Es ist nicht leicht.

steinbach

Es ist nicht leicht, als Blogger, Schreiberling – oh Gott: gar als Kuh-Journalist einen Text zu schreiben. Da recherchiert man so vor sich hin, bemüht sich, originell zu sein (wenigstens im Rahmen seiner Möglichkeiten) und mit ein wenig Phantasie und Spucke auch ein wenig zu ergründen, wie etwas gemeint war.
Wie schon angedeutet: Man bemüht sich. Und wird von links oder rechts ganz gegen alle Regeln von der sogenannten Realität™ überholt oder schlimmer: Gegen das Schienenbein getreten.
Mein Freund H.P. Schredder« Friedrich, seines Zeichens unbegabte Bundesinnenmisteroriginalkopie, möchte nach einer langen Weigerungsstrecke jetzt doch ein NPD-Verbot. Aber nicht nur eines: Dafür ist er nicht Innenminister geworden. Seit seine Kollegin Aigner aus dem schönen Bayern es nicht mehr unter einem 10-Punkteprogramm für den morgendlichen Abwasch oder den nächsten Futterskandal tut, will Friedrich nicht ein, zwei und auch nicht drei, sondern gleich 16 (in Worten : sechzehn) NPD-Verbote. Jedem Bundesland sein eigenes. Am besten alle auf einmal. Nachdem Friedrichs Intimfeindin Frau Leutheusser-Schnarrenberger ihm recht laut verkündete, daß er mal wieder etwas unglaublich Dummes von sich gegeben hätte, zog er sich schmollend zurück. Er wäre nun auch – wenn sich denn alle einig wären – auch mit einem einzigen, popeligen Verbotsantrag einverstanden.
Ja, da gings aber los! Man wäre sich ja noch gar nicht einig und ein SPD-Genosse sagte sogar etwas von einem »zaudernden Innenminister«, den man nicht brauchte. Das war ein höflicher Mann, denn er sagte nicht »willenlos herumstolpernd«, »sturzbetrunken« oder »von der tobsüchten Großmutter geritten«. Er sagte nur »zaudernd«, was – wie schon bemerkt – sehr freundlich war.
Ziemlich zeitgleich trifft sich die CDU irgendwo und diskutiert vor den Augen der Öffentlichkeit die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen. Das müssen sie, weil sie – mal wieder – vom Bundesverfassungsgericht dahin gehend getreten wurde, sich mit real existierenden Problemen zu beschäftigen. Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach (CDU – ja, die gibt es immer noch!) war dagegen. Viele andere auch und das taten sie auch lautstark kund. Sehr laut und die Diskussion wogt nach wie vor hin- und her. Der einzig bemerkenswerte Gedanke stammt erstaunlicherweise von Finanzmister Schäuble, der daran erinnerte: »Als ältere Generation müsse man schon schauen, ob man Dinge nur gut findet, weil sie schon immer so waren.« Das wäre ein schönes Statement für die NPD-Debatte gewesen, fiel aber leider an einer anderen Stelle. Man kann nur hoffen, daß Frau Steinbach diesen wahren Satz gehört hat. Auch im Hinblick auf die NPD. Und wenn es die nicht mehr gibt, hat sie ja immer noch die Schlesier. Am Wochenende oder wann immer die ihre rituellen Treffen abhalten.
CDU-Fraktionschef Kauder bei dieser Gelegenheit zu erkennen, »daß er von seinen persönlichen Grundpositionen her Schwierigkeiten mit der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts hätte.« Auch das ein schönes Statement.
Und da sind wir wieder bei diesem Grundproblem, das ich im Titel sanft andeutete. Es ist nicht einfach. Es ist nicht leicht, all das zu kommentieren. Von einem »unregierbaren Italien« zu lesen und die aktuellen Debatten in deutschen Parlamenten zu verfolgen, gebiert manch bösen Gedanken. Die behalte ich heute Abend aber besser für mich, weil die am nächsten Morgen wieder von einem dieser Vollzeitirren ad absurdum geführt sind.
Gute Nacht!

P.S: Nein, keine Links. Es ist der Mühe nicht wert.
P.P.S. Getagt ist es auch nicht – das würde ausufern.

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