Das endgültige Aus für das Projekt BER

Abrissbirnen haben etwas Bedrohliches. Da ist es gar nicht so wichtig, auf welches Gebäude man sie loslässt: Wenigstens das Pantoufle hat einen heimlichen Horror vor diesem Werkzeug. Sie sind dick, schwer, grau und laut. Sie haben etwas unbeherrschbares, wenn sie an einem langen Stahlseil durch die grobe Schwenkung des Kranarmes mehr oder weniger ungezielt auf eine Mauer, eine Gebäudefassade krachen. Es ist dieser Eindruck von stumpfer Gewalt – jede kontrollierte Sprengung hat mehr Ästhetik als so ein Betonhammer.
Abrissbirnen gibt es interessanterweise nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in dem, was man gelegentlich humorvoll als »freie Marktwirtschaft« bezeichnet. Die folgt bekanntlich eigenen Gesetzen, die vom gemeinen Volke nur diffus verstanden werden.

Das desaströse Flughafenprojekt BER hat einen neuen Leiter

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat in Anbetracht der hoffnungslosen Lage des Projekts einen neuen Chef für diesen Entsorgungspark berufen. »hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz« sind unabdingbare Voraussetzungen dafür und wer vertritt diese Eigenschaften mehr als

Hartmut Mehdorn
Hartmut Mehdorn
Hartmut Mehdorn

Wer sich nun verwundert die Augen reibt, sollte bedenken, daß die Klimaanlagen auf Berlins illustrer Baustelle das Einzige ist, was noch nicht in den Schlagzeilen stand – sie scheinen bislang zu funktionieren. Das sollte sich ändern lassen.
Hartmut Mehdorn ist der Spitzenkandidat für den Titel »umstrittenster deutscher Industriemanager«. Seine Aktivitäten bei der deutschen Bahn A.G sind Legende wie auch sein kurioser Auftritt bei Air-Berlin, der mit einem gar nicht so überraschenden Rausschmiss endete – er hatte kaum 18 Monate gebraucht, den Carrier an den Rand des Bankrotts zu führen (»die Luftfahrt ist trotz fast zehn Jahren an der Bahn-Spitze meine Lieblingsbranche geblieben«).
Ramsauers Entscheidung für Mehdorn kommt nicht überraschend: Wer zur Finanzierung des Stuttgart 21- Projektes nach den erwartbaren Kostensteigerungen mit erhöhten Ticketpreisen droht, engagiert auch eine Abrissbirne für einen Flughafen. Zwei Prestige-Objekte, die es unter allen Umständen zu retten gilt, will man nicht als Clown® der öffentlichen Hand dastehen. Daß man dafür nur die Besten der Besten beschäftigt, versteht sich dabei von selber.

Hartmut Mehdorn
Hartmut Mehdorn
Hartmut Mehdorn

»hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz«

Als kleine Fussnote sei noch anzumerken, daß Mehdorn eine Millionen-Schadenersatzklage im Namen von Air-Berlin gegen genau die Gesellschaft führt, die er jetzt leitet. Gegenstand der Klage sind angebliche Verdienstausfälle wegen der verspäteten Eröffnung des Flughafens.
Nur für diejenigen, die ganz genau wissen wollen, wohin Steuergelder verschwinden.

Siehe dazu auch: DaMax

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8 Antworten zu Das endgültige Aus für das Projekt BER

  1. daMax schreibt:

    http://grooveshark.com/s/Bullen+In+Der+Abrissbirne/2H73PB?src=5

    Wer Stealthy in seinen Firefoxt pluggt ist hier klar im Vorteil 🙂

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    • pantoufle schreibt:

      Dein Link ist leider 404. Grooveshark hat einen Abschiedsbrief hinterlassen:

      |Aufgrund unverhältnismäßig hoher Betriebskosten stellt Grooveshark den Zugriff aus Deutschland ein.
      Wir werden Sie vermissen! Sie können uns gerne schreiben. Wir hoffen, eines Tages zurück zu kommen. Wenn Sie die Betriebskosten für Anbieter wie Grooveshark herabsetzen wollen, können Sie eine höfliche Nachricht an die GEMA schicken.

      Bitter…
      Aber Deine E-Mailadresse is ja wohl der Hammer!!! Wenn Du die eines Tages nicht mehr brauchst…
      Lieben Gruß
      das Pantoufle

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  2. juergengerdom schreibt:

    Die Klimaanlagen der BER sind mutmaßlich noch nicht in Betrieb genommen worden. Deshalb funktionieren sie derzeit, theoretisch. 😉

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  3. juergengerdom schreibt:

    😀 Nee, kannte ich noch nicht. Ist ziemlich teuer, dieser Running-Gag BER, aber durchaus gelungen.

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