Die lange Reise in den Mastdarm

»Das transatlantische Bündnis bleibt für uns Deutsche von überragender Bedeutung«. Vom Kopf abwärts eingeschmiert – dann die Schultern besonders gründlich, weil eine potentiell schwere Stelle auf dieser Reise. Schmierseife und Hagebuttentee gegen den Geruch. So schlimm wird’s schon nicht werden.
So, nun aber erst mal den Kopf. Die Kette müssen Sie aber vorher abnehmen, Frau Kanzlerin!
»Bei alledem geht es aber auch immer um unsere Sicherheits- und unsere Bündnisinteressen.« Ja, und leicht parfümierte Vaseline eines renommierten deutschen Pharmakonzerns. Alles Sponsoring – versteht sich. Dann gleitet man auch schon bis zum Hals in den After. Aber das Sorgenkind Schultern. »Freunde abhören, das geht gar nicht«. Aber rein muß sie doch und wenn sie beide schreien.

Um beim Drücken und Schieben zu helfen, plant eine Delegation von US-Senatoren eine Reise nach Berlin. Der Verbündete im alten Europa hätte »berechtigte Sorgen über Ausmaß und Ausgestaltung einiger US-Überwachungsprogramme vorgebracht«. Da rutscht es sich doch gleich viel besser. Ausmaß und Gestaltung! Ja, vor allem die Gestaltung: Das kennt Angela ganz anders! Wanzen mit Mikrophonen so groß wie Pfefferdosen und mit langen Drähten. IM Erika im Altland, lang ist her und jetzt steckt sie bis zu den Brüsten schon in Obamas… Immerhin haben sie schon die Bespitzelung vom IWF und der Weltbank ausgesetzt. Ausgesetzt. Auch ein schönes Wort. Das liegt so schön dicht bei »wiederaufgenommen« wie Ascona am Lago Maggiore.
»Die USA führen keine elektronische Überwachung der Hauptquartiere von IWF oder Weltbank in Washington durch.« Deswegen haben sie sie jetzt auch eingestellt. Das ist nett. Und der Busen ist auch nicht mehr zu sehen. Mehr Schmierseife!

»Obama hat die Aktion damals nicht gestoppt, sondern weiter laufen lassen«. Diese Aktion hier läßt er auch nicht stoppen. Wenn sie jetzt noch bis zu den Hüften verschwindet, ist sie seinem Herzen ein gutes Stück näher gekommen. Wenn man das so sehen will.
»Ich kann Ihnen sagen, daß der Präsident der Kanzlerin zugesichert hat, daß die Vereinigten Staaten die Kommunikation der Kanzlerin nicht überwachen und nicht überwachen werden«. So geräumig ist das Rectum des Präsidenten nun auch nicht, als daß man genügend Bewegungsfreiheit hätte, auch nur einen Arm zum Telephonieren zu heben… Schön, daß die Anatomie Obamas Glaubwürdigkeit stützt.

»Doch wie der Präsident bereits sagte: Wir sind dabei, die Art der Informationsgewinnung zu überprüfen und sicherzustellen, daß wir die Sicherheits- und die Datenschutzbedürfnisse unserer Bürger und Verbündeten in eine Balance bringen.«
Wellenförmige Schwimmbewegungen sollten es auch einer eher… ähh: barocken Dame, wie unserer verehrten Kanzlerin ermöglichen, bis zu den Knien im braunen Keller zu verschwinden.

Regierungssprecher Seifert übersetzt in der Zwischenzeit die Blähungen der Kanzlerin, die leicht geschönt vom Hagebuttentee zur Außenwelt dringen. Es gäbe »keine Veranlassung, sich mit der Angelegenheit erneut zu befassen«. Damit meint sie Snowden. Und alles, was mit ihm zusammenhängt.

»Das transatlantische Bündnis bleibt für uns Deutsche von überragender Bedeutung«. Selbst wenn wir dabei flach auf der Erde liegen. Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte.

Angela Merkel hatte bis zum jetzigen Zeitpunkt eine geölte, widerstandslose Karriere. Es war die übliche Mischung zwischen Korruption, Ämterklüngel, Aussitzen und Indolenz. Kein explodiertes Atomkraftwerk oder auch nur eine Sturmflut wie 1962. Kein Aufstand, keine APO – nichts!

Ein einziges Mal wird sie gefordert, Stellung zu beziehen. Nur ein einziges Mal beruft man sich auf ihren Amtseid. Und sie versagt (ironischerweise direkt nach ihrer Wiederwahl) so vollkommen, so total, daß man sich insgeheim beglückwünscht, daß man unter ihr und ihresgleichen nicht in einer echten Notlage ist. Einer Not wie einem Krieg oder einem ähnlichen Unglück.

