Gedicht am Dienstag (21)

Die Fortsetzung meiner unfaßbar erfolgreichen Kolumne »Gedicht am Dienstag« widmet sich diesmal nicht einem Thema oder einem speziellen Autoren, sondern einem Erscheinungsdatum. Genauer gesagt: einem nicht erschienenen Datum. Wenn man so will apokryphe Gedichte. Und damit die Lyrikhasser ebenfalls etwas davon haben, gibt es auch Ungereimtes.
Das Datum des Nichterscheinens ist etwa der 14.3.1933, die Publikation, um die es hier geht, ist die Weltbühne. Es war das erste Mal seit ihrer Gründung am 4. April.1905, daß sie nicht erschien. Gegründet als Schaubühne, einer Theaterzeitschrift, erschienen ab 1913 auch zunehmend politische und wirtschaftliche Artikel. Der Gründer und Spiritus rector Siegfried Jacobsohn starb 1926. Sein Werk, das 1918 in »die Weltbühne« umbenannt wurde, wurde von Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky fortgeführt.

Die letzte Ausgabe der Weltbühne erschien am 7. März 1933. Am 28.3.33 erfolgte das Verbot nicht nur dieser Zeitung im Zuge der »Reichstagsbrandverordnung zum Schutz von Volk und Staat«. Die für den März 1933 geplante Ausgabe dieser bedeutenden Zeitung wurde zwar noch gedruckt, konnte aber nicht mehr ausgeliefert werden. Sie blieb glücklicherweise erhalten und soll an diesem Dienstag mit einer vollkommen willkürlichen Auswahl zitiert werden.

Telephongespräch

Guten Tag, der Liebe Gott selbst am Apparat?
Ihr Geschätztes weiß meine Firma zu ehren.
Nein, nichts von einem seelischen Attentat,
Ich wollte mich sicher nicht beschweren.
Nur ganz privat…
Nur ganz privat wollte ich Sie fragen, ich bin verschwiegen,
Was wird aus all den hundert Worten,
die ewig über den Städten liegen?
Die die Sekunde spricht an tausend Orten?
Was wird damit?
Wo bleibt der Schrei der verschütteten Bergleute,
Die am 8. Juni tief unten verreckten?
Wo bleibt das Flüstern, mit dem wir beide uns heute –
Die Freundin und ich – im Abend versteckten?
Was wird damit?
Spricht in hundert Jahren ein Baum
In seinen Blättern, was heute uns berauschte?
Bricht sich an einer Klippe im Schaum
Der Besoffenen Gebrüll, dem die Straße heute lauschte?
Was wird damit?
Schmeißen Sie, lieber Gott, der Parlamente Geseich
Und die Worte der Millionen Liebespaare
Auf einen Müllhaufen im Kosmos oder in einen Teich?
Bitte, was wird damit?
Hallo?
Haben Sie etwas gesagt?
Wie?
Ich hab doch deutlich genug gefragt!
Was sagen Sie, der alle Zeiten lenkt?
Nichts…
Teilnehmer hat abgehängt.

Wilmont Haake

Der Reichstag rauchte noch still vor sich hin, als bereits sämtliche Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt werden. Man wirft diese Verfassung schlicht in den Mülleimer. Was oft übersehen wird: Sie wurde bis zum Ende der Nazidiktatur durch nichts anderes ersetzt, es sei denn, man betrachtet eine Willkürherrschaft als etwas adäquates. Keine Verfassung – kein Rechtssystem, daß sich darauf berufen konnte. Was bei einer solch pervertierten Konstruktion herauskommt, hat der Jurist und Politologe Ernst Fraenkel in seiner klassischen Analyse „Der Doppelstaat“ bereits 1941 beschrieben.

Die Autoren der Weltbühne hatten vieles dieser Entwicklung vorausgesehen, geahnt. Einigen von ihnen gelang die Flucht, andere wurden erschlagen oder paßten sich den Herren des tausendjährigen Reiches an um zu überleben. All das hat es gegeben. Was mag sie bewegt haben in den letzten Stunden der Menschheit, bevor die Kultur dem Wahnsinn wich?

Kann es dem Ehemann zugemutet werden?

Eine Frau, namens Müller, schrieb an ihren Ehemann: „Mein lieber Matz, sei so verständig und gönne mir den Otto N. Ich verlasse dich ja darum nicht. Es ist meine große Liebe. Deine Muschi (Margarete).“
Darauf der Mann namens Müller:“Liebe Margarete, nicht mehr Muschi. Ich denke gar nicht daran, ´verständig´ zu sein. Du hast einen kleinen Vogel. Ich gönne dir den Otto, lasse mich aber scheiden, werde dich notfalls materiell sicherstellen. Max (nicht mehr Matz).
Maxens Scheidungsklage wurde zugelassen; „Einer verheirateten Frau“, so lautete das Urteil des preußischen Gerichts, „könne eine große Liebe zu einem anderen Mann nicht zugestanden werden. Sie muß entweder die Liebe aufgeben oder die Ehe lösen. Es kann einem Ehemann nicht zugemutet werden, daß seine Frau einen Geliebten hat.“
Max bekam also Recht, worauf Margarete Widerklage wegen der Beleidigung „Du hast einen kleinen Vogel“ erhob. In dem kleinen Vogel konnte das Gericht aber keine Beleidigung erblicken.
Der Schriftsteller Bernstein, der die Handlung zum „träumenden Mund“ geliefert hat, war der Ansicht: Zwei Männer und eine Frau – da bleibt nur: Ins Wasser, und zwar mit der Frau. Aber da ist nun eine vernünftige, ehrliche Berlinerin, der es ganz gleich ist, in welchem Ausmaß die Literatur vom Ehebruch gelebt hat und was überhaupt die Große Liebe für eine Rolle spielt und daß sie ein Naturtrieb ist, über den die großen Dichter und Menschen jedes Lebensalters sich den Kopf zerbrachen, und sie geht hin und denkt, man wird doch noch fragen dürfen und macht einen Vorschlag zur Güte, den achtzig Prozent der Frauen und siebzig Prozent der Männer in aller Heimlichkeit richtig finden. Aber dieser Max trägt einen dicken Kamm auf dem Haupt und gestattet nicht. Dabei ist es doch so, daß heute bei einer heimlichen Umfrage wahrscheinlich von hundert Männern, die ihre Frauen lieben – und die meisten Männer lieben doch ihre Frauen, sie trauen sich nur nicht, es öffentlich zuzugeben – fünfzig auf dem Standpunkt stehen würden, eine lebendige Frau mit großer Liebe sei ihnen lieber als eine tote im Wasser ohne große Liebe. Und die meisten ließen es sich „zumuten“.

Gabriele Tergit

Am frühen Morgen des 5. März überfielen Schergen der SA die Wohnung Tergits, auch wenn sie letztlich an einem Eisengitter scheiterten: Die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit mußte fliehen, folgte ihrem Mann Ende 33 nach Palästina und überlebt den Krieg. Sie starb 1982 in London.

