Behagliches Grunzen eines Nichtwählers

Der Wähler hat die SPD gewählt, um eine größtmögliche Koalition mit den Reihen der CDU/CSU für die nächsten 4 Jahre am Halse zu haben. Hat er. Bestimmt, denn sonst wäre das, was sich da jetzt abspielt, streng genommen undemokratisch.
Da hat Spiegel Online tatsächlich einmal etwas richtig beobachtet: Im Artikel »Große Koalition im Bundestag« wird eines dieser Bilder, das die abstoßende Hässlichkeit unserer Regierenden treffend dokumentiert, mit den Worten gewürdigt »Union und SPD können die Genugtuung über ihre künftige Macht kaum verbergen.« Stimmt! Die Genugtuung ist den Beteiligten ins Gesicht gemeißelt. »Kleineres Übel? Wir zeigen Euch jetzt mal, wie übel wir wirklich sind!«

Mit stark modifizierten Wahlkampfforderungen ist man auf Seiten der SPD plötzlich koalitionsfähig; kein Wort über NSA und Tempora, keines über Minderheiten und äußerste Flexibilität in Punkto Steuern und Mindestlohn. BDSM und golden shower würde man auch, aber dann mindestens Inneres und Finanzen.
Eigentümlicherweise finden das die wenigsten unanständig. Bleiben wir gerecht: Es gab da schon ein paar Stimmen innerhalb der SPD, die das Angebot einer großen Koalition so attraktiv fanden wie die Hochzeitsnacht auf einer Swingerparty. Und da war er dann wieder. Der Fraktionszwang. Könnte man die widersinnige große Koalition schlimmstenfalls noch als Notanker gegenüber einer Minderheitsregierung akzeptieren, als zeitliche Übergangsregelung, bevor wieder richtig regiert werden kann, so gibt der Ausverkauf wegen Geschäftsaufgabe der ehemaligen Arbeiterpartei zu den schlimmsten Befürchtungen Anlass. Es ist ja nicht nur das Aufgeben aller Positionen, die man noch vor ein paar Wochen als eigenes Gesicht verkaufte. Die SPD schafft sich ab.

Die nach der Gesetzeslage handlungsunfähige Opposition von Links und Grün trifft auf die Konstruktion Fraktionszwang, bei der nicht einmal das schlechte Gewissen Einfluss auf Entscheidungen hat. Abgestimmt wird im Bundestag nach wie vor mit Mehrheiten. Gleichgültig, ob man durch eine Verfassungsänderung die Einspruchsschwelle der Opposition von 25% auf 20% senkt: Das ist lediglich Kosmetik dort, wo ein anderes Kaliber an Intellektualität und Verantwortungsbewusstsein gefragt wäre. Es wird das Übel nicht verkleinern – von der Fragwürdigkeit bei Verfassungsänderungen einmal ganz abgesehen.

Was gefragt wäre, sind Politiker, bei deren Entscheidungen Wissen und Gewissen die entscheidende Rolle spielt – nicht ein Fraktionszwang. Handlungsunfähig – besser: Funktionsuntüchtig im Sinne eines demokratischen Gedankens –  wird diese Regierung nicht durch eine mickerige Opposition, sondern durch die Unfähigkeit der Beteiligten, nach rechtstaatlich und moralischen Gesichtspunkten zu entscheiden.
Wie war doch gleich die Aussage der Grünen/Bündnis 90 zur verdachtslosen Vorratsspeicherung? Es waren die berühmten Bauchschmerzen, mit denen man den Inhalt der eigenen Wahlplakate gegen den Anschein von Regierungsfähigkeit tauschte (und der stillen Hoffnung, es würde im Bundesrat mit Hilfe der SPD hängen bleiben. Man überlege nur: Mit Hilfe der SPD! Warum nicht gleich Gandalf, der Graue?) Nein, keine Grünen-Schelte in diesem Zusammenhang: Die anderen sind um keinen Deut besser; es war nur ein Beispiel.
Oder doch: Bleiben wir für eine Sekunde bei den Grünen: Ist schon jemandem aufgefallen, daß die Opposition lediglich aus den Linken und den Grünen besteht? Die Grünen, deren schiere Machtgeilheit sie beinahe an den Busen des Merkel getrieben hätte? Daß es nicht dazu kam, lag nicht an unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten, sondern war nur der Blödheit geschuldet. Die links-liberalen/alternativen Werte, wegen derer man vor langer Zeit in die Politik ging, waren es jedenfalls nicht, die das verhinderten. Als was stehen sie nun da? Wie eine FDP ohne amtierende Minister.

Wir haben es nun einmal mit dieser Generation von Volksvertretern zu tun: Es in der Regel nicht die Besten, die einem da vor die Nase gesetzt werden. Sehen wir den Tatsachen ins Auge. Die Guten sind in der Wirtschaft, sind Ärzte, Ingenieure, Schriftsteller, Kabarettisten oder Hartz IV-Empfänger: Was in Berufen, bei denen Leistung gefragt war, nicht bestehen konnte, geht in die Politik (und erst danach – allerdings nicht wegen der Leistungsfähigkeit – in die Wirtschaft).

