Albtraum

Habe unruhig geschlafen… Albträume! Bin mindestens dreimal aufgewacht. Immer den selben Film vor Augen – oh Gott, wie schrecklich! Erst die Bilder aus Japan und jetzt das!

Merkel und Mappus am Bauzaun. Mappus mit einem Transparent in der Hand „Abschalten! Alle! Sofort!“ Vor den beiden, hinter dem Zaun, formieren sich die seit Tagen ungefütterten, unausgeschlafenen Einsatzkräfte der Polizei. Merkel skandiert: „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“. Links neben ihnen stehen Bayerns Umweltminister Markus Söder und Horst Seehofer. Seehofer und Söder stärken sich mit einem Frühstücksbier – offensichtlich nicht dem ersten; die beiden sind stehen innerhalb eines Kranzes von leeren Dosen, der sie und einen Haufen Pflastersteine, den die beiden gesammelt haben, umgibt. Seehofer pöbelt die am nächsten stehenden Beamten an „Saupreiss: WIR haben schon abgeschaltet!“

Frau von der Leyen und Kristina Schröder haben ihre Hosenanzüge gegen Röcke, mehrere Lagen Wollsocken, selbst gestrickte Pullover und Parkas getauscht. Vor allem Kristina sieht entzückend aus mit dem Schild „Mein Kind soll atomfrei sein!“. Seit einer Stunde versucht sie sich an einen herumliegenden Autoreifen anzuketten – „das kriegen die NIE los“ – während Westerwelle besorgt neben ihr sitzt, ihr über den Kopf streichelt und zum wiederholten Male fragt, ob es denn schon soweit wäre. Die Familienministerin dreht sich mit blitzenden Augen zu ihrem Beschützer um: „Guido, sorge dich nicht. Schreib nur an deiner Rede fürs Plenum heute Abend: Du musst sie alle aufrütteln!“

„Umweltminister“ Röttgen hat die beiden Einheiten Bier, die Seehofer und Söder ihm aus Mitleid rübergeworfen haben, ausgetrunken und steht nun leicht schwankend mit Ronald Pofalla und Dirk Niebel, die versuchen, ihn zu stützen und brüllt nun schon seit einer Viertelstunde „Bullenschweine, Bullenschweine“ in Richtung der Einsatzkräfte. Illse Aigner mit ihrem „organisierten“ Aldi-Einkaufswagen verteilt selbst gebackene Plätzchen (Lebkuchen mit roter Glasur in Sternenform) und Fladenbrote mit Gurkenschleim. Assistiert wird sie von Philipp Rössler, der versucht, seine Jodtabletten an den Mann/Frau zu bringen. „Ich habe aber auch noch was anderes, wenn ihr wollt… seht mal…“ Er kramt in den Taschen seiner Lederjacke nach einer kleinen transparenten Plastiktüte, in der sich kleine gefaltete Papiertüten und Löschpapierschnipsel befinden. „Das gibt der Arzt seiner Familie, wenn er Zuhause mal Ruhe haben will“ drängt er sich mit leicht irrem Blick den Anwesenden auf. „Na, Phillip? Schon ordentlich was verdient heute?“ Rainer Brüderle hat sich zu den beiden gesellt; er sieht richtig niedlich aus mit seiner Langhaarperücke, während er mit vollen Backen die Bio-Fladen der Illse mampft. „Nee – ich doch nicht! Geht alles auf Kasse! Kennst mich doch!“. „Ja eben!“

Sie sind alle da: Heiner Geißler, der mit dem Godesberger Programm in der Hand irgend jemanden zum Vermitteln sucht, gefolgt von Wolfgang Schäuble, der seinen Sprecher dazu verdonnert hat, seinen Rollstuhl durch den Matsch zu schieben, während er ihn mit seinem Gebrülle „schneller, du Sack!“ langsam zur Weißglut treibt.

Hinter den Absperrungen zum Endlager wird es jetzt lebendig.“ Sie kommen!“, kreischt Frau von der Leyen, während sie verzweifelt wie ein Honigkuchenpferd grinst. Hans-Peter Friedrich, der sich mit einer langen Stange bewaffnet hat, fragt, ob sie nicht endlich diesen dämlichen Gesichtsausdruck sein lassen könnte – „Es ist mein Gesicht und ich hab es lieb“… Friedrich prescht vor, mitten im Pulk des schwarzen Blocks.
Es wird ernst! Der Pressesprecher Schäubles lässt seinen Dienstherren im Modder stecken und legt sich vor den anrollenden Wasserwerfer (lieber so sterben als für den arbeiten), während die Knüppelgarden der Polizei jetzt rücksichtslos gegen die Demonstranten vorgehen. Der einzige, der jetzt noch ruhig bleibt ist Thomas de Maizière, der die gewaltbereiten Demonstranten mit den Worten „Es besteht Anlass zur Sorge, aber kein Grund zur Panik“ zu beruhigen sucht.

Weit entfernt, in sicherer Entfernung hinter dem Bauzaun, sieht man Sigmar Gabriel und Cem Özdemir, wie sie ein dem ersten deutschen Fernsehen ein Interview geben. „Wie jeder festellen kann, besteht diese Demonstration ausschließlich aus Anhängern des gewalttätigen schwarzen Blocks! Wir haben monatelang versucht, mit ihnen zu verhandeln! Aber wie sie ja selber sehen, sind die da für keine sachlichen Argumente zu haben… Was jetzt kommt, haben sie sich ganz alleine zuzuschreiben!“

Bin schweißgebadet aufgewacht… muss heute Abend dringend was anderes zum Einschlafen lesen. Jedenfalls nicht wieder Kafkas „Die Verwandlung“ oder sowas…

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