Der Ausnahmezustand wird zur Normalität. Nicht die Unversehrtheit der Wohnung, die Presse und Vereinsfreiheit oder Postgeheimnis – für einige Straftaten wurde rückwirkend die Todesstrafe eingeführt. Sie taten genau das, was sie immer laut gesagt hatten. Warum hatte niemand zugehört? Und wer waren »die« überhaupt? SA? Das war doch der von nebenan, der aus der Bäckerei, der Hausmeister, der Installateur. Ganz normale Menschen, die der Geschichte zeigen, was entfesselte Bürgerlichkeit imstande war an Verbrechen zu begehen, endlich auch einmal mittun! Das Grauen einer bürgerlichen Revolution ohne den Hauch Intellekt. Sie wollen nicht lesen und nicht schreiben, verbrennen die Bücher.

Oh Falladah, die Du hangest!

Reporter:
Schauermärchen aus der Frankfurter Allee:
Gestürztes Pferd von Menschen angefallen!
In weniger als zehn Minuten nurmehr Knochen!
Ist Berlin die Arktis? Hat die Barbarei begonnen?
Oh Fallada, die Du hangest!
Wenn das Deine Mutter wüßte
das Hrz zerbräche ihr im Leibe!
Wollen Sie uns den Vorgang näher erläutern!

Pferd:
Ich zog meine Fuhre trotz meiner Schwäche.
Ich kam bis zur Frankfurter Allee.
Dort denke ich noch: Oh Je!
Diese Schwäche! Wenn ich mich gehen lasse
kanns mir passieren, daß ich zusammenbreche…
Zehn Minuten später lagen nur noch meine Knochen auf der Straße

Reporter:
Also zu schwere Fuhre? Also zu wenig Futter?
Nicht ohne Mitgefühl sieht man in solcher Notzeit
Mensch und Tier kämpfen in unerträglichem Elend!
Oh Fallada, die Du hangest!
Ausgeplündert – bis – auf – die – Knochen!
Mitten in unsrer Riesenstadt, vormittags 11 Uhr!

Pferd:
Kaum war ich nämlich zusammengebrochen
(der Kutscher lief zum Telephon)
da stürzten sich aus allen Häusern schon
hungrige Menschen, um ein Pfund Fleisch zu erben,
rissen mit Messern mir das Fleisch von den Knochen
und ich lebte überhaupt noch und war gar nicht fertig mit sterben

Reporter:
Oh Falladah, die Du hangest!
Aber das sind ja nicht Menschen! Aber das sind ja Bestien
Kommen aus Häusern mit Messern und Töpfen und holen sich Fleisch ein!
Dies bei lebendigem Leibe! Kalte Verbrecher!
Wollen Sie uns sofort diese Leute beschreiben?

Pferd:
Aber die kannte ich doch von früher, die Leute!
Die brachten mir Säcke gegen die Fliegen doch,
schenkten mir altes Brot und ermahnten noch
meinen Kutscher, sanft mit mir umzugehen.
Einst mir so freundlich und mir so feindlich heute!
Plötzlich waren sie wie ausgewechselt! Ach, was war mit ihnen geschehen?

Da frage ich mich: Was sind das für Menschen?
Haben sie kein Gemüt mehr? Schlägt da im Busen
Keinem ein Herz? Mit eiserner Stirne
tritt das hervor und vergißt menschliche Sitte!
Zucht und Beherrschung vergißt es kalt und ergibt sicherstellen.den niedersten Trieben! Was soll man da helfen?
10 Millionen helfen! Das ist nicht möglich!

Da frage ich mich: Was für eine Kälte
muß über die Leute gekommen sein!
Wer schlägt da so auf sie ein
daß sie jetzt so durch und durch erkaltet?
So helfet ihnen doch! Und tut es in Bälde!
Sonst passiert Euch etwas, was ihr nicht für möglich haltet!

Bert Brecht

»Heil Hitler« statt »guten Morgen«. Der Reichstagsbrand macht die Märzwahlen zur Formsache, denn es wird zur Formalie, zu erschlagen oder einzusperren. Das Wahlergebnis? Was spielt das noch für eine Rolle.
Das Niedere hat die Macht, einmal noch tobt Carl v. Ossietzky über die Schreibmaschine , bevor sie ihn einsperren. Ein junger deutscher Emigrant, Herbert Frahm, organisiert nach Ossietzkys Verhaftung in Norwegen eine internationale Kampagne, um ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen. Das Komitee in Oslo verleiht dem Journalisten den Preis 1936. Auf Anweisung Hitlers darf Ossietzky den Preis nicht in Empfang nehmen – kein Reichsdeutscher darf von nun an noch einen Nobelpreis annehmen. 1938 stirbt Ossietzky an Tuberkulose. Der junge Flüchtling, der sich so sehr für ihn einsetzte, wird später unter dem Namen Willy Brandt bekannt.
Noch einmal Ossietzky:

Kamarilla

Schöner Konsum von Rettern. Wieder einer futsch. Wenn das autoritäre Regime so weiter wirtschaftet, dann kann es bald heißen: Jeder Deutsche einmal Reichskanzler! Eltern kinderreicher Familien, hier winkt noch eine letzte Chance!
Wie lange ist es her, daß der letzte Kanzler, allseitig als staatsmännisches Genie begrüßt, auf die Szene trat? Und heute liegt der General v. Schleicher, wundenbedeckt wie Cäsars Leichnam, auf dem verlassenen Capitol. Der „soziale General“, der alle Schwergewichte auf einmal stemmen wollte, stürzt als Dilettant entlarvt, geschlagen sogar auf seinem höchstpersönlichem Gebiet: der Intrige.
Wichtiger als der leidende Held dieser Haupt – und Staatsaktion ist die Art, wie sie gemacht wurde. Sie demonstriert in schlagendster Weise die Natur jenes präsidialen Regimes, das von servilen Juristen als gottgewollte deutsche Staatsform gefeiert wird. Weil die Junker die Enthüllungen über die Osthilfe mit Recht fürchten, deshalb wird von einem Konventikel unverantwortlicher Interessenpolitiker die monumentale Gestalt des Reichspräsidenten vor die mißhandelte Staatskasse geschoben. Das allein spricht Gericht über den präsidialen Absolutismus. Selbst ein so hindenburgfrommes Blatt
wie die ,Tägliche Rundschau‘ bemerkt dazu entsetzt: „Die bevorzugte Behandlung Einzelner bei der Osthilfeumschuldung hat aber noch einen viel wichtigeren politischen Charakter. Der autoritäre Gedanke ist diskreditiert worden.“ Es gibt nichts mehr zu verschleiern, das ganze Land weiß es jetzt: der Reichspräsident wird von einer Kamarilla dirigiert.