Was denkt sich der behaglich grunzende Nichtwähler? Eine rot-rot-grüne Koalition hätte eine – wenn auch knappe – Mehrheit gehabt. Die Mehrheit entscheidet. Aber nicht die der Wähler.

Auch zu diesem Thema: Farlion inside »lasst uns die SPD begraben«

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23 Antworten zu Behagliches Grunzen eines Nichtwählers

  1. Joachim schreibt:

    So ein Ärger. Da kann ich Dir einfach nicht mehr widersprechen.

    Die erste große Koalition waren schlecht (und gipfelte in die Notstandsgesetze, die uns heute ein Problem mit den Geheimdiensten und den Terrorwahn beschehren). Die Zweite war einfach blass (so man die Mehrwertssteuererhöhung als blass bezeichnen kann). Merkel wird diesmal nicht der wandelnde Vermittlungsausschuss wie dereinst der schwache Kiesinger (wie sondern die Dinge aussitzen. Ein Willi Brandt ist aber nirgendwo zu sehen, so dass die nächste Wahl ziemlich sicher schlecht für die SPD verlaufen dürfte.

    Ich fürchte, dieser Kompromiss der großen Koalition bedeutet einfach das Schlechteste aller Welten. Und mit ihrer „Mehrheit“ können die das auch noch durchsetzen.

    So kommt es, dass ich nachträglich als Gedicht zum Dienstag Andreas Gryphius vorschlage – selbst wenn das hier vielleicht dem Hausherren nicht so recht in die Zeit passt. Nun, dann wird der eben etwas Besseres finden (dürfen)

    „Wohin Du siehst, nur Eitelkeit auf Erden. Was dieser heute baut, reist jener morgen ein“

    Irgendwo auch tröstlich, wenn auch der Unsinn keinen Bestand hat. Oder?

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  2. daMax schreibt:

    Word. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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  3. Klikkaklakka schreibt:

    Zum Heulen ist das…

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  4. Charlie schreibt:

    An der Diagnose habe ich nichts auszusetzen – ich frage mich aber auch weiterhin, inwiefern „Nichtwähler“ an der schlimmen aktuellen Situation irgendetwas – und sei es auch noch so unbedeutend – verbessert bzw. zum Positiven verändert haben. Lange muss ich da nicht nachdenken, denn die Antwort ist ja selbsterklärend und lautet: Nichts.

    Allerdings tragen „Nichtwähler“ eine nicht so unerhebliche Mitschuld an diesem erneuten Fiasko, weswegen ich das „behagliche Grunzen“ eher – bitte verzeih‘ mir den drastischen Vergleich – als dümmliches Gerülpse auffasse.

    Ganz im Ernst: Wie kannst Du denn solch einen Text schreiben? Dass SPD und Grüne voll und ganz auf derselben furchtbaren kapitalistischen Linie liegen wie CDU und FDP, war ja nun so klar, wie es klarer gar nicht sein konnte – darüber kann sich vielleicht noch die Springer-„Welt“ oder das ZDF wundern, aber doch niemand wie Du. Die Wahlalternative bestand bekanntermaßen nicht darin, irgendeinen Block der neoliberalen Einheitspartei zu wählen.

    Ich verstehe die Beweggründe nicht, die einen Gehirnbesitzer dazu bewegen können, von seiner Möglichkeit, gegen die kapitalistischen Zerstörer abzustimmen, auch Gebrauch zu machen – und diese Gaffermentalität auch noch zu verteidigen. Vielleicht kannst Du es mir ja doch erklären, was Dein „Nichtwählen“ (das ja ohnehin absurd ist, da jede „Nichtwahl“ in diesem System automatisch auch eine Wahl ist) nun bewirkt hat, und was im Gegensatz dazu eine Stimmabgabe für eine sozialistische Partei – und wenn es auch nur „Die Partei“ gewesen wäre – Schlimmes oder Böses bedeutet hätte.

    Es ist unter Anderem ein Verdienst der „Nichtwähler“, dass es in den nächsten vier Jahren keine wirkliche Opposition mehr im Bundestag gibt.

    Liebe, aber verwirrte Grüße!

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    • Joachim schreibt:

      Ich fühle mich durch keine Partei wirklich vertreten. Überall gibt es berechtigte Zweifel. Deshalb bin ich in keine Partei eingetreten. Eine Neue zu gründen, das „hätte“ etwas – aber dann ist die Frage, was ich denn „hätte“, damit irgend jemand daran teilhaben wollte. Der Versuch wäre sinnlos – zumal mir Machtgedanken zuwider sind.

      Aber es wäre doch Sinn der Sache, aktiv am Politikgeschehen teilzunehmen? Geht aber nicht. Wenn ich nicht hinter einer Partei stehe, wie kann ich dann diese Partei wählen?

