Herrenabend mit Zuwachs

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»Weißt Du noch?« Aber hallo! Natürlich! Als sei es gestern gewesen. Darauf wird eine Buddel geköpft. Pantoufle entspannt beim Herrenabend. Herrenabende sind etwas wunderbares, vor allem, wenn keine Damen anwesend sind. Herrenabend: Ein beruhigendes Wort, das beim besten Willen nicht zu gendern ist. Ach, ist das herrlich und später ist es auch schon.
Wasserrohbruch – des einen Leid, des anderen Kamerazuwachs. Auf dem Tisch liegt ein Konvolut an Wasserschäden. Die Kodak Automatik 1 sieht aus wie das geborgene U576. Aber das darf ja, im Gegensatz zur Kodak, nicht geborgen werden. Aber aussehen würde es ziemlich genau so. Ob da wohl auch ein paar Leichen im Gehäuse…? Vermutlich, denn hier läßt sich kein Knopf drücken, kein Hebel bewegen und es rieselt schwarz-bräunlich aus einer Öffnung. Genau wie beim U-Boot! Die klassische »Wir sind wieder wer« – Knipse. Irgendwann zwischen 60-63 gebaut wurde sie auf den Sohn vererbt, der dann am eigenen Leib erfahren durfte, wie man Kriegsware im Wirtschaftswunder produzierte. Wenn der gemeine Jagdflieger statistisch nach 6 Einsätzen abgeschossen wurde – warum sollte das Flugzeug ewig halten? Der gelehrige Schüler Heinrich Nordhoff zeigte in Wolfsburg der ganzen Welt, daß man so etwas in Großserie bauen konnte.
»Hast Du auch mal diesen Schrott gehabt?« »Natürlich!« Keiner kam an diesem Auto vorbei. Mein Gastgeber fährt einen Jaguar, einen Daimler Six um genau zu sein. Für 1800€ vom Schrott gezogen und in langen Nächten… »Weißt Du noch?« »Reich mal die Buddel rüber!«

Zeiss! Was für ein Name, was für eine Kamera! Selbst das Wasser, das aus dem verschlissenen Rohr lief, über die Treppe, unter der Tür, in die Ecke in den Karton, hat einen vorsichtigen Bogen um sie gemacht. Der Klio-Verschluß sagt natürlich nichts mehr. Aber es blitzt und funkelt immer noch. Vorkriegsware eben! Zeiss Ikon Nettar 512/2, hergestellt 1938 bis 1951. Die Mittelformatkamera für die Jackentasche für Leute, die schon einmal photographiert haben. Das sollte man: Belichtungsmesser ist Pflicht wie die Fähigkeit, Entfernungen genau schätzen zu können. Vernünftigerweise hat man nach dem Krieg nichts geändert. Man war ohnehin mit anderen Dingen mehr beschäftigt. Trümmer wegräumen, sich gegenseitig zu entnazifizieren – Hurra, wir leben noch und die Konstruktion der Nettar blieb wie sie war. »Ist sie nicht schön, ist sie nicht herrlich altbacken und riechen tut sie…« Aschenbecher in die Mitte, noch ein Glas Wein und den – Verzeihung – Gestank ignorieren. Dagegen gibt es so neumodisches Spray, das jetzt zwar nicht zur Hand ist – aber später!

Detektivarbeit am späten Abend. »Kodak Panchrome«, so der kleine Aufkleber im Inneren der Kamera. Diese Filmsorte gibt es seit den dreißiger Jahren. Nach dem Krieg auch noch. Aber die Produktion dafür wurde erst wieder 1954 aufgenommen. Diese Nettar wurde aber nur bis 1951 hergestellt. Wie alt ist sie nun, die Kamera?
»Lass uns mal noch ein Glas! Prost, auf die alten Zeiten™! Darauf, daß sie an uns vorbeigingen.« Beide zwar Kinder der Fünfziger, aber die haben wir nur in Windeln erlebt und nach mehr ist uns auch gar nicht der Sinn.
Die Zeiss funkelt mit ihren vernickelten Kulissen wie die goldenen 40er Jahre. Heim ins Reich und dann ganz schnell wieder raus. Dann der Zusammenbruch der Weltmachtträume und die Hoffnung, daß man ungeschoren aus der Nummer wieder herauskommt. Man konnte sich noch ausgezeichnet Telephonnummern merken, einiges andere eigenartigerweise überhaupt nicht. Eigentlich sollte man die Kamera wieder in Betrieb nehmen, durch eine Stadt fahren, über die Dörfer, spielende Kinder knipsen (Achtung! Recht am eigenen Bild!) und derlei Unsinn. Flau, wenig Kontrast und grau-weiß. Der Novar Anastigmat 11cm eignet sich bestenfalls für Kontaktabzüge, keinesfalls für Vergrößerungen. Genau wie die späten 40er Jahre. Tausche Zeiss Ikon gegen 3 Stangen Filterzigaretten. Und man sollte es auf einer DKW RT 125 tun. Vorkriegsware für die Zeit danach.
»Reich mir doch mal das Feuer rüber, bitte! Eine RT hatte ich auch mal. Bergab 70 und mit dem Spezialsprit noch schneller. Dann kam die Kreidler! Und der Wein ist nebenbei gar nicht so schlecht. Wenn der nur nicht schon wieder leer wäre…«