Die Kamarilla ist eine gut altpreußische Erfindung. Sie funktionierte immer dann,. wenn es den Junkern schlecht ging und sie auf Kosten der Bürgerkrapüle saniert werden mußten.
Eine Kamarilla hat schon den Freiherrn vom Stein weggebissen und sich nicht gescheut, diesen Patrioten sans reproche dem Franzosenkaiser zu denunzieren. Die Kamarilla hat immer mit der gleichen Skrupellosigkeit gearbeitet. So wird jetzt die merkwürdige Geschichte kolportiert, man habe Hitler beim Alten Herrn madig gemacht, indem man ein Memorandum über seine angeblichen schlechten Sitten vorlegte. Darüber möchte man gern mehr wissen, nicht wegen Hitlers Sittlichkeit, die uns, so oder so, gestohlen bleiben kann, sondern zur Kennzeichnung der heute beliebten Regierungsmethoden.

In Hugenbergs Umgebung hat man, um einen Staatsstreich zu rechtfertigen, die Konstruktion eines „staatlichen Notstandes“ geschaffen. Nun, ein staatlicher Notstand ist auch von einem ganz andern Standpunkt aus kaum zu leugnen. Er wird nicht durch das Versagen ,der Konstitution charakterisiert oder durch eine ganz besonders rebellische Volksstimmung sondern durch Personen wie Papen und Schleicher und, vor allem, durch den Reichspräsidenten selbst.
Sobald der Präsident der Republik Befugnisse verlangt, die über die Verfassung hinausgehen, ist der Notstand da. Er wächst in dem Maße, in dem das Staatsoberhaupt von obskuren Gestalten beeinflußt wird, die als „Gutsnachbarn“ oder „alte Regimentskameraden“ sein geneigtes Ohr finden. Wenn nicht mehr das Vertrauen des Parlaments Kabinette trägt oder verabschiedet und alles vom Vertrauen oder Mißtrauen
des Reichspräsidenten abhängt, dann ist ein erheblicher Notstand nicht zu verkennen. Der staatliche Notstand ist vorhanden. Er heißt Hindenburg und nicht anders.

Es ist ein Verdienst der Kamarilla, das endlich deutlich gemacht zu haben. Wenn ein stockreaktionäres Komitee einen politikfremden Offizier im Patriarchenalter aus seinem behaglichen Ruhestande zerrt und auf den ersten Platz des Reiches stellt, so weiß es warum. Wenn aber Republikaner – Sozialisten und Demokraten – in dem gleichen Manne die starke Barriere gegen die Begehrlichkeit und die Diktaturgelüste seiner eignen Kaste sehen, so ist das, milde gesagt, etwas absurd. Den Dank an seine republikanischen Wähler hat Herr von Hindenburg ausgesprochen, als er die preußischen Minister
aus ihren Ämtern werfen ließ, als er das harmlose Siedlungsprogramm Brünings für Bolschewismus erklärte. Überall Enttäuschung. Herr von Hindenburg würde heute nicht so viel Stimmen erhalten wie seiner Zeit Herr Duesterberg. Herr von Hindenburg verfügt über keine Autorität mehr, denn er hat das Vertrauen des Volkes verloren; er hat keine Massen mehr hinter sich,

Das Junkertum fühlt sich in seinen wirtschaftlichen Wurzeln bedroht, deshalb greift die Kamarilla offen nach der Staatsführung. Dazu gesellen sich Großindustrielle, die eine
neue Konjunktur schnuppern und die der öffentlichen Hand wieder entreißen möchten, was sie im Krisenjahre 1931 an sich genommen hat. Schleicher mit seinen diffusen staatssozialistischen Ideen bot nicht die nötige Sicherheit. Das ist der nackte
Interessenhintergrund aller Kabalen, der über dem Personellen nicht vergessen werden darf. Daneben spielt eine untergeordnete Rolle, daß die Herren sich nicht recht einig werden können, daß Hitler erst einmal sich selbst will und Herr von Papen natürlich auch zunächst sich selbst, daneben aber noch den Kronprinzen. Das sind nur die kleinen Nuancen der einen Konterrevolution.

Das erste Kabinett Papen endete mit Gelächter, ein zweiter Versuch würde mit Tränen enden. Wird nicht sofort und bedingungslos der Weg zur Verfassung wieder angetreten –
und dazu gehört vor allem der Rücktritt des Reichspräsidenten – , so wird die außerparlamentarische Regierungsweise von oben mit außerparlamentarischen Abwehrmethoden von unten beantwortet werden. Denn es gibt auch ein Notrecht des Volkes gegen abenteuerliche experimentierende Obrigkeiten. Die deutsch Geduld trabt oft lange dahin, ohne zu fragen, wer ihre Flanken drückt. Sollte aber eine Clique, die nicht zwei Prozent der Nation hinter sich hat, Sporen und Peitsche fühlen lassen, so wird auch dieses sanfte Reittier endlich bocken.

Die Generalstreikparole geht um. Sie wirkt fort, wenn es auch vermessen. wäre, über‘ das Tempo aussagen zu wollen. In revolutionären Situationen taktieren die Massen und nicht
die Führer. Was denken sich ,diese Hugenberg, Papen, Schacht, Stülpnagel, ,diese plötzlich sichtbar werdenden Mitglieder der Kamarilla, die so konfliktsüchtig nach vorn dringen? Welch ein frivoler Mut! Der Acheron schäumt. Die Herren seien zu
einer Kahnfahrt freundlichst eingeladen.

Carl v. Ossietzky

Was ist in so einer Zeit eigentlich wichtig? Es werden Kinder gezeugt, in der Schlange beim Fleischer gewartet, Autorennen gefahren – im Kino läuft Hans Albers mit »FP1 antwortet nicht«, Albers, der Kassenmagnet. Kaiser Wilhelm, der alte Kriegsverbrecher, hackt weiter Holz im Doorn und wird auch von der neuen Reichsregierung mit einer unanständig hohen Apanage versehen. Eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Es sei denn, man ist aktives Mitglied der KPD oder der SPD. Aber das fällt im Tagesgetriebe gar nicht so sehr auf. Nach dem Reichstagsbrand berichtet der sozialdemokratische Vorwärts noch einmal, um danach für tausend Jahre zu schweigen. Berlin ist weit weg, die Nachrichten vergleichsweise langsam und als die Neuigkeiten auch in der fernsten Provinz wahrgenommen werden, sitzt die NSDAP schon alleine im Parlament. Hitler ist Reichskanzler? Das war doch der mit dem kleinen Bart. SA marschiert vor überfüllten Gefängnissen. Viele der Gefangenen kommen nach Folter und Mißhandlung später wieder frei, leben ein verängstigtes Leben unter den gar nicht so Ahnungslosen. Was wäre der Terror, wenn er sich nicht herumsprechen würde?

Die scheintote Prinzessin

Ich heiß Doornröschen,
und ich bin
die allerlängste Schläferin
bei Tage und bei Nacht.
Sie wissen, daß ich viele Jahr
ununterbrochen scheintot war.
Doch nun bin ich erwacht I
Was gibts da groß zu reden,
wie das gekommen ist?
Es kam ein Prinz aus Schweden – und
der hat mich wachgeküßt.
Er gab mir einen Kuß.
Da wars mit Schlafen Schluß.
In Coburg wurden wir getraut.
Ich war die Braut und sang sehr laut:
„Ich hab geschlafen viele Jahr
und mag nicht schlafen mehr.
Und es muß wieder werden, wie es früher war,
weils sonst nicht wie früher wär.“
Das war ein Fest für Groß und Klein.
Und alle fingen an zu schrein,
als sei es ihre Sache.
Sie schrien: „Deutschland erwache!“
und schliefen drüber ein.

