Gauck fordert starke Rolle Deutschlands

Bundespräsident Gauck hält auf der Münchener Sicherheitskonferenz eine wegweisende Rede:

»Große überseeische Aufgaben sind es, die dem neu entstandenen Deutschen Reiche zugefallen sind, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet haben. Das Deutsche Reich hat seinem Charakter nach die Verpflichtung, seinen Bürgern, wofern diese im Ausland bedrängt werden, beizustehen. Die Aufgaben, welche das alte Römische Reich deutscher Nation nicht hat lösen können, ist das neue Deutsche Reich in der Lage zu lösen. Das Mittel, das ihm dies ermöglicht, ist unser Heer.

In dreißigjähriger treuer Friedensarbeit ist es herangebildet worden nach den Grundsätzen Meines verewigten Großvaters. Auch ihr habt eure Ausbildung nach diesen Grundsätzen erhalten und sollt nun vor dem Feinde die Probe ablegen, ob sie sich bei euch bewährt haben. Eure Kameraden von der Marine haben diese Probe bereits bestanden, sie haben euch gezeigt, daß die Grundsätze unserer Ausbildung gute sind, und Ich bin stolz auf das Lob auch aus Munde auswärtiger Führer, das eure Kameraden draußen sich erworben haben. An euch ist es, es ihnen gleich zu tun.
Eine große Aufgabe harrt eurer: ihr sollt das schwere Unrecht, das geschehen ist, sühnen. Die Chinesen haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit des Gesandten, den Pflichten des Gastrechts Hohn gesprochen. Es ist das um so empörender, als dies Verbrechen begangen worden ist von einer Nation, die auf ihre uralte Kultur stolz ist. Bewährt die alte preußische Tüchtigkeit, zeigt euch als Christen im freundlichen Ertragen von Leiden, möge Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel.

Ihr wißt es wohl, ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wißt: Pardon wird nicht gegeben. Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen. Wahrt Manneszucht. Der Segen Gottes sei mit euch, die Gebete eines ganzen Volkes, Meine Wünsche begleiten euch, jeden einzelnen. Öffnet der Kultur den Weg ein für allemal! Nun könnt ihr reisen! Adieu Kameraden!«

Kaiser Wilhelm II, Bremerhaven, 27. Juli 1900

Uppps – da sind mir doch glatt die Reden durcheinander gekommen.
Na ja, kann ja mal passieren.

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8 Antworten zu Gauck fordert starke Rolle Deutschlands

  1. der Doctor schreibt:

    .Flinten-Ursels „familienfreundlicher Umbau der Bundeswehr ,hat schon klar gezeigt worum es geht:um die Militarisierung der Gesellschaft und um Kriege als Mittel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit(Unsere neue Ersatzreligion),wieder salonfähig zu machen.Und natürlch tut auch der Bundesgauckler das seinige dazu.
    Und hinterher will natürlich wieder keiner was geahnt haben…

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  2. Stony schreibt:

    Köhler mußte noch zurücktreten, weil er ein „offenes Geheimnis“ aussprach, der Gauckler darf ungestört die „Trommeln der Freiheit“ schlagen. Passend dazu fand ich neulich dies hier. Aber anzeigen bringt da wohl nix, welches Gericht würde da schon eine Zuständigkeit sehen. Ich bin gespannt wann und wie das störende Grundgesetz endlich mal angepaßt wird an die ‚Realitäten‘ der Zeit.

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  3. rainer schreibt:

    …wenn an der Spitze eines Staates Verbrecher stehen, dann kann man nichts mehr erwarten….

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  4. pantoufle schreibt:

    Die Causa Köhler ist in diesem Zusammenhang äußerst interessant. Trittin verglich damals die Aussagen des Bundespräsidenten mit »Kanonenboot-Politik«. Die Hunnenrede des Kaisers an seine Soldaten zum Boxeraufstand kam mir im Zusammenhang mit der neuerlichen Entgleisung des Bundespfaffen deswegen durchaus passend vor.
    Horst Köhler: Das ist noch gar nicht so lange her. Im Mai 2010 hat er in seinem denkwürdigen D-Radio-Interview die Gründe für seinen Rausschmiß dargelegt.