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Kodak machte mit der Retina 1a dort weiter, wo die Zeiss Ikon aufhört. Auf groß folgt klein, und das schon seit den dreißiger Jahren. Nach Ende des Weltkrieges versucht man sich im Polieren der eigenen Reputation und der Herstellung empfindlicher und feinkörniger Film-Emulsionen, was wenigstens beim Negativmaterial von Erfolg gekrönt ist. Die Kameras durften kleiner werden. »Das soll uns erst mal jemand nachmachen!« Klein, handlich, 24x36mm und einem Objektiv von Schneider-Kreuznach.
Bei der Namensgebung der Objektive ist man so kreativ wie danach nur noch selten und erst viel später die VG Media, wenn sie Google eine Waffenruhe anbieten, damit die endlich wieder Snippets, mit denen man sich sarnieren wollte, veröffentlichen. Jetzt für ganz umsonst und begleitet mit der Drohung, daß das letzte Wort darüber noch lange nicht gesprochen ist.

»Google wird ab morgen, den 23. Oktober 2014 die Presseerzeugnisse der Presseverleger, die durch die VG Media vertreten werden, auf den Google-Oberflächen nur noch sehr eingeschränkt und ihre Bilderangebote gar nicht mehr darstellen. Um dies zu vermeiden, haben die Presseverleger die VG Media ganz überwiegend angewiesen, ab dem 23. Oktober 2014 gegenüber Google eine widerrufliche „Gratiseinwilligung“ in die unentgeltliche Nutzung ihrer Presseerzeugnisse zu erklären. Die VG Media Presseverleger sehen sich angesichts der überwältigenden Marktmacht von Google zu diesem außergewöhnlichen Schritt gezwungen.«

Wer bei dieser Nachricht genüßlich die Augen schließt, sieht den schwarzen Ritter aus Monty Pythons »Ritter der Kokosnuß« aus allen Wunden blutend: »Können wir uns auf ein Unentschieden einigen?«
Dieses hier heißt jedenfalls Retina-Xenar und ist auch klein und mickerig. Die Lichtstärke hat man vorsichtshalber gar nicht erst draufgeschrieben so wenig wie beim Gogomobil die Höchstgeschwindigkeit im Katalog stand. Hauptsache man wird nicht nass!
Es waren eben noch andere Zeiten. Was interessierte 1952 eigentlich die Tagesschau?

»Von Afrika bis Arabien, in Ägypten, Tunesien und Marokko begehren die Völker gegen die westlichen Kolonialregierungen auf. Durch Aufstände, Überfälle und Straßenschlachten versuchen die Menschen, das „kolonialistische Joch“ abzuschütteln. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich bereits Indonesien, China und Indien von ihren Mutterländern gelöst. Mau-Mau-Aufstand. In Britisch-Ostafrika (Kenia) verüben Angehörige der Mau-Mau verschiedene Attentate, um die weißen Herrscher zu vertreiben. Die britische Armee rückte ein und schlug die Aufstände blutig nieder, um die Ordnung wieder herzustellen.«

Nun ja. Wie gesagt: Völlig andere Zeiten.