Das war ein Fest für Groß und Klein:
Man hob den Arm und hob das Bein
und brüllte „Hoch!“ und „Heil!“
Die Armut stand in Reih und Glied
und wünschte Guten Appetit,
anstatt das Gegenteil.
Aus sämtlichen Provinzen
des Reichs erschienen sie
und brachen vor dem Prinzen – samt
und sonders in die Knie.
Ihr wollt euch nicht befrein,
Lakaien sind Lakain.
Ihr schlaft mit der Vergangenheit!
Und alles schweigt. Und keiner schreit:
„Ihr habt geschlafen viele Jahr
und sollt nicht schlafen mehr.
Und es darf niemals werden, wie es früher war,
weil es sonst wie früher wärl“
Ihr seid Lakain. Ihr bleibt Lakain.
Ihr seid es.. Und ihr wollt es sein.
Es ist nicht eure Sache,
zu schrein: „Deutschland erwache!“
Wenn ihr ruft, schläft es ein!

Erich Kästner

Wer steht da draußen vor dem Tore? Ein Lastwagen mit offener Pritsche. Darauf die braun gekleideten Schläger. Die Frage nach dem Chefredakteur, der Bote, der zufällig in der Redaktion ist, weiß es auch nicht genau. » Ich! Ich bin hier«. Der Führer der kleinen Armee mit der rot-schwarzen Armbinde übt sich im Kommandoton, so wie er sich einen der Herrenrasse vorstellt. Der ehemalige Schlosser. Jetzt werde man hier einmal aufräumen. Die Wortwahl des dritten Reiches ist auch für das einfachste Gemüt leicht zu verstehen. Das war die der Weltbühne niemals. Aber genau damit werde man jetzt Schluß machen. Mit dem Geist. Es dauert nicht lange, bis die Redaktionsräume frei davon sind. Das braune Gesocks flegelt sich an den Tischen, räumt auf. Die letzte Ausgabe ist bereits in der Druckerei – das regelt ein Telephonanruf. Lesen sie, was da vor ihnen liegt, die Schläger und Mörder? Ahnen sie, daß sie zwölf Jahre später nicht einmal etwas geahnt haben? Vom Lektor, den sie blutig schlugen und der Sekretärin, die vor Angst fast starb?

Noch eine letzte Seite

An unsere Leser

Nach den Ereignissen des 27. Februar wurde eine Reihe von Persönlichkeiten verhaftet, unter denen sich auch der Herausgeber dieses Blattes befindet. Redaktion und der Verlag der Weltbühne versichern den Lesern, daß sie und ihr Rechtsbeistand Kurt Rosenfeld alles tun werden, was im Rahmens des heute noch Möglichen liegt, um Carl v. Ossietzky die Freiheit wiederzuverschaffen. Eine Reihe von Gründen, vor allem technischer Natur, machen es uns diesmal nicht möglich, wie üblich sofort zu den Wahlergebnissen Stellung zu nehmen. Welche Bedeutung ist diesen Wahlen beizumessen? Mit ihnen wird die erste Periode in der Geschichte der Deutschen Republik abgeschlossen, mit ihnen beginnt ein neuer Abschnitt dieser Geschichte. Wir dürfen wohl in diesem Augenblick feststellen, daß wir immer unsre warnende Stimme erhoben, daß wir uns nicht gescheut haben, den Ruf ewiger Querulanten auf uns zu nehmen, denen nicht recht zu machen ist. So schmerzlich die Konstatierung auch ist: Unsre Kritik, unsre Wahrnehmungen waren mehr als berechtigt.
Trotzdem: Es wird weitergearbeitet, denn der Geist setzt sich doch durch.

Letzte Seite der letzten – nicht erschienenen – Ausgabe der Weltbühne.

Die Sage vom Großen Krebs

Es gebt um – es geht um eine böse Mär
Vom Krebs im Mohriner See –
Ihn ketten zwei Jahrtausende schwer
Und wär er frei
Ging alles rückwärts und verquer
rückwärts und verquer;
Läutet die Glocken bim bam bom
Hosianah! Gott gebs,
Daß nimmermehr loskomm
Der Große Krebsl

Denn kröche der Krebs aus dem Morast
Marschierte ein ganzes Heer
Das würgt – und mordet, hetzt und haßt
Ihm hinterher
Im Krebsgang! rückwärts und verquer –
rückwärts und verquer
Marschierte das ganze Rückwärtser-Heer!
Hosiannah! Gott gebs,
Daß loskomm nimmermehr
Der Große Krebs I

Und dann kreiste zurück die Jahrhundertuhr
Zur ewigen Mitternacht –
Und wenn die berauschte Kreatur
Vom Traum erwacht –
Geht Alles rückwärts und verquer
rückwärts und verquer
Zu Hexenbränden und Judenpogrom.
Hosiannah! Gott gebs,
Daß nimmermehr loskomm
Der Große Krebs

Und wohin er kröche, folgt seiner Spur
Die Pest vom Mohriner See
Und es regiert die Krebsdiktatur
Und kommandiert
Das Ganze rückwärts! und verquer
rückwärts und verquer!
Nieder mit Euch! Kadaverfromm!
Hosiannah! Gott gebs,
Daß nimmermehr loskomm
Der Große Krebs!

Ach höre mich, Volk! Welch du hier lebst
Und tief im Mohriner See
– Um dein täglich Brot und Freiheit krebst:
Laßt ihn nicht· frei,
Sonst geht es rückwärts und verquer
rückwärts und verquer
Wir Alle, Alle -hinterher.
Und Euer. Wille gebs,
Daß loskomm nimmermehr ,
nimmermehr
Der Große Krebs!
Der Große Krebs!

Walter Mehring
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19 Antworten zu Gedicht am Dienstag (21)

  1. Ich hatte sie ja abonniert, in den späten Neunzigern – aber das war leider ein kurzes Gastspiel.
    Aber einen muss ich dann doch noch draufsetzen. (Aus der Sammlung der online abrufbaren
    Volltexte ) :

    „Rückwärts blickend, die Arme verlangend, abwehrend, lockend und drohend in die Vergangenheit gestreckt, den Hintern der Gegenwart zugekehrt, langsam schreitend, immer rückwärts, rückwärts blickend – so geht ein Volk seine Bahn. Eines wünsche ich uns Allen: Daß wir endlich vorwärtsblicken.“
    (Der 1933 verbrannte Kurt Tucholsky)

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  2. pantoufle schreibt:

    🙂 Bezüglich Deines Links zur Weltbühne – Wenn Sie bitte den Blick auf den zweiten Absatz des Textes werfen mögen – aber gerne unten noch einmal.
    Man kann nicht oft genug darauf hinweisen – ladet die Texte runter, solange sie noch Online stehen. Vielleicht fällt ja irgend jemandem ihre Aktualität auf und der löscht sie dann »mangels Nachfrage«. Das Internet ist sowas von vergesslich…

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  3. Stony schreibt:

    Sieben von zehn Stimmen in meinem Kopf schmunzelten beim ersten Absatz, die Achte schwelgte in Erinnerungen (Borges) während Nr. Neun Kaffee für alle orderte. Über die letzte muß kein weiteres Wort verloren werden, solange sie in Endlosschleife (seit Wochen) Loriots ‚Advent‘ rezitiert.