    »[…] daß im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.«

    Allerdings bereits im Jahr 2008 verabschiedete der Bundestag mit absoluter Mehrheit die Teilnahme an der Operation Atalanta am Horn von Afrika als »Schutz für die Schiffe des Welternährungsprogramms«, auch durch Einsatz »von bewaffneten Kräften an Bord dieser Schiffe, insbesondere wenn sie die Hoheitsgewässer Somalias durchqueren«.
    Wie Herr Tritin zwei Jahre später zufällig vergaß, stimmte auch er 2008 für den Einsatz. (Die einzige Fraktion, die geschlossen mit »Nein« votierte, war die der Partei »Die LINKE«).
    Was Köhler aussprach, war lediglich die Feststellung des status quo: Bundeswehr- (Marine) Einsätze zum Schutz von Handelswegen. Man kann es »offenes Geheimnis« nennen oder auch den Verzicht von internationaler Diplomatie zugunsten intransparenter UN-Resolutionen. Es ist ja nicht alleine eine gesellschaftliche Militarisierung, sondern die Installation der alternativlosen Basta-Politik des Vasallenstaates Deutschland.
    Besonders perfide daher die Äußerung Gaucks
    »Ich muss wohl sehen, daß es bei uns – neben aufrichtigen Pazifisten – jene gibt, die Deutschlands historische Schuld benutzen, um dahinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken.«
    So schreibt sich der Beginn einer Diffamierungskampagne. Mit »Eines haben wir gerade in Afghanistan gelernt: Der Einsatz der Bundeswehr war notwendig, konnte aber nur ein Element der Gesamtstrategie sein.« kommt dann das Eingeständnis, daß man nicht nur Geschichts-, sondern auch Gegenwartsvergessen sein kann.

    Man kann es nicht genug wiederholen: Nach den letzten Bundestagswahlen hatten SPD, LINKE und Grüne eine Mehrheit gegenüber der Union. Das, was da jetzt passiert, ist die klassische Wiederkehr der historischen Rolle der SPD als Verräter-Partei.
    Man hätte es verhindern können. Auch Flinten-Ursel. Man wollte nur einfach nicht.

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  5. Hagnum schreibt:

    Hat noch irgendjemand Zweifel,warum die „Lusche“ wieder aus Bellevue ausziehen mußte?
    Wegen vermeintlicher ca. 700 Euro?Wegen einem rollierenden Kredit?

    Versöhnen wollte der Wulff,nicht spalten.

    Der kleine Christian stand dem groß werden wollenden Deutschland,also dem Kapital und seinem Macht- und Renditestreben, schlicht im Wege.

    Dieses Gedröhne und Gedrohe,diese Haltung geht’s nicht ohne Schwert dann halt mit Schwert,
    so etwas hätte sich der Christian nie gewagt.

    Übrigens, das ist auch wichtig:

    Es ist das erste mal,daß die Sicherheitskonferenz von einem deutschen Staatsoberhaupt eröffnet wurde.

    Der Wulff wäre da nicht hin.Der Gauckler konnte es doch nicht erwarten….

    Nein,ich bin kein Wulff-Fan.

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    • GrooveX schreibt:

      was wulf wollte, spielte überhaupt keine rolle. da hat heinemann ganz andere sachen gesagt. wulf war ein typischer kleinbürger, der sich an den falschen tisch gesetzt hatte und nicht merkte, dass er nicht dazu gehört. das war aber auch alles.

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  6. pantoufle schreibt:

    @GrooveX
    Das würde ich unterschreiben. Der Punkt ist »Kleinbürger« – ich hätte es vielleicht provinziell genannt. Das Ergebnis bleibt das selbe: Mangelnde Fähigkeiten können sich durchaus mit gutem Willen paaren – gutwillige Versager bleiben Versager.

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  7. altautonomer schreibt:

    Wegen des Leistungsschutzrechtes stelle ich mal nur zwei Links mit Kurzkommentaren gegenüber:
    1. Der ist ihr vermutlich auch zu alt:
    http://mobil.mz-web.de/politik/50–sicherheitskonferenz-kipping-attackiert-gauck,23886362,26057646.html
    2. Dagegen scheint der hier ihr „näher“ zu stehen (dieses Bild ersetzt 1 ganzes Regal gesellschaftskritischer Literatur):
    http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/berlin/fotostrecken/der-bundespresseball-2013-in-bildern-bundespresseball-2013/9141560.html

    Gruss vom Äzzer!

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