      Nur um der CDU oder SPD eins auszuwischen? Wäre ja ok. Aber nicht auszudenken, ich hätte die SPD gewählt um Merkel zu verhindern und Steinbrück bekommen. Oder Gysi oder einen Grünen. Oder gar jemanden von den Splitterparteien, die oft genug mehr oder weniger populistisch sind.

      Tut mir Leid, ich habe zwar gewählt. Aber der Zweck heiligt nicht die Mittel.

      Also, wenn man fragt, warum jemand nicht wählt, dann kann man genau so fragen, warum jemand nicht in eine Partei eintritt. Oder warum nicht jemand direkt eine Partei gründet, ja sogar selbst Bundeskanzler wird. Ganz klar, ob man nun wählen kann oder nicht, irgend etwas stimmt mit dem heutigem Parteiensystem (oder den Parteien?) nicht.

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  5. altautonomer schreibt:

    Widerspruch: Genausogut könnte ich behaupten, dass es allein die idiotischen SPD-Wähler waren, die an der jetzigen Misere Schuld sind, weil diese enthirnten Kälber ihre Schlächter auch dann noch selber wählen, wenn denen das Blut vom letzten rot-grünen Schlachtfest noch vom Messer trieft.

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  6. pantoufle schreibt:

    @Charie and @all
    Also die Kritik (Kritik?) nahm ich mir schon zu Herzen, aber für eine ausformulierte Antwort habe ich aus Arbeitsgründen heute keine Zeit und Energie mehr. Ich setze mich morgen Abend dran – da bin ich wieder zu Hause. Also keine Unhöflichkeit, sondern echter Arbeitsstreß und zuviel Unruhe.
    Meine Entschuldigung an der Stelle. Das gilt natürich für alle bis dahin unbeantworteten Kommentare : @ Joachim and @ all

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    • Joachim schreibt:

      He, für mich brauchst Du nicht antworten. Bin auch so dankbar, das ich meine Meinung durch Deine Texte und die Kommentare hier ändern darf und weiter werde. Meine (und die anderen) Kommentare sind sicher wichtiger für mich, als für Andere – jep, ich nutze Euch schamlos aus 😉

      Weniger Streß, aber mehr Energie und Ruhe wünsche ich Dir.

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  7. pantoufle schreibt:

    @Charlie

    … so einen Text schreiben…
    Ja, wie kann man nur? Eine These wäre die Möglichkeit, daß es sich um einen schlechten Text handelt. Das kann passieren. Scheitern ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Und mittelmäßige oder schlechte Texte sind hier durchaus häufig vertreten – welche das nun genau sind, sei dem Leser überlassen. Für meinen Teil jedenfalls stellt es sich so dar: Die meiner Meinung nach Guten werden weniger wahrgenommen; jedenfalls so weit es die Reaktionen der Leser betrifft.
    Auch damit muß man leben, zumal die Möglichkeit besteht, daß die Leser diese eher unkommentiert lassen mangels Ansatz zur Kritik. Blogs sind, was gelegentlichen Anflüge von konstruktiver Kritik betrifft, ohnehin ein fragwürdiges Medium. Von der Schwierigkeit, einen längeren Text unterzubringen, einmal ganz zu schweigen. Dieses Zeitalter der Statistik schreit ja geradezu nach kurzen, knappen Statements, in denen die Antwort auf alle Fragen in möglichst 140 Zeichen dargestellt wird. Darüber hinaus läßt die Konzentrationsfähigkeit des Lesers angeblich schlagartig nach.

    Eigentlich keine rosigen Aussichten für jemanden, der seine Meinung unters Volk bringen will. Trotzdem mache ich es, obschon der Gefahr, Müll abzuliefern, mit der Diagnose meilenweit danebenzuliegen oder einfach nur das Thema zu verfehlen.
    Gelegentlich kommt ein anderer Grund dazu: Man schreibt etwas, um für sich selber einen Status Quo zu formulieren. Wo sind wir, wie stellt sich die Situation dar, wie könnte ein Fazit lauten? Nicht jeder Gedanke muß zwangsläufig ein entscheidender Baustein zur Revolution sein – manchmal tut es auch eine Qualität weniger. Dazu kommt etwas anderes: Die Vermeidung finaler Bewertungen. Der »furchtbare Kapitalismus«, die »Maske vom Gesicht reißen« – das alles sind Bewertungen, die der Leser durchaus selber fällen kann. Man muß sie nicht ausformulieren, um sich betont auf eine Seite zu stellen. Ich mag sie nicht und versuche sie nach Möglichkeit zu vermeiden. Man versuche lieber, blinde Wut in Zynismus zu kanalisieren.