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Mao stirbt und Ulrike Meinhoff wird erhängt in ihrer Zelle in Stammheim aufgefunden. Die Kamerasammlung auf dem Tisch pfeift auf historische Kontinuität. Klassische Damals-Themen und der Herrenabend findet die wunderbarsten Geschichten. Frieren in der Land-WG und dem Verpackungsterror. Wann kam dieser Begriff der Vorläufer der Grünen eigentlich auf? Eigenartig, daß der Klassenfeind ihn adaptierte: Den Terror übernahm man, verpackte ihn nur anders.
Ein Porsche in Tibet-Orange war 1976 erfolgreich zu verkaufen – Kameras aus Deutschland allerdings immer weniger. Die Phase der Plagiate in Japan war längst vorbei. Die CB750 schaufelte ein tiefes Grab für alle Motorradhersteller, die nicht aus Japan kamen. Leica bastelte fröhlich an Kameras auf dem technischen Stand der späten 50er Jahre, während man am anderen Ende der Welt die Belichtung elektronisch maß und den Verschluß mit dem (richtigen) Ergebnis steuerte. O.K. : Eine Leica würde auch noch in 70 Jahren von der Rückständigkeit der Wetzlaer Techniker künden – Deutsche Wertarbeit bis die Hölle gefriert – aber in die Punkte fuhren Honda, Toshiba und Nikon, auch wenn ihre Produkte eine immerhin endliche Lebensdauer hatten.
Während also Leica vom Service ihrer unzerstörbaren Geräte leben mußte, verkauft Japan containerweise. Nicht, weil man kopierte: Man produzierte schlicht nur die Waren, die die Menschen haben wollten. Es war die Zeit, als man bei Leitz zu Minolta pilgerte, um zu erfahren, wie man genau solche Kameras baut. Umsonst: The Song Remains the Same.

Eine Firma konnte es schon, nur eine von vielen und vielleicht auch nicht die Beste von allen. Die Pentax ME war zu ihrer Zeit die kleinste Spiegelreflex der Welt; schnell, leise, automatisch. Sie konnte nicht viel, aber das was sie konnte gut. Blende 8 bei schönem Wetter, die 2 bei Regen. Scharfstellen, abdrücken, fertig.
Ob sie die Meinhoff ermordet haben? Wahrscheinlich. Ziemlich sicher sogar. »Ich fordere Sie hiermit letztmalig auf, sich die Schlinge um den Hals zu legen! Darf ich Ihnen beim Klettern auf den Stuhl behilflich sein?« Die Nacht gebiert morbide Späße. »Ham wa noch was zu trinken?« Der Wein ist nicht allererste Ware, aber in größeren Quantitäten verfügbar. Etwa 650g Kamera mit einem 50mm Objektiv glitzert siebziger Jahre japanisch auf dem Tisch. Der volle Aschenbecher stinkt erfolgreich gegen den Moder des Wasserschadens. »Also, daß wir uns heute Abend aber auch…« Ja, das war eine gute Idee! Macht man ja auch viel zu selten. »Kannst Du Dich noch an den Musikladen erinnern? Uschi Nerke? Mann, war die geil…« Wer sich an die Siebziger erinnert, war nicht dabei. »Damals mußte das 50mm 2.0 auch gar nicht so scharf sein. Das war eh alles verschwommen und ziemlich bunt. Ahhh: Diese Farben!« »Hast Du was…?« Nein – ist wohl auch besser so; der nächste Morgen lauert bereits hinter den vorsichtshalber zugezogenen Gardinen.

Was bei der Pentax glitzert, ist es verchromtes Plastik. Das machte man damals so. Und wenn einem das nicht paßte, konnte man ja auch nach »drüben« gehen. Dort lockte der damals noch intakte Palast der Republik mit seinen naturbelassenen Asbestfasern. Und seinen Blechkameras, mit denen man den Klassenfeind daran hindern wollte, sich ein Bild der Welt zu machen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Herrenabend. Der kommt bestimmt, mit Wasserschäden und denen am nächsten Tag.

War aber wirklich gut, daß wir uns wieder getroffen haben. Sollte man viel öfter machen.

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36 Antworten zu Herrenabend mit Zuwachs

  1. Joachim schreibt:

    Komisch, hier riecht es nach Wein und Zigaretten und mehr, etwa ein ganz klein wenig nach Kameras mit Wasserschaden. Wie riechen Kameras? So! Riech‘ doch mal!

    Das kann doch nicht sein! Wirklich, kein Scherz, ich habe ernsthaft an meiner Kleidung und den Fingern geschnüffelt. Und da war es mit der dazu notwendigen Unterbrechung des Lesens … verschwunden.

    Herrenabende sind ja sonst gar nichts für mich. Ich drücke mich da, wo ich kann. Zu viel Nostalgie vermischt mit Politik, moppern über Alles und dem vorsichtigen Umschiffen von niemals gelösten Konflikten. Um der Gesichtswahrung willen Smalltalk, das ist Herrenabend. Ist nichts für mich. Lass lieber rocken.