Angela Merkel versagt bereits beim Heben des Kopfes. Mene mene tekel u-parsin

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9 Antworten zu Die lange Reise in den Mastdarm

  1. tikerscherk schreibt:

    Danke für den Text! Mich schüttelt es immer noch.
    Sie wird niemals Stellung beziehen, und sie hat weder Würde noch Anstand.

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    • pantoufle schreibt:

      »Würde« und »Anstand«. Ein Webfehler der Orthographie: Es gebricht der deutschen Rechtschreibung an einem Satzzeichen, solche Begriffe räumlich möglichst weit von solchen Namen zu plazieren.

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      • tikerscherk schreibt:

        Wie wäre es damit: Würde und Anstand > Merkel?

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        • pantoufle schreibt:

          Heinrich Heine hat da mal was gemacht… als Vorlage

          Merkel – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – keine – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – Würde – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – oder – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – Anstand- – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – — – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – Verbrecherpack

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  2. Der Emil schreibt:

    Ich habe ja zwischen den Zeilen zu lesen gelernt. Bin ja (beinahe hätte ich geschrieben: ebenfalls, aber ich kann für das Merkel nicht sprechen) DDR-sozialisiert.

    Aber dieses Zwischen-den-Zeilen-lesen braucht etwas substantiellen Text, den ich bei dieser … bei dieser … bei dieser Figur vermisse.

    Nicht bei Dir und Deinem Text. Aber das Merkel … eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte …

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    • pantoufle schreibt:

      Moin Emil
      »[…] etwas substantiellen Text.« Ob das nun ein großes Rätsel ist? Oder ob das nicht lediglich ein perfektes Beispiel der neuen Generation von Berufspolitikern darstellt?
      Einer Generation, bei der die Sozialisation nicht in Ost oder West, nicht in einer Handwerkslehre oder an der Kasse von Aldi, sondern im Parteibüro stattfand. Einer Clique von Politikern, die das Innere des Adenauer – oder Willy-Brandt-Hauses für die wirkliche Welt halten.
      Aus dieser Perspektive erscheint das Handeln des Merkel folgerichtig. Politik gestalten reduziert sich dann auf Personalmanagement. Konkurrenz ausschalten, drittklassiges Personal etablieren und das Vermeiden von Aussagen, an denen man später zitiert werden könnte. Zusammen mit ihren Hinterbänklern der letzten Garnitur hat sie erfolgreich ein System installiert, von dem niemand mehr im Ernst Kompetenz erwartet.

      Die Qualität, die man ihrem Handeln beimißt, orientiert sich eher an einem gewissen Unterhaltungswert, vergleichbar mit der Lindenstraße oder einer anderen Schmonzette. »Und in der nächsten Folge erfahren Sie, ob Angela auch diesen Skandal aussitzt!« Das Publikum ist nicht ganz unschuldig daran: Die Geiz ist Geil-Mentalität als Anspruch an die Politik – Hauptsache, das Gerät geht nicht vor Ablauf der Garantie zu Bruch. Und es muß natürlich deutlich billiger sein als das Vorherige.

      Und so sehen sie dann auch aus, die Sonderangebote in Berlin und anderswo. Glitzernde Gehäuse mit Wegwerftechnik im Inneren. Sie genügen gerade dem, was der Prospekt versprach. »Wir weisen ausdrücklich darauf hin, das unsere Produkte keine hohe Luftfeuchtigkeit vertragen!« Im Abendnebel versagt dann ein Gerät nach dem anderen, wenn die Anforderung an das Handeln nicht mit den Werkzeugen aus dem Werkzeugkoffer des Parteibetriebes zu reparieren sind.

      Eines der großen Rätsel der Menschheitsgeschichte? Warum gibt man sich bei extrem überteuerten Produkten mit einer Garantiezeit von nur vier Jahren zufrieden?

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  3. datenkasper schreibt:

    Tja, die Frau ist durch die jahrelange Abhörung erpressbar wie ne Zitrone. Genau wie alle anderen Opportunisten um sie herum. Ein außerirdischer Mikroorganismus bemächtigt sich Menschen, während sie schlafen, mithilfe von in großen Schoten heranwachsenden Duplikaten. Das Duplikat ist äußerlich vom Originalkörper, der anschließend zu Staub zerfällt, nicht zu unterscheiden, entbehrt aber jeder menschlichen Regung und Emotion.

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  4. pantoufle schreibt:

    @Emil
    Die Vermutung, daß es sich dabei um ein Remake von »Invasion of the Body Snatchers« handelt, äußerte der Datenkasper ja bereits.

    Ich will das nicht völlig ausschließen.

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