    Eine der beeindruckendsten Photographien für mich ist Vedran Smailovic »The Cellist of Sarajevo«. Ein Musiker spielt in den Ruinen der Nationalbibliothek Cello. Jeder darf sich seine Interpretation dieses Bildes machen – ich habe die Meinige gefunden. Kein Musikinstrument, sondern die Feder, Tastatur. Aber in den Ruinen einer bedeutenden Bibliothek. Sollte mich jemand danach fragen: Das wäre mein Selbstverständnis zu dem, was ich unter anderem auf diesem Blog treibe – meine Auffassung darüber, wie sich dieses Zeitalter darstellt.
    Die großen Worte haben sich abgenutzt, die Kampfbegriffe werden von denjenigen okkupiert, denen an ihrer Wirkung, nicht an ihrem Inhalt gelegen ist. Es gibt keine »heiligen Wert« der Worte mehr. Man verkommt zum Chronisten, wo Erschaffung gefragt wäre.

    Eine künstliche, gespielte Aufgeregtheit herrscht. Im großen Strom der Gleichmäßigkeit (den man meinetwegen und zu Recht kapitalistische Zerstörung nennen kann) tummeln sich die Illusionen, mit der Brotkrume einer Wahl etwas bewegen zu können. Diese Wahl des Kapitalismus, integraler Bestandteil, ein eingebettetes Ritual soll zu seiner Beseitigung taugen? Das erschließt sich mir nicht. Spätestens die Forderungen einiger, die vor der letzten Bundestagswahl nach einer Wahlpflicht riefen, sind unübersehbare Indikatoren darüber, zu welch einem Automatismus dieses als Volkswille verkaufte Schützenfest geworden ist. Wenn der Adler herunter geschossen ist, wird gefeiert – soviel ist gewiß und der Schützenkönig spendiert eine Lokalrunde – wer danebensteht und nicht mitsäuft ein Spielverderber.

    Nach der Logik, der Nichtwähler trage Mitverantwortung am Fehlen einer handlungsfähigen Opposition, wären die SPD-Wähler schuld an der großen Koalition (und natürlich unter der Voraussetzung, der Ausgang einer Wahl hätte Einfluß auf das System per se). Das ist immerhin eine recht gewagte Unterstellung und widerspricht sich im Kern. Entweder, die Stimmen für die SPD, Grüne oder die Linke führen zu geänderten Mehrheitsverhältnissen – was die numerische Darstellung durchaus nahelegen würde – oder aber der Kampf gegen den Staus Quo ist von Grund auf sinnlos; was sich nun in der Realität zeigt. Sich nun hinzustellen und den jetzigen Zustand als Beleg für die Sinnhaftigkeit von Wahlen darzustellen, erschließt sich mir nicht. Da ist wohl eher das Gegenteil der Fall.
    Die Frage (oder der Vorwurf) des Nichtwählens geht im Kern eigentlich am Thema vorbei: Gesucht werden doch Wege, wie man trotz Wahlen und ihren höchst zweifelhaften Ergebnissen (in denen der Wille des Volkes nur noch durch dunkle Wolken schimmert) politisch sinnvolle Arbeit machen kann, auf die Gestaltung der eigenen, kleinen Welt Einfluß nehmen kann. Nach meiner Wahrnehmung findet das seit geraumer Zeit fernab der etablierten Parteien statt. Ob bei Greenpeace, Attac oder den sogenannten NGOs. Nicht »wählbar«, aber mittlerweile die einzige Möglichkeit, überhaupt noch Einfluß ausüben zu können. Selbst das Leben als Nonne/Mönch in einem Spital stellt sich in meiner Wahrnehmung als gesellschaftlich relevanter dar als das, was einem mittlerweile als Politik verkauft wird.
    Man sollte wählen gehen? Ja: Man kann, muß aber nicht. Der Kapitalismus wird sich nicht abwählen lassen oder sich von innen reformieren lassen, fürchte ich. Der »Gang durch die Institutionen« der Achtundsechziger hat das eindrucksvoll bewiesen.

    Liebe Grüße
    das Panoufle

    P.S. Und was ich noch zu sagen hätte: Den ganzen Betrieb, der da zur Wahl steht, halte ich bis ins Mark für verdorben, unmoralisch und verkommen. Um das zu wählen, muß man sich damit gemein machen – das will ich nicht!

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  8. Dirk schreibt:

    @pantoufle: Du machst Dich täglich „damit“ gemein, ob Du es nun willst oder nicht. Ich glaube jedenfalls nicht, dass Du im luftleeren Raum lebst. Taugt also nicht als Argument.

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  9. Joachim schreibt:

    Du möchtest Kritik? Gut, ein wirklich schöner Text, tolle Sprache und eine Menge, zu dem ich zustimmen kann. Etwa, die Frage nach den Wegen der politischen Arbeit. Ich würde sagen, unter Anderen hier findet sie statt. Und natürlich sind die SPD und CDU Wähler Schuld an der großen Koalition. Das war vor der Wahl absehbar, wenigstens vorstellbar. Dein Kapitalismus-Begriff braucht jedoch eine Erklärung. Denn die Linke begreift sich durchaus als Alternative zum Kapitalismus. Daran ändert auch nichts der Vorwurf, genau das würden sie eben nicht hinreichend tun. Um es klar zu sagen: es gibt vertrauenswürdige Leute, die die Dinge anders sehen – unabhängig davon, dass ich sehr „bei Dir“ bin.