    Bruch…

    Ich bin immer wieder dankbar für die Trüffel die du ausgräbst, und beinahe noch mehr angetan von der Art ihnen einen Rahmen zu geben sie zu Kommentieren sie in Bezug zu setzen HerrGottnochmal, mir fehlen die Worte…

    »Heil Hitler« statt »guten Morgen« So simpel und und doch gewaltig – beängstigend; eingebrannt! Was wäre der Terror, wenn er sich nicht herumsprechen würde? wird mir zukünfig durch den Kopf gehen, wenn mir mal wieder ein ‚vonNichtsgewußthaben‘ unterkommt.

    Das Kästner bestenfalls als Kinderbuchautor in die Schulen kam und kommt ist schlechterdings schade, wird dem Mann nicht gerecht.

    Danke, mal wieder!

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  4. tikerscherk schreibt:

    Hab´s erst eben geschafft alles zu lesen, nachdem ich gestern schon einmal angefangen hatte.
    Ich möchte mich Stony anschließen: danke für die Texte, und die Mühe sie hier einzustellen!
    Tergit kannte ich nur vom Namen. Eine tote Promenade am Potsdamer Platz ist nach ihr benannt.
    Wilmont Haake- ebenso ein Unbekannter für mich.
    Aber die Geschichte ist bekannt. Die ab 33, und mit jedem neuen Namen und den Texten dazu, füllt sie sich mit mehr Leben, wird greifbarer.
    Nach dem Lesen bin ich richtig erschöpft.
    Es gab Menschen, die gewarnt haben. Die alles kommen sahen, die die Zeichen der Zeit begriffen, und vor der Barbarei warnten.
    Heute wissen wir, dass das nichts genutzt hat.
    Man hat sie stumm gemacht.
    Heute würde es nicht anders laufen.

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  5. pantoufle schreibt:

    Moin Tikerscherk und Stony

    Dank erst mal für Lob&Hudel; Ihr habt es ja gemerkt: Aus organisatorischen Gründen erschien das »Gedicht« schon gestern, was bei dem Brocken aber eine läßliche Sünde ist. Es hatte auch etwas länger gedauert, es alles abzuschreiben, bis mir bei den letzten Zeilen auffiel, daß mein OCRFeeder nicht nur standallone, sondern auch mit Copy&Paste funktioniert. Na ja – es stand in in den Man-Pages, aber wer liest schon Gebrauchsanleitungen 😦
    Ja, die Texte haben einen besonderen Reiz, wenn man sich die Umstände ihrer Entstehung vor Augen führt, versucht, sich in die Situation hineinzuversetzen. Als ich vor zig Jahren anfing, die Weltbühne zu lesen (durch Zufall kam ich an ein paar Originale) geschah das Anfangs immer mit einem aufgeschlagenen Geschichtsbuch daneben. Später wurde es eine Art Automatismus, daß im Hinterkopf ein Film in schwarz-weiß mitlief, in dem die Ereignisse wie eine Tapete im Hintergrund die Texte begleitete. Ein recht positiver Effekt, da das Wissen um Namen und Zusammenhänge die Lesbarkeit der meisten Artikel dramatisch erhöht.

    Ob die Geschichte nach 33 wirklich bekannt ist, weiß ich nicht genau. Was ist Geschichte? Wenn es die ist, die wir aus den Büchern eines langweiligen Geschichtsunterrichts aus der Schule kennen, sicherlich. Es relativiert sich bereits, wenn man das Fach mal studiert hat – Geschichte wird von den Siegern geschrieben, wer immer sich auch dafür hält. Richtig undurchsichtig wird es dann, wenn man einmal einen Tag dafür opfert, 24 Stunden so zu tun, als würde alles, was man tut, begreift, jede Handlung oder Geste – kurz: Alles, was man den lieben langen Tag macht, in einem Geschichtsbuch landen.
    Streng genommen tut es das ja auch, nur machen wir es uns nie bewußt. Der Mensch handelt per se ja nicht für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart; die Zukunft ist selten länger als zehn Minuten. Der bekannte Ausspruch »das wird Geschichte machen«, der eine Tat begleitet – selbst er ist ja nicht in Geschichte eingebettet, sondern nur Ausdruck einer Hoffnung; ganz abgesehen davon, daß sich in 99,999% aller Fälle am nächsten Tag niemand daran erinnern kann.
    Geschichte tatsächlich begreifen hieße ja in letzter Konsequenz, jede aktuelle Handlung bewußt in einen historischen Kontext zu stellen. Schon allein aus praktischen Gründen macht das niemand beim Öffnen der Kühlschranktür – geschweige denn in Situationen wie dem Auslandeinsatz der Bundeswehr. Ach überhaupt: Ist Euch eigentlich klar, daß unsere Städte niemals diese Größe ohne die Erfindung des Kühlschranks gehabt hätten (bzw von Kühlhäusern)? Diese Erfindung war der Wachstumsschub in der Geschichte. Na schön…vielleicht schweife ich gerade ab.

    Der alte Satz: Geschichte wiederholt sich (oder auch nicht) – wir wüßten es sicherlich etwas genauer, könnten wir uns in diese Personen der Weltbühne hineindenken. Wie ist das, ein Gedicht zu schreiben, wenn draußen die braunen Horden marschieren? Was habe sie gedacht, gefühlt, als sie mit der Arbeit an dieser letzten Ausgabe beschäftigt waren? Man lebt und arbeitet ja nicht in dem Bewußtsein, nächste Woche in einem Konzentrationslager zu verschwinden oder erschlagen zu werden. Essen muß man trotzdem etwas, kauft ein, sieht sorgenvoll auf den Kontoauszug, geht abends tanzen… (damals ging man noch hübsch angezogen tanzen – heute auch, nur nicht mehr hübsch). Man steht nicht jahrelang mit entblößter Brust auf den Barrikaden und ruft der Reaktion ein heroisches »Schieß doch, ich kann beim besten Willen nicht anders!« entgegen; von einigen Blogs im Netz vielleicht einmal abgesehen.

    Sieht man sich den Text von Ossietzky an und analysiert ihn unter des genannten Prämissen, so ist da trotz aller Wut ja ein Blick nach vorne. Wir, die wir es ja so viel besser wissen, hätten ihm natürlich sagen können »lass alle Hoffnung fahren«. Zu seinem Glück können wir es nicht. Der Mensch ist an den Umständen und dem Zeitpunkt seines Todes nicht ernsthaft interessiert, weil es das Leben verunmöglicht. Deswegen würde es »heute eben anders laufen«. Diejenigen, die uns warnen könnten, leben noch nicht oder haben noch nicht im Geschichtsunterricht geschlafen wie wir alle. Die Menschheit hat sich im
    Übrigen besonders im Fach der Zeichendeutung als besonders unbegabt gezeigt. Die da in der Weltbühne: Das war ein bedeutender Teil der damaligen deutschen Geisteselite!

