Der Noske der Woche

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Der Noske: Der Preis für die unterirdischten Äußerungen bundesdeutscher Politiker. Benannt nach dem Schlächter der SPD Gustav Noske.
Aus der Rubrik »Den Noske mit dem goldenen Hörrohr« ist die Schrottpresse sehr stolz, diese Auszeichnung an

Sigmar Gabriel

verleihen zu dürfen.
Aus der Laudatio: »Man sagt, der Mensch wachse mit seinen Aufgaben – was beim Preisträger dieser Woche wenigstens in der Horizontalen stimmt. Aber auch das geistige Anpassungsvermögen soll nicht unerwähnt bleiben. Kaum angekommen in der gefühlten großen Koalition, vermittelt Gabriel einen Eindruck davon, wie leicht er sich auf veränderte Umweltbedingungen anzupassen vermag. Während sich die abstimmungsbereiten SPD-Mitglieder noch fragen, wie weit die Bereitschaft zum Selbstmord geht, giert der Vorsitzende Sigmar Gabriel nach dem Sessel den Bundesinnenministers:

»Und wir haben, wenn sie an Norwegen denken, durch die dortige Vorratsdatenspeicherung, wusste man sehr schnell wer in Oslo der Mörder war, ob er Leute dabei hatte. Das hat sehr geholfen.«

Das erklärt er in einem ARD-Interview mit Ulrich Deppendorf.«

Das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Gabriel missbraucht den Tod von 77 Jugendlichen eines Ferienlagers der norwegischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, um die Vorratsdatenspeicherung zu legitimieren.
Norwegen hatte zu diesem Zeitpunkt keine Vorratsdatenspeicherung. Nochmal zum mitschreiben: Keine Vorratsdatenspeicherung. Keine. Auch nicht ein kleines bisschen. Leichenschändung nennt man das.
Im selben Atemzug – wirklich 10 Sekunden später – betont er, der NSA-Skandal und die Vorratsdatenspeicherung hätten nicht das Geringste miteinander zu tun. Nicht. Auch nicht ein kleines bisschen. Ohne rot zu werden. Nicht das leiseste Zeichen von Scham.
Es wäre schon schlimm gewesen, hätte Gabriel nur die Toten instrumentalisiert. Aber mit einer so unverschämten, dreisten Lüge hat er sich moralisch für alle Zeiten disqualifiziert. Das schreit geradezu nach dem Amt des Bundesinnenministers.

Für diejenigen, die das nicht glauben wollen:

Nachtrag: Internet-Law »Lügen für die Vorratsdatenspeicherung«

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8 Antworten zu Der Noske der Woche

  1. juergengerdom schreibt:

    Würde mich nicht wundern, wenn es auch so käme. Die Union reibt sich gewiss schon die Händchen, dass sie dieses Ressort wieder der SPD zuschieben kann, damit deren Innenminister dann in gewohnter Manier Schweinereien durchsetzt, die die eigene Klientel nicht durchgehen ließe.

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  2. pantoufle schreibt:

    Moin Jürgen
    Ganz ehrlich: Ich hab Gabriel einiges zugetraut. Aber das nicht. Ehlich nicht. Die entsprechende Passage hab ich mehrmals angehört und konnte es wirklich nicht glauben. Und das war kein Versehen von ihm. Er wußte genau, was er da sagt. 77 tote Kinder missbraucht. Ich fasse es wirklich nicht.

    P.S. Ganz nebenbei kenne ich den persönlich. Habe vor Jahren mal einen Wahlkampf für den als Techniker begleitet und auch ein paar Worte mit ihm gewechselt. Aber das er so ein Schwein ist?

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    • juergengerdom schreibt:

      Nicht Schwein. Bezogen auf die Eigenversorgung 100 % pragmatisch. Da steht überhaupt keine irgendwie geartete Gesinnung dahinter, denke ich. Charaktervakuum.

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  3. pantoufle schreibt:

    Na ja: Ich weiß ja nicht. Jedenfalls jemand, bei dem man sich danach die Hände wäscht, wenn man seine Hand schüttel mußte.

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  4. gnaddrig schreibt:

    Zumal, wie ich wo gelesen habe, in Norwegen noch gar keine Vorratsdatenspeicherung praktiziert wird. Die ist dort zwar beschlossen, aber noch nicht eingeführt. Und wer da auf der Insel um sich geschossen hatte, wusste man vor allem deshalb sehr schnell, weil die Polizei den Breivik auf frischer Tat ertappte. Da hätten Vorratsdaten genau gar keinen Unterschied gemacht.

    Und ich lasse mir nicht erzählen, dass Gabriel das nicht wusste. Zum Kotzen!

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  5. der Doctor schreibt:

    Gabriel ist moralisch verbrannt.Wer so skrupellos ist,die Opfer Breiviks zu mißbrauchen,um sich als innenpolitischer Hardliner zu profilieren(und dann noch mit Unwahrheiten),und so deren andenken zu beschmutzen,zeigt,das ihm nichts heilig ist.Andererseits hätte er damit seine Eignung für den Posten des Innenministers hinlänglich nachgewiesen.

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