    Doch mein wirkliches Problem mit dem Text ist die Vorstellung, NGOs seinen Alternativen. Ich habe das eine ganze Zeit mitgemacht. Vielleicht nicht in einer typischen NGO, doch immerhin wurden wir bis in die Parteien hinein und nicht selten in der Presse gehört, zusammen mit Anderen – ein Gesetz und einen Staatsvertrag gekippt haben. Also sicher keine Witzveranstaltung.

    Dennoch ist diese NGO heute wenig handlungsfähig. Aus meiner Sicht ist sie auch an Vereinnahmung durch Parteien und am Ego Einzelner oder vielleicht an der Besserwisserei von Leuten, die nicht anders können als kein Blatt vor den Mund zu nehmen, nahezu gestorben. Ich spreche mich ganz sicher nicht von Schuld frei und gebe auch mangelhafte Kompetenz freiwillig zu.

    NGOs werden zwangsläufig mit der Realpolitik innerhalb des Parteiensystems konfrontiert. Mitglieder, die in Parteien sind, die sind aber nicht mehr unabhängig, so jedenfalls meine späte Einsicht. Internationale NGOs oder die Radikalen, die jede Politik ablehnen, die sind da deutlich authentischer – aber auch deutlich eingeschränkt in ihrer Wirksamkeit. NGOs tanzen auf einem Seil zwischen Anspruch und Aufmerksamkeit.

    Im Augenblick stimme ich also mehr Deiner Mönchs-These zu.

    Und wählen oder nicht wählen? Egal, es ist das Leben was authentisch ist und das man, ohne sich oder gar Andere aufzugeben, führen muss. Perfektion gibt es so wenig wie Objektivität. Möglicherweise wird man in 100 Jahren über unsere Versuche lachen oder die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

    PS. nun erst lese ich Dirks Antwort. Es wäre nett, wenn Du (Dirk) das einmal genauer erklären könntest.

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    • pantoufle schreibt:

      Zu @Joachim später mehr, @Dirk folgende Ergänzung:
      »Den ganzen Betrieb, der da zur Wahl steht« nennen einige »die Herrschenden«. Daneben gibt es noch die Beherrschten. Mit den Herrschenden mache ich mich in sofern gemein, als mir noch kein Mittel bekannt ist, mich ihrer zu entledigen – Hilflosigkeit als Ursache für Herrschaft. Das ist kein luftleerer Raum, das ist ein Umstand.
      Der Vorwurf träfe mich, würde ich Teil der Herrschaftselite sein – wählen braucht man dann nebenbei nicht: Man läßt wählen.
      Die pauschale Unterstellung »Du bist ein Teil des Systems« klingt immer wieder gut, birgt aber die Gegenfrage »und Du?«. Eine semantische Spielerei, die gerne in Ost-Westsozialisation umgemünzt wird. Die überflüssige Feststellung, daß wir alle Kinder der sozialen Systeme sind, in denen wir aufwachsen.
      Taugt nicht als Argument.

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    • Stony schreibt:

      …die Linke begreift sich durchaus als Alternative zum Kapitalismus…

      Mittlerweile redet selbst Frau Wagenknecht von ’sozialer Marktwirtschaft‘ – wenn selbst die sogenannte Vorzeigekommunistin also kein Problem mit dem Kapitalismus hat (oder glaubt irgendwer ernsthaft sM wäre was Anderes?)… Alternative, echt jetzt? 😉

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  10. Dirk schreibt:

    @Stony: Ja soll denn Frau Wagenknecht über „Wege zum Kommunismus“ philosophieren? Damit ist schon einmal eine Parteivorsitzende der LINKEN ins offene Messer gelaufen. Auf sowas warten die Freunde des Kapitals aller Coleur doch nur. Politik hat, zumindest wenn man irgendwann „gewinnen“ will, immer was mit Strategie und Taktik zu tun. Etwas, was Vertreter der „reinen Lehre“ leider allzu oft vergessen. Lieber die nächste Sekte gründen, als „die Sache“ zu verraten. Nein danke.
    @Joachim: Schon mit Deinem Morgenkaffee (oder auch -tee) machst Du Dich zum Handlanger des Systems, ich schließe mich da überhaupt nicht aus.

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    • Joachim schreibt:

      NGO als Sekten zu bezeichnen zeugt davon, dass Du da niemals mitgewirkt hast. Soweit ich das erfahren habe gibt es da geballte Kompetenz – im krassem Gegensatz zur Kompetenz der Politik – Ausnahmen bestätigt die Regel.