    Nichts von dem, was wirklich kam, haben sie geahnt. Nichts. Bruchstücke: Ja, Teile, Trümmer. Niemand hat das: Der Hitler-Attentäter Georg Eisler hat seine Tat nicht begangen, um den Genozid am jüdischen Volk zu verhindern. Zwar hätte man auch mit dem Wissen der damaligen Zeit eine fiktive Situation konstruieren können, in der dieses Szenario vorhersehbar gewesen wäre – es hat nur niemand getan. Abgesehen von der Unglaubwürdigkeit einer solchen Fiktion zum damaligen Zeitpunkt: Elsner beging (nach dem, was man aus den Verhörprotokollen weiß) die Tat wegen der Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen des Proletariats, nicht um die Eroberung Europas zu verhindern.

    Heute würde es nicht anders laufen.

    Es würde heute ganz anders laufen, das ist ja das Perfide. Wir versuchen es uns gelegentlich dadurch leicht zu machen, indem wir annehmen, wir könnten eine Schablone aus einem Geschichtslexikon schneiden und sie über unsere eigene Existenz stülpen in der Hoffnung größtmöglicher Übereinstimmung. Das ist etwas, auf das ich nicht vertrauen würde.
    Mein Verständnis von Geschichte tickt einfach anders. Ich glaube, man macht zu oft den Fehler, den historische Handelnden eine Linearität, Folgerichtigkeit beizumessen, die niemals vorhanden war – oder nur äußerst selten. Bismarck und die Reichsgründung 1871? Natürlich hatte er das als Ziel. Aber während er in der Nacht vor der Entscheidung wie ein Bär schlafen konnte, fand sein Dienstherr Wilhelm I keinen Schlaf. Er wollte verdammter König von Preußen bleiben und nicht irgend ein Kaiser eines vergangenen Reiches. Eine Schlaftablette und der Lauf der Geschichte wäre deutlich anders verlaufen! Es sind die Winzigkeiten, diese Unwägbarkeiten, Versprecher, Zufälle, die Geschichte geschrieben haben.
    Günter Schabowski faselt zu DDR-Reiseerleichterungen von »meiner Ansicht nach tritt das sofort … unverzüglich [in Kraft] « und die Mauer fällt. Das war mal Geschichte zum Anfassen: Normalerweise laufen da keine Kameras.

    Mann: Das wird immer später und später! Und die liebe Tikerschek war nun schon durch den Brocken von Gedicht am Dienstag erledigt und ich setze noch gleich einen drauf. Dann wollen wir es mal gut sein lassen.
    Irgendwie mag ich meine Leser…

    P.S: Das mit Bismarck stimmt so auch nicht ganz. Der hatte schon leicht hypochondrische Anfälle und aus der Zeit ist bekannt, daß es ihm gar nicht besonders gut ging. Gut geschlafen haben wahrscheinlich beide nicht, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Ich habe eben noch mal nachgesehen (Otto Fürst v. Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, Cotta´sche Buchhandlung, 1920, Band II, S. 144 ff.): Über die Nacht davor schreibt er nichts, aber die drei (Bismarck, Kronprinz und WI) habe sich dermaßen gezofft, daß kaum einer von ihnen eine ruhige Nacht hatte. Baldrian. Baldrian wär es gewesen!
    Ich wäre als Preuße geboren worden, Hitler wäre bei irgend einem Scharmützel in den Karpaten gefallen, Bayern nicht nur Freistaat, sondern auch eine eigene Währung…
    Baldrian. Zwei verdammte Löffel Baldrian und die Welt wäre…
    anders.

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  6. Stony schreibt:

    Was ist Geschichte? Wenn es die ist, die wir aus den Büchern eines langweiligen Geschichtsunterrichts aus der Schule kennen, sicherlich.

    Zu meinem großen Glück hatte ich in den letzten Jahren am Gymnasium eine Lehrerin die als engagiert zu beschreiben den Punkt um Meilen verfehlen würde. Im Prinzip tat sie das, was du so ausführlich beschrieben hast: den Versuch die nahezu unmöglichen Perspektiven einzunehmen, zumindest den Geist ihrer, dafür dankbaren, Schüler dahingehend zu öffnen. Mit kritischer Betrachtung, vielerlei kleinen Geschichten aus dem Alltag, kurz allem Faßbaren, dessen habhaft zu werden sie vermochte. Großartig war der Tag, an dem wir mit einer das KZ überlebenden Jüdin (Asche auf mein Haupt, ich weiß nur noch, daß sie Schriftstellerin wurde, nach dieser Zeit des Grauens) über Stunden sprechen durften, mit der sie in jahrelanger Brieffreundschaft stand.
    Dieser Ansatz kritischer Multiperspektivität (welch seltsam unbenutztes Wort), den man wohl durchaus philosophisch nennen darf, brachte mich letztlich auch dazu Geschichte studieren zu wollen. Die Ernüchterung des Universitätsbetriebs war… nun ja, Geschichte ist da nur Zahlen und „Fakten“, Empirie, keinerlei Ansatz auch nur des Verstehen-wollens. Der Wechsel zur Philosophie brachte kaum mehr als die Erkenntnis, daß es da wiederum „nur“ um Geschichte geht (als ein abhandeln dessen, wer mal was gesagt hat). Frustierend.

    Lange Zeit empfand ich das Bild, ich meine es stammt aus der Griechischen Philosophie, der Mensch wandle, mit dem Blick auf die Vergangenheit gerichtet, den Rücken der Zukunft zugewand durch die Gegenwart, als einleuchtend und spannend. Wenn dem so ist, dies wird mir in den letzten Jahren immer eindringlicher (Geschichte wiederholt sich und so…), dann ist dieses Wandeln eher ein blindes Torkeln.

    Als ’75 in der DDR Geborener bekam ich, wie alle anderen, immer wieder diesen „…die Geschichte darf sich nicht wiederholen…“ Satz und das spezifischere „Was habt ihr dagegen getan?“ förmlich eingetrichtert. Mit Blick und „Wissen“ auf die Vergangenheit gerichtet, klang es immer völlig klar und einleuchtend. Die Gegenwart reflektierend kann ich deinen Ausführungen nur zustimmen und (wäre es mir völlig neu) mit Bestürzung feststellen, daß „wir“, also die Menschheit (nahezu?) in Gänze, eben nicht in der Lage sind wirklich etwas aus der Vergangenheit zu lernen. Die Generationen nach uns mögen, so wie wir die Generationen vor uns, fragen, warum dies und jenes zugelassen wurde.
    Das Spiel der Macht scheint mir immergleich, die Methoden und Strategien der Protagonisten mögen sich verändern und den jeweiligen Gegebenheiten anpassen.
    Was aber heißt das nun für uns? Resignation, Flucht, Kampf – wieso, wohin, gegen wen und was?