    Aber gut, um der alten Zeiten willen. Echtes Metall, CB750 und Yamaha gegen Honda und die Träume von der Münch-4 mit dem Motor aus dem NSU Prinz 1000. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp, wie … ach nee, diese Frage ist mir nun zu peinlich…

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Joachim

      Das da mit den Herrenabenden ist fein beobachtet und kann durchaus richtig sein. Aber diese älteren Herren hatten genügend andere Gesprächsthemen, hatten so gar keinen Mangel.
      Nostalgie: Das ist dann wohl der Moment, wo man sich mit sanfter Trauer gegenseitig versichert, klüger geworden zu sein. Die Beteiligten dieses Abends sind aber weit davon entfernt, die alten Dummheiten nicht zu wiederholen – Nostalgie ist dann eher die Frage, wie man genau das organisiert. Es ist das Aufarbeiten alter Ideen.

      Wie lautete die peinliche Frage?

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      • Joachim schreibt:

        Gesprächsthemen? Etwa so?

        Die Frage, ja peinlich. Also, jetzt wäre hier mal Herren (und Damen, c könnte einen Cowboyhut aufhaben, Harley) Abend und ich erwähne beiläufig:

        a: Mein Moped hat nun eine ganz besondere Automatik.
        b: Kann ich mir denken. So wie DU schaltest (lach) brauchst Du die auch!
        c: Ha, der war gut. Weist Du noch wo wir immer die Kreisel gefahren sind, bis a endlich …
        a: Boh, ich brenn Euch her!
        b: Soll wohl ein Witz sein.
        c: also was ist nun mit der Automatik
        a: ja, so bei 160 ..
        b: Du? 160? Im freien Fall, ja.
        a: Witzig, ha ha.
        b: Ich brauch mir nur DEINEN Angstrand (an den Reifen) anzuschauen. Eh, wenn Du hälst, dann steht das Ding von alleine, so flach ist der Reifen abgefahren.
        c: Quatschkopp! Wat is nu mit der Automatik?
        a: Also nacked Bike, so ab 160 kriechst Du schon mal was näher zum Tank.
        b: ah ja, das ist also die Automatik. Hat Du den Tank jetzt hinten? Richtige Männer fahren 220 aufrecht.
        c: Hmm, Sonntags, 11 Uhr, 750m zum nächsten Kiost, ne wa. Bei Deinem Kälbchennacken.
        b: Eh, Stiernacken! Wills’te ma‘ fühlen?
        c: Hättest Du wohl gerne.
        a: Und da auf dem Tank, da siehst Du nichts mehr im Spiegel.
        c: klar, kenn ich.
        b: Bei ’ner Harley??? Lach mich tot.
        c: 😐
        a: Ich sehe aber wohl was. Das ist die Automatik.
        b: wie?
        c: ja, ich verstehe. So ab 160 verdrehen sich die Spiegel.
        a: genau. Blöd ist nur, dass die sich nicht selbst zurück drehen.
        b: Musse eben schneller fahren. Wenn man kann…
        a: Mein Freund, ich kann. Aber egal. Also ich habe schon alles versucht, Kontern, hin und her – welcher Idie hat dieses System erfunden?
        b: Spiegel, bei Louis gibt es da krasse Dinger für 19.90 EUR
        c: Man, die sind für Roller!
        b: ja und? Echte Mopeds ™ haben das Problem nicht.

        und 20 min später reden wir über viel zu viele Schilder auf der Straße, wie man mit der Bullizei umgeht und das die Frau viel zu viel Geld ausgibt und warum Windoof nicht bootet. c beklagt sich dann völlig zurecht über Diskriminierung – wobei, das Geld war wirklich weg.

        Das nächst mal frage ich einfach, wie der scheiß Spiegel angeschraubt wird und wenn keine Antwort kommt, dann gehe ich die 750m zum Kiosk. Allein! Vielleicht weiß Ali, wie man das hinbekommt. Jedenfalls muss der nicht dauernd nerven…

        „Hi Ali, geht’s gut?“. „Hm. ’n Bier?“, „nöö. Wasser. Bin mit dem Moped da — Kennst Du Dich mit Spiegel?“.

        Ali: „zeich mal. Nen 17’er dabei?“

        Tja, hätte ich mal Ali. Der wüsste Bescheid. Hier anyone?