      Zum System: Stell Dir mal ein Raubtier vor, dessen Lebensraum immer weiter eingeschränkt wird. Ein Tier, dessen ursprünglich unendliche Weiten auf schmale Trampelpfade reduziert werden, weil die sich ausbreitende Zivilisation einfach zu gefährlich ist. Diese ewige Runde, die irgendwann in einem Zoo auf ein paar Meter begrenzt wird, damit Gaffer sich das ansehen können, macht die das Tier zum Handlanger des Systems? Wem wird hier Gewalt angetan?

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      • Joachim schreibt:

        Es ist Dienstag. Zeit, pantoufle mit allem Respekt zum zweiten mal ein wenig zu ärgern. Das Thema war die Unausweichlichkeit, zum „Handlanger des Systems“ zu werden, also vollständig fremdbestimmt zu sein. Womit sich die Frage stellt, was es ist, was man denn muss. Ich neige ein wenig zu Johann Gottlieb Fichtes, so wie pantoufle das in „Das Ende der Unschuld“ dargestellt hat. Aber da ist auch noch etwas Anders. Etwas, dass möglicherweise auch einen Teil erklären könnte. Hier mein erneuter Vorschlag zum Gedicht zum Dienstag.

        Nur zwei Dinge

        Durch so viel Formen geschritten,
        durch Ich und Wir und Du,
        doch alles blieb erlitten
        durch die ewige Frage: wozu?

        Das ist eine Kinderfrage.
        Dir wurde erst spät bewußt,
        es gibt nur eines: ertrage
        – ob Sinn, ob Sucht, ob Sage –
        dein fernbestimmtes: Du mußt.

        Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
        was alles erblühte, verblich,
        es gibt nur zwei Dinge: die Leere
        und das gezeichnete Ich.

        1953, Gottried Benn

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  11. pantoufle schreibt:

    @Joachim
    Irgend etwas mache ich mit der mir zur Verfügung stehenden Zeit nicht richtig: es reicht einfach nicht. Die letzten drei Tage habe ich mit dem Studium der amerikanischen Außenpolitik seit der Ära Clinton verbracht; der daraus entstandene Text ist jetzt schon erheblich länger als man ihn via Blog anbieten sollte. Ganz abgesehen davon, daß mich das Gefühl beschleicht, daß die Qualität nicht unbedingt mit der Länge steigt, laufe ich zudem Gefahr, mich Charlies erneutem Vorwurf auszusetzen, daß es ja ohnehin alles olle Kamellen sind, die jeder bereits bis zum Erbrechen kennt.

    Da käme man dann auch schnell zum Einwand, daß mein Kapitalismusbegriff der Erklärung bedarf. Ja, das kann durchaus sein: Ich arbeite konstant an diesem Problem. Angefangen hatte ich einmal mit Marx, die letzten Erkenntnisse verdanke ich hauptsächlich Wittgenstein (»Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge«). Ich fühle mich aber noch jung genug, nach weiteren Fettnäpfchen Ausschau zu halten, um mit einem herzhaften »Heureka!« hineinzuspringen.
    Für einen in Erz gemeißelten Begriff fehlt der Anlaß, so meine ich: Es würde ein konsistentes Wesen beschreiben müssen, das ich nicht wahrnehme. Auch die unterschiedlichen Verfahren, nach denen der sogenannte Kapitalismus arbeitet, scheinen in sich nicht schlüssig und widerspruchsfrei. Dieses Phänomen wäre leichter durch seine Widersprüche und weniger in seinen Gemeinsamkeiten beschreibbar.
    Wenn ich den Begriff im Zusammenhang mit den Wahlen benutzte, so kann man den Begriff durch jede andere dafür in Frage kommende Staatsform ersetzen. In sofern hast Du recht: es bedürfte einer Erklärung, der ich mich allerdings verweigern würde. Es ist wohl ein Zeichen der Faulheit, wenn man damit jongliert: Einerseits ein semantisches Piktogramm, das eine Denkrichtung andeutet, andererseits eine grobe Verflachung der Tatsachen – es ist eben kein »Ding«. Bestenfalls unterstellt dieser Begriff eine Machtfrage und in diesem Zusammenhang wird er auch meist benutzt.
    Wir haben in der Auseinandersetzung ohnehin zu wenig Worte. Oder anders: Wir benutzen zu wenige. »Die Fratze des…herunterreißen«, »demaskieren«, »Systempresse«, »Blah…mechanismen« oder das Pendant der Gegenseite: Auf die Dauer ermüdend, und das alles nur, um als Leuchtfeuer auf einer Seite sichtbar zu werden. (Ach ja: Darüber hatte ich mich ja bereits aufgeregt) Das Wort Kapitalismus? Vielleicht ein unverdautes Überbleibsel der Achtundsechziger. Eine politische Diskussion, die Wortungeheuer gebar, Sätze, deren Form die Aussage verschleiern sollte – Pidgin-Deutsch für die Linke, ein Ritual zur Aufnahme in den Bund der Eingeweihten. Die Linke verschwand – übrig blieben die Wortmauern, Gedankentrümmer, verbale Drohgebärden. Darauf hereingefallen sind wir alle mehr oder weniger. Der politische Gegner von damals und heute hob die Bruchstücke aus dem Staub und schwenkte sie als Trophäe über den Schlipsen »Seht her: Das ist der Kommunismus!«