    Ich für meinen Teil halte es mit Heiner Müller und sage:
    Der Weg ist alles, auch wenn das Ziel explodiert…

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  7. Stony schreibt:

    Nachtrag zu meinem obigen ‚Schlußwort‘ und ganz im Sinne des von Neuköllner Botschaft Ergänzten: Hoffnung hab ich keine, aber ich kann schlicht nicht anders!

    Ps: die Hoffnung war, nur zur Erinnerung, das, was in der Büchse der Pandora verblieb, auf das es die Menschen ewiglich quäle.

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  8. tikerscherk schreibt:

    @Pantoufle: eben ist mir eine sehr ausführliche Replik an dich abgeschmiert und unwiederbringlich verloren. Schade.
    Nur soviel: ich glaube weder dass Geschichte sich wiederholt, noch, dass ich die Geschichte kennen würde.
    Ich meinte, dass auch heute die Rufer nicht gehört werden (vielleicht weil jeder meint, dass Geschichte sich nicht wiederholt?)
    @Stony: Die Hoffnung wurde aus der Büchse gelassen, um den Menschen das Leben mit Krankheit und Tod erträglicher zu machen.
    Nietzsche befand die Hoffnung als die Qual, die uns, trotz aller Unbillen, im Leben hält.
    Sei froh, dass du eine gute Geschichtslehrerin hattest. Das ist viel wert.
    Ich kenne Geschichte nur als Aneinanderreihung von Zahlen und Namen. Gähn.
    Was ich weiß, habe ich erst nach der Schule gelernt. Überall Lücken.
    Ach, und Müllers Motto: gut.

    Wanderer, nur deine Spuren
    sind der Weg, und weiter nichts;
    Wanderer, es gibt den Weg nicht,
    er entsteht, wenn man ihn geht.
    Erst im Gehen entsteht der Weg
    und wendet man den Blick zurück,
    so sieht man auf den Pfad,
    den niemals erneut man je betritt.

    Antonio Machado y Ruiz

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    • Stony schreibt:

      Liebe Tikerscherk,

      ich bitte darum meine Klugscheißerei nicht übel zu nehmen, ich kenne die Geschichte anders und finde sie so auch plausibler. Sie, ebendiese Geschichte, entspricht dem, was Nietzsche in Menschliches, Allzumenschliches schriebt: „…die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

      Bitte nicht hauen! *unschuldig drein schaut* 🙂

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  9. tikerscherk schreibt:

    Bin doch keine Domina, oder hab ich mich irgendwie im Ton vergriffen? (Wenn ja: sorry!)
    Die Geschichte die du kennst, ist die Interpretation, und der kann man durchaus inhaltlich folgen.
    Das andere ist der Mythos, und der geht so, dass Pandora die Büchse (unautorisiert) öffnet, alles Unheil in die Welt lässt, und als sie die Büchse schnell wieder schließt nur die Hoffnung drinnen bleibt.
    Die lässt sie erst beim zweiten Öffnen raus, und mit deren Freilassung wird das Leben wieder leichter, weil alles Unheil als Gegengewicht eben auch die Hoffnung braucht.
    Nietzsches Interpretation ist da schon sehr depressiv.
    Die Grundannahme ist, dass das Leben an sich so scheiße ist, dass man es schnellst möglich hinter sich lassen sollte, und nur die Hoffnung einen trügerisch dazu bewegt weiter zu machen.
    Ich bin da etwas optimistischer.
    Sinnloses Leben ja, trotzdem toll, und Hoffnung hilft ertragen- um das mal so ganz kurz runter zu brechen.
    Schönen Tag noch!

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  10. Stony schreibt:

    „…Domina … oder im Ton vergriffen?“
    Nein, absolut nicht! Es ist nur meine persönliche Art mit Augenzwinkern zu versuchen meinen Widerspruch zu entschärfen. In solchen Momenten komme ich gerne an die Stelle wo mir die Sprache als untauglich erscheint allein, und ohne Bände füllend zu werden, auszudrücken, was ich alles rüberbringen mag. Unvermögen halt. Würde man sich persönlich kennen, und das am besten auch schon länger, wäre es da einfacher. Dies scheint mir das große Problem der heutigen Onlinekommunikation zu sein. Mißverständnisse allerorten.

    Da du den Mythos ansprachst: für mich ist der Mythos, in diesem Falle nicht der der Sage des Prometheus im Speziellen, sondern der Gegensatz zum Logos, also die philosophischen Begrifflichkeiten, vor allem dadurch gekennzeichnet, daß der Mensch im Mythos ein Spielball der Götter war, ein blinder Gegenstand eines ihm unergründlichen Schicksals. Im Mythos ist der Mensch kein Subjekt, er ist nicht frei, kann nicht handeln, weil er kein Urteil fällen kann und somit sein Schicksal nicht zu beeinflussen in der Lage ist. Wozu, für mich, auch gehört, daß er keine Perspektive einnehmen kann, da dies eine Wahl wäre. Die abendländische Revolution war nun der Gedanke der Freiheit, die Idee wählen zu können, Urteile zu fällen, der Übergang zum Logos.

    Dies als Basis genommen macht die Geschichte, wie du sie obig beschreibst, für mich keinen weniger Sinn, vor allem, wenn man sich Zeus näher betrachtet. Will er doch anfangs die Menschen direkt vernichten und ist nur durch einen Trick des Prometheus (die Anbetung des Gottvaters durch die Menschen) davon abzubringen. Ohne diese Trickserei wäre der Mensch dem Gott zuwider gewesen, er war nicht Teil seiner Schöpfung. Des Tricks gewahr geworden sann Zeus auf Rache, ließ seinen Bruder Hephaistos die Pandora konstruieren und gab ihr die Büchse bekannten Inhalts.

    An diesem Punkt setzt dann mein Unverständnis ein: warum sollte der nach Rache sinnende Zeus die die Hoffnung als ein Geschenk dazu tun?

    Das Problem mit der Interpretation ist die jeweilige Betrachtungsweise, also die Perspektive die wir einnehmen und die ist, freie Menschen die wir sind, eine Wahl, ein Urteil das wir fällen. Das Urteil das wir in Betrachtung der Geschichte fällen (und Nietzsches Interpretation ist ein solches, denke ich) muß ja nicht zwangsläufig eines sein, das unsere Gegenwart determiniert. Wer will uns denn vorschreiben welchen Weg wir zu gehen haben? Mythos & Logos.

    Und darum möchte ich dir deinen Optimismus in keiner Weise absprechen, er ist deine Wahl und keine schlechte! Meine Wahl ist eine Andere – vllt. gar nicht so weit von deiner entfernt. 😉

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  11. tikerscherk schreibt:

    @Stony- hab deine Antwort gelesen.
    Deine Wahl ist eine Andere und vielleicht nicht so weit von meiner entfernt?
    Jetzt wird es spannend! 🙂
    [der Säzzer 🙂 )

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  12. tikerscherk schreibt:

    (Für das neue Jahr hatte ich mir vorgenommen weniger schnell zu tippen, und dann nochmal Korrektur zu lesen. Soviele Typos immer.
    Ich bemühe mich.)