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        • pantoufle schreibt:

          Oder eine menschenwürdige Kontermutter mit Loctite

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          • Thelonious schreibt:

            Loctite und Kontermutter. Typisch Vierzylinder. 🙂 Kann man machen, gibt aber Probleme beim Auseinanderbauen. Das angedeutete „Gegengewicht“ hat jedoch wirklich etwas. Auch optisch.
            Wenn ich dich recht verstanden habe, bist du Besitzer eines großvolumigen Zweizylinders. Ich bin gewiss kein Spiegelfachmann. Ich halte sie für unnötigen Zierrat. Es könnte jedoch an den Eigenschwingungen liegen, wenn es immer bei der gleichen Drehzahl auftritt. Gummi. Mein Tipp. Den Lenker in Gummi lagern. Ein Fahrradschlauch ist schnell zerschnitten. Und pantoufles Kontermutter nicht vergessen.

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        • Stony schreibt:

          Ich tät’s ja anschweißen, dann gibbet auch kein Problem mit dem Auseinanderbauen, Flex-und-fertich. Ha! Einmal mit Profis arbeiten auf den Noob hören… 😛

          *icktrollmirmal*

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          • Joachim schreibt:

            Hmm, isch ‚abe den Verdacht, so peinlich war die Frage gar nicht. Ich muss mal den Onkel mit dem Hammer fragen ;-).

            pantoufles Lösung ist über alle Dinge erhaben – was habe ich gelacht, Stony ist „pragmatisch“ und Thelonious lösungsorientiert. Bedankt. Kontermutter ist ja klar, an Loctite dachte ich auch schon. Mit einem Ruck geht das auch wieder los. Nur, das muss auch anders gehen. Gib‘ mal den Schlüssel. (Facepalm)

            Eigentlich bleibt jetzt nur noch festrosten lassen.

            Thelonious, großvolumig ist relativ und es sind 4 Pötte im „Feinripp“. So viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht (nur 2, oder? Nimm die mit mehr Volumen). Vibrieren tut da (fast) nix, was nicht soll. Das Problem der Spiegel tritt auch einfach beim „Anfahren“ (aus 60km/h, so zwischen 4500-8000 U/min) auf.

            Hier sollte nun ein Video kommen. Das habe ich aber wegen vorpubertärerer Attitüden gestrichen. Ein Katzenvideo + Moped gab’s nicht. Nur verdächtig viele Mopedkätzchen und und noch mehr Esel-Videos – c war jedenfalls nicht dabei. Bei b bin ich nicht sicher. Also dann wegen der Anregung von Nebenan ein Beitrag zum Thema „Vertragt Euch“ etwas von Eseln und Kätzchen 😉

            Aber niemand sagt was zu meiner Sicht auf „Herrengespräche“. a,b,c gibt es wirklich und c ist kein Herr – Gott sei Dank.

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        • pantoufle schreibt:

          Also ich find ja die Idee mit dem aerodynamischen Ausgleich episch! Auf der anderen Seite ist mir aber auch klar, daß wirklich innovative Lösungen immer ihre Zeit brauchen, bis sie sich auf breiter Ebene durchsetzen. Sei`s drum…

          Ich hab mir mal Harley Rückspiegel im Netz angesehen. Die Fahrradgummi-Lösung ist zwar naheliegend, aber die Auflagefläche, wo sie einen Sinn ergeben würde, ist denkbar klein. Erster Gedanke ist, eine Zahnscheibe (DIN6797 i) unter das spiegelseitige Ende des Bolzen zu legen. Da wird die Friktion dort erzeugt, wo sie hingehört.

          Zwischendurch mal eine ganz blöde Frage: Das wird ja wohl mit einer Hutmutter geschraubt – ist da genug »Futter« in Form von U-Scheiben, daß da wirklich Druck draufkommt? Im Zweifelsfalle schraubst Du ja nur die Hutmutter gegen ihren »Hut«, ohne das genügend Kraft auf dem Bolzen landet.

          Sollte das alles nix bringen, vielleicht den Bolzen mit Teflonband (Sanitärbedarf) so dicht umwickeln, daß der Gewindebolzen allein schon sehr stramm in die Bohrung passt.

          Ist eigentlich eine Lazarus-Frage: Das ist ja seine Marke.

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          • Stony schreibt:

            Was ist eigentlich das Problem?
            Dreht sich der (ansonsten in sich feste) Spiegel an seiner Befestigung, also um den Lenker (Kraft durch ‚Fahrtwind‘ größer als die der Verschraubung), oder verbiegt er sich ‚in sich‘, rückt demnach die Spiegelfläche näher an den Griff heran (mit oder ohne Drehung um den Lenker), was mir das epische Gegengewicht aerodynamischer Art nahelegt (Noob-Vorstellung = Hä?)?
            Die drehzahlbedingte Vibration des Motors, übertragen auf die festen Teile der Maschine, scheint ja ein Problem mit der Verschraubung diverser Teile nach sich zu ziehen – inwieweit wäre da die ‚aerodynamische Lösung‘ hilfreich?

