendländische Werte bei der Verfolgung und Tötung eines Saddam Hussein oder Gaddafis.

    Die Forderung nach Distanzierungen hochrangiger islamischer Rechtsgelehrter mag für die Propagandaschau auf Bild.de nützlich sein. Von den Ursachen aber lenkt sie ab und dahinter vermute ich auch den Sinn solcher gebetsmühlenartig wiederholten Sätze.

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  7. Meinung schreibt:

    Pantoufle, mach mal die Augen auf. Im Gebetsmühlenartigen Wiederholungen versuchst Du hier dein propagandisches Weltbild vom bösen Kapitalismus zu verbreiten und verschließt dabei die Augen vor allem anderen.
    Wir könnten problemlos Kritik am Verhalten westlicher Mächte im nahen Osten äußern und darüber austauschen. Wäre vielleicht etwas langweilig, da wir dort vermutlich in vielem übereinstimmen.

    Thema unserer Diskussion hier war aber Deine Äußerung, dass der Islam damit nichts zu tuen hätte.
    Die Welt ist nicht schwarz und weiß. Genauso lassen sich die Anhänger der Weltreligion Islam nicht alle gemeinsam in eine Kategorie einteilen.
    Du willst dies aber anscheinend nicht sehen, um den einen Schuldigen an allem Übel dieser Welt fest zu machen.
    Das war schon vorher sichtbar und wurde von mir kritisiert. Das große Aber, mit dem Du alle Verbrechen vermeindlich unterdrückter Kulturen rechtfertigst bzw. versuchst Verständniss zu zeigen.
    Bist Du bei von Neonazis begangenen Verbrechen auch so verständnissvoll? Auch das sind doch oft von der Gesellschaft verstoßende.

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    • pantoufle schreibt:

      »Unregelmäßige Verben«:
      Ich biete an – du drängst auf – er indoktriniert
      Ich klassifiziere – du stereotypisierst – er hat Vorurteile
      Ich habe einen unbedeutenden Fehler gemacht – du verstrickst dich in Widersprüche – er hat sich selbst gnadenlos vorgeführt.

      Es wird langweilig

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      • Meinung schreibt:

        Auch eine Form der Intolleranz, Deine absolute Unfähigkeit Dir widersprechende Meinungen zu anzunehmen.
        Und klar. Widersprüche gibt es auch in meinen Beiträgen. Es ist ein kompliziertes Thema. Aber wozu auch Widersprüche aufzeigen. Da predige ich doch lieber mein Weltbild und amüsiere mich über andersdenkende.

        Wir stimmen ausnahmsweise überein. Es wird langweilig. Deine Mission wurde erkannt …

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  8. Meinung schreibt:

    Keine Tolleranz für Intolleranz um mal eine Phrase zu gebrauchen. Daher gegen Pegida und gegen die Intolleranz von Relligionen.
    Deshalb gefällt mir der Artikel von Deniz Yüzel, da er dies sehr deutlich aussagt.

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  9. Meinung schreibt:

    edit: von teilen der Relligionsgemeinschaften, meine ich natürlich! Denn auch wenn die Rellgion aus der Summe ihrer Beteiligten besteht, entsteht sonst der falsche Eindruck.

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  10. Stony schreibt:

    Kleiner Tipp @Meinung: Rabulisterey gekonnt praktiziert erfordert ein tiefes Verständnis der eristischen Dialektik; bei dir wirkt noch das recht platt, in Teilen unfreiwillig komisch in der offenkundigen Unbeholfenheit.
    Wobei die Gefahr dir hier weiterhin die Zähne auszubeißen recht hoch ist, allerdings nicht, weil hier nur verstockte Missionierer unterwegs sind.

    Einen Pluspunkt kannste dir allerdings in Fleißheft kleben: deine Beleidigungen des Hausherren waren die zweithübschesten, die ich an ihn herangetragen bislang sah, resp. erinnere. Ich zumindest mußte kichern und wie ich das pantoufle kenne, er wohl auch. Hoffentlich. Sonst krieg ich gleich eins übergebraten. 🙂

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Stony

      *Frühstückszigarette anzünd – Kaffee!*

      »Wenn man einen Schluß machen will, so lasse man denselben nicht vorhersehn, sondern lasse sich unvermerkt die Prämissen einzeln und zerstreut im Gespräch zugeben, sonst wird der Gegner allerhand Schikanen versuchen; oder wenn zweifelhaft ist, daß der Gegner sie zugebe, so stelle man die Prämissen dieser Prämissen auf; mache Prosyllogismen; lasse sich die Prämissen mehrerer solcher Prosyllogismen ohne Ordnung durcheinander zugeben, also verdecke sein Spiel, bis alles zugestanden ist, was man braucht. Führe also die Sache von Weitem herbei.«

      Schopenhauer

      Oder man füge die IP der Sockenpuppe in die Spamliste ein. Daß Schopenhauer darauf nicht gekommen ist ?!?

      Jetzt, wo meine Mission endlich erkannt wurde, ich entlarvt, der Maske vor der Fratze entledigt und mit doppelkorngeschwängerter Grammatik von hinten erdolcht im Staube liege, ist leicht hohnlachen!
      Ob es mich amüsiert? In Grenzen. Streng genommen habe ich gar nichts gegen Trolle, nur daß ihr beschränktes und stumpfes Waffenarsenal ihrem Witz so enge Grenzen setzt. Ein wenig mehr Mühe hätte sich »Meinung« (der sich unter anderem Namen bei einem Bloggerkollegen festgesetzt hat) schon geben können.
      Von daher: Etwas enttäuscht. Das habe ich schon besser gesehen.

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  11. Meinung schreibt:

    Einen hab ich noch. Komm, das ist so lustig, bitte nicht die IP sperren. Dannach bin ich auch wirklich weg:

    Immer wieder schön, wenn Menschen im Gefühl der eigenen intellektuellen Überlegenheit (-,) keine Zweifel an ihrem Weltbild zulassen ^^(unbekannter HTML-Code).
    Also macht euch weiter über Gram(+m)atikfehler Llustig und bleibt standhaft(+,) Genossen.

    [Was kommt den jetzt noch lustiges? Der Säzzer]

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  12. Stony schreibt:

    Moin Pantoufle,

    ja, die technischen Unzulänglichkeiten sind wahrlich kein Quell der Freude, mitunter empfinde ich sie gar als Kümmernis. Die Blüten die solches treibt allerdings, belustigen mich bisweilen doch. Freilich ähnelt das einem Lachen über platte Witze (Schadenfreude ist für mich nochmal was anderes, wenn auch die Übergänge fließend sind), aber so isser halt, der ’schlechte‘ Mensch in mir (die zähe Sau!). Man hat so wenig zu lachen in dieser Zeit. Halt, stimmt nicht – man hat nur so wenig gute Anläße… 😉

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