    Das aber ist nicht das, was die heutige Linke als Alternative zum Kapitalismus anbietet. Lassen wir es Sozialismus sein, Irgend etwas, was nicht ist, gegenüber dem, was ist. Was ist, ist eine bürgerliche Gesellschaft, die sich nicht an der nächsten Generation orientiert, nicht libertär ist. Was die Linke wirklich will – warten wir es ab, bis sie es selber wissen. Dem einen oder anderen ist sicherlich aufgefallen, das sie bei mir wenig Erwähnung bekommt, hier eher der Schongang eingelegt wird, wenn die Rede auf sie kommt. Grundsätzlich ein Verbündeter, aber nur eine Zwischenstufe für das Wünschenswerte.
    Wünschenswert: Ein Staatswesen, das nicht auf Zwang beruht, eine »Ordnung durch Bünde der Freiwilligkeit«, wie Landauer es formulierte. Nicht Klassenkampf, sondern der bewußte Mensch, der seine Angelegenheiten vernünftig, gewaltfrei und vor allem selbstständig regelt. Einen ethischen Sozialismus, der Austritt aus Kapitalismus und Industrialismus – eine gewaltlose Individualität und Gemeinschaftlichkeit: »zum Bezirk, zum Kreis, zur Landschaft, zur Provinz, zur autonomen Republik, zum Bund deutscher Republiken und zum Völkerbund« (Landauer). Etwas, mit dem man durchaus sofort und in seiner Umgebung beginnen kann. Dazu braucht es keinen umfassenden und schlüssigen Kapitalismusbegriff, um das Nicht-Wünschenswerte zu sehen oder mit einem Wort auszusprechen. Von Landauer ist mir nebenbei ebenfalls kein endgültige Definition des Kapitalismus bekannt (was jetzt eine schlechte Ausrede für mich wäre – zugegeben!), aber vielleicht brauchen wir sie auch gar nicht. Nur sollte man dann vorsichtiger mit dem Wort umgehen – was denn auch für mich gälte.

    Nein, ich bin nicht der Meinung, NGOs seien Alternativen. Nicht ein »anstelle«, sondern ein »auch«. Ebenso bin ich keinesfalls der Meinung, daß Arbeit in politischen Gremien grundsätzlich sinnlos sei, genau so wenig wie ich Wahlverweigerung in jedem Fall für sinnvoll erachte. In der kleinen (sozialen) Landschaft, in der ich lebe, leisten SPD-Mitglieder gute, unterstützenswerte Arbeit. Genau wie die klitzekleinen »NGOs«, die es hier gibt. Interessenverbände, Vereine, Privatinitiativen. Das geht oft Hand in Hand und zum Wohle aller – natürlich gehe ich dort zur Wahl, um diesen Prozeß am Leben zu erhalten. Da kommt dann das ins Spiel, was Du »Mönchs-These« genannt hast und was ich durchaus ernst meine. An anderer Stelle hatte ich auf der Schrottpresse bereits von einer Tante, einer Nonne, berichtet, deren Leben und Arbeit für das Allgemeinwohl ich auf das Höchste schätzte. Wenn es darum geht, komme ich immer wieder schnell auf Landauer zurück, dessen Kernthese genau darin besteht, zuerst einmal kleine funktionsfähige Kreise zu schaffen, in denen lebenswertes Leben überhaupt ermöglicht wird. Wenn die eine bestimmte Größe übersteigen, »zum Bezirk, zum Kreis, zur Landschaft, zur Provinz,…«

    »Das Thema war die Unausweichlichkeit, zum “Handlanger des Systems” zu werden, also vollständig fremdbestimmt zu sein.«
    Ach? War es das? Und ich dachte, ich hätte etwas über Wahlbetrug geschrieben… Na gut: Dann will ich es beim nächsten Male etwas energischer formulieren.
    Aber erst einmal meinen Glückwunsch zu dem gelungenen Gleichnis mit dem gefangenen Primaten als aktivem Teil des »Systems«.

    [Und überhaupt: Wenn ich hier noch mal was vom Handlanger des Systems lese, dann hole ich die Schere raus, die zensorische; also wirklich! Wo sind wir denn hier? Wenn die Genossin Sahra über Wege zum Kommunismus philosophiert, dann hören die Freunde des Kapitals erst einmal zu – wenn sie etwas über Handlanger des Systems hören, erst einmal nicht. Und zwar zu Recht!]
    Soviel einmal dazu und nur, um hier bestimmte Leute zu ärgern das Wort Genosse. So!