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          • Joachim schreibt:

            Dein ursprünglicher Plan ist genial. Meine Frau fand auch den zusätzlichen Schminkspiegel nicht schlecht 😉

            Aber nein, es ist definitiv keine Harley.

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            • Thelonious schreibt:

              Herrenabend im Internet

              Ich schlage vor, wir bilden einen technischen Ausschuss, der selbigen auch produziert. 🙂

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            • pantoufle schreibt:

              Gleich Zähne mit Hüten Nägel mit Köpfen: Das alles schreit nach einem Verein! Der Dreien sind wir schon!

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            • Joachim schreibt:

              Halt halt, es ist auch „Weibsvolk“ (frei nach Monty Python) anwesend. Wenn Herrenabend, dann bitte politisch korrekt: Herrinnenabend – klingt aber komisch…

              tikerscherk, das Gegenstück zum Herrenabend ist übrigens (vielleicht) der „girls day out“?

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            • Stony schreibt:

              Klingt nicht nur komisch… Wie Recht doch Max (der Goldt) hatte mit seinem Einwurf, daß das gendern die Sprache verhunze, weil es, zuvörderst bei unsachgemäßem Gebrauche, den Bedeutungsgehalt derart verdrehe, daß nichts Sinnvolles mehr zustande kommt.

              Die Tage einen lustigen(?) Genderwitz gehört:

              Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug. Sagt die eine: „Die haben bestimmt gedacht, wir seien zwei Typen.“ Sagt die andere Pilotin: „Und die dachten wir seien Passagiere!“

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            • tikerscherk schreibt:

              girls day out? Gibt es das?

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            • Joachim schreibt:

              Meinst Du das ernst?

              Girls day out ist wenn bei Frau der Nervlevel durch Männe so weit angewachsen ist, dass zusammen mit Leidensgenossinen einmal „die Sau“ raus lassen muss. Meine Frau geht z.B. mit ihrer Schwester tanzen, während ich – na ja, Zeit für meine Geliebte habe. Die hat tolle Formen, einen langen Hals und sechs Seiten 🙂

              2,3,4…

              „Well, did you ever wake up,
              With that one woman on your mind,
              Well, did you ever wake up,
              With that one woman on your mind,
              Sit there laughin‘,
              Laughin‘ just to keep from crying.“

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            • tikerscherk schreibt:

              @Joachim

              Klar meine ich das ernst. Bei mir nervt kein Mann. Wir leben, vorsätzlich, in getrennten Wohnungen. Jeder kann seines Weges gehen, wenn er das möchte.
              Freundinnen treffe ich auf einen Kaffee, oder wir gehen gut essen. Das macht mit Frauen irgendwie mehr Spaß als mit Männern. Die essen immer so schnell.

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            • Thelonious schreibt:

              „Wo sich aber finden Drei in meinem Namen, da sollen sie gründen einen Verein.“ (Math 13.14) Amen. 🙂

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            • pantoufle schreibt:

              …hab ich jetzt nicht zur Gänze verstanden! Suchen wir einen Namen oder sind wir nicht sowieso im Namen des HERREN unterwegs?

              Einz, zwo drei fier

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            • Thelonious schreibt:

              pantoufle: Kann man auch nicht vollständig verstehen. Tucholsky hat einmal so ungefähr geschrieben, dass wenn sich drei Deutsche auf der Straße treffen, sie sofort einen Verein gründen. An dem Abend ist mir jedoch nur der Satz eingefallen, nicht der Urheber. Dann habe ich ihn halt in die Bibel verschoben. Das mache ich öfter. Meist wird der Gegenüber dann ganz still ob meiner „Bildung“. 🙂

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            • Joachim schreibt:

              Mt 18.20? Verein? Der Letzte hat mich „rausgeworfen“ 😉 Die Geschichte wurde zu einem meiner besseren (? na ja, lassen wir das) Songs…

              und außerdem hat meine Gitarre zwar sechs Seiten, aber auch sechs Saiten (meine letzten Nerven, ich spiele also jetzt auf meinen letzten Nerven – aus Circus Mensch)

              so by by. Bayern, ich komme… bis die Tage.