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  13. Stony schreibt:

    Jetzt wird es spannend! 🙂

    Mist, jetzt hab ich mich reingeritten, was weiß ich schon über dich, aber na ja, dann mal los! 😀

    Grundsätzlich geht es mir um Prinzipien und Einstellungen, Ideale vielleicht auch (was ich dir alles mal pauschal zuschreibe); was prägt uns, Vergangenes und Gegenwärtiges, Ereignisse die tief ins Leben einschneiden, manchmal vllt. auch nur eine Kleinigkeit, ein Gedanke oder Bild, die sich einnisten und nicht wieder loslassen.

    Ohne alles im Einzelnen benennen zu können, hier und da scheint es mir (in unser beider Leben) Überschneidungen zu geben, an anderen Punkten geht es mehr oder weniger weit(?) auseinander. [Beispiele gefällig? -> diverse Drogen, Alkohol und Tabak subsummiere ich hierunter, Ernährung, die Wertschätzung ästhetischen Erleben, Kunst nennt man das wohl, die Einschätzung, daß in dieser Welt vieles scheiße ist und läuft]

    ‚Irgendwie‘ sind wir zu ihnen (Prinzipien etc., siehe oben) gekommen; Erziehung, Sozialisation, der Abgleich der (Erfahrungs-)Welt der anderen mit unserer je eigenen inneren Welt (ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, wird eh schon lang wieder).
    Vieles übernehmen wir erst einmal, ohne uns aktiv, durch eigene Urteile (Reflexion und so) für sie zu entscheiden. Manchmal kommen wir aber an Punkte, wo wir uns entscheiden müssen, ob aus äußeren oder inneren Zwängen lasse ich hier mal außen vor. Wir beginnen die ‚äußere Welt‘, die wir uns alle teilen, mit unserer ‚inneren Welt‘ zu verschmelzen und bringen Inneres ins Äußere mit ein (umgekehrt, und das schon immer, natürlich auch); wir fangen an uns unsere Welt zu bauen: Gebäude des Wissens, Pfade die wir entlangwandeln (Prinzipien) und die Art wie wir diese Welt betrachten (Einstellungen).
    Für all dieses Tun brauchen wir Gründe und die gewinnen wir, zumindest im besten aller Fälle, durch reifliche Überlegung, vllt. auch ’nur‘ Abschauen von anderen, oder einfach „Bauchgefühl“ (letzteres wäre mal eine ausführliche Betrachtung wert).

    Das Erstaunliche ist nun, daß wir von unterschiedlichen (oder auch ähnlichen) Ausgangspunkten, über die selben (oder auch gänzliche andere) Wege zu den gleichen Zielen (oder eben auch auch völlig verschiedenen) kommen. Verwirrend? Ich bin auf jeden Fall leicht verwirrt! 😀

    Zu allgemein das Ganze? Dann spezifischer:

    Ich bin da etwas optimistischer.
    Sinnloses Leben ja, trotzdem toll, und Hoffnung hilft ertragen- um das mal so ganz kurz runter zu brechen.

    In meiner ‚inneren Welt‘ ist das Leben weder sinnlos noch sinnvoll, es ist. Und es ist vor allem eines: Leiden. Leiden, weil ich will und nicht bekomme was ich will. Weil ich vieles bekomme (erfahre, erdulde), was ich nicht will und ich allerorten viel Schein sehe. Optimismus habe ich, ganz persönlich, keinen. Ich erfahre ihn immer nur als Zweckoptimismus.
    Das klingt vllt. ganz schön düster und depressiv, ist es für mich aber gar nicht. Das Gegenteil ist es auch nicht, es ist einfach. Ich erlebe vieles intensiv, geniesse, lache und weine, lebe in mancherlei Beziehung nur so vor mich hin und habe vor allem eines nicht: ein Ziel. Vieles, was andere Menschen als wichtig erachten, gibt mir gar nichts, während mir vieles wichtig ist, was sie nicht verstehen und dann gibt es noch hier und da Dinge, oder Erfahrungen, deren Wertschätzung wir teilen und darüber kann mich freuen.

    Jetzt bin ich verdammt lange um den eigentlichen Punkt herumgekreist, was ‚meine Wahl‘ ist und ob diese vllt. nicht so weit von deiner entfernt sei. Ich lebe vegetarisch, aber ich rauche (verdammt viel) und trinke, vor allem aber widerstrebt es mir, dem Leid auf dieser Welt noch Weiteres hinzuzufügen. Die Gründe mögen verschieden sein, aber, zumindest zum Teil, so denke ich, haben wir da Ähnlichkeiten.

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  14. tikerscherk schreibt:

    Danke für deine ausführliche Antwort, Stony!
    Ich finde nicht, dass das düster klingt. Um das mit deinen Worten auszudrücken: es klingt.
    Aufgeräumt vielleicht, und das ist ein angenehmer Zustand.
    Jetzt verstehe ich besser, was du meinst, wenn du schreibst, dass wir vielleicht gar nicht so unterschiedlich ticken (so hast du es natürlich nicht geschrieben, ich weiß :-))
    wobei du den Vorspung hast, durch die Texte in meinem Blog ein genaueres Bild von mir zeichnen zu können, als du ich von dir.
    Wie du, lebe ich auch ohne Ziel, unter dem Leitmotiv möglichst wenig Leiden zu verursachen und eine möglichst breite Spur der Liebe zu hinterlassen. Mensch und Tier gegenüber.
    Übrigens habe ich auch ewig Kette ( 30-40 Kippen am Tag) geraucht, und bis vor kurzem auch noch viel und gerne Rotwein getrunken.
    Mein Optimismus reicht nicht weiter als: schaffe ich schon irgendwie, halte ich aus, morgen scheint die Sonne. Der nächste Frühling kommt bestimmt.
    Dahinter klafft das schwarze All. Der Abgrund.
    Aber mehr haben wir ja nicht, als dieses Leben. Hier und jetzt, und einfach so vor sich hin zu leben ist wahrscheinlich das Beste, was man damit anstellen kann.
    Schönen Tag dir!

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    • Stony schreibt:

      Ich habe zu danken,
      und mich zu entschuldigen:

      Wenn ich hin und wieder etwas ‚abgehoben‘ formuliere liegt das meist daran, daß ich mich gerade intensiv mit gewissen Texten beschäftige und dann (warum auch immer^^) die Sprache übernehme, in der diese geschrieben sind. Auch funktioniert mein Schreiben etwas anders als deines, ich habe bestenfalls einen Startpunkt vor Augen und und bin am Ende manches Mal überrascht wohin mich die Tippselei führt. 😉

      Ansonsten habe ich deiner Antwort,
      außer Zustimmung,
      nur noch hinzu
      zu fügen:

      Mögen immer ein paar Strahlen der Himmelskerze deine Nase kitzeln. 🙂

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  15. Pingback: mord und totschlag | neuköllner botschaft

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