Presseschredder 20.9.2013

german_psycho

Pic. via Twitter

Was? Schon wieder einer. Ja: Schon wieder! Der Schredder ist für mich ein Instrument, wenn einem zum Thema nicht besonders viel einfällt (sei es, die Kinnlade kommt ohne Hilfsmittel nicht wieder in die Ausgangsposition oder das Zitieren der Nachricht reicht, um Brechreiz auszulösen). Oder aber, andere haben dazu schon genügen Sinnvolles geschrieben. Beim ersten Beispiel ist dies der Fall:

Erika Steinbach und die “freiwillige Sexualgemeinschaft”

Unter diesem Titel erschien bei der Mädchenmannschaft ein Artikel über Erika Steinbach und ihre gewagte These, die Ehe sei eine freiwillige Sexualgemeinschaft. Nur zur Erinnerung: Erika Steinbach ist Mitglied im Bundestags-Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe wie auch Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Ebenfalls ist sie Vorsitzende im revisionistischen Verein Bund der Vertriebenen.
Sie stimmte 1991 gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze, behauptete auch schon, Polen hätte den Krieg mit Deutschland begonnen und die Nationalsozialisten wären eine linke Organisation gewesen. Das nur als kleine Auswahl: Die Liste ließe sich lang fortsetzen. Brechreiz für Fortgeschrittene.

Die im Mai 1997 beschlossene Gleichstellung des Straftatbestandes der Vergewaltigung innerhalb und außerhalb der Ehe scheint – wie so vieles – an Steinbach vorbeigegangen zu sein. Mit einem feucht-fröhlichen »Dabei geht es nicht um hilflose Kinder, sondern um Erwachsene die sich von ihren gewalttätigen Partnern trennen können!!!!« (Twitter) greift die CDU-Politikerin wieder einmal mit beiden Händen beherzt ins Klo. Wie ich eingangs bereits andeutete, hat die Mädchenmannschaft bereits alles Nötige darüber geschrieben. Also hin und lesen.

Warum Hans-Olaf Henkel jetzt AFD wählt…

…interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. Weil der ehemalige Präsident des BDI aber so laut damit herumposaunt, ist es vielleicht doch einer Nachfrage wert.
Seine alte Liebe FDP ist unwählbar. Brav, Herr Henkel. Willkommen im Club. Die FDP habe das Bekenntnis zum Wettbewerb aufgegeben. Man betreibe Gleichmacherei. (gar noch Sozialismus, Herr Henkel? Hören Sie gelegentlich Stimmen oder sehen Giraffen auf der Gegenfahrbahn?)
Nein, gesundheitlich geht es ihm angeblich gut. Außer seiner Enttäuschung über die CDU. »Die CDU benutzt die Adenauerstiftung dazu, die AfD in die rechte Ecke zu stellen«. Nun ja: Man wird ja noch mal nachfragen dürfen oder? Also doch zum Arzt:
»Ich selbst bin von denen bereits dreimal auf Rechtspopulismus untersucht worden.«
Mit welchem Befund, Herr Henkel?
Im deutschen Meer der Gleichmacherei sei ihm die FDP immer als Fels in der Brandung erschienen. Sagt Hans-Olaf Henkel. Jetzt aber nicht mehr. Deswegen wählt Henkel nun die rechtpopulistische Alternative für Deutschland. Hat schon felsenfest gewählt. Via Briefwahl.
Brav, Olaf! Wählen ist erste Bürgerpflicht.

Faschisten raus

Wo wir gerade dabei sind: In Athen gingen am Donnerstag tausende von Menschen auf die Straße, um gegen die Regierungsbeteiligung der faschistischen »goldenen Morgenröte« zu demonstrieren. Vorangegangen waren landesweite »Unruhen« wegen der Ermordung des 34jährigen Musikers Pavlos Fyssas. Offenbar ist man in Griechenland bereits einen Schritt weiter.

 

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2 Antworten zu Presseschredder 20.9.2013

  1. Schorsch schreibt:

    Der Link zur Mädchenmannschaft funktioniert leider nicht, der Link zum Artikel schon.

    Gefällt mir

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