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  2. tikerscherk schreibt:

    Ein sehr schöner Überblick über die Entwicklung der Kameras und die bundesdeutsche Geschichte. Dazu Alkohol und Nikotin, schön. Geht so der klassische Herrenabend? Ich dachte, da müsse viel mehr über Uschis gesprochen werden, als ihr das tut. Ein Klischee?

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Tikerscherk

      Über Uschi zu reden ist wohl der Mangel, mit ihr sprechen zu können. Ein Thema, was bei gesetzteren Herren aus der Showbranche vermutlich kürzer abgehandelt wird als bei einem Stelldichein auf dem Rummelplatz. In sofern vermutlich kein Klischee, sondern die falsche Adresse. Die berufliche Erfahrung desillusioniert bisweilen.

      Strafverschärfend kommt die unbedingte Bastelleidenschaft der Beteiligten ins Spiel: Alles, was mit Werkzeug,Farbe und Spachtelmasse in Bewegung gesetzt werden kann, ist an sich schon abendfüllend. Der Wasserschaden, Tauschgespräche über diverse Fahrzeuge – das fängt Morgens um 3 eigentlich erst an. Wenn man so will ein Zeitproblem. Für Uschi fehlt es auch an Zeit… sie steht nun einmal erst in Reihe 5 🙂

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  3. tikerscherk schreibt:

    Ich glaube dazu gibt es kein Pendant bei uns Frauen. Einer der Gründe, warum ich manchmal, jedenfalls stundenweise, auch gerne ein Mann wäre.
    Zum Tausch stünde dann ein Mercedes-Bus von 1987, 6,9er, runtergelastet auf 5,2 t, vollausgebautes Wohnmobil mit extrabreitem Futonbett, Hebebühne und ausreichend Platz für Motorradmitnahme im Innenraum.
    Nur mal so.

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    • pantoufle schreibt:

      …und führe uns nicht in Versuchung!

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      • tikerscherk schreibt:

        Das machen Frauen doch ganz anders.

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        • pantoufle schreibt:

          Siehst Du: So ist das mit Uschi! Was ist Uschi gegenüber Stahl, Aluminium und Gummi.

          BTW: Dir scheints ja schon wieder ganz gut zu gehen 🙂

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          • tikerscherk schreibt:

            Ist eher `ne rhetorische Frage, wa?

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            • pantoufle schreibt:

              Nein, eine Hoffnung und ein Wunsch.

              Hab gerade mein Mittagsschläfchen nach dem Abendbrot beendet und werde mich nun in die Dunkelkammer verziehen. DLR und Kodak Trix, Ditmarscher und die Suppe, die mir mein Photohändler des Vertrauens zum Entwickeln aufs Auge drückte. Nach seinen Aussagen ist die Brühe so gut, daß man den Film nicht einmal belichten muß, um erstklassige Negative zu erhalten.
              Ich kenne das! Der Motorschrauber meines Vertrauens, der, nachdem er sich umguckt, daß keiner guckt, den Ölkanister auf den Tresen stellt: »Hier! Und nur unter uns! Das haben die Nazis 1937 Ernst Henne nach dem Weltrekord aus seiner BMW abgelassen, damit es nicht den Alliierten in die Hände fällt! Da musste nur einen Fingerhut voll…! «

              Er nennt es Vergeltungswaffe 3

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  4. tikerscherk schreibt:

    Hast Du Deine vorletzte Antwort nachträglich geändert, oder wieso fasele ich da etwas von rhetorischer Frage, wo weder Frage noch Rhetorik irgendwo oder irgendwie erkennbar wären? (Das Gleiche wolltest Du mich möglicherweise fragen. Dank für Hoffnung und Wunsch!).
    Schon toll diese Motorschrauber. Beinahe Alchemisten.
    Wenn das Öl die Vergeltungswaffe 3 ist, frage ich mich natürlich, was 1 und 2 sind.
    Streng geheim, nehme ich an…

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  5. Stony schreibt:

    Total OT & @Thelonious:

    Nachdem du neulich den Bangert erwähnt hast, habe ich mir das Buch besorgt.
    Ob sein Weg der ‚richtige‘ ist, darüber bin ich mit mir selbst noch nicht im Reinen. Auf jeden Fall ist es ein Weg und der funktioniert, zumindest bei mir, erschütternd gut. Bevor ich es erstand, las ich einges an Rezensionen und wähnte mich halbwegs vorbereitet – um alles was ich an Erwartungshaltung hatte, gänzlich gebrochen zu sehen. Wenn man sich darauf einläßt, eröffnen sich einem immer mehr Ebenen, sowohl des Buches, als auch des eigenen Selbst. Die Intention eines Autors habe ich in dieser Deutlichkeit, soweit ich mich entsinnen kann, noch nie sowohl in Form als auch Inhalt wiedergefunden. Ein ausnehmend gut durchdachtes Werk!