    Aber um einmal kurz bei dem Thema zu bleiben, das ich für das Eigentliche hielt (worin ich mich durchaus irren kann): Daß die große Koalition im Bereich parlamentarischer Gepflogenheiten steht, ist unbestritten. Daß die Mehrzahl der SPD-Wähler das bei dieser Wahl beabsichtigten, wage ich zu bezweifeln – die zur Abstimmung stehenden Politiker dieser Partei nahmen das Wort auch erst dann in den Mund, als es für eine rot-grüne Mehrheit nicht reichte; die andere Alternative hatten sie ja nicht einmal ernsthaft angedacht. Das war billig – billiger noch ist es, die SPD-Wähler für diese unsaubere Situation verantwortlich zu machen. Noch mal zum Mitschreiben: Mein Postulat war und ist, daß der Wähler hier überhaupt nichts zu entscheiden hatte.

    @Dirk
    »Schon mit Deinem Morgenkaffee (oder auch -tee) machst Du Dich zum Handlanger des Systems, ich schließe mich da überhaupt nicht aus.«
    Die Aussage ist unvollständig. Es fehlt die Begründung sowie die Schlußfolgerung. Daß Du dich dabei nicht ausschließt, macht die Sache auch nicht besser. Ohne ein gerütteltes Maß linken Gedankengutes ist der Satz nicht einmal semantisch sinnvoll; von Wittgenstein fange ich jetzt gar nicht erst an.
    Bei aller Liebe und Sympathie: Auch »Etwas, was Vertreter der “reinen Lehre” leider allzu oft vergessen. Lieber die nächste Sekte gründen, als “die Sache” zu verraten. Nein danke.« ist nicht gerade Ingeborg-Bachmann-preiswürdig. Auch nicht im Gewinnspiel »Rate, was ich gerade meine«. Wer sind hier die Vertreter der reinen Lehre, welches die nächste Sekte? Und »die Sache« ist jetzt genau was?
    Entschuldige, aber das lag mir jetzt auf der Seele – mußte raus.

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  12. kalypso schreibt:

    @ pantoufle

    ich grunze mit!!!

    des weiteren gehe ich sehr oft mit dir d’accord.
    schlußendlich habe ich vor kurzem beschlossen, mich nicht mehr politisch soo zu engagieren – ich widme mich mehr dem ZEN und der achtsamkeit.
    da sich viele menschen nicht mehr länger als 10 minuten am stück konzentrieren können, ist das ein zukunftsweisender weg für mich. zur besinnung kommen in einer aus den fugen geratenen welt.

    übrigens habe ich dein empfohlenes buch „anarchoschnitzel schrieen sie“ gelesen. habe mich oft sehr schlappgelacht – und bei vielen sätzen schwebte auch sofort die bubble-blase mit den entsprechenden cartoons über meinem kopf – herrlich.

    dennoch wurde oliver maria schmitt von sue townsend und „die frau, die ein jahr lang im bett blieb“ aus dem rennen geworfen. sie las ich in einem schwupps durch – während ich beim
    „punkroman“ doch mehrmals aufgehört habe……
    sue townsend hat echt einen beeindruckenden, tiefgehenden und sehr zeitnahen roman geschrieben und der britische humor ist allerfeinste sahne! brillant!

    herzlichst
    kalypso

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  13. pantoufle schreibt:

    Moin Kalypso
    Ach, das ja mal nett – hast Du also gelesen. Ich nehme die Sue Townsend mal als Empfehlung gerne an. Was mir an Schmitt so gefiel, war diese Ost-West-Posse, die oft auf den Punkt trifft. Ich hatte das Buch irgend wann in die Hand genommen, schlug es auf und der erste Satz, den ich las, zwang mich sozusagen dazu, es zu kaufen: »Der bekannte Sachbuchautor Karl Marx….«

    Man kann, muß sich aber nicht politisch engagieren. Zen ist eine sehr gute Sache, Altenpflege, Arbeit in Kindergärten: Es gibt tausend andere Dinge, die wichtig sind. Ein Buch schreibe oder einfach »nur« lesen…
    Politik müffelt bisweilen doch sehr. Die Frage, ob es unter dem Strich einen Sinn ergibt, stelle ich mir oft selber. Eine Antwort steht noch aus.

    Herzliche Grüße
    das Pantoufle

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  14. kalypso schreibt:

    moin pantoufle,

    es geht – bei mir – eigentlich nicht wirklich um antworten – das fragen, reflektieren und nachdenken und das „klar sehen“ ist das wichtigste, damit „bewusstere“ handlungen zum tragen kommen, die in alle lebensabschnitte eingebunden sind. und manchmal ändern sich auch sichtweisen, antworten, die früher galten sind jetzt überholt…….spannend bleibt es somit immer!
    das allerwichtigste, was ich auch meinem kind versuche beizubringen: behalte deine neugier, dein interesse und deine wachheit für alle dinge auf der welt.

    und es gibt dinge, zu denen hat man halt eine gewisse affinität und herzblut und für andere einfach weniger.

    schönes wochenende und herzlichen gruß
    kalypso

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