    Gestern Abend klärten sich für mich noch einige Kontextfragen, sowohl Bangerts Job als auch seine Intention betreffend, nachdem mir ein gerade veröffentlichtes Audiointerview unterkam, welches er im Sommer gegeben hatte. Was (und vor allem wie) er da über das Buch und sein Leben erzählte, beseitigte meine letzten Illusionen und machte das Ganze ‚rund‘ – nicht, daß es damit für mich zu einem Abschluß gekommen wäre, so einfach ist das beileibe nicht, aber es bewog mich doch zu diesem Kommentar.

    Ernsthaft Danke für deine Empfehlung!

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    • Thelonious schreibt:

      @stony: Es ist ein gutes und wichtiges Buch und ein teilweise schauerliches. Die Intention ist für mich für mich vollkommen nachvollziehbar und auch die Gedanken Bangerts. Mir geht es jedoch ähnlich, wie dir, ich habe mir noch keine abschließende „Meinung“ gebildet und deswegen konnte ich es nur mit einem leicht schlechten Gewissen empfehlen.

      Was mir ein wenig fehlt sind die Zusammenhänge zwischen unserem täglichen Leben und den Konsequenzen die daraus in anderen Teilen der Welt entstehen. Auf der anderen Seite sehe ich jedoch auch, dass das Buch dann überfrachtet wäre. Die emotionale Wucht ist so groß, dass ein ausgearbeiteter analytischer Teil einfach keinen Platz finden kann, ohne das Konzept zu zerstören. Andererseits sind Gefühle wie Betroffenheit relativ kurzlebig. Schwierig.

      Das von dir verlinkte Interview ist sehr gut. Klar, unaufgeregt und informativ.

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      • Stony schreibt:

        Verdammt, wie antworte ich jetzt, ohne zu viel zu spoilern? Ein echtes Dilemma… 😉

        Ich denke, daß das was fehlt, ebenfalls Teil des Konzepts ist. Was das Buch für mich so gut funktionieren läßt, ist, daß es nicht einfach daher kommt. Das man es sich, im wahrsten Sinne ‚erarbeiten‘ muß. Was nicht nur die Bilder betrifft, von denen einige wie ein Faustschlag in die Magengrube sind.

        Die ‚Schwäche‘ des Buches ist, zumindest für mich, zugleich seine Stärke: keine einfachen Antworten zu liefern. Eine ausgearbeitete Analyse ist etwas, dem man sich anschließen kann – verstehen muß man sie freilich, was auch Arbeit werden mag, aber es ist (oft) eher ein nach-denken bereits gegangener Wege. Bei War Porn muß man sich diesen selbst suchen, erarbeiten. Ein Angebot, das man jederzeit ausschlagen kann; läßt man sich aber darauf ein, ist der Schritt nicht zu groß, sich selbst die Frage nach dem Kontext zu ‚unserem Leben‘ zu stellen. Und dies, ich denke darauf spekuliert Bangert, mit den mglw. neuen Erkenntnissen über sich selbst in einer Weise zu tun, welche die gängigen (vllt. ‚einfachen‘) Antworten wiederum in Frage stellt. Oder überhaupt einmal zu Frage erhebt.

        Damit wird er, da muß man sich nichts vormachen, nicht jeden erreichen; viele werden auf der Stufe der Betroffenheit stehenbleiben, falls sie das Buch überhaupt je in die Hände bekommen. Gerade da liegt ja sein Dilemma: der Photograph, der Mann mit den ‚beschränkten Mitteln‘, der zornig wird wenn andere nicht hinsehen wollen, der sie zwingen möchte, aber nicht kann – und weiß, daß er dazu auch kein Recht hat.

        Das Thema ist schwierig, er macht es sich nicht leicht und ebensowenig dem Leser; worin für mich gewissermaßen die Essenz liegt, die ‚einfache Antwort‘, daß es diese schlicht nicht gibt. Es ist ein Prozeß des Hinterfragens, der Welt und des eigenen Selbst, einer ohne Abschluß. Oder wie er es sagt: „Skeptisch bleiben, wir müssen immer skeptisch